23. März 1972

Müllabfuhrsatzung

Unter den Amtlichen Bekanntmachungen der Stadt Grünberg wurde am 23. März 1972 in der Heimat Zeitung die Müllabfuhrsatzung der Stadt Grünberg veröffentlicht. Diese Satzung wurde von der Stadtverordnetenversammlung am 17. März 1972 beschlossen.

"Die Stadt Grünberg übernimmt in ihrem Gebiet (Gemarkungsbereich) die Abfuhr und Beseitigung des unmittelbar auf dem Grundstück anfallenden Hausmülls und Sperrgutes. ... Die Müllabfuhr wird grundsätzlich im Umleerverfahren mit Mülleimern durchgeführt. ... Rechtsansprüche gegen die Stadt auf Erweiterung des Abfuhrgebietes, auf den Ausbau des Müllabfuhrbetriebes sowie auf bestimmte Abfuhrzeiten und auf den Umfang der Müllabfuhr bestehen nicht. ... Nutzungsberechtigte bzw. Nutzungsverpflichtete sind auch irgendwie zur Nutzung des Grundstückes Berechtigte und vor allem auch alle Bewohner oder auf dem Grundstück Beschäftigte sowie alle sonstigen Rechtspersönlichkeiten, durch die auf dem Grundstück Hausmüll im Sinne dieser Satzung anfallen kann.

Hausmüll im Sinne dieser Satzung ist insbesondere der vor allem in Wohnungen, Geschäfts- und Verwaltungsgebäuden, Lägern jeder Art, Krankenanstalten oder in einzelnen Räumen in der Regel anfallende feste Unrat ... Als Hausmüll gelten auch die festen brennbaren Abfälle aus Gewerbe und Industrie ... und aus Hausgärten, soweit diese Abfälle nach Art und Umfang zur Unterbringung in den Mülleimer geeignet sind.

Als Hausmüll gelten sonach insbesondere nicht: ... nicht brennbare Stoffe und Abfälle, Erde, Bauschutt, Laub, Schnee, Eis, Steine, Sand, Schlamm, Schlacke sowie Gartenabfälle und Hofunrat. ... menschliche und tierische Auswurfstoffe, Stalldung, ekelerregende oder überlriechende Stoffe, Tierkadaver, Gifte und andere Stoffe, soweit diese eine Gefahr für die Anlage, für Mitmenschen ... darstellen können, ...

Jeder Eigentümer eines im Gemarkungsgebiet liegenden Grundstückes ist im Rahmen der Bestimmungen dieser Satzung berechtigt, den Anschluß dieses Grundstückes an die städtische Müllabfuhr und die Abholung des dortigen Hausmülls zu verlangen ... kann die Stadt dennoch dem Eigentümer Anschluß und Benutzung versagen, wenn die Anfuhr wegen der Lage des Grundstückes oder aus technischen oder betriebswirtschaftlichen Gründen erhebliche Schwierigkeiten bereitet ...

Jeder Eigentümer eines im Gemarkungsgebiet der Stadt gelegenen Grundstückes muss dieses Grundstück an die städtische Müllabfuhr anschließen lassen, wenn auf diesem Grundstück in der Regel Hausmüll anfällt.

Die erforderlichen Müllgefäße sind von den Grundstückseigentümern auf ihre Kosten unverzüglich nach Anmeldung und Bestätigung des Anschlusses bei der Stadt ... zu erwerben. Zugelassen sind ausschließlich genormte Mülleimer mit einem Fassungsvermögen von 35 bzw. 50 Litern. Die erforderliche Zahl von Müllgefäßen und deren Größe bestimmt der Magistrat. ... Die Müllgefäße dürfen nur soweit gefüllt werden, dass ihre Deckel sich gut schließen lassen.

... Die Müllgefäße werden wöchentlich einmal in der Zeit zwischen 7 Uhr bis 19 Uhr entleert. ... Mit der Übernahme wird der Hausmüll bzw. das Sperrgut Eigentum der Stadt. ... gefundene Wertgegenstände werden als Fundsachen behandelt. Die Stadt ist nicht verpflichtet, im Hausmüll und im Sperrgut nach verlorenen Gegenstände zu suchen ...

Die Gebühr beträgt bei wöchentlich einmaliger Abholung des Hausmülls für das Kalenderjahr je Müääeimer (35 Liter) 18,- DM. je Mülleimer (50 Liter) 21,- DM.

Diese Satzung tritt mit dem 1. April 1972 in Kraft. ..."

(Grünberger Heimat Zeitung)

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17. März 1972

Stadtverordnetensitzung im März

Das Stadtparlament beschloß gestern abend (17. März 1972) mit 12:12 Stimmen bei einer Enthaltung, die Amtszeit des Bürgermeisters Karl Anschütz nicht über den 31. Juli 1972 hinaus zu verlängern. Die Abstimmung erfolgte geheim. Gleichheit der Stimmen gilt als Ablehnung. Anlaß waren Anträge der Gemeinden Lehnheim und Reinhardshain, die einen Anschluß an Grünberg zwar beschlossen haben, aber noch nicht im Parlament vertreten sind.

Die beiden Gemeinden hatten vorgeschlagen, die Amtszeit bis 31. März 1973 zu verlängern, da ihnen dadurch die Gelegenheit gegeben würde, nach der Kommunalwahl im Herbst bei der Besetzung der Bürgermeisterstelle mitzuwirken. Entsprechende Anträge der Ortsbeiräte und ihrer Vorsitzenden aus den elf Stadtteilen hatten den Wunsch der beiden Gemeinden unterstützt.

Nun besagt das Vorschaltgesetz zur Gemeindereform, dass kein Bürgermeister über den 31. März 1973 hinaus gewählt werden soll. Der Regierungspräsident erteilte jedoch bereits eine Ausnahmegenehmigung, so dass das jetzige Parlament bereits einen neuen Bürgermeister auf sechs Jahre wählen kann.

Bekanntlich wurde im Herbst schon von den Stadtverordneten beschlossen, die Bürgermeisterstelle auszuschreiben. Dies ist geschehen. Der Vorsitzende des Wahlausschusses teilte gestern abend mit, dass mit Annahmeschluß der Bewerbungen am 29. Februar der Ausschuss tagte und 12 Bewerbungen überprüfte.

Wie aus zuverlässiger Quelle weiter verlautete, sollen unter den Bewerbungen keine Grünberger sein, die sich bereits schon einmal beworben hätten. Inwieweit das Parlament noch weitere benennt, wird sich noch zeigen. Aus Gesprächen der Stadtverordneten war zu entnehmen, dass sie für die Stadt Grünberg keine ruhigen Zeiten erwarten.

Einstimmig beschloß das Parlament in der weiteren Sitzung, ab 1. April 1972 in allen Stadtteilen die allgemeine Müllabfuhr einzuführen. Es kommt damit den Auflagen nach, wie sie im Gesetz über den Umweltschutz von Wiesbaden vorgeschrieben werden. Die seitherigen Mülldeponien in den Stadtteilen können weiterhin mit umweltneutralen Ablagerungen beschickt werden, solange ihr Fassungsvermögen noch nicht erreicht ist. (Die Klein-Eichener Mülldeponie befand sich zu dieser Zeit im "Buchholz", direkt an der Gemarkungsgrenze zu Groß-Eichen.)

Der übrige Müll muss zentral gelagert werden. Der kleine Eimer kostet für den Haushalt 18,-, der große 21,- DM. Am kommenden Donnerstag erscheint die "H. Z." wieder in jedem Haushalt der Großgemeinde. In dieser Ausgabe ist die Bekanntmachung der Müllabfuhrsatzung in vollem Wortlaut vorgesehen, wie sie nun vom Parlament beschlossen wurde.

(Grünberger Heimat Zeitung)

 
14. März 1972

Umschulung Landwirte

Das Informationsbedürfnis zum Umschulen unter den Landwirten ist groß. So mancher Landwirt stehe heute mit der Rentabilität seines Betriebes an der Grenze und damit vor der Frage: Soll ich aufgeben? Zwangsläufig stelle sich dann die nächste Frage: Welchen Beruf kann ich ergreifen, speziell auf die hiesige Gegend gemünzt, und was ist finanziell drin?

Während das Arbeitsamt die Umschulungswilligen berät, sorgt der Bauernverband für die Lösung der sozialen Probleme, die im Zusammenhang mit einem neuen Beruf auftauchen. Das Landwirtschaftsamt wird untersuchen helfen, ob man den Hof noch vergrößern oder verkleinern kann. Erst wenn alle Informationen vorliegen, könne der Landwirt entscheiden, ob er sich ein neues Betätigungsfeld suchen soll.

In den letzten 10 Jahren ist die Zahl der in der Landwirtschaft Tätigen um ein Drittel zurück gegangen, sagte eine Verwaltungsoberrätin vom Arbeitsamt. Bedauerlich nur, dass soviele in ungelernte Berufe abwanderten. Von Vorteil sei es natürlich, dass der Ungelernte sofort Geld in der Hand habe, auf längere Sicht gesehen, sei die Fachkraft immer besser dran. Bis zum 40. Lebensjahr sei eine Umschulung noch zu empfehlen. Im Grünberger Raum werden Metall- und Elektroberufe gebraucht.

Da im Grünberger Raum die "Industrie vor der Tür liege" hätten sich hier die Landwirte schon zum großen Teil mit gutem Ergebnis umgetan. Man wolle vom Arbeitsamt hauptsächlich diejenigen ungelernten Arbeiter, die aus der Landwirtschaft kommen und die schon ganzjährige oder monatsweise in der Industrie arbeiten, erfassen und sie zu Fachkräften ausbilden.

Nach dem Agrarbericht der Bundesregierung haben sich in 10 Jahren (bis 1970) 7000 Landwirte umschulen lassen, darunter waren 1200 Frauen. Ein günstiges Frauen-Umschullungsbeispiel nannte der Leiter der Arbeitsdienststelle Grünberg. Die noch ungelernten Anfänger-Näherinnen eines größeren Textilbetriebes wurden während ihrer Einweisungszeit zur Hälfte vom Betrieb zur Hälfte vom Arbeitsamt enlohnt und erhielten so von Anfang an den Facharbeiterlohn.

Am Dienstag (14. März 1972) gab es einen Informationsabend für umschulungsinteressierte Landwirte im Hotel garni in Grünberg. Der Leiter des Gießener Arbeitsamtes unterrichtete die Erschienenen über die Hilfen und Möglichkeiten eines Berufswechsels aus ihrer Sicht (des Arbeitsamtes). Das Arbeitsförderungsgesetz von 1969 biete für den Landwirt zwischen 20 und 40 große Förderungsmöglichkeiten, vorausdesetzt natürlich es liegt eine breite Grundausbildung und ein solides Grundwissen vor.

(Grünberger Heimat Zeitung)

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19. Februar 1972

Generalversammlung des MGV

Umrahmt von Chören und flotten Liedern führte der Männergesangverein Lardenbach/Klein-Eichen am vergangenen Wochenende (19. Februar 1972) im Saale Felsing seine Generalversammlung durch. Laut Geschäftsbericht des 1. Vorsitzenden Günther Zimmer hat der Verein zur Zeit 30 aktive, 58 passive und 14 Ehrenmitglieder. Mit Freude stellte der Vorsitzende fest, dass im Laufe des vergangenen Jahres 25 Neuzugänge zu verzeichnen sind. Die leider vielerorts übliche rückläufige Mitgliederzahltendenz bei den Gesangvereinen trifft für Lardenbach/Klein-Eichen glücklicherweise nicht zu.

Bei folgenden Anlässen trat der MGV in der Öffentlichkeit auf: Am 8. März zum 85. Geburtstag von Karl Völsing, am 17. April zur goldenen Hochzeit von Ernst Ruschig und am 14. November anläßlich des Volkstrauertages am Ehrenmal in Lardenbach. Der Verein nahm am Wertungssingen in Allendorf/Lumda teil. Die vorgetragenen Chöre "Wie lieblich es schallt" und "Es hatt' ein Bauer ein Töchterlein" erntete sehr gute Kritik und beim Publikum reichen Beifall.

