29. Oktober 1963

Abwasserverband Seenbachtal gegründet

Nach einigen vorausgegangenen Besprechungen versammelten sich am Dienstagnachmittag (29.10.1963) die Gemeindevertretungen von Weickartshain, Lardenbach, Klein-Eichen und Stockhausen auf Veranlassung von Landrat Dr. Maraun zur Gründung des Abwasserverbandes Seenbachtal im Dorfgemeinschaftshaus Stockhausen. (Nicht zu verwechseln mit dem später gegründeten Abwasserverband Ohm/Seenbachtal).

Oberinspektor Stühler vom Landratsamt eröffnete die Versammlung, während Landrat Dr. Maraun mit der Gemeindevertretung von Stockhausen noch die übliche Ortsbesichtigung vornahm. Oberinspektor Stühler erläuterte kurz den Satzungsentwurf in Bezug auf die Vorstandswahl und das Stimmzahlverhältnis. Kostenanteile und Stimmzahlverhältnis bei Abstimmungen werden nach Einwohnerzahl und Einwohnergleichwerten der ansässigen Industrie usw. berechnet. Weickartshain hat 40, Lardenbach 30, Stockhausen 17 und Klein-Eichen 13 Stimmen.

Über Sinn und Zweck der Gründung sprach Baurat Holländer vom Wasserwirtschaftsamt Friedberg. Die Kläranlage soll zwischen der B 276 und dem alten Schlammteich hinter Stockhausen in Form eines Oxydationsgrabens gebaut werden. Die Kosten für die Zubringerkanäle ab Regenüberfällen der beteiligten vier Gemeinden belaufen sich auf 413.000 DM, die Kläranlage selbst fordert 270.000 DM. 189.000 DM haben die vier Gemeinden für interne Anlagen aufzubringen.

Landrat Dr. Maraun entschuldigte sich später, weil er die Stockhäuser Gemeindevertretung entführt hatte und erklärte, dass er endlich einmal mit den Ortsbesichtigungen fertig werden wolle. Klein-Eichen, dessen Besichtigung auf Wunsch des Bürgermeisters bis zur Fertigstellung des Ortsstraßenausbaues zurückgestellt wurde, brauche keine Angst zu haben, als kleine Randgemeinde an die 85. Stelle zu kommen, denn dort sei Grünberg eingetragen. Sein besonderes Lob galt den vier Verbandsgemeinden, weil sie trotz ihrer Finanzschwäche die Kanalisation restlos und die Straßen zum größten Teil ausgebaut hätten. Als Krönung käme nun der Bau einer Kläranlage hinzu. Ganz besonders dankte er Bürgermeister Jochim (Stockhausen) für seinen uneigennützigen Einsatz für die finanzschwachen Gemeinden im Kreisausschuss und Kreistag.

Bei der Vorstandswahl wurden: Verbandsvorsteher: Bürgermeister Jochim, Beisitzer die Bürgermeister Theiß (Weickartshain), Mölcher (Lardenbach) und Funk (Klein-Eichen), stellvertretender Vorsteher Bürgermeister Theiß, Beisitzerstellvertreter die 1. Beigeordneten von Weickartshain, Lardenbach und Klein-Eichen. Der Verbandsrechner wird in einer späteren Sitzung bestimmt.

Landrat Dr. Maraun verpflichtet den Verbandsvorsteher und seine Stellvertreter zu treuer und gewissenhafter Amtsführung. Er freue sich, sagte er, dass vier kleine Nachbargemeinden am Rande des Kreises solche Pionierarbeit leisten, und sagte ihnen die Hilfe des Kreises zu,

Bürgermeister Jochim dankte, auch im Namen seiner Berufskameraden, für das ihnen entgegengebrachte Vertrauen und bat alle Gemeindevertreter, bei den bevorstehenden Verhandlungen mit Privatpersonen wegen Geländeentschädigungen usw. beratend und aufklärend mitzuwirken. Als Verbandsvorsteher verpflichtete er die Beisitzer Bürgermeister Mölcher und Funk. Humorvoll versicherte er dem Landrat, dass er mit 100% Baukostenzuschuss zufrieden wäre. Die Unterhaltung der Anlage wollten sich die vier Gemeinden schon teilen.

Zum Abschluss der Verbandsversammlung appellierte Dipl.-Ing. Kolmer nochmals an die Verbandsmitglieder, dafür zu sorgen, dass in die Kanalisation keine Jauche eingeleitet wird, weil dadurch die Funktionsfähigkeit der Kläranlage in Frage gestellt werde.

(r, HZ)

P.S.: Mit dem Bau einer Kläranlage bei Stockhausen ist es nichts geworden. Und der Abwasserverband Seenbachtal ist dann in dem 1983 gegründeten Abwasserverband Ohm/Seenbach aufgegangen.

 
11. Juli 1963

Erster Entwurf für die Mittelpunktschule

Unter dem Vorsitz von Revierförster Rühl (Reinhardshain) genehmigte am Donnerstagabend (11.07.1963) die Verbandsversammlung des 16 Gemeinden umfassenden Zweckverbandes "Mittelpunktschule Grünberg" im Sitzungssaal des Rathauses einstimmig den vom Architekturbüro Wolf (Himbach) vorgelegten ersten Entwurf für die weiträumige Schulanlage. Diese Anlage kann 1200 Schüler aufnehmen, wird etwa 30.000 cbm umbauten Raum enthalten und einschließlich Nebenkosten 5,5 Millionen DM erfordern.

Mit dem Bau soll 1964 begonnen werden. Am Eingang zum Stadtwald werden für die Schulanlage 3,7 ha aus dem Waldverband ausgeschieden, dafür aber in der "Taufe" vom Südhang des Tannenkopfs bis hinunter zum Fischteich 4,5 ha Feldmark zum Waldverband geschlagen und aufgeforstet.

Architekt Werner Wolf begrüßte eingangs die zahlreiche Beteiligung, Aufgeschlossenheit und Solidarität der Gemeindevertreter des Grünberger Bezirks. Die Stimmung unterscheide sich angenehm von der in anderen Bezirken. Nebenbei erwähnte er, dass die Mittelpunktschule Grünberg - abgesehen von der Sportschule auf dem Tannenkopf - die 50. Schule sei, mit deren Errichtung das Architekturbüro Wolf betraut wurde.

Architekt Kühle erläuterte anhand der Lagepläne und der ersten Ansichtsskizze das Bauprogramm und beantwortete Anfragen. In der Aussprache wurde klargestellt, dass außerhalb des Programmes für den ersten Bauabschnitt Gelände für eine Halle mit Lehrschwimmbecken vorgesehen werden soll.

Die Versammlung verlief zügig und harmonisch. Auf Antrag von Stadtrat Albach (Grünberg) und Bürgermeister Kern (Göbelnrod) wurde als Nachfolger des bisherigen Stadtrechners Kreuder (Grünberg) Stadtrechner Heinrich Sachs mit Wirkung seines Amtsantritts in Grünberg zum Rechner des Zweckverbandes gewählt.

Erläuterungen zum Entwurf: Das Hauptgebäude wird dreistöckig, die beiden Seitenflügel zweistöckig. Der Klassentrakt nimmt 20 Normalklassen (je 60 qm) auf, dazu kommen sieben Großklassen (je 75 qm) und zwei Naturkunderäume, eine Küche, einen Nähraum, zwei Werkräume, zwei Kursräume, eine Mehrzweckklasse. Zwischen den beiden Seitenflügeln liegt der Gemeinschaftsraum mit Innenhof. Eine Pausenhalle verbindet die Seitenflügel.

Sofern sich nicht noch Änderungen im Laufe der weiteren Planungsarbeit ergeben, werden 16 Normal- und Großklassen in den Seitenflügeln, die restlichen Räume im Hauptgebäude untergebracht. Je zwei Klassen erhalten ein eigenes Treppenhaus. Weiterhin sind vorgesehen eine Turnhalle und dahinter eine Gymnastikhalle. Diese ist umschlossen von Umkleide- und Duschräumen. Die Hausmeisterwohnung soll rechts der Hallen gebaut werden.

Das extra Verwaltungsgebäude beinhaltet je ein Rektor-, Lehrer- und Geschäftszimmer sowie ein Lehrerseminar mit Lehrbücherei. Hinter diesem Gebäude liegt der Pausenhof und die Gebäude für die Sonderschule.

