30. Juni 1999

Zum ersten Mal beteiligt sich Klein-Eichen an dem Wettbewerb "Unser Dorf".

Zu dem Hessischen Landesentscheid zum Bundeswettbewerb fand am 30. Juni 1999 eine Besichtigung des Ortes durch eine Bewertungskommission statt.

Bewertet wurden:

 

Allgemeine Entwicklung des Ortes
Bürgerschaftliche Aktivitäten und Selbsthilfeleistungen
Baugestaltung des Ortes
Grüngestaltung des Ortes
Landschaftsgestaltung des Ortes

 
Von maximal 100 Punkten erreichte Klein-Eichen 79,0. Es blieb eine Urkunde und doch einige Anregungen, die nur umgesetzt werden müssen.
 
27. Februar 1999

Mitgliederversammlung der "Eintracht"

Schwerpunktthema der vom ersten Vorsitzenden Karlheinz Erdmann geleiteten Jahreshauptversammlung des Männergesangvereins Lardenbach/Klein-Eichen im Gasthaus Dietz waren am vergangenen Samstag (27. Februar 1999) die Bemühungen um den Nachwuchs. Hierbei informierte der Vorsitzende die Mitglieder, dass nunmehr die schon lange Zeit ins Auge gefasste Gründung eines Kinderchores in die Tat umgesetzt werden konnte. Die erste Singstunde werde unter der Leitung von Minette Kraft am 8. März stattfinden. Zudem biete der kulturpflegende Verein ab Mai für derzeit alle noch unentschlossenen Sangesfreunde erstmals Schnupper-Singstunden an.

Nach der Begrüßung der Mitglieder und des Chorleiters Ottmar Hasenpflug ging Erdmann auf die Aktivitäten im vergangenen Jahr ein. So berichtete er von 35 Singstunden. Bei 20 verschiedenen Anlässen sei der Chor zudem öffentlich aufgetreten. Neben dem Singen bei diversen Mitgliederjubiläen seien besonders die Auftritte beim 25jährigen Bestehen der Großgemeinde Grünberg, beim Hasenpflug'schen Chortreffen in Hattenrod, beim Seenbachtaltreffen in Weickartshain, beim Jubiläum der VdK-Ortsgruppe Lardenbach und bei den Gedenkfeiern zum Volkstrauertag zu erwähnen.

Musikalische Darbietungen gab es zudem noch im Seniorenheim in Grünberg, bei einem Gottesdienst in der Kirche in Lardenbach sowie bei dem vom Verein für die öffentliche Weihnachtsfeier und den Seniorennachmittag für beide Grünberger Stadtteile. Auch als Mitveranstalter des Sommerfestes habe der Verein Mitverantwortung getragen. Abgerundet worden sei das sehr rege Jahr von dem Besuch des Sängerfestes in Ulrichstein und der Teilnahme am Kritiksingen in Grünberg.

Für die vielseitige Unterstützung und die regelmäßige Teilnahme an den Singstunden dankte Erdmann allen Mitgliedern. Außerdem zeichnete er die Sänger Werner Frank, Karlheinz Hollederer, Reiner Felsing, Herbert Rühl und Heinz Schwanke, die lediglich eine Singstunde gefehlt hatten, mit einem Geschenk aus. Ein Präsent erhielten auch Hans-Joachim Siebel, Werner Siedler, Hans-Ferdinand Mölcher, Karl-Ernst Lind und Wilfried Berg für ihren regelmäßigen Singstundenbesuch.

Den Kassenbericht verlas Rechner Karlheinz Hollederer. Er wurde wie der gesamte Vorstand auf Antrag der Kassenprüfer Roland Voll und Kurt Scharmann anschließend einstimmig entlastet. Für den ausscheidenden Kassenprüfer Kurt Scharmann wurde Achim Rodinger für die nächsten beiden Jahre einstimmig gewählt. Nach eingehenden Erläuterungen sprach sich die Versammlung für die Erhöhung des Jahresbeitrages um vier auf nunmehr 24 Mark aus. Bedingt durch die anlaufenden Nachwuchsförderungen gab es hier keine Gegenstimmen.

Zum Abschluß der von dem Männerchor unter Leitung von Ottmar Hasenpflug umrahmten Versammlung verwies Erdmann noch auf einige Termine im laufenden Jahr. So steht neben dem vorgesehenen Hasenpflug'schen Chortreffen die Durchführung des Sommerfestes, der öffentlichen Weihnachtsfeier und des Seniorennachmittages auf dem Programm.

(Karl-Ernst Lind)

 
07. Februar 1999

Landtagswahl 1999

Die Wahlen zum 15. Hessischen Landtag fanden am 7. Februar 1999 statt. Obwohl die Forschungsinstitute einen Wahlsieg der rot-grünen Landesregierung sowie ein Hervorgehen der SPD als stärkste Partei vorhergesagt hatten, konnte die CDU mit 43,4 % deutlich zulegen und gegenüber 1995 den Vorsprung vor der SPD ausbauen. Während letztere leichte Stimmengewinne verbuchen konnte, führten die großen Stimmenverluste der GRÜNEN dazu, dass die bisherige Landesregierung ihre Mehrheit verlor. Die FDP kam mit 5,1 % knapp über die 5%-Hürde. Den nur leichten Gewinnen der SPD standen Zugewinne von 4,2 Prozentpunkten durch die CDU gegenüber. Damit erhielten CDU und FDP eine sehr knappe Mehrheit. Neuer Ministerpräsident wurde Roland Koch (CDU).

In Klein-Eichen waren 182 Bürgerinnen und Bürger zur Wahl des Hessischen Landtages aufgerufen. Im Vorfeld haben davon 12 von der Möglichkeit der Briefwahl gebrauch gemacht. Auf den Weg zum Wahllokal im ehemaligen Backhaus machten sich 129 Wahlberechtigte. Die Wahlbeteiligung mit den Briefwählern lag bei 77,5%. Zwei Stimmabgaben waren ungültig.

Das Ergebnis (ohne Briefwahl!):

  Klein-Eichen     Lardenbach  
Wahlberechtigt: 182     326  
Wähler: 129 70,8%   205  
Wähler (mit Briefwahl): 141 77,5%      
Ungültige Stimmen : 0 (Erststimme) 2 (Zweitstimme)      
           
Davon entfielen auf (ohne Briefwahl): Erststimme Zweitstimme   Erststimme Zweitstimme
CDU
56 (43,4%) 56 (44,1%)   57,8% 56,6%
SPD
52 (40,3%) 51 (40,2%)   34,5% 34,6%
GRÜNE
9 (7,0%) 9 (7,1%)   1,0% 0,5%
FDP
7 (5,4%) 4 (3,2%)   1,9% 4,4%
REP
5 (3,9%) 5 (3,9%)   4,9% 3,9%
Tierschutzpartei
- 0   - 0,0%
Die Frauen
- 1 (0,8%)   - 0,0%
PASS
- 0   - 0,0%
DKP
-- 0   - 0,0%
BüSo
- 0   - 0,0%
FWG
- 0   - 0,0%
PBC
0 0   0,0% 0,0%
DHP
- 0   - 0,0%
Naturgesetz
0 0   0,0% 0,0%
ödp
- 0   - 0,0%
NPD
- 1 (0,8%)   - 0,0%
BFB
- 0   - 0,0%
 
02. Februar 1999

Grünberger Umweltbericht

Die Stadt Grünberg legt nach 19995, 19996 und 97 mit dem neuen "Umweltbericht" bereits zum vierten Mal eine solche Bestandsaufnahme vor. Umweltberaterin Emma Maier hat den Maßnahmekatalog zusammengestellt, in der jüngsten Sitzung (Januar 1999) des Landwirtschafts- und Umweltausschuss präsentierte sie die "Umweltbilanz" für 1998.

