02. Oktober 1962

Landrat in Lardenbach

Auf Einladung des Gemeindevorstandes fand am 2. Oktober 1962 eine Ortsbesichtigung durch Landrat Dr. Maraun statt, mit anschließender Bürgerversammlung im sehr ansprechend renovierten Saal der Gastwirtschaft Felsing. So berichtete die Grünberger Heimatzeitung am 4. Oktober 1962. Bürgermeister Mölcher stellte gleich nach seiner Begrüßung die Bitte um finanzielle Unterstützung eines armen, finanzschwachen Vogelsbergdorfes durch den Kreis. Der Landrat dankte für das freundliche Willkommen und erwähnte noch einmal die am Nachmittag besuchten öffentlichen Einrichtungen.

Ein großes Problem, das demnächst in Angriff genommen werden müßte, sei die Gründung des Abwasserverbandes Weickartshain, Stockhausen, Klein-Eichen und Lardenbach. Die Wasserversorgung habe die Gemeinde schon viel Geld gekostet. Als weitere Punkte sprach Dr. Maraun das Gefrierhaus und die Feldwege an. Mit Hilfe des Grünen Plans sei schon einiges für den Feldwegebau getan worden. Erwähnt wurde auch das gut funktionierende Genossenschaftswesen zwischen Klein-Eichen und Lardenbach.

Der Landrat nahm im weiteren Verlauf Stellung zum Mittelpunktschulverband indem er die Argumente, die für die Gründung sprachen noch einmal hervorhob. Einen Kindergarten werde Lardenbach in nächster Zukunft wohl nicht erhalten. Und das Thema Dorfgemeinschaftshaus wurde vorerst vertagt. Sehr empfahl der Landrat die Gründung eines Sportvereins und die Schaffung eines Sportplatzes. Heftig erörtert wurde die Frage, was gegebenenfalls den Vorrang verdient, ein Sportplatz- oder ein Schwimmbadbau. Zusammen mit acht umliegenden Gemeinden sei solch ein Projekt durchaus diskutabel. Die Debatte ging, weil billiger, zugunsten eines Sportplatzes aus.

Die Lardenbacher Feuerwehr forderte, da sie bei größeren Bränden auf das Löschfahrzeug der Grünberger Wehr angewiesen ist und sonst weit und breit keines existiert, die Anschaffung eines Fahrzeuges für Lardenbach und Umgebung. Als der Landrat und seine Begleiter schon gegangen waren, diskutierte man unter sich noch eifrig weiter.
So weit Auszüge aus dem Bericht des Besuches des Landrat in der Heimatzeitung.

Fotos

 
31. August 1962

Zweckverband Mittelpunktschule

Auf Einladung von Grünbergs Bürgermeister Anschütz versammelten sich bereits im Februar 1962 in der Turnhalle 130 Bürgermeister, Lehrer, Gemeinde- und Elternvertreter aus 19 Gemeinden des Grünberger Raumes, darunter auch einige Gemeinden des Kreises Alsfeld, zur ersten unverbindlichen Besprechung über eine Mittelpunktschule Grünberg. 16 Gemeinden erklärten sich, vorbehaltlich einer erträglichen finanziellen Regelung und der Zustimmung ihrer örtlichen Gremien, grundsätzlich bereit, sich an der Gründung eines Zweckverbandes Mittelpunktschule Grünberg zu beteiligen.

Zu dieser Besprechung erschienen Vertreter von Beltershain, Ettingshausen, Göbelnrod, Lauter, Queckborn, Reinhardshain, Saasen, Lumda, Klein-Eichen, Stangenrod, Stockhausen, Weickartshain, Weitershain, Lehnheim, Atzenhain, Bernsfeld, Flensungen und Merlau. Offiziell nicht vertreten waren Geilshausen, Lardenbach, Münster, Nieder-Ohmen, Wettsaasen, Ruppertenrod und Groß-Eichen, Orte, die z. T. selber die Gründung einer Mittelpunktschule betreiben, aber Gelegenheit haben sollten, sich über die Grünberger Pläne zu informieren.