Das Nicolai'sche Chorgruppentreffen fand am 25. September in Burkhardsfelden statt. Hierbei wurden die Chöre "Des Winzers Freudentag" und "Feierabend" gebracht. Ferner wirkten die Sänger beim Massenchor anläßlich des Gallusmarkt-Kommersabends mit. Als letzte Veranstaltung hatte der Verein zur Weihnachtsfeier eingeladen. Der zahlreiche Besuch zeigte, dass diese Feier nicht mehr aus dem Veranstaltungskalender in Lardenbach wegzudenken ist.

Die aktiven Mitglieder Willi Albrecht und Emil Mölcher II. wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Der Besuch der Singstunden ist - bis auf einige Ausnahmen - zufriedenstellend. Die eifrigsten Besucher Walter Paha und Gunter Berg wurden besonders belobigt. Im Jahre 1972 wird der Verein bei der 750-Jahr-Feier in Grünberg-City und beim Sängerfest in Großen Buseck mitwirken.

Die Teilnahme an einem Wertungssingen ist nicht vorgesehen, weil wegen Terminschierigkeiten zu keinem Singen die notwendige Sängerzahl auch nur annähernd anwesend sein kann. Äußerst flott und ohne jegliche Komplikationen ging die Wahl des Vorstandes über die Bühne: Der gesamte Vorstand wurde wieder gewählt.

(zr/Grünberger Heimat Zeitung)

 
31. Januar 1972

Bürgermeisterwahl nochmals verschieben?

Nach den bisherigen Auskünften vom Wahlausschuß lief das Verfahren zur Bürgermeisterwahl in Grünberg, die in diesem Frühjahr stattfinden sollte, normal. Bewerbungsschluß ist Ende Februar dieses Jahres (1972). Einige Einsendungen sind auch schon eingegangen, nachdem die Ausschreibung in Fachblättern veröffentlicht wurde.

Seit dem Anschluß von Lehnheim und Reinhardshain kam ein neuer Gesichtspunkt ins Gespräch, der in der letzten Woche noch manifestiert wurde: Die Parlamente der beiden Stadtteile haben nämlich einstimmig beschlossen, über den Magistrat die Stadtverordneten zu bitten, die Amtszeit von Bürgermeister Karl Anschütz um ein weiteres Jahr bis zum 31. März 1973 zu verlängern.

Entsprechende Eingaben wurden bereits bei der Stadtverwaltung gemacht. Darin weisen die beiden Stadtteile darauf hin, dass sie gerne bei der Bürgermeisterwahl mitgewirkt hätten. Dies sei aber nur dann möglich, wenn man damit bis nach der Kommunalwahl, die im Herbst stattfindet, warte.

In Lehnheim und Reinhardshain wird auch angeführt, dass das frühere Parlament der Kerngemeinde die Bürgermeisterwahl schon einmal verschoben habe, um den Anschlußgemeinden eine Mitwirkung zu ermöglichen. Schließlich handele es sich um eine Festlegung auf eine Amtszeit für sechs Jahre.

Es wird auch der Hinweis geführt, dass aufgrund der neuen hessischen Gesetzgebung alle Gemeindeparlamente, die 25 Sitze bisher umfassten, auf 37 Abgeordnete erhöht werden. Das neue Parlament ändere also zwangsläufig vollkommen sein Gesicht. Aus moralischen, nicht aus rechtlichen Gründen, solle man also eine Bürgermeisterwahl vorher nicht durchführen und die Entscheidungsfreiheit des neuen Parlamentes nicht einengen.

Gestern abend (31. Januar 1972) hat in der Kerngemeinde nun eine Besprechung aller Ortsbeiräte stattgefunden, die sich hauptsächlich mit diesem Fragenkomplex befasste. Darin kam auch zur Sprache, dass man den Bewerbern wohl vor den Kopf stoße, wenn nicht jetzt eine Entscheidung falle, da man schließlich die Wahl schon einmal verschoben habe.

Diesen Ausführungen wurde aber entgegengehalten, dass es sich diesmal nur um eine Verschiebung von wenigen Monaten handele, selbst wenn man die Anlaufzeit des neuen Parlamentes mit berücksichtige. Am Ende der Besprechung waren alle Ortsbeiräte einstimmig der Meinung, die Lehnheimer und Reinhardshainer Argumente zu unterstützen. Eine entsprechende Eingabe soll an den Magistrat zur Weiterleitung an das Parlament abgefasst werden.

Bisher galt die Auffassung, dass die Amtszeit von Bürgermeister Karl Anschütz nicht mehr verlängert werden könne, da er die Altersgrenze erreicht habe. Das neue hessische Vorschaltgesetz zur Gebietsreform der Gemeinden besagt aber, dass auch diese Bürgermeister noch im Amt bleiben können, bis die neuen Parlamente im Herbst ihre Entscheidung getroffen haben.

(Grünberger Heimat Zeitung)

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22. Januar 1972

Bilanz der Stadt Grünberg

Die Bürger der betroffenen Stadtteile werden es schon gemerkt haben: Seit dem Zusammenschluss hat sich bei ihnen einiges getan. Eine stolze Bilanz legte die Großgemeinde Grünberg vor, die am 22. Januar 1972 in der Heimat Zeitung veröffentlicht wurde. Hier die Aufrählung für Klein-Eichen und Lardenbach:

Klein-Eichen: Etwa 2,5 Kilometer Grabenräumung, Erschließung des Neubaugebietes "Am Kahlsberg", (es wurden etwa 300 Meter Kanal und Wasserleitung verlegt und damit 12 neue Bauplätzr erschlossen). Erstellung einer Friedhofshalle, die am Jahresende kurz vor der Fertigstellung war.

Lardenbach: 350 Meter Kanal verlegt, Rohrbruchreparatur grö0eren Umfanges an der Hauptleitung in Sellnrod, 200 Kubikmeter Steinbruchabraum auf Feldwegen eingebaut, 4 Kilometer Grabenreinigung, Kirchstraße mit neuer Schwarzdecke versehen, Installation von neuen Straßenlampen.

(Grünberger Heimat Zeitung)

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20. Januarr 1972

CDU Fraktion vor Ort

Die Stadtverordnetenfraktion der CDU Grünberg besuchten (im Januar 1972) die Stadtteile Lardenbach und Klein-Eichen um ein "Kommunalpolitisches Gespräch" zu führen. In seiner Einführung ging der CDU-Ortsvorsitzende S. Damaschke auf die Arbeit der Großgemeinde ein. In allen Gemeinden konnten Investitionsmaßnahmen durchgeführt werden, wie es nicht erwartet worden war. Ob das auch in Zukunft im gleichen Umfange bleiben kann, muß leider bezweifelt werden, da der Kreis die Kreisumlage beträchtlich erhöhen wird.

Die Kanal- und Wassergebühren wurden als erster Punkt in der Aussprache diskutiert. Auf eine entsprechende Frage erklärten die Abgeordneten Walter Schmidt, Wilhelm Römer und Stadtrat Erb, dass die CDU gewillt ist, sich an die Auseinandersetzungsverträge zu halten. Das gelte auch für diese Frage. Damaschke erläuterte, dass der Wasserzweckverband nicht, wie irrtümlich von der Bevölkerung angenommen wurde, sondern von den zuständigen Stellen des Kreises.

Erfreulich ist es, dass die Verkehrsverbindung zur Kerngemeinde wesentlich verbessert wurde und die Gedanken der CDU dabei Eingang gefunden haben. Doch muß die Verbindung noch weiter verbessert werden. Es wurde gefordert, dass die DB-Liniedie Stadtteile direkt anfährt.

Auf Unwillen der Bevölkerung stoßen auch die Forderungen der Post, die alten Ortsnamen in der Anschrift wegfallen zu lassen und die doppelt vorkommenden Straßennamen in den Stadtteilen zu ändern. Hier muß eine allseits befridigende Lösung gefunden werden. Es wurde empfohlen, neben der Stadtteilnummer den Ortsnamen auch in der Anschrift zu nennen, denn es ist nicht einsehbar, warum die traditionellen Namen allein durch Nummern ersetzt werden sollten.

Weitere Schwerpunkte der Aussprache bildeten die Funktional- und Landkreisreformen. Gerade im Ostgebiet des Kreises Gießen zeige sich wie unsinnig die angestrebte Landkreisreform sei. Die Regierung wolle auf der einen Seite einen Mammutkreis Gießen-Wetzlar-Dillenburg mit über 300 000 Einwohnern, im Osten dagegen den kleinen Vogelsbergkreis mit ca. 100 000 Einwohnern schaffen. Ein Ausgleich der Kreise könne so nicht erreicht werden. Es gehe der Regierungskoalition anscheinend nicht um eine sinnvolle Neugliederung, sondern vielmehr um politische Einflussbereiche.

Unterstrichen werde werde diese Vermutung, wenn man bedenke, dass man die Chance nicht nutzte, funktional zusammenhängende Räume (Alsfeld-West, Gießen-Ost) zusammenzuschließen, sondern ihre Trennung künstlich aufrechterhalte und verstärke.

(Grünberger Heimat Zeitung)

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14. Januar 1972

Hauptversammlung des SSV

Gut besucht war die Generalversammlung des Spiel- und Sportvereins am Freitagabend (14. Januar 1972) im Saale Felsing. Der im Jahre 1966 wieder gegründete eingetragene Verein hat z. Zt. annähernd 200 Mitglieder und zeigt seine Aktivität in den Sparten Fußball, Tischtennis, Gymnastik für Damen und Luftgewehrschießen.

Der 1. Vorsitzende Heinz Leßmann ging in seinem Jahresrückblick auf die schwierige Situation des Vereins ein, die mit dem Reinerlös der vollkommen unter eigener Regie durchgeführten Kirmes etwas gefestigt werden konnte. Der Profit hätte jedoch in keinem Verhältnis zum Aufwand gestanden. Sehr erfreut zeigte sich der Vorsitzende über die Tatsache, dass der Magistrat kurzfristig dem Antrag des SSV, das Fußballfeld zu planieren und neu einzusäen, stattgegeben hat.

Man will mit größtmöglichen Eigenleistungen die Kosten niedrig halten. Bereits im zeitigen Frühjahr soll damit begonnen werden, damit die Austragung des Spieles um den Wanderpokal der Stadt Grünberg, das im Juli 1973 in Lardenbach stattfindet, nicht in Gefahr gerät.

Die Schießsportabteilung hat das Übungsschießen einstellen müssen. Wettkämpfe werden grundsätzlich auswärts ausgetragen. Die Schießanlage, früher im oberen Schulsaal eingebaut und polizeilich genehmigt, mußte beim Übergang der Schulträgerschaft an den Landkreis aus dem Saal genommen werden und wurde dann im Anwesen Felsing aufgebaut. Diese Veränderung wurde aus Unwissenheit nicht der Aufsichtsbehörde gemeldet.

Da ohne Übungen keine Leistungen kommen können, ist es nicht verwunderlich, dass die Schützen in dieser Wettkampfrunde noch keinen Kampf gewinnen konnten. Bei den Wettkämpfen 1970/71 wurde der erste Platz in der Grundklasse III erobert.

Die erste Fußballmannschaft mußte zu Beginn der Runde einen heftigen Aderlaß über sich ergehen lassen. Sieben Spieler schieden aus. Nach einigen Volljährigkeitserklärungen von Jugendspielern und vielen Mannschaftsumstellungen liefen die Punktspiele jedoch besser als gedacht. Der augenblickliche Stand ist 13: 13 Punkte, Torverhältnis 20:23 auf dem achten Tabellenplatz.

Die D-Jugend auf dem Kleinfeld war wesentlich erfolgreicher. Nach anfänglichen Niederlagen konnte die Runde mit 10:6 Punkten und dem 2. Platz beendet werden.

Die Tischtennisabteilung wurde A-Klassenmeister, stieg in die Bezirksklasse auf, hat aber in dieser Runde bis jetzt nur einen Kampf gewinnen können. Abgesehen von dem wesentlich höheren Kampfniveau sind auch die sehr weit entfernten Wettkampforte, durchschnittlich 70 bis 80 Kilometer einfache Entfernung, eine nicht zu unterschätzende Belastung für den Einzelnen und für den Verein. Bei den Kreismeisterschaften errangen die SSV-Leute mit 2. und 3. Plätzen schon nenneswerte Erfolge.