Der Umweltbericht informiert über durchgeführte wie auch angestrebte Projekte. Das erste Kapitel beschäftigt sich mit Maßnahmen zum Trinkwasserschutz. Grundsätzlich stellt Maier dem voran, dass in Gesetzen, Verordnungen und Richtlinien Grenz- und Richtwerte für Wasserinhaltsstoffe festgelegt sind, die in Zusammenarbeit von Wasserwerken, Wissenschaft und Behörden ermittelt worden seien. Grenzwerte sind höchstzulässige Konzentrationen bestimmter Stoffe im Trinkwasser.

Um den Forderungen der Trinkwasserverordnung zu entsprechen, werde das Wasser aller sieben Brunnen in Grünberg jährlich Untersucht. Dabei habe es keinerlei Beanstandungen bezüglich der Grenzwerte gegeben. Das Wasser sei lediglich etwas aggressiv. Der Grenzwert für Nitrat im Trinkwasser liegt bei 50 mg/l, der Nitratgehalt des Grünberger Trinkwassers lag 1998 zwischen 16 und 25 mg/l, einzig in Harbach lag er bei 36 mg/l, wie Maier ausführt.

Das Trinkwasser hatte 1998 in den Grünberger Wassergewinnungsanlagen folgende Härten: Beltershain, Göbelnrod, Grünberg, Harbach, Lehnheim, Lumda, Queckborn, Reinhardshain, Stangenrod, Stockhausen und Weitershain jeweils Stufe 2 (mittel), Klein-Eichen, Lardenbach und Weickartshain 1 (weich). Verursacht wird die Härte durch die gelösten Erdkalien Calcium und Magnesium.

Der Wasserbezug Grünbergs lag im Durchschnitt der Jahre 1993 bis 1997 bei rund 948 000 cbm, die Wasserabgabe aber bei rund 790 000 cbm. Somit ergebe sich ein durchschnittlicher Wasserverlust von rund 158 000 cbm (16 Prozent des Wasserbezugs). Der Wasserbezug ist seit 1993 rückläufig. Maier: "Dieser Trend wird sich in Zukunft nicht fortsetzen. Im Jahr 2000 steigt der Wasserbedarf".

Für den untersuchten Zeitraum von 1988 bis 1997 lag der höchste Wasserbezug bei einer Gesamtmenge von 1 083 728 cbm Wasser. Danach ging die Wasserlieferung relativ kontinuierlich zurück auf 880 111 cbm im Jahr 1997. Die Eigenförderung betrug 1997 568 176 cbm, die Stadtwerke Gießen lieferten 73 660 cbm, die Gemeinde Mücke 14 524 cbm und die Dieberggruppe 223 751 cbm Wasser.

(gaz/tb)

 
29. Januar 1999

Minister übergibt Bescheid für Dorferneuerung, 1999

Seit Freitag abend (29. Januar 1999) gehören Klein-Eichen und Lardenbach offiziell zu den 264 hessischen Dörfern, die im Dorferneuerungsprogramm des Landes sind. Im Feuerwehrgerätehaus übergab der hessische Finanzminister Karl Starzacher den Bewilligungsbescheid an Bürgermeister Siegbert Damaschke. Bedingt durch die geographische Lage der beiden zusammenhängenden Ortschaften bestehe ein miteinander verflochtenes dörfliches Leben, das sich in der gemeinsamen Infrastruktur und der gemeinsamen Teilnahme am Landeswettbewerb "Unser Dorf" widerspiegele, so der Minister. Zentrale Ziele der Dorferneuerung seien Ausbau und Sanierung von Gebäuden im Ortskern zur Erhaltung des Dorflebens sowie die Ortsbildverbesserung.

Bürgermeister Damaschke dankte den Bürgern Klein-Eichens und Lardenbachs, für ihr "starkes Engagement". Ferner hoffte der Bürgermeister, dass in den nächsten Jahren auch der Grünberger Ortsteil Weitershain in das Programm aufgenommen werde. "Der erste Schritt ist gemacht. Jetzt gilt es: Ärmel hoch und auf geht's", sagte Damaschke.

Lardenbachs Ortsvorsteher Karlheinz Erdmann dankte allen Helfern und äußerte den Wunsch, weiterhin so harmonisch zusammenzuarbeiten, wie bisher. Manfred Daniel, Ortsvorsteher von Klein-Eichen, sprach von einem "freudigen Tag" für beide Gemeinden. "Je mehr Mitbürger Hand anlegen, desto sinnvoller wird das Ergebnis sein", sagte Daniel.

Jürgen Schneider, Referent für Dorferneuerung beim ARLL Wetzlar: "Ich war überrascht über die enormen Aktivitäten der Lardenbacher und Klein-Eichener." Durch die Maßnahme solle, so Schneider, unter anderem die regionale Identität und das örtliche Handwerk gestärkt werden.

Auch Starzacher verwies auf die Stärkung des örtlichen Handwerks. Bei staatlichen Gesamtinvestitionen von über 569 Millionen Mark seit 1991 könne von einem Auftragsvolumen von über 2,5 Milliarden Mark für kleine und mittlere Betriebe ausgegangen werden, so Starzacher. "Wir wollen die dörfliche Tradition bewahren und gleichzeitig die Innovation in den hessischen Dörfern weiter vorantreiben", sagte der Minister zur Zielsetzung. Die Dorferneuerung sei in den letzten acht Jahren mit einem durchschnittlichen Zuschußvolumen von 60 bis 85 Millionen Mark eine "Initialzündung" für den ländlichen Raum gewesen.

Tenor am Abend: Das Dorferneuerungsprogramm läßt sich nicht auf ein "Dorfverschönerungsprogramm" reduzieren. Das Programm fördere die Entwicklung moderner Technologien ebenso wie den sozialen Zusammenhalt im Dorf.

(gaz/frz)

Fotos

 
24. Januar 1999

TTC Ilsdorf/Lardenbach ohne Mühe, 1999

Der TV Lich dürfte auf dem Weg zur Tischtennis-Meisterschaft der Bezirksklasse 2 wohl nicht mehr zu bremsen sein. Im Verfolgerduell bezwang der TTC Ilsdorf/Lardenbach den TSV Grünberg überaus deutlich. Das Spiel wurde zu einer unerwartetet klaren und einseitigen Angelegenheit der Gastgeber. Die hatten sich zunächst durch Gunter Berg/Ruppel und Hollederer/Uli Hansel eine 2:1-Anfangsführung erkämpft. Für Grünberg hatten in dieser Phase Krause/Scharmann, ebenfalls im dritten Satz gegen Daniel Berg/Jochen Hansel den Gegenpumkt erzielt.

Im Anschluß dominierten aber nur noch die Gastgeber. Teilweise klare Siege von Gunter Berg, Daniel Berg, Jochen Hansel, Frank Hollederer und Dieter Ruppel ergaben das 7:1, ehe im hinteren Paarkreuz Ulrich Hansel gegen Manfred Dörr den kürzeren zog. Es war aber nur Ergebniskosmetik, denn es blieb bei diesem Einzelsieg der Gäste. Gunter und Daniel Berg gewannen nun auch im umgekehrten Aufeinandertreffen gegen Daniel Kline und Thomas Krause und machten den verdienten, in der Höhe überraschenden 9:2-Sieg.

In der Tabelle der Tischtennis Bezirksklasse 2 Mitte belegen Ilsdorf/Lardenbach nach nun 13 Spielen den 5. Rang.

(gaz/ahz)

Fotos

 
15. Januar 1999

JHV der Feuerwehr

Zur Mitgliederversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Klein-Eichen in der Gaststätte Dietz, am 15. Januar 1999, hieß Vorsitzender Dieter Faust neben weiteren 28 Mitgliedern dieser Tage auch Stadtbrandinspektor Frank Ide willkommen. Nach dem Gedenken an das verstorbene Mitglied Reinhold Bonarius verlas Schriftführer Heinz Lindenberger das Protokoll der letztjährigen Versammlung.

Wehrführer Marco Biedenkopf berichtete von der Einsatzabteilung im vergangenen Jahr. Da in 1998 keine Einsätze zu absolvieren waren; lag der Schwerpunkt bei den durchgeführten Übungen der insgesamt 18 Aktiven. Erwähnt wurde vom Wehrführer zudem, dass auch drei Frauen zum Wohle der Allgemeinheit ihren Dienst in der Feuerwehr versehen.