Landrat Dr. Maraun bezeichnete Grünberg als einen Verkehrsmittelpunkt, dessen Bedeutung über die Kreisgrenzen hinausgehe. Kreisgrenzen dürften heute, wo es um die beste Ausbildungsmöglichkeit für unsere Kinder gehe, keinen Ausschlag geben. Was jetzt getan werde, müsse ganz getan werden und auf Jahrzehnte hinaus Bestand haben. Je mehr Gemeinden sich zu einem Zweckverband zusammenschlössen, desto mehr könne den Schülern am Schulort geboten werden. Besonders günstig werde sich in Grünberg die Kombination Volksschule-Realschule-Gymnasium auswirken.

Schulrat Dr. Grund betonte den internationalen Wettbewerb in Wissenschaft und Technik. Hier müsse man viel aufholen. Das gelte besonders für das flache Land. Die Landjugend ist genau so begabt wie die städtische, sie war nur dieser gegenüber im Nachteil, weil ihr ausreichende Bildungsmöglichkeiten fehlten. In erwünschtem Grade leistungsstark seien nur Mittelpunktschulen für Bezirke mit mindestens 10- bis 12000 Einwohnern und Schulen für das 5. bis 9. Schuljahr. Die hessische Regierung unterstütze die Errichtung solcher Gebietsschulen mit Zuschüssen von 60 bis 70%.

Am 2. März 1962 erteilten die Grünberger Stadtverordneten einstimmig dem Magistrat den Auftrag, die Vorarbeiten für die Gründung eines Schulverbandes Grünberg unverzüglich in Angriff zu nehmen. Der Verband solle die Errichtung einer Mittelpunktschule mit Realschule und Sonderschule bezwecken. Mit dem östlichen Teil des Kreises Gießen und den angrenzenden Gemeinden des Kreises Alsfeld könne das Grünberger Projekt etwa 1400 Schüler und Schülerinnen erwarten. Diese Schule würde wohl die größte im Gießener Kreisgebiet werden, so meinte Landrat Dr. Maraun während der Sitzung. Ein Baubeginn erfolge frühestens 1964, da erst dann auch mit staatlichen Mitteln zu rechnen sei.

Am 31. August 1962 kamen dann im Rathaus die gewählten Vertreter von 16 Gemeinden zur Gründung des Zweckverbandes Schulzentrum Grünberg zusammen. Zum Verband gehörten die Stadt Grünberg und die Dörfer Atzenhain, Lauter, Ettingshausen, Lehnheim, Saasen, Weickartshain, Göbelnrod, Lumda, Stockhausen, Weitershain, Klein-Eichen, Queckborn, Stangenrod, Lardenbach und Reinhardshain.

(HZ)

 
18. Mai 1962

50 Jahre Gefrierhaus

Das Scheppern des Kühl-Kompressors ist am Löschteich nun nicht mehr zu hören. Das Jubiläum zum 50-jährigen ist auch gleichzeitig das Ende einer Ära im Dorf.

Als damals noch selbständige Gemeinde hat Klein-Eichen gerade zu Beginn der 1960er Jahre an der Entwicklung des ländlichen Raumes mitgemacht. Nicht nur wurden die Ortsstraßen asphaltiert und die Kanalisation ausgebaut. Das Projekt Gefrierhaus nahm ebenfalls zu dieser Zeit konkrete Züge an. Die kulturelle "Rückständigkeit" des Landlebens im Verhältnis zu den städtischen Ballungsregionen ist auch in Hessen angegangen worden. Etwa durch den Bau von Dorfgemeinschaftshäusern wie im Nachbarort Stockhausen. Unter ihrem Dach wurden moderne Gemeinschaftsräume, -bäder, -backräume und eben -kühlräume vereint. Wo es nicht zur Errichtung eines Dorfgemeinschaftshauses kam, Klein-Eichen und Lardenbach mussten noch 30 Jahre darauf warten, übernahmen zumeist eigens geschaffene Gebäude diese Aufgaben. Die Gemeinschaftsgefrieranlagen, deren Vorbild aus den USA stammte, wurde zunächst als Kaltraumanlage konzipiert, bevor sich die Warmraumanlagen mit einzelnen Gefrierfächern allgemein durchsetzten. Aus heutiger Sicht stellte die Einführung der Gefrierkonservierung im ländlichen Raum eine regelrechte Revolution dar und bewirkte die "Umerziehung" der Landbevölkerung in ihren bis dahin jahreszeitgebundenen Ernährungsgewohnheiten. Früher musste alles eingekocht, eingelegt oder eingesalzen werden. Das Sachen einfach frisch und haltbar bleiben können – das war unglaublich. Schon 1953 wurde in Nordhessen die erste dieser Anlagen in Hessen in Betrieb genommen.

In Klein-Eichen waren die Idee und erste Planungen zum Bau eines Gefrierhauses im Jahre 1961 schon so weit fortgeschritten, dass im Juli die Bestellung einer Kühlanlage an die Firma Lahn-Kälte in Biedenkopf gemacht werden konnte. Allerdings wurde erst im Herbst 1961 der Bauantrag gestellt. Und die Gefriergemeinschaft formierte sich, indem am 26. November ein Vorstand gewählt wurde. Vorsitzender der Gefriergemeinschaft wurde Bürgermeister Erich Funk. Zu dessen Stellvertreter wählte man Werner Biedenkopf. Beisitzer wurden Felix Darga und Herbert Loob. Erster Rechner der Gefriergemeinschaft war Ernst Lein. Nach dieser Wahl beschloss die Versammlung, dass mit dem Bau sofort begonnen werden sollte. In einer Beitrittserklärung zur Gefriergemeinschaft wurden Lagerfächer erworben und ein Kostenanteil von 620,- DM für die Errichtung der Anlage übernommen. Davon wurden 400 DM pro Fach aus einem Zinsverbilligungsprogramm der Hess. Landesregierung gewährt.

In den ersten Monaten 1962 wurde der eingeschossige Neubau für die Gefrieranlage auf der Unteren Bachwiese, gleich am Löschteich, errichtet. Dabei beteiligten sich die Mitglieder der Gefriergemeinschaft natürlich tatkräftig. Die Nutzfläche des Hohlblockmauerwerks betrug 36 qm. An den Längsseiten wurden zweiflügelige Einfachfenster eingebaut. Mitte April 1962 waren die Installations-Arbeiten abgeschlossen. Die Tiefkühlanlage wurde als Schrankreihe mit 28 Lagerfächer und Vorfroster mit je 263 Liter Inhalt ausgeführt. Zusätzlich integrierte man einen Kühlraum. Hier konnte kurzfristig größere Mengen an Gefriergut, etwa bei Hausschlachtungen, aufbewahrt werden. Die Rechnung für die Kühlanlage belief sich im Mai 1962 auf 15.540,- DM. Bis zum Sommer waren alle Fächer verkauft oder vermietet.

Fotos

 
03. April 1962

Gründung Mittelpunktschulverband

Am Dienstagnachmittag (3. April 1962) beschlossen in der Turnhalle die Vertreter von zehn Gemeinden, den Mittelpunktschulverband Grünberg zu gründen: Beltershain, Ettingshausen, Göbelnrod, Saasen, Weickartshain, Weitershain, Lauter, Reinhardshain, Lumda und Grünberg.

Aus diesen Gemeinden werden über 500 Schüler vom 5. Schuljahr an die Mittelpunktschule Grünberg besuchen. Der Beitritt weiterer Gemeