02. April 1971

Erste Stadtverordnetensitzung

Noch bevor am kommenden Freitag die erste Stadtverordnetensitzung der Großgemeinde Grünberg stattfindet, hatte bereits Bürgermeister Anschütz umfangreiche Maßnahmen gestartet. So ließ er zum Beispiel 28 Kilometer Gräben in den Außengebieten räumen. Es handelt sich hierbei um die Stadtteile Weitershain, Göbelnrod, Beltershain und um die Seenbachtalgemeinden Lardenbach, Weickartshain, Stockhausen und Klein-Eichen.

Bürgermeister Anschütz teilte mit, dass mit der Bildung der Großgemeinde die Müllabfuhr nicht automatisch in allen Stadtteilen eingeführt werde, um die Bevölkerung nicht unnötig mit Gebühren zu belasten. Wenn allerdings der Müll in einzelnen Stadtteilen nicht mehr geordnet beseitigt werde oder man eine allgemeine Abfuhr wünsche, dann müssten auch dort Mülleimer ausgegeben werden. Bis jetzt sei allerdings durch die Ortsbeiratsvorsitzenden, die praktisch zur Zeit die Verbundungsstelle zwischen Bevölkerung und Verwaltung darstellen, nichts derartiges bekannt geworden.

Zur ersten Stadtverordnetenversammlung (2. April 1971) nach den kommunalen Nachwahlen hatte Bürgermeister Karl Anschütz in den Gemeindesaal der evangelischen Kirche in Grünberg geladen. Unter Leitung des Altersvorsitzenden p. Auchter wurde Siegbert Damaschke (CDU) zum Stadtverordnetenvorsteher gewählt. Zu Stadträten wurden gewählt: Heinrich Erb (Grünberg), Heinrich Schäfer (Grünberg), Richard Schäfer (Stangenrod), Helmut Felsing (Lardenbach), Wilhelm Heßler (Queckborn), August Zabel (Grünberg) und Karl Stumpf (Harbach).

Bekanntlich verfügt die SPD über 8, die CDU über 7, die FWG über 7, die FDP über 2 und die NPD über einen Sitz von den 25 insgesamt zu vergebenden Mandaten. Als FWG-Stadtverordneter ist der ehemalige Bürgermeister Klein-Eichens Erich Funk Mitglied dieses Parlamentes.

Bis zu einer gesetzlichen Regelung sollen die bisherigen Gemeindeparlamente in den Stadtteilen als Ortsbeirat bestehen nleiben und zwar mit dem jeweiligen früheren Bürgermeister als Vorsitzenden. Es wurde noch darauf hingewiesen, dass die Hauptsatzung nun auch für alle Stadtteile gelte.

(Grünberger Heimat Zeitung, Gießener Allgemeine Zeitung)

 
14. März 1971

Kommunalnachwahlen

Im Kampf um die Stimmen zu den kommunalen Nachwahlen (14. März 1971) in den sechs neuen Großgemeinden des Landkreises Gießen sind vorüber. Das schöne Sonntagswetter brachte mit über 70 Prozent eine nicht sonderlich hohe Wahlbeteiligung. Im Vergleich zur Kommunalwahl vor zwei Jahren hat die CDU ihren Aufwärtstrend stark fortgesetzt. In den Kerngemeinden Grünberg und Laubach ging die SPD weiter zurück.

Die Parteien haben vor zwei Jahren noch nicht in allen Dörfern kandidiert. Oft gab es nur überparteiliche Wählergemeinschaften. In diesen Gemeinden hatten die Wähler also erstmals Gelegenheit, auch Parteien zu wählen.

Die Grünberger VfG, die nun in die FWG aufgegangen ist, scheint von der NPD wieder einige Stimmen zurückerobert zu haben. Sie hatte vor sechs Jahren, als die FDP noch nicht kandidierte, 576 Stimmen, ging vor zwei Jahren auf 312 zurück, als die FDP 233 erreichte, und erhielt jetzt 361, mit der FDP zusammen 505 Stimmen.

In Grünberg gesamt gab es 7241 Wahlberechtigte, abgegeben haben 5055 ihre Stimme, gültig waren 4993 Stimmen. Im Gesamtergebnis erhielt die SPD 1524 Stimmen (8 Sitze), die CDU kam auf 1448 Stimmen (7 Sitze), FDP 451 Stimmen (2 Sitze), NPD 337 Stimmen (1 Sitz) und die FWG erhielt 1332 Stimmen (7 Sitze).

