02. Mai 2022

Seenbachtal holt Titel

Großer Jubel bei den Jugendfeuerwehren des Seenbachtals: Sie sind die »Feuerwehr der Zukunft 2021«. In Staufenberg nahmen am Montagabend (2. Mai) Holger Liehr und Carl Bonarius den ersten Preis des Wettbewerbs in Höhe von 1500 Euro in Empfang. Diesen hatten die Stadtwerke Gießen und der Kreisfeuerwehrverband ausgeschrieben.

Seit 14 Jahren gestalten die Feuerwehren Lardenbach, Klein-Eichen, Weickartshain und Stockhausen ihre Jugendarbeit gemeinsam. Es sind kleine Orte und es somit umso wichtiger, schon früh junge Menschen für den freiwilligen Dienst in der Feuerwehr zu begeistern. Die Pandemie drohte diese Begeisterung jedoch auszubremsen - und Online-Unterricht gabs für die Jugendlichen schon genug in der Schulzeit, da wollte das kaum noch jemand auch in der Freizeit.

Das Seenbachtaler Jugendfeuerwehrteam setzte mehrere Ideen um: Zum einen wollten sie praktische Vorführungen aus dem Feuerwehrhaus übertragen. Kleiner Haken: Das Gebäude besaß keinen Internetanschluss. Also wurden 80 Meter Netzwerkkabel vom Nachbarn gelegt, um Online gehen zu können. »Die Nachbarn fragen uns jetzt immer wieder mal, ob wir wieder Internet brauchen«, sagte Bonarius schmunzelnd.

Besonders konnte die Jugendfeuerwehr mit einer feuerwehrtechnischen Schnitzeljagd punkten, die auf der App »Actionbound« beruhte. An verschiedenen Stationen im Dorf warteten Aufgaben aus dem Feuerwehralltag auf die Jugendlichen. Das Material hatte das Organisationsteam bei Freunden und Feuerwehrmitgliedern untergestellt. Zum Abschluss des Projekts gab es eine 13 Kilometer lange Auflage für alle Grünberger Jugendfeuerwehren, die viel Resonanz hatte.

Die Jury überzeugte unter anderem, dass es ein Projekt ist, was andere Jugendfeuerwehren nachahmen können. »Zudem fand es mit viel Eigeninitiative und Engagement statt«, sagte Julia Trampisch vom Kreisfeuerwehrverband. Landrätin Anita Schneider sagte, dass ein Aspekt des Wettbewerbs auch sei, Nachwuchs für die Einsatzabteilungen zu gewinnen. Sie hielt fest: »Alle Beiträge waren super.«

Platz zwei teilten sich zwei Kandidaten. Bei der Feuerwehr Muschenheim entstand ein »Programm mit viel Potenzial«, sagte Trampisch. Dort hatten Tobias Becker und Tim Nier eine Online-Plattform mit Quiz programmiert. Über dieses können Feuerwehrangehörige im Anschluss an Übungsabende ihr Wissen überprüfen. Der Vorteil dieser Plattform: Um neue Fragen und Antworten dem Quiz hinzuzufügen, braucht es keine Programmierkenntnisse.

Ebenfalls auf Platz zwei landete die Jugendfeuerwehr Buseck. Diese hat eine App entwickelt, um mit den Jugendlichen Termine zu kommunizieren und feuerwehrtechnisches Wissen zu vertiefen. Sie mittlerweile als »Flammen-App« allen Jugendfeuerwehren im Landkreis Gießen zur Verfügung gestellt, Die Kosten dafür übernimmt der Landkreis.

Die Wettbewerbsbeiträge aus den beiden Allendorfs im Landkreis Gießen teilten sich Platz drei. Die Feuerwehr Allendorf an der Lahn setzte - wie viele andere Feuerwehren - auch auf Online-Unterricht in den Zeiten des Lockdowns. Zudem eröffnete sie im Frühjahr 2021 ein Schnelltestcenter, um die Feuerwehrleute regelmäßig zu testen und so das Risiko einer Ansteckung bei Einsätzen zu senken. Dieses Angebot wurde schließlich auf die Bürger im Dorf ausgeweitet, die Termine bei den speziell ausgebildeten Feuerwehrleuten waren über lange Zeit ständig ausgebucht.

Für die Feuerwehr Allendorf/Lumda nahm Stadtbrandinspektor Michael Carl Pokal und 500 Euro für den dritten Platz entgegen. Dort machte man sich Gedanken, wie man als Feuerwehr mit schmalem Budget sich kostengünstig in Sachen Software aufstellen kann.

Die Minifeuerwehren aus Biebertal, Gießen-Mitte und Wettenberg waren beim Malwettbewerb erfolgreich und gewannen jeweils einen Besuch des Energietheaters.

(pd/Gießener Allgemeine Zeitung)

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09. April 2022

Neuer Vorsitzender beim Kelterverein

Zwei Jahre ließ die Pandemie keine Jahreshauptversammlungen zu, dann verstarb auch noch der langjährige Vorsitzende Werner Frank. Nun hatte der Obstbau- und Kelterverein Lardenbach/Klein-Eichen die traurige Pflicht, einen neuen Vorsitzenden zu wählen.

Schriftführer Thorsten Herdejost rief zunächst zum Gedenken an den Vorsitzenden sowie weitere Mitglieder auf. Dem Jahresbericht der beiden letzten Jahre waren neben dem erfolgten Keltern noch die Renovierungsarbeiten im Kelterraum zu entnehmen.

Das Keltern wurde 2020 vom Beisitzer Uwe Hartmann und Werner Frank durchgeführt. Für die Organisation und Durchführung des Kelterns im letzten Jahr war Uwe Hartmann, welcher auch zusammen mit weiteren Vorstandsmitgliedern die Endreinigung vornahm, zuständig. Hartmann wird auch zukünftig als Keltermeister tätig sein.

Gekeltert wurden 2020 von Mitgliedern 2195 Liter und von Nichtmitgliedern 4900 Liter Apfelsaft, wobei 1230 Liter von Mitgliedern und 2900 Liter von Nichtmitgliedern pasteurisiert wurden. Im vergangenen Jahr kelterten die Mitglieder 2075 Liter und Nichtmitglieder 3095 Liter. Direkt in die Beutel pasteurisiert wurden von Mitgliedern 935 Liter und von Nichtmitgliedern 1880 Liter. Für den Bedarf des Vereins wurden 2020 Äpfel für 360 Liter Saft und 60 Liter für Apfelwein gekeltert.

Dem derzeit 65 Mitglieder zählenden Verein traten in den letzte beiden Jahren vier neue Mitglieder bei. Den Kassenbericht mit Erläuterungen zu den getätigten Anschaffungen erstattete Michéle Frank. Hernach wurde dem Vorstand Entlastung erteilt. Die nächste Kassenprüfung werden Reiner Felsing und Tom-Lukas Becker vornehmen.

Bei den Vorstandswahlen wurde Thorsten Herdejost zum Vorsitzenden, der seitherige Rechner Michéle Frank zu dessen Stellvertreter gewählt. Neuer Schriftführer ist Christian Ruppel und neuer Kassenwart Johannes Träger. Die beiden Beisitzer Uwe Hartmann und Marco Biedenkopf wurden in ihren Ämtern bestätigt.

Angeregt wurde, im Herbst einen Baumschnittlehrgang durchzuführen. Im Bedarfsfall sollen die überschüssigen Äpfel der vom Verein gepflegten Bäume zur allgemeinen Ernte freigegeben werden. Im Falle einer von örtlichen Vereinen unterstützten Aufforstung im Lardenbacher Wald wird sich der Obstbau- und Kelterverein nicht verweigern. Herdejost und Frank dankten allen Helfern für die Unterstützung. Gleichzeitig baten sie um eine Mitgliederhilfe bei den anstehenden Vorhaben sowie der Baum- und Anlagenpflege.

(Karl-Ernst Lind)

 
05. April 2022

Normalbetrieb der DGH's

Die Dorfgemeinschaftshäuser der Stadt Grünberg gehen nun wieder in den Normalbetrieb. Dies teilte die Stadtverwaltung mit. Gemäß der Coronavirus-Basisschutzmaßnahmenverordnung – CoBaSchuV -. entfallen die seither geltenden Regelungen. Es wird in der Verordnung auf das eigenverantwortliche Handeln in der Pandemie abgestellt.

Jeder und jede Einzelne ist angehalten, unangemessene Infektionsrisiken eigenverantwortlich zu vermeiden und sich selbst und andere bestmöglich und situationsangemessen zu schützen. Dabei bleiben Masken das beste Mittel, um die Zahl der Neuinfektionen zu verringern: Vor allem in Innenräumen ist es weiter sinnvoll, bei Begegnungen Maske zu tragen und sich vorher zu testen. Das gilt ganz besonders, wenn man ältere oder vorerkrankte Personen trifft, die bei einer Infektion mit einem schweren Verlauf rechnen müssen. Auch das regelmäßige Lüften von Innenräumen bleibt eine einfache und effektive Maßnahme, um die Ansteckungsgefahr zu verringern.