Stadtbrandinspektor Ide dankte den Mitgliedern der Einsatzabteilung für deren Einsatzbereitschaft. Eine positive Bilanz des 98 Mitglieder zählenden Vereins wies Kassenwart Werner Zimmer vor. Er, wie auch der gesamte weitere Vorstand, wurden auf Antrag der Kassenprüfer Axel Roth und Klaus Hansel einstimmig entlastet. Zum Nachrücker wurde für den ausscheidenden Kassenprüfer Axel Roth dann Uwe Schlegelmilch gewählt.

Den Beitrag kassieren 1999 Christoph Voll und Nadja Schmidt. Für den beruflich verhinderten Gerätewart übernahmen Christoph Voll und Timo Faust dessen Aufgaben.

(Karl-Ernst Lind)

 
10. Januar 1999

Sternsinger im Seenbachtal

Mit einem Abschlussgottesdienst am Sonntag in der St. Anna-Kirche in Seenbrücke beendeten die Kinder und Helfer der St.-Anna-Pfarrgemeinde die Sternsinger-Aktion, die in diesem Jahr unter dem Motto "Schomobeto, damit Kinder heute leben können" stand. Den Dank für ihren vorbildlichen Einsatz zollte hierbei Pfarrer Janusz Piotrowski (Laubach) den beteiligten Mädchen und Jungen Lisa Willumat, Nadja Ortmann, Julia Reitz, Marie-Christin Opper, Christiana Trüller, Stefanie Trüller, Katrin Trüller, Anna Louise Trüller, Karl Felix Trüller, Ina Schötterl, Marina Heines, Maximilian Heines und Hanna Repp.

Unterstützung erhielten die fleißigen Spendensammler in Klein-Eichen, Lardenbach, Stockhausen und Weickartshain durch die Betreuer Ingrid Heines, Waltraud Eberius, Margaret Trüller, Beate Scharmann, Markus Müller und Ernst Paha. Bei der auch heute wieder erfolgreichen Sammlung kamen 2300 Mark zusammen, die in voller Höhe von der Pfarrgemeinde an das zuständige Bistum weitergeleitet werden.

(Karl-Ernst Lind)

Fotos

 
06. Januar 1999

Aufnahme in das Dorferneuerungsprogramm

Zwei von vier kamen durch: Lich-Muschenheim sowie Lardenbach/Klein-Eichen (einen gemeinsamen Antrag gestellt) sind zum 1. Januar 1999 in das Landesprogramm "Dorferneuerung" aufgenommen worden. Dies bestätigte auf Nachfrage das Wirtschaftsministerium in Wiesbaden. Die drei Dörfer haben allen Grund zur Freude, zählt doch die Dorferneuerung zu einem der letzten "Füllhörner" des Landes, die noch mit erheblichen Fördersummen ausgestattet sind. Wiesbaden stellt dieses Jahr wieder über 60 Millionen Mark bereit.

Gefördert werden 264 der insgesamt rund 2400 hessischen Dörfer, auf eine regional gleichmäßige Verteilung wird geachtet. Für den Kreis Gießen, so hatte das hier federführende Amt für Regionalentwicklung, Landschaftspflege und Landwirtschaft Wetzlar denn auch im Herbst bereits klargemacht, könnten nur zwei Neuaufnahmen erwartet werden. So kam es nun auch. Was des einen - eben Muschenheim und Lardenbach/Klein-Eichen - Freud'. ist des anderen Leid: die Anträge für Langgöns-Cleeberg und Grünberg-Weitershain wurden abgelehnt.

Ziel des Landesprogramms ist grundsätzlich der Erhalt bzw. die Entwicklung der Vielfallt des dörflichen Lebens. Neben der Sicherung der Grundversorgung, der typischen Bausubstanz, von Strukturen sozialer Selbsthilfe und dörflicher Kultur stehen die Schaffung von Wohnraum und die Sicherung von Arbeitsplätzen obenan. Ferner fördert das Programm die Direktvermarktung, den Tourismus und Betriebserweiterungen. Mittel fließen in kommunale Vorhaben, vor allem aber in private Maßnahmen; die erhebliche Förderung etwa des Umbaues von Scheunen bei kostenfreien Beratung der Bauherren.

Im Bereich der Großgemeinde Grünberg war zunächst Queckborn in der Dorferneuerung, die neun Jahre dauernde Förderung für Lehnheim läuft 1999 aus. Dort wurde dank Landesförderung bisher ein Investitionsklima von über 4,5 Millionen Mark angeschoben. Nicht weniger als 65 private Maßnahmen wurden gefördert, mindestens zehn Wohnungen in ehemals landwirtschaftlichen Nebengebäuden geschaffen, und gar ein Lebensmittelladen konnte wieder eröffnet werden (Stand Mitte 1998).

Für Lardenbach und Klein-Eichen wurde von einer "Dorferneuerungs-AG" bereits eine umfassende Liste mit Vorschlägen erstellt, mit denen man sich Beiträge zum Erhalt der dörflichen Struktur sowie der "allgemeinen Lebensqualität", aber auch zur Verbesserung des Ortsbildes und zur Förderung des Fremdenverkehrs und der Freizeit- und Sportangebote erhofft.

Für Lardenbach sind danach u.a. vorgesehen: Neugestaltung des Spielplatzes, der Grünfläche am Bürgerhaus, des Bereichs am Gerätehaus sowie am Backhaus Seentalstraße (Ziel: Dorf- und Kommunikationsplatz). Mit öffentlichen Zuschüssen saniert und/oder neugestaltet werden sollten das Gerätehaus, das Mahnmal am Friedhof, der Dorfteich und die Grenzgrabenbrücke (Bruchsteinmauer als Geländer). Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung werden gefordert für die gesamte Seentalstraße sowie an deren Einmündung in die Straße "Am Larbach"; zudem Pflasterungen in Kreuzubgsbereichen und eventuell Tempo-30-Zone.

Neben der Erstellung einer historischen Schrift und Fortführung des Lardenbacher Archivs hat die "Dorferneuerungs-AG" eine bessere Nutzung der natürlichen Ressourcen der Vogelsberggemeinde für die Naherholung in ihre Wunschliste aufgenommen, dafür zum Beispiel den Ausbau der Wanderwege ins Auge gefasst.

Klein-Eichens "Dorferneuerer" schlagen unter anderem als Maßnahme zur Ortsbilderweiterung vor, den ehemaligen Dorfbrunnen in der Sellnröder Straße neu aufzubauen. Eine "einladende Atmosphäre" möchte man durch Entsiegelung, Bepflanzung und Möblierung auf der Freifläche "Kreuzung Hinterdorf" schaffen. Ebenso sollte rund um die Kirche ein "der Einrichtung würdiges Ambiente" entstehen (keine Plastikbank, Vorplatz pflastern). Der Dorfteich sollte rundum neu bepflanzt werden, das Feuerwehrgerätehaus komplett renoviert werden.

Neu errichtet sehen möchten die Klein-Eichener eine Schutzhütte. Und wie in Lardenbach legt man Wert auf die Bewahrung der dörflichen Historie: eine Chronik sollte erstellt werden. Zugunsten der Förderung eines "sanften Tourismus" schwebt den Klein-Eichenern der Bau eines "Gästehauses" mit Bewirtschaftung und Kulturraum für Besucher wie aber auch die Einwohner der beiden Dörfer vor. Fehle doch in dem Ort ein Raum "fürs Kulturelle".

Interessanter, ja spannender gestalten möchte man den Spielplatz, und auch die Klein-Eichener wünschen eine Verkehrsberuhigung: eine Allee, wie sie es dereinst schon mal gab, sollte wieder in der "Sellnröder Straße" entstehen, und das "Sellnröder Kreuz" schließlich sollte neugestaltet werden.

Welche Maßnahmen in den Dörfern letztendlich realisiert werden, das entscheidet der Dorferneuerungsbeirat und das Stadtparlament.

(gaz/tb)

Fotos

 

 

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