In Klein-Eichen schaffte die SPD nur 3 Stimmen, die CDU kam auf 11 Stimmen. Keine Stimme erhielt hier die FDP. Dagegen bekam die NPD 3 Stimmen. Und die FWG holte gar 101 Stimmen mit Erich Funk als Spitzenkandidat.

In Lardenbach verteilten sich die Stimmen auf: SPD 27, CDU 142, FDP 2, NPD 37 und FWG 26 Stimmen.

(Grünberger Heimat Zeitung)

 
11. März 1971

Aufruf zur Kommunalwahl

Durch die Eingliederung der Gemeinden Beltershain, Göbelnrod, Harbach, Klein-Eichen, Lardenbach, Lumda, Stangenrod, Stockhausen, Weickartshain und Weitershain in die Stadt Grünberg ist entsprechend den Bestimmungen des Gemeinde- und Kreiswahlgesetzes eine Nachwahl erforderlich geworden. Die Nachwahl hat nach diesem Gesetz binnen drei Monaten nach erfolgter Eingliederung zu erfolgen und ist demgemäß von der Aufsichtsbehörde auf den 14. März 1971 festgesetzt worden.

Gewählt wird die Gemeindevertretung der Gesamtgemeinde, die aufgrund dessen, dass Grünberg die Stadtrechte besitzt, die Bezeichnung Stadtverordnetenversammlung führt. Da Grünberg nun über 10 000 Einwohner hat, sind 25 Mitglieder in dieses Gremium zu wählen.

Die Stadtverordnetenversammlung beschließt über alle wichtigen Angelegenheiten der Stadt. Sie erläßt sämtliche Gemeindesatzungen, stellt den Haushaltsplan fest, beschließt über die Aufnahme von Darlehen, beschließt die Errichtung und Erweiterung von öffentlichen Einrichtungen und setzt die öffentlichen Abgaben und privatrechtlichen Entgelte fest. Dieser Auszug aus dem umfangreichen Aufgabenkatalog der Stadtverordnetenversammlung zeigt auf, welche wichtigen Entscheidungen dieses Gremium trifft.

Da von Entscheidungen der Stadtverordnetenversammlung jeder mittelbar und unmittelbar betroffen ist, sollte man sein Wahlrecht als eine Pflicht ansehen und am kommenden Sonntag zur Wahl gehen. Die Stadtverordneten werden durch die Wahlberechtigten in freier, allgemeiner, gleicher, geheimer und unmittelbarer Wahl nach den Grundsätzen der Verhältniswahl gewählt.

Verhältniswahl bedeutet, dass die Parteien und Wählergruppen entsprechend den für sie abgegebenen Stimmen nach der Höchstzahlenberechnung die auf sie entfallenden Sitze erhalten. Wahlvorschläge haben eingebracht: Die SPD, die CDU, die FDP, die Freie Wählergemeinschaft Grünberg (FWG) und die NPD. Es ist noch zu erwähnen, dass bei dieser Kommunalwahl zum erstenmal die Möglichkeit der Briefwahl gegeben ist. Das Briefwahlergebnis wird am kommenden Sonntag ab 18 Uhr durch den Wahlvorstand des Stimmbezirks IV in der Turnhalle der Theo-Koch-Schule festgestellt.

(Grünberger Heimat Zeitung)

 
11. März 1971

Parteien beim Frühschoppen

Zu einem Frühschoppen hatte die CDU die Spitzenkandidaten aller am Wahlkampf beteiligten Parteien und Gruppen (im März 1971) in die "Villa Emilia" in Grünberg eingeladen. Unter Leitung von Josef Mack stellten sich der ehemalige Bürgermeister von Queckborn, Wilhelm Heßler (SPD), Siegbert Damaschke (CDU), Peter König (FDP), der ehemalige Bürgermeister von Klein-Eichen, Erich Funk (FWG) und Friedel Hedrich (NPD) der Diskussion.

Bürgermeister Heßler sprach davon, dass man der neuen Großgemeinde Schwerpunkte, nach Dringlichkeit und Finanzlage geprüft, setzen müsse. Damaschke sagte, in allen Stadtteilen müßten gleiche Lebensbedingungen geschaffen werden. König trat für eine systematische und konsequente Verwirklichung der Bundesraumordnung ein.

Funk erklärte, die FWG werde für eine wirtschaftliche und sparsame Verwaltung Sorge tragen. Die FWG sei - im Gegensatz zu den Parteien - nicht an Weisungen von oben gebunden, sondern erhalte ihre Anregungen direkt vom Bürger. Die NPD, meinte Hedrich, trete dafür ein, dass die Ortsbeiräte möglichst die Funktion der bisherigen Gemeindeparlamente beibehalten sollten.

Die Diskussion, die eigentlich einer Versachlichung des Wahlkampfes dienen sollte, glitt oft ins Polemische ab. Gegen Ende der Veranstaltung wandte sich Hoffmann (SPD) gegen jegliche Diffamierung. Man müsse die Anschauungen anderer respektieren, um zu einer sachlichen Zusammenarbeit zu kommen.

(Grünberger Heimat Zeitung)

Fotos

 
10. März 1971

Wahlkampferöffnung der FWG

Der Wahlkampf für die Kommunalwahl läuft auf vollen Touren. Die freie Wählergemeinschaft erfreut sich bei ihren Diskussionsabenden einer starken Besucherzahl und einer regen Beteiligung im Frage- und Antwortablauf. So war es auch in Beltershain und Göbelnrod (in der ersten März-Woche 1971), wo etwa 50 Teilnehmer die Schwerpunkte des Programms der FWG erfuhren. Die Fragen der Bürger richten sich immer klarer auf die Entwicklung der neuen Großgemeinde und zeigen sehr deutlich die Sorgen der Anschlußgemeinden, in wie weit die neue Grünberger Kommunalpolitik tatsächlich die Gleichberechtigung aller Stadtteile gewährleisten kann.

FWG-Vorstandsmitglied Otto Graulich stellte die Spitzenkandidaten Ewald Ufer (Beltershain), Erich Funk (Klein-Eichen), Ulrich Hanisch (Grünberg) sowie den Vorsitzenden der FWG Paul Schulz (Lumda) vor. Funk erläuterte die von der FWG gestellten Aufgaben: Erreichen eines hohen Prozentsatzes der Stimmen, die bürgernahe Verwaltung muß erhalten und verbessert werden, für alle Stadtteile müssen gleichwertige Lebensbindungen geschaffen werden, die Verwaltung muss wirtschaftlich und sparsam geführt werden, freie und parteiunabhängige Entscheidungen im Parlament, mehr Demokratie, es dürfen keine unrealisierbaren Versprechungen gemacht werden, Verbesserung der wirtschaftlichen Struktur, mehr Meinungsfreiheit für alle.

Der ehemalige Klein-Eichener Bürgermeister bekräftigte weiter, dass man auch parteipolitischen "Kontakt nach oben" für die Gemeinde Entwicklungs- und Aufbauleistungen erbringen kann. Alle Stadtteile können in der Vergangenheit auf Neubaugebiete, Straßenausbau, gelöste Versorgungsaufgaben, Sportstättenbau usw. zurückblicken. Obwohl wenigstens 10 der neuen Grünberger Gemeinden einen parteipolitischen unabhängigen Bürgermeister als Gemeindevorstand hatten.

In der Gaststätte Bingel in Klein-Eichen hatte die Freie Wählergemeinschaft einige Tage später ebenfalls zu einer Wahlversammlung eingeladen. Außer dem Vorsitzenden der FWG, Paul Schulz, waren auch die Kandidaten Erich Funk (Klein-Eichen), Richard Schäfer (Stangenrod), Ulrich Hanisch (Grünberg), Zabel (Grünberg) und Hans Zimmer (Lardenbach) erschienen.

Unter anderem antwortete Erich Funk auf die Behauptung eines Parteivorsitzenden im Raum Grünberg, die FWG wäre ohne parteilichen Rückhalt in Informationen von "oben" nicht in der Lage, ein arbeitsfähiges Parlament zu stellen, mit den Worten: "Unser Rückhalt sind die Bürger, und unsere Anregungen erhalten wir auch von ihnen!"

(Grünberger Heimat Zeitung/Gießener Allgemeine Zeitung)

 
09. März 1971

Geburtstag Post-Karl

Am 9. März 1971 feierte der ehemalige Landwirt, Gastwirt und Posthalter Karl Völzing, Bahnhofstraße in Lardenbach, seinen 85. Geburtstag. Der Jubilar versah 37 Jahre lang, von 1918 bis 1955, die Posthalterdienstgeschäfte. Er ist seit mehreren Jahren verwitwet und verbringt den Lebensabend unter der Obhut einer Haushälterin. Der Amtsvorsteher des Postamtes Grünberg, Albert Zeiler, überbrachte dem Jubilar die Glückwünsche der Deutschen Bundespost. Im Namen der Mitarbeiter gratulierte der Personalratsvorsitzende Hans Zimmer.

(Grünberger Heimat Zeitung)

Fotos

 
27. Februar 1971

Wahlkampf in den Stadtteilen

Die SPD-Kandidaten der Großgemeinde Grünberg unter Führung von Kreistagsabgeordnetem Gerhard Becker besuchten (anlässlich der Kommunalwahl) am Wochenende (27. Februar 1971) die neu eingegliederten Stadtteile Weickartshain, Lardenbach, Klein-Eichen und Stockhausen, um mit den Ortsbeiräten die in den Grenzänderungsverträgen aufgeführten Probleme der einzelnen Stadtteile zu besprechen.

Nach Begehen der einzelnen Gemarkungen wurden als Prioritäten besonders herausgestellt: In Weickartshain Ausbau der Straßen im Neubaugebiet und Renovierung des Feuerlöschteiches. In Lardenbach Anbringen von Straßenlampen von Lardenbach zum Ortsteil Seenbrücke. In Klein-Eichen Erstellung einer Leichenhalle und Ausbau der Straßen. In Stockhausen Umbau und Renovierung des Dorfgemeinschaftshauses.

Am Abend fand auf der Seenbrücke eine Wählerversammlung statt. Der Kandidat Helmut Glapa aus dem Stadtteil Weickartshain eröffnete die Versammlung und stellte den Referenten des Abends, den Kreistagsabgeordneten Gerhard Becker, vor. In seinen Ausführungen hob Becker besonders die Bedeutung des Mittelzentrums Grünberg im östlichen Teil des zu erwartenden Großkreises Gießen-Wetzlar hervor.

Durch Industrieansiedlung und den Ausbau von Sport- und Freizeitstätten wolle man der Bevölkerung die gleiche Chance geben wie in den Ballungszentren. Außerdem sei das Gebiet Seenbachtal als grüne Lunge und Erholungsgebiet noch ausbaufähig. In Erwägung wurde auch ein zentraler Kindergarten auf der Seenbrücke gezogen. Auch will man sich mehr um die Jugend- und Altenpflege kümmern. Becker betonte besonders, dass sich die Kandidaten für alle Stadtteile verantwortlich fühlten. Anschließend stellte er der Versammlung noch einmal die aussichtsreichsten Männer der SPD-Fraktion vor.

(Grünberger Heimat Zeitung)

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26. Februar 1971

Letzte Sitzung des Parlaments

Am Freitagabend (26. Februar 1971) fand wohl die letzte Stadtverordnetenversammlung der Kerngemeinde Grünberg im Sitzungssaal des Rathauses statt, da die Legislaturperiode am 13. März zu Ende geht. Hierzu wurden auch die ehemaligen Bürgermeister und Beigeordneten der Stadtteile eingeladen. Bürgermeister Anschütz sprach von einem sehr aktiven Parlament, das trotz seiner nur etwas mehr als zweijährigen Wirkungszeit viel geleistet habe.

Unter weiteren Tagesordnungspunkten genehmigten die Stadtverordneten einstimmig den vorgeschlagenen Stellenplan für 1971, der durch die wachsenden Aufgaben der Großgemeinde um fünf Angestellte erweitert wurde. Vorläufig nehmen aber nur drei Angestellte ihre Arbeit auf. Es handelt sich um die ehemaligen Bürgermeister Wagner (Beltershain), Schlosser (Weitershain) und Bräuning (Stockhausen), die reiche Erfahrung auf kommunalem Gebiet mitbringen.

Gestützt auf die Empfehlungen der Ortsbeiräte, genehmigte man folgende Grundstücksan- und -verkäufe: In Klein-Eichen erhält Frau Elli Zimmer etwa 1100 qm und Ottmar Behrendt (Weickartshain) etwa 1300 qm zum Preis von 2,- DM. Aus fotmaljuristischen Gründen wurde der Verkauf eines Grundstückes in Lardenbach an Arno Böcher gebilligt, obwohl der frühere Gemeinderat diese Angelegenheit schon einmal vollzogen hatte.

Ein Problem brachte die Gemeindezusammenlegung für Stangenrod. Da dort kein Gemeinderat mehr besteht, mussten die Grünberger Stadtverordneten dem dortigen Gemeindevorstand, der praktisch auch nicht mehr existiert, Entlastung für die Jahresrechnung 1969 erteilen. Im Neubaugebiet Beltershain werden sechs Grundstücke von insgesamt 5300 qm zum Preis von 4,- DM angekauft.

(Grünberger Heimat Zeitung)

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25. Februar 1971

Sparda fusioniert mit Voba

Die Spar- und Darlehnskasse in Lardenbach (im Volksmund einfach: "Genossenschaft"), die zur Zeit 143 eingetragene Mitglieder zählt, führte am Donnerstag (25. Februar 1971) ihre Generalversammlung durch. Die vom Oberprüfer des Raiffeisenverbandes Engel vorgetragene Jahresbilanz weist einen Reinverlust von 1945 DM auf. Der Rückgang des Getreideverkaufs und die erhöhten Zinsaufwendungen für langfristige Spareinlagen wurden als besondere Gründe für diese Entwicklung genannt. Die Versammlung beschloss einstimmig, den Jahresdefizit mit Betriebsmittelrücklagen auszugleichen.

Zum wesentlichsten Punkt der Tagesordnung, Verschmelzung der Spar- und Darlehnskasse mit der Volksbank Gießen, hielt Direktor Schulz von der Volksbank Gießen ein ausführliches Referat. Er führte u. a. aus, dass durch die anhaltende wirtschaftliche Revolution während der letzten Jahrzehnte einer kleinen Genossenschaft für die Zukunft nur noch geringste Lebenschancen bevorstehen würden.

Eindringlich warnte er die Genossen vor einer Weiterführung der Sparda unter den gleichen Voraussetzungen wie in der Vergangenheit und empfahl der Versammlung, dem vom Vorstand bereits unterzeichneten Verschmelzungsvertrag mit der Volksbank Gießen zuzustimmen.

Nach einigen Anfragen aus der Versammlung, wobei es sich unter anderem herausstellte, dass der jetzige Geschäftsführer seit Jahren keinen Urlaub bekommen konnte und seine zu leistende Arbeitszeit in keinem Verhältnis zu seiner Vergütung steht, wurde mit 87 zu 7 Stimmen und 8 Enthaltungen der Verschmelzung zugestimmt.

Der zukünftige reibungslose Ablauf der Geld- und Warengeschäfte dürfte sichergestellt sein, da Geschäftsführer Lind ohne zeitliche Veränderungen der Verkaufs- und Kassenstunden weiterhin auf seinem Posten verbleibt. Als Beiräte wurden Richard Fitzthum (Lardenbach), Albert Müller (Klein-Eichen), Rudolf Hofmann (Freienseen) und Adolf Müller (Ilsdorf) gewählt, als Abgesandte für die Vertreterversammlung gewählt wurden: Richard Fitzthum, Robert Metzger, Karl Ruppel, Edwin Scharmann, Erich Berg (alle Lardenbach), Rudolf Hofmann, Hugo Immelt, Otto Zimmer, Willi Klös (alle Freienseen), Albert Müller, Ernst Lein, Erwin Volp (alle Klein-Eichen), Adolf Müller und Peter Böhm (Ilsdorf).

(Grünberger Heimat Zeitung)

 
12. Februar 1971

Reitverein hielt Rückblick

Der Reitverein Grünberg und Umgebung hatte sich zu seiner Hauptversammlung in der "Villa Emilia" eingefunden. Der 1. Vorsitzende des Vereins Karl Weiss konnte auch Bürgermeister Karl Anschütz begrüßen. Einen Überblick über das vergangene Jahr gab der 2. Vorsitzende. Er berichtete von der Anschaffung eines Voltigierpferdes und dem großen Interesse, dass die Voltigierabteilung gefunden habe, so dass in vier Gruppen unterrichtet werden müsse. Reitlehrer Albert Müller (Klein-Eichen) habe sich sehr für diese Abteilung eingesetzt.

(Gießener Allgemeine Zeitung)

 
04. Februar 1971

Spitzenkandidat der FWG Erich Funk

Die Mitglieder der Freien Wählergemeinschaft trafen sich am Donnerstag aus den einzelnen Stadtteilen in der Sport- und Kulturhalle in Grünberg. Zur Wahl standen 24 Kandidaten auf einer Liste. Nach der Vorstellung jedes einzelnen hatte jedes Mitglied in geheimer Wahl für sich die Rangfolge auf dem Stimmzettel festzulegen. Daraus wurde dann die Gesamt-Rangfolgenliste errechnet.

Die Rangliste der Freien Wählergemeinschaft, die aus den einzelnen Orten je zwei Kandidaten enthält und aus Grünberg selbst vier, sah als Spitzenkandidat Erich Funk aus Klein-Eichen. Aus Lardenbach kamen Edwin Scharmann und Hans Zimmer auf die Liste. Und als zweiter Klein-Eichener erreichte Helmut Zimmer einen Listenplatz.

(Grünberger Heimat Zeitung)

 
04. Februar 1971

Gratulationen zum Geburtstag

Am Wochenende gratulierte Grünbergs Bürgermeister Karl Anschütz im Anschluß an die Stadtverordnetensitzung (nach 0 Uhr am 30. Januar 1971) seinem Kollegen Erich Funk aus Klein-Eichen zu dessen 51. Geburtstag (Bild oben). Am Donnerstag (4. Februar 1971) war es im Rathaus umgekehrt (Bild unten). Erich Funk machte sich zum Sprecher der Kollegen der Großgemeinde: "Wir wünschen noch lange Gesundheit und sind der Stadtverordnetenversammlung dankbar, dass sie Ihre Amtszeit verlängert hat. Die Großgemeinde steht zwar, aber der Teufel steckt im Detail. Da ist ein Mann gut, der sich in den Dingen auskennt". Zahlreiche Gratulanten kamen im Grünberger Rathaus zusammen um Bürgermeister Anschütz zum 65. Geburtstag ihre Glückwünsche zu überbringen.

(Grünberger Heimat Zeitung)

Fotos

 
03. Februar 1971

CDU-Mitgliederversammlung

In einer gut besuchten Mitgliederversammlung wurden die Kandidaten für die CDU-Liste durch geheime Abstimmung gewählt. Mit dabei u. a. auf Platz 7 Helmut Felsing aus Lardenbach und auf Platz 13 Günther Zimmer aus Klein-Eichen.

(Grünberger Heimat Zeitung)

 
03. Februar 1971

Straßenverkehrsschulung

Ein polizeilicher Verkehrsordnungs-Schulungsabend für Lardenbach und Klein-Eichen findet am 3. Februar statt.

(Grünberger Heimat Zeitung)

 
28. Januar 1971

Stadtverordnete Grünberg

Stadtverordnetenvorsteher Hanisch hatte erstmals die Stadtverordneten außerhalb des Rathauses zu einer Sitzung eingeladen, da gleichzeitig die Bürgermeister und ersten Beigeordneten der einzelnen Stadtteile mit zugegen sein sollten. Der Sitzungssaal hätte jedoch den erweiterten Kreis nicht aufgenommen. So begrüßte Hanisch am Freitagabend (28. Januar 1971) im Gemeindesaal der evangelischen Kirche bereits eine "große Stadtverordnetensitzung". Er teilte gleichzeitig mit, dass die künftige Stadtverordnetenversammlung 25 Sitze umfassen wird, nachdem das Innenministerium in Wiesbaden telefonisch vorab mitgeteilt hat, dass für die Kommunalwahl im März im Grünberger Bezirk die Einwohnerzahlen von 1970 zugrundegelegt werden.

Dies bedeutet, dass Grünberg damit die Grenze von 10.000 Einwohner um einige Hundert überspringt. Nach den Zahlen von 1969 hätten etwa 50 Einwohner bis zur 10.000er Marke gefehlt. Gemeinden unter 10.000 Einwohner haben nur 19 Stadtverordnete. Die Entscheidung des Innenministeriums wird allgemein begrüßt, da mit einer erweiterten Zahl eine bessere Möglichkeit der Vertretung der einzelnen Stadtteile gegeben ist.

Kurioserweise beschlossen die Stadtverordneten in der Sitzung über einen Punkt, der einen Stadtteil betraf und die dortigen Gemeindevertreter durch die Angliederung nicht mehr abstimmen durften, weil durch den Anschluß sie praktisch nicht mehr im Amt waren, aber die Stadtverordneten Grünbergs, die noch nicht von dem Großraum Grünberg gewählt worden sind, aber praktisch für ihn schon bestimmen sollten.

Es handelte sich um einen Grundstücksverkauf in Klein-Eichen der 3.010 qm umfaßte. Ein Laubacher Bürger war der Erwerber. Der Quadratmeterpreis wurde auf 2,- DM festgesetzt. Der Verkauf wurde im Einvernehmen mit der bisherigen Gemeindevertretung und dem dortigen Bürgermeister Funk getätigt. Dabei kam auch zur Sprache, dass vorerst die in den einzelnen Stadtteilen von den bisherigen Gemeindevertretungen gebilligten Grundstückspreise auch weiterhin bei An- und Verkäufen als Richtschnur dienen sollen.

Wie Grünbergs Bürgermeister Anschütz in der Stadtverordnetensitzung mitteilte, sind in Wiesbaden Bestrebungen im Gange, die Ortsbeiräte der einzelnen Stadtteile mit mehr Befugnisse auszustatten, als dies bisher beabsichtigt war. Vor allem strebe man auch an, die Ortsbeiräte von den einzelnen Stadtteilen selbst wählen zu lassen und nicht von der Stadtverordnetenversammlung.

Anschütz begrüßte die Entwicklung, da dadurch die Möglichkeit sich abzeichne, mehr Aufgaben in den Gemeinden zu belassen und dadurch die Verwaltung kleiner zu halten. Außerdem erziele man dadurch die immer wieder von ihm angestrebte bessere Bürgernähe.

Ende Dezember 1970 hatte das Parlament bereits einstimmig durch Handaufheben darüber befunden, dass entsprechend einem häufigen in den Ortsteilen erhobenen Wunsch die Amtszeit des Bürgermeisters Anschütz verlängert wird. Man entschied nun inder Sitzung in geheimer Abstimmung, dass die Amtszeit des Bürgermeisters bis 31. Juli 1972 verlängert wird. Die Verlängerung der Amtszeit des Bürgermeisters war notwenig geworden, da er am 28. Februar die Altersgrenze erreicht.

(Grünberger Heimat Zeitung)

Fotos

 
19. Januar 1971

Freie Wählergemeinschaft

In einer gut besuchten Versammlung in der "Villa Emilia" wurde am Dienstagabend (19. Januar 1971) eine neue "Freie Wählergemeinschaft" gegründet. Sie will für die Kommunalwahl am 14. März eine Wahlliste mit Kandidaten aus allen Stadtteilen der neuen Großgemeinde Grünberg aufstellen. Die Grünberger Vereinigung für Gemeindebelange ist in der neuen Gruppe aufgegangen. Zum 1. Vorsitzenden wurde Paul Schulz (Lumda) gewählt. 2. Vorsitzender wurde Erich Funk, der bisherige Bürgermeister von Klein-Eichen. Zu der Gründungsversammlung hatten sich weit über 100 Interessierte aus allen Stadtteilen eingefunden. Von ihnen traten an diesem Abend 70 der neuen Freien Wählergemeinschaft bei.

Dem Vorstand gehören Vertreter aus allen Stadtteilen an. Neben den beiden Vorsitzenden Schulz und Funk gehört u. a. auch Reinhold Pleik aus Lardenbach dazu. Außer den zwölf Beisitzern gehören zum Vorstand ein Schriftführer, der Rechner und ein Pressewart.

In der gleichen Versammlung wurden auch bereits die ersten Kandidaten für die Wahllisten vorgeschlagen. Es wurden u. a. nominiert für Klein-Eichen Erich Funk (Kaufmännischer Angestellter) und Helmut Zimmer (Gießerei-Meister), für Lardenbach Hans Zimmer (Postobersekretär) und Edwin Scharmann (Landwirt) und für Stockhausen Helmut Siedler (Bundesbahn-Bediensteter) und Rudolf Ingarban (Landwirtschaftsmeister).

(gs/Gießener Allgemeine Zeitung/Grünberger Heimatzeitung)

Fotos

 
17. Januar 1971

Briefträger-Geburtstag

Am 17. Januar 1971 feiert Wilhelm Kauß, Seenbrücke, seinen 84. Geburtstag. Der ehemalige Landwirt, Bergmann und lange Jahre als Briefträger in Lardenbach und Klein-Eichen tätige Jubilar verbringt bei körperlicher und geistiger Gesundheit seinen Lebensabend in der Familie seines Sohnes..

(Grünberger Heimat Zeitung)

Fotos

 
15. Januar 1971

VdK-Ortsverein Mücke

Die Jahreshauptversammlung des VdK-Ortsverbandes Mücke fand im Saale der Gastwirtschaft Becker in Flensungen statt und war sehr gut besucht. Mit sehr viel Beifall wurden die herrlichen Farbdias und der Farbfilm aufgenommen, den Ernst Felsing aus Klein-Eichen zum Schluß der Versammlung vorführte.

(s/Gießener Allgemeine Zeitung)

 
15. Januar 1971

"Freie Wählergemeinschaften"

Einstimmig für die Bildung einer Gemeinschaftsliste zur Kommunalwahl am 14. März sprachen sich die Teilnehmer einer Mitgliederversammlung aller "Freien Wählergemeinschaften" der neuen Großgemeinde Grünberg aus. Eingeladen zu dieser Veranstaltung in der "Villa Emilia" hatte die Vereinigung für Gemeindebelange (VfG) Grünberg. Erschienen waren insgesamt 45 Vertreter aus Queckborn, Klein-Eichen, Lardenbach, Stockhausen, Göbelnrod, Stangenrod, Lumda, Weitershain, Harbach und Grünberg.

Der erste Vorsitzende der VfG sagte, wenn die freien Wählergemeinschaften der einzelnen Stadtteile eigene Listen aufstellen würden, hätten sie keinerlei Aussicht auf Erfolg. Deshalb müsse für die Großgemeinde Grünberg eine große Freie Wählergemeinschaft gegründet werden mit dem Ziel, eine Gemeinschaftsliste aufzustellen. Es werde dann allerdings keine stadtteilbezogene Komminalpolitik mehr betrieben, sondern man müsse das gemeinsame Ziel vor Augen sehen. Nach dem Wahlkampf gelte es, mit allen im Parlament vertretenen Gruppen und Parteien zum Wohle der Großgemeinde zusammenzuarbeiten.

(gs/Gießener Allgemeine Zeitung)

 
03. Januar 1971

Grünberger Voltigiergruppe

Um zu zeigen, was man schon gelernt hat und um sich anzusehen, wo es noch fehlt, trafen sich die Kinder der Voltigiergruppe des Reitvereins Grünberg, deren Eltern und sonstige Pferdesportinteressierte am Sonntagmorgen in der Reithalle des 1. Vorsitzenden Karl Weiß (Lindenstruth).

Seit Gründung der Gruppe im September 1970 fanden allwöchentlich vier Trainingsstunden statt. Der Voltigierlehrer Albert Müller (Klein-Eichen) wird wohl anfangs keinen leichten Stand gehabt haben, mußte er doch das Gewimmel der 50 biss 55 10- bis 17jährigen zunächst einmal "ventilieren", um die verschiedenen Begabungsvarianten herauszufinden. Denn das Ziel heißt letztlich: Zusammenstellung einer turnierreifen Gruppe, die nicht mehr als 9 Kinder bis zum vollendeten 14. Lebensjahr umfassen darf.

Wenn auch den Grünberger Kindern noch so manches an Perfektion fehlt, so sind doch die Anfänge ermutigend und gerade bei den jüngsten Jahrgängen zeigen sich schon jetzt die kommenden Stars.

(Grünberger Heimat Zeitung)

 
02. Januar 1971

Neujahrskonzert in Grünberg

Zu seinem traditionellen Neujahrskonzert hatte der Musikverein 1842 in die Turnhalle der Theo-Koch-Schule geladen. Der 1. Vorsitzende des Vereins sprach den Zuhörern seine Neujahrswünsche aus. Dirigiert wurde der rund 25 Mann starke Verein von Musiklehrer Helmut Buß.

Eröffnet wurde das Konzert mit einer Ouvertüre. Es folgten slawische Tänze und Lieder. Für Unterhaltung während der Pause sorgte Otto Biedenkopf (Klein-Eichen) mit Mundart-Schwänken.

Der zweite Teil des Abends begann mit einem Marsch. Und weiter ging es mit Schlagermelodien. Die gut einstudierten und vorgetragenen Stücke wurden mit reichlichem Beifall belohnt. Bedauerlich war nur, dass zu diesem sonst so gut besuchten Konzert in diesem Jahr nur rund 200 Zuhöhrer kamen. Und im Vortragssaal war es zu kühl, so daß sich das Publikum in seine Mäntel hüllen musste.

(Grünberger Heimat Zeitung)

 

 

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