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24. März 2022

Professionelle Taubenabwehr

Die einzigen Besucher der Klein-Eichener Kirche in den letzten zwei Jahren waren Tauben. Tauben nehmen Gebäude mit ihren Nischen und Vorsprüngen an Türmen, Kirchen, Brücken und Denkmälern als Ersatz für natürliche Felsen an. Dabei sind die Tauben nicht mehr auf Höhlen angewiesen, sondern können auch an ungeschützten Orten brüten.

Wohl verwilderte Haustauben hatten den Dachboden und Glockenturm der Fachwerkkirche in Beschlag genommen. Daraus ergab sich ein Problem mit Verschmutzung des Dachbodens. Auch müssen tote Tiere rungelegen haben. Dem Zustand wurde nun Einhalt geboten.

Am Mittwoch und Donnerstag waren zwei Profis in der Kirche aktiv. Die haben den Dachboden, das Gebälk und die Glocke gereinigt. Dazu wurden fehlende Lamellen im Dachreiter ersetzt. Die Schallöffnungen wurden mit Spanndraht verschlossen. Schließlich erfolgte noch eine Desinfizierung.

Erfolglos versuchten während der Maßnahme Tauben in das Innere des Dachbodens zu gelangen. Vielleicht erhalten sie in der Nachbarschaft Asyl.

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14. März 2022

Bitteres Ende nach 50 Jahren

Ottmar Behrendt trug 36 Jahre als Betriebsleiter Verantwortung für ein Unternehmen, das ein halbes Jahrhundert bis zu 80 Menschen ein gutes Auskommen bot: Emde Ladenbau in Seenbrücke. Der 89-Jährige weiß viel zu erzählen über einen (fast) vergessenen Ort. Denn seit Mitte der Nullerjahre, nach der Insolvenz, ist Emde Geschichte. Heute kann man hier Lagerflächen, Garagen und Stellplätze mieten.

Ab 1955 eine bekannte Adresse unter den oberen Zehntausend: Juwelier Hülse, Mommsenstraße 11, Berlin-Charlottenburg. Hier, nur einen Steinwurf vom Kurfürstendamm entfernt, kauften gut betuchte Herren sündhaft teure Klunker für hochgestellte Damen. Die Geschäfte des Erich Hülse liefen blendend, und so eröffnete er bald auch in Hamburg und Baden-Baden Dependancen.

Mommsenstraße 11 - die Adresse war auch in Seenbrücke wohlbekannt: »Hülse«, antwortet Ottmar Behrendt, fragt man ihn nach den bekanntesten Kunden »seiner« Firma Emde. Verkaufstresen, Regale und Schränke stellte die her. Hochwertige Einzelanfertigungen, nichts von der Stange. Hauptkunden waren neben Juwelieren Optik- und Uhrengeschäfte, geliefert wurde in die ganze Republik.

Der 89-Jährige ist die richtige Adresse, will man mehr erfahren über ein bedeutendes Kapitel Wirtschafts- und Sozialgeschichte im Grünberger Raum. Geistig sehr rege, sprudelt er nur so los, fragt man ihn nach Aufstieg und Fall der Firma, die einen Großteil seines beruflichen Lebenslaufs geprägt hat.

Geboren am 1. Juni 1932 in Warburg, erlernte er den Schreinerberuf, landete Anfang der 50er-Jahre in Schwelm, im Betrieb von Wilhelm Emde. Warum gerade da? Als begnadeter Fußballer wollte und sollte er dann auch beim FC Schwelm 06 kicken, der 1952 in der seinerzeit höchsten Amateurliga spielte.

Sein Chef nur bekam alsbald ein Problem, da ihm der Pachtvertrag für seine Produktionsstätte gekündigt wurde. »Er ist dann in ganz Deutschland rumgeeiert, immer auf der Suche nach einem neuen Standort.«

Wilhelm Emde hatte zunächst eine »normale« Schreinerei gegründet. Mit Blick auf die vom Krieg zerstörten Städte im Ruhrgebiet verlegte er sich auf Ladeneinrichtungen. »Er wusste, da ließ sich was verdienen.« Zumal er ein sehr geschickter Entwerfer gewesen sei, etwa neuartige Verkaufstresen entwickelt habe.

1955 wurde Emde im vorderen Vogelsberg fündig. Wie Behrendt erzählt, kaufte er die Gebäude der »Matratzen- und Polstergesellschaft« (Matrapol).

Die hatte in Seenbrücke das Anwesen erstanden, das zunächst von der Weberei Roth errichtet, dann an den Büromöbelhersteller Müller gegangen war. »Erst war Roth pleite, nach der Währungsreform dann auch Müller.« Matrapol ging zurück nach Gießen - Emde konnte loslegen.

Zunächst aber galt es, die viel zu niedrigen Räume der alten Weberei im Untergeschoss zu erweitern: »Der Betonboden wurde rausge-stemmt, das Erdreich um 80 Zentimeter ausgekoffert«. Erledigt wurde der Knochenjob auch von Neubürgern: Sudetendeutsche, die in Seenbrücke - bislang kaum mehr als ehemaliger Bahnhof für Erztransporte - gebaut hatten.

Richtig los ging’s am 1. April 1956 - mit gerade mal vier Schreinern. Doch schon bald wuchs die Belegschaft. Zupass kam das große Potenzial an Berufskollegen in der Umgebung, vor allem vom Treppenbauer Jäger in Queckborn kamen neue Kräfte.

»Das war ein unkontrollierter Handwerksbetrieb«, beschreibt Behrendt, der inzwischen seinen Meister gemacht hatte, die Anfangszeit. Emde holte sich daher eine Unternehmensberatung ins Haus. Eines Tages dann erreichte ihn die Ansage: »Du sollst rauf zum Chef.« Um es kurz zu machen: Er kletterte die Karriereleiter hoch, war zunächst »zweiter Mann«.

Als sein Vorgesetzter 1958 ausschied, trat er, gerade 26 Jahre alt, an dessen Stelle. Und staunte Bauklötze, als er in die erste Lohntüte schaute: 860 Mark, dreimal so viel wie damals ein Schreiner verdiente.

»Der Chef sagte zu mir: ›Du baust den Laden auf‹. Ab da hatte ich freie Hand, habe den Betrieb gehegt und gepflegt, als wenn’s mein Eigentum gewesen wäre.«

Behrendt restrukturierte das technische Büro, in dem hauseigene Innenarchitekten, die auf jeden einzelnen Kunden abgestimmte Ladeneinrichtung entwarfen. Er kümmerte sich um Einkauf, Arbeitsvorbereitung, Vertrieb - brachte den Betrieb in die Erfolgsspur. Sozusagen nebenher machte er seinen Abschluss als Holzingenieur, hängte auch noch ein Fernstudium in Architektur dran.

Nach und nach wuchs Emde, in der Spitze auf rund 80 Mann - vor allem Schreiner, aber auch Techniker, Betriebsschlosser, Glasschleifer. Zurecht mit Stolz fügt Behrendt an: »In meiner Zeit haben wir allein rund 100 Lehrlinge ausgebildet.«

Die Geschäfte florierten, auch unter Hanna Emde-Baron. Anfang der 60er hatte sie das Unternehmen übernommen, nachdem ihr Vater gestorben war. Spätfolge eines Unfalls, den er mit seinem Opel »Admiral« kurz vor Grünberg gebaut hatte.

Unter Behrendts Leitung überstand der Betrieb auch die Rückschläge, die die Ölkrise in den 70ern mit sich brachte. Viele Aufträge waren storniert worden. Bitter auch für ihn: »20 Leute wurden entlassen.« Doch ging es wieder bergauf, bald hatte man wieder den alten Personalbestand.

Zu dem jedoch gehörte ab 1994 nicht mehr der erfahrene Betriebsleiter: Eine Lösungsmittelallergie zwang den damals 62-Jährigen zum Ausscheiden. Was er bis dahin allein geschultert hatte, übernahmen nun drei Mann.

Die Geschäfte aber gingen schlechter, Anfang der Nullerjahre dann der Konkurs. Nach Behrendt vor allem wegen Mängeln in der innerbetrieblichen Organisation, was sich etwa an Regressforderungen von Kunden geäußert habe, die aufgrund verspäteter Auftragsausführung hohe Einnahmeausfälle erlitten. »Das war eigene Dummheit. Eine Firma mit solchen Spitzenprodukten und Spitzenschreinern hätte niemals pleitegehen müssen.«

Emde wurde vom Büromöbelhersteller CEKA übernommen, doch währte der Versuch nicht lange: ums Jahr 2006 war endgültig Schluss.

Ottmar Behrendt und Ehefrau Erika hatten zu dieser Zeit das Kapitel schon lange für sich abgeschlossen. Auch geografisch, startete das Paar doch 1995 zu einem dreijährigen Segeltörn um die halbe Welt. Danach hatten sie, um im Bild zu bleiben, den Anker geworfen, verbringen nun ihren verdienten Lebensabend am Kahlsberg in Klein-Eichen.

(tb/Gießener Allgemeine Zeitung)

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28. Januar 2022

"Digitale Dorflinde"

Das Land Hessen unterstützt mit dem Förderprogramm „Digitale Dorflinde“ Städte und Gemeinden bei der Einrichtung kommunaler WLAN-Infrastrukturen. Für die Kommunen sollen attraktive Rahmenbedingungen für die Errichtung und den Betrieb der WLAN-Strukturen geschaffen werden.

Vor über einem Jahr hat der Klein-Eichener Ortsbeirat bei der Stadt Grünberg interveniert, weil der kleinste Stadtteil von allen Stadtteilen nicht mit öffentlichem WLAN-Zugang versorgt werden sollte. Nach einigem hin und her hieß es dann, auch Klein-Eichen bekommt einen Zugang.

Die Installations- und Baumaßnahme zog sich dann über das ganze Jahr 2021 hin. Und nun ist es so weit: Nachdem am Freitag der Hausanschluss durch den Telekom Techniker vor Ort geschaltet worden ist, konnte auch gleich der Router für den Internetzugang installiert werden. Das „Hessen-WLAN Stadt Grünberg“ wurde erfolgreich getestet und in Betrieb genommen.

Zur Nutzung verbinden Sie Ihr Gerät mit dem „Hessen-WLAN Stadt Grünberg“ – es ist kein Kennwort erforderlich, da es ein öffentliches WLAN ist. Sie werden automatisch auf eine Anmeldeseite geleitet und müssen dort die Nutzungsbedingungen akzeptieren.

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20. Januar 2022

Neuer Bürgermeister

Fast auf den Tag vier Monate nach der Wahl der Vollzug: Mit Ablegung des Amtseides und Übergabe der Ernennungsurkunde ist Marcel Schlosser nun auch ganz formell Grünbergs neuer Bürgermeister. Wie vom Gesetzgeber trotz Corona verlangt, verpflichtete ihn Vorgänger Frank Ide per Handschlag auf die gewissenhafte Erfüllung seiner Amtspflichten.

Im Rahmen der Stadtverordnetensitzung ging am Donnerstag der Wechsel im Bürgermeisteramt Grünbergs über die Bühne. Der letzte Akt spielt erst am Dienstag im Rathaus, wenn Marcel Schlosser (CDU) erstmals anstelle von Frank Ide (FW) im Chefsessel Platz nimmt. Dann, nach 15 Jahren, so erfuhren die rund 130 Gäste in der Gallushalle, hat er sein Ziel erreicht: Schon als Schüler nämlich hatte der heute 31-Jährige davon geträumt, einmal Bürgermeister von Grünberg zu werden. Schlosser: »So ist es im Abschlussheft unter meiner Person zu lesen.«

Den Anfang der Gratulationscour für den frisch vereidigten Bürgermeister machte Parlamentsvorsteher Erdmann (CDU). Wie alle würdigte er die Erfolge von Ide in seiner 18-jährigen Amtszeit. »Darauf kann er stolz sein..« Ein Bürgermeister, fuhr er fort, trage große Verantwortung, müsse immer vorangehen. Dass dabei gute Kommunikation mit dem Parlament hilfreich sei, lautete sein Rat an den früheren CDU-Fraktionschef.

Auf den warte viel Arbeit, bei begrenzten Finanzen, meinte Ulrich Ebenhöh (SPD). Doch traue seine Partei ihm zu, dass er viele seiner Vorhaben umsetzen könne. Dafür aber müsse er auch Mehrheiten im Parlament gewinnen.

Jürgen Trüller formulierte die Wünsche der FDP: offene, ehrliche Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister und ein verantwortungsvoller Umgang mit den Finanzen durch selbigen. Für den erhoffte er sich zudem eine glückliche Hand in der Verwaltungsführung. Die Kollegen in spe bat er, in Schlossers Anfangszeit Nachsicht walten zu lassen. Wozu er Tucholsky zitierte: »Dumme und Gescheite unterscheiden sich dadurch, dass der Dumme immer dieselben Fehler macht und der Gescheite immer neue.« Trüller freut sich nun auf immer neue Fehler - »es müssen ja nicht zu viele sein.«

Schlosser habe es neue Wähler mobilisiert, die Mehrheit von seinem Konzept überzeugt - »in einer Zeit, in der sich immer weniger für Politik interessieren«, meinte hernach FW-Fraktionschef Daniel Raschke.. Er hoffte, Grünberg werde sich seine gute politische Kultur erhalten.

CDU-Fraktionschef Julian Sann wünschte sich die Fortsetzung der guten Zusammenarbeit mit dem Rathauschef - doch auch einen »neuen Aufbruch.« Stehe man doch vor großen Herausforderungen, Klimawandel, Digitalisierung, Corona-Krise. Mit Hinweis auf Schlossers ambitionierten »Zukunftsplan« zeigte sich freilich Sann überzeugt, dieser werde ebenso ambitioniert an seine neuen Aufgaben herangehen.

Glückliche Hand, kühlen Kopf und kompetente Berater wünschte Grünen-Sprecher Reinhard Ewert dem »Neuen«. Der freilich sollte auch die »erkennbare Distanz« zu seiner Partei wahren, wie es seine neue Rolle gebiete. Mit dem Amts- gehe ein Generationswechsel einher. »Fördern Sie diesen Prozess, unabhängig von Parteizugehörigkeit.« Schließlich das erwartbare Bonmot Ewerts: Zum Abschied Ides habe er dem Hesses Sinnspruch mitgegeben, wonach jedem Abschied ein Neubeginn innewohnt. »Ihnen, Herr Schlosser, sage ich: ›Jedem Neubeginn wohnt ein Abschied inne‹. Sie müssen ja nicht gleich 18 Jahre im Amt bleiben, so wie Ihr Vorgänger. Viel Erfolg.«

Beste Wünsche gaben Schlosser auch Hartmut Miethe namens des Seniorenbeirats, Erster Kreisbeigeordneter Christopher Lipp sowie die Vorsitzenden des CDU-Stadtverbandes und des CDU-Ortsverbandes Beltershain, Ingo Kreuder und Brigitte de Voss, mit auf den Weg.

Der beginnt für Schlosser am Dienstag. Bevor er seine ersten Ziele skizzierte, dankte er seinem Vorgänger, nicht zuletzt für eine »Vorzeigeamtsübergabe«. Für ihn sei gute Kommunikation der Schlüssel, um auch die Bürger mitzunehmen.

In diesen schwierigen Zeiten gelte es, zusammenzurücken. »Viele Grünberger haben dies am Montag mit der Mahnwache gezeigt.« Für die Grünberger und ihre Anliegen, versprach er nun, werde er immer ein offenes Ohr haben, Sprechstunden einrichten. Ebenso das Einbeziehen der Gremien ist für ihn essenziell.

Was die ersten »materiellen« Ziele betrifft, so nannte er die Stichworte Stadtjubiläum, Optimierung der Verwaltungsabläufe, gepflegtes Stadtbild und Stärkung des Ordnungsamtes. Auf der langfristigen Agenda stehen gute Kinderbetreuung, Vorantreiben des Gewerbegebiets Lumda und der Klimaschutz; auch will er dem Medzentrum, wiewohl von der CDU abgelehnt, eine Perspektive schaffen und den Neubau eines Hallenbads angehen.

Alles Wünsche und Ideen, die jedoch unter dem Finanzierungsvorbehalt stünden, müsse man sich doch vor der Schuldenfalle hüten und an kommende Generationen denken. Damit ließ er es bewenden und kündigte unter dem Beifall des Saals an, sich hoch motiviert und voller Tatendrang ans Werk zu machen.

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20. Januar 2022

Informationen zu Glasfaser

Rund 50 Interessierte aus Klein-Eichen und Lardenbach kamen am Donnerstag zur Informationsveranstaltung der Firma goetel in das Dorfgemeinschaftshaus. Wegen der Corona-Auflagen wurde die Präsentation zweimal durchgeführt, um die Anzahl der Besucher im Saal nicht zu groß werden zu lassen.

Herr Keil stellte die Firma goetel GmbH aus Göttingen in Wort und Bild vor. Der Breitbandausbau für schnelles Internet mit einem Glasfasernetz wird z. Zt. von goetel im heimischen Raum stark beworben. Fast in jedem der umliegenden Dörfer ist die Firma unterwegs und bietet die Glasfaserleitung bis zu jedem Haus an. Die Vorteile dieser Technik dürfte mittlerweile bekannt sein. In der Präsentation wurde das Thema nochmals vorgestellt.

Von der Arbeit im "Home-Office" über das "Smart Home" bis zur Wertsteigerung der eigenen Immobilie spricht vieles für den Anschluss des Internet über Glasfaser. Die Haupttrassen bilden das so genannte Backbone für die Glasfaserversorgung. Es handelt sich dabei um gebündelte Glasfaserleitungen, die zwischen den großen Rechenzentren und den größeren Städten Deutschlands verlaufen. Von dem Backbone laufen die einzelnen Glasfaserleitungen bis in die jeweiligen Ausbaugebiete, wo direkt jeder Haushalt an das Glasfasernetzwerk angeschlossen werden kann.

Von der Straße kommend liegt das Glasfaserkabel in 60 cm tiefe, um dann in das Gebäude geführt zu werden. Hier wird der Hausübergabepunkt gesetzt. Die weitere Verkabelung im Haus ist Sache des Eigentümers. Bei diesem Ausbau ist eine Wegstrecke von 20 Meter zwischen Grundstücksgrenze und Gebäude im Preis enthalten. Die alten Kupferkabel werden nicht zurückgebaut. Aber der alte Telefonanschluss kann von goetel gekündigt werden. Eine Rufnummer Mitnahme ist möglich.

Bis das aber alles so weit kommen kann, muss sowohl in Klein-Eichen als auch in Lardenbach eine Quote von 40 % der bestehenden Anschlüsse erreicht werden. In Klein-Eichen müssen 52 Anträge/Aufträge unterschrieben sein und in Lardenbach 75. Erste wenn diese Zahlen, getrennt für jeden Ort, erreicht sind, wird goetel aktiv werden. Und das soll in vier Wochen passiert sein. Falls es so weit kommt, erhalten alle Hausbesitzer Besuch von einem Techniker der vor Ort die Machbarkeit eines Anschlusses prüft. Dann soll es zum Abschluss eine Protokoll der Baubegehung geben. Erst dann wird der Antrag/Auftrag ein rechtskräftiger Vertrag.

Soweit die Ausführungen in der Präsentation. Die sich daran entwickelnde Fragerunde konnte die Besucher nur zum Teil zufrieden stellen. So wurde nicht für jeden, der allen Besuchern vorliegende Antrag/Auftrag/Vertrag befriedigend erklärt. Auch Fragen zum TV-Empfang über das Glasfasernetz blieben erstmal offen. Die Serviceleistungen konnten ebenso nicht ganz zufriedenstellend beantwortet werden. Ob der Aufriss eines Gehweges für die Leitungsverlegung von der Kommune bezahlt wird, bezweifelte ein Fragender sehr. Vielmehr sei die Herstellung des Gehweges vom Anlieger zu bezahlen.

Bis also die Bürgerinnen und Bürger in Klein-Eichen und Lardenbach in den Genuss des Internet über Glasfaser kommen, dürfte noch manche Hürde zu überwinden sein. Außerdem wird die dann vielleicht anstehende Bauzeit mindestens anderthalb Jahre betragen. Wie man von anderen Ortschaften hört, kann das auch noch länger dauern.

 

In diesem Zusammenhang wird ein Bericht vom Freitag in der Gießener Allgemeine interessant. Hier heißt es: Alle Schulen im Landkreis Gießen sollen einen Glasfaseranschluss erhalten. Der Ausbau hat begonnen, das Land Hessen unterstützt das Projekt mit 10,6 Millionen Euro.

Nach einigen Ausführungen zum Thema lautet der Bericht am Ende: Seit 2011 läuft der Breitbandausbau im Kreis, berichtete Landrätin Anita Schneider. Die Kommunen hätten sich damals für einen interkommunalen Ausbau entschieden. »Wir haben dadurch beispielhaft im Landkreis das eine oder andere vorangebracht.« Nun wolle man zusammen mit der Breitband Gießen GmbH und der Telekom die restlichen zwei Prozent ans schnelle Internet anschließen. Dazu zählen neben Schulen außenliegende Höfe und Gewerbestandorte.

Diese weitere Ausbaustufe allein koste 26 Millionen Euro. »Für zwei Prozent eine ordentliche Summe«, sagte Schneider. Es werde Glasfaser bis an die Haustür verlegt. Der Bund beteiligte sich an förderfähigen Aufwendungen mit 50, das Land mit 40 Prozent. Mit dieser Ausbaustufe soll jedoch nicht Schluss sein, kündigte die Landrätin an. Im nächsten Schritt sollen die 97,3 Prozent, die bereits einen Breitbandzugang haben, ebenfalls einen Glasfaserzugang erhalten.

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07. Januar 2022

Chance auf Glasfaseranschluss in jedes Haus

Die drei Grünberger Stadtteile Göbelnrod, Harbach und Weitershein sind bereits für den Glasfaserausbau durch die Firma Goetel aus Göttingen eingeplant. Dort haben sich genügend Interessenten für einen Hausanschluss gefunden, um der Firma die finanzielle Planungssicherheit für den Bau zu geben.

Nun sollen zehn weitere Stadtteile als Ausbaugebiete für Glasfaser bis in die Häuser erschlossen werden, kündigt das Unternehmen an. Zu diesem Zweck werden im Januar acht Informationsveranstaltungen von Goetel stattfinden. Dort werden den Bürgerinnen und Bürgern der jeweiligen Stadtteile alle Fragen rund um den Glasfaserausbau beantwortet.
Unter anderem sind folgende Termine geplant in: Reinhardshain, Lumda, Stangenrod, Lehnheim, Weickartshain und Seenbrücke, Beltershain und Stockhausen. Am Donnerstag, 20. Januar, 19 Uhr, wird es diese Veranstaltung für Lardenbach und Klein-Eichen im Dorfgemeinschaftshaus geben.

Die Veranstaltungen finden alle unter Berücksichtigung des aktuellen Hygienekonzepts statt. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer müssen einen Mund-Nase-Schutz tragen. Sie benötigen außerdem einen Nachweis über ihre vollständige Impfung oder Genesung, um an den Veranstaltungen teilnehmen zu können. Nur im Falle einer Verschärfung der Corona-Regeln wird Goetel in den Ortschaften zum Veranstaltungszeitpunkt eine Zoom-Präsentation anbieten.

Im Vorfeld hat es bereits Gespräche mit den Ortsvorstehern und einigen weiteren Interessenten gegeben. Diese werden in den nächsten Tagen Bürgerinnen und Bürger zu dem Thema ansprechen. Außerdem wird in jeden Haushalt eine Einladung für den 20. Januar, ein Donnerstag, verteilt werden. Im Verhältnis zu allen Telefonanschlüssen im Dorf muss eine bestimmte Quote an Anträgen erreicht werden damit die Firma Goetel aktiv wird.

(Gießener Allgemeine Zeitung

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06.Januar 2022

Weihnachtsbäume

Das Einsammeln der ausgedienten Weihnachtsbäume gehört jedes Jahr zum Veranstaltungsauftakt im Dienstplan der Grünberger Jugendfeuerwehren. Gegen eine kleine Spende erfreut sich die Aktion in allen Stadtteilen großer Beliebtheit.

Im Januar 2022 können die Nachwuchsabteilungen diesen Dienst jedoch nicht anbieten. Vor dem Hintergrund der aktuellen Corona-Lage, besonders im Hinblick auf die kürzlich identifizierte Omikron-Vaeiante, ist es unumgänglich, Übertragungsgefahren soweit als möglich zu reduzieren.

Dies betrifft insbesondere den Bereich der Einsatzkräfte des Brand- und Katastrophenschutzes, teilte das Hessische Ministerium des Inneren und für Sport kurz vor Weihnachten mit. Deshalb muss auf das Einsammeln der Bäume verzichtet werden, die Maßnahme gilt für die Feuerwehren der Kernstadt und in allen Stadtteilen Grünbergs.

(Grünberger Heimat Zeitung)

 
 

Sternsinger

»Nach reiflicher Überlegung haben wir uns schweren Herzens dazu entschlossen, nicht mit den Sternsingerkindern loszuziehen, da viele unter zwölf Jahren noch nicht geimpft sind«. Aus diesem Grund gibt es wieder eine Segensbriefaktion mit vorheriger Anmeldung.

(Giessener Anzeiger)

 

 

 

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