(HZ)

Fotos

 
05. Mai 1963

Feuerwehrfest in Lardenbach

Sogar der Himmel hatte ein Einsehen und hielt den Befehl "Wasser marsch" zurück, als die Lardenbacher Feuerwehr am Samstag und Sonntag (4. und 5. Mai 1963) ihren großen Gerätehauseinweihungstag feierte.
Aber empfindlich kalt wars beim Kommers am Samstagabend im Festzelt. Ortsbrandmeister Helmut Felsing begrüßte die Erschienen herzlich. Besonders erwähnte er die Ehrengäste der befreundeten Wehr aus Lehenrotte (Niederösterreich) und den Unterkreisführer Kopp (Laubach).
Der Gesangverein Lardenbach/Klein-Eichen unter Dirigent Ernst Nicolai, der Spielmannszug Allendorf (Lda.) und die Feuerwehrkapelle Grünberg umrahmten das Programm musikalisch.
Landrat Dr. Maraun traf gegen 22 Uhr ein und brachte die Grüße des Ministerpräsidenten und des Regierungspräsidenten mit.

Beim Weckruf am Sonntagmorgen lachte eine freundliche Frühlingssonne über den festlich mit Tannengrün und bunten Fähnchen geschmückten Häusern und über den extra blank gefegten Straßen. Nach dem Festgottesdienst starteten die Wehren von Lardenbach, Grünberg und Freienseen zur Schauübung.
Um 13 Uhr konnte Bürgermeister Mölcher vom Fenster seines neuen Amtssitzes im Obergeschoß des neuen Gerätehauses neben 23 Wehren auch Landrat Dr. Maraun und den Kreisbrandinspektor Hahn begrüßen. Sein Dank galt vor allem dem sehr rührigen Ortsbrandmeister Felsing und seinen Männern, die sich uneigennützig für den Bau des Gerätehauses einsetzten.

Gegen 14 Uhr startete der Festumzug dessen Weg durch Lardenbach und Klein-Eichen führte. Voran drei Reiter und die weißgekleideten Festjungfrauen Lilo Roth, Rosel Lichau und Helga Keller. Zum Festzug formierten sich auch die 23 Wehren und drei Musik-Kapellen. Als Ehrengäste fuhren Kreisbrandinspektor Wilhelm Hahn, Landrat Dr. Georg Maraun und Bürgermeister Reinhard Mölcher in einer Pferdekutsche mit. Im Festzelt und auf dem Juxplatz klang das Feuerwehrfest aus.

(HZ)

Fotos

 
17. April 1963

Standort Mittelpunktschule

Im Sitzungssaal des Rathauses tagte am 17. April 1963 die Verbandsversammlung des Zweckverbandes Mittelpunktschule Grünberg. Von 42 Vertretern konnte der Vorsitzende 37 aus den 16 Mitgliedsgemeinden neben dem vollzählig anwesenden Verbandsvorstand begrüßen. Wie früher schon berichtet, sind hier auch Klein-Eichen und Lardenbach vertreten.

Die Versammlung stimmte einstimmig dem vorgetragenen Architektenvertrag zu, dem auf Vorschlag verschiedener Mitglieder ein die Bauleitung betreffender Zusatz hinzugefügt werden soll.

Nach eingehender Darlegung und Aussprache wurde als neuer Standort für die Mittelpunktschule ein etwa 4 ha großes Waldstück am "Bobenhäuser Kopf" am Eingang zum Stadtwald (neben dem neuen Waldstation) festgelegt. Das ursprünglich vorgesehene Gelände an der Londorfer Straße hatte sich als nicht groß genug erweiesen.

In diesem Zusammenhang wurde auch die Satzungsbestimmung, die Geländegestellung der Stadt Grünberg betreffend, dahingehend geändert, dass die Stadt anstelle des etwa 22.000 qm großen Geländes in der Londorfer Straße nunmehr das ca. 4 ha große Waldstück kostenlos in den Zweckverband einbringt. Den Zweckverbandsgemeinden bleiben dadurch Mehraufwendungen für Grunderwerb und dergleichen in nicht unerheblichem Ausmaß erspart.

(HZ)

 
 

 

 

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