Die Damengymnastikgruppe besuchte unter anderem einen Schwimmkurs im Gießener Hallenbad. Mit vollem Erfolg. Kein Wunder bei der "Hilfsbereitschaft" der Bademeister, wie man hörte. In der warmen Jahreszeit wurden die Übungen oft im Freien Durchgeführt. Die schon lange versprochenen Bodenmatten zum Schutz gegen Bodenkälte und Verletzungen seien immer noch nicht da, was sich nachteilig auf den Leistungsstand auswirken würde. Vom Vorstand wurde sofortige, schnellste Erledigung zugesichert.

Für besondere Leistungen im Verein wurden mit einem Geschenk folgende Mitglieder geehrt: Rudi Hassinger, Eddi Schmidt, Klaus Hansel, K.-E. Lind und Rudi Felsing. Nachdem die Spieler Hassinger und Schmidt bei einem Lehrgang in der Landessportschule Grünberg die Trainerlizenz erworben haben, werden die Mannschaften von ihnen trainiert.

Die Zusammensetzung des Vorstandes z. Zt.: 1. Vorsitzender Heinz Leßmann, 2. Vorsitzender Reiner Roth, Kassenverwalter Ernst Keller, Schriftführer Siegfried Böcher, Beisitzer Edwin Scharmann, Spielausschuß Reinhard Mölcher jun., Walter Bingel, Kurt Scholze, Reiner Roth, Jugendleiter Eddi Schmidt; Tischtennis Bernd Kratz, Schießsport Dieter Faust; Gymnastik Ida Psiorz.

Das Erheben des Spielergroschens oder Eintrittsgeldes bei Veranstaltungen, in der Vergangenheit von Kassenverwalter E. Keller durchgeführt, wird in Zukunft von Rainer Schmidt wahrgenommen. Schwierigkeiten gab es bei der Wahl der Beitragserheber. Junge Leute, 16 bis 18 jährige, lehnten ab und gaben an, keine Zeit zu haben. Zu guter Letzt meldete sich Rudi Hassinger freiwillig. Er will für den Eingang des Beitrages sorgen.

(zr/Grünberger Heimat Zeitung)

 
03. Januar 1972

Wohltätigkeitsveranstaltung

Der Männergesangverein Lardenbach/Klein-Eichen führte am Sonntagnachmittag (3. Januar 1972) im Saale Felsing einen unterhaltsamen Nachmittag durch. Bemerkenswert war, dass es sich um eine Wohltätigkeitsveranstaltung handelte. Alle Mitwirkenden verzichteten auf jegliches Entgelt. Auch der Veranstalter erhob nicht den üblichen Eintrittspreis. Lediglich am Schluß der Veranstaltung bat er unter Hinweis auf den Verwendungszweck um eine Geldspende.

Obwohl offiziell nicht bekannt war, wem der Erlös zugute kommen sollte, kamen ca. 1700 DM zusammen, die nach beendeter Veranstaltung einer vom Schicksal schwer heimgesuchten Lardenbacherin überreicht wurden.

Schätzungsweise 300 Besucher lauschten dem sehr vielseitigen Programm. Akkordeon-Musikstücke der Nicolai'schen Musikschüler, Gesangseinlagen seiner zwei Enkelkinder wechselten über zu den drei Damen aus Großen-Buseck mit den "Waschweibern" und "Straßenkehrern", bis hin zu der gesanglichen Umrahmung des Männergesangvereins mit den Liedern: "Stern auf den ich schaue", "Ave Maria", "Ich bin so gern daheim", "Elternhaus", "Im schönen Wiesengrunde", "Jenseits des Tales standen ihre Zelte", "Das ist des Winzers Freudentag" und "Ungarischer Tanz".

Mittelpunkt des Nachmittags war die Darbietung der Schulkinder, die unter Leitung von Frau Psiorz das Spiel im weihnachtlichen Charakter "Die Zwergenpost" aufführten. Die amerikanische Versteigerung einem mit Einlegearbeiten verzierten Schmuckkästchens, von einem Vereinsmitglied angefertigt und zu diesem Zweck gestiftet, erbrachte ca. 200 DM. Durch das Programm führte in alt bewärter und humoristischer Art der Vereinsvorsitzende Günther Zimmer.

(zr/Grünberger Heimat Zeitung)

 

 

 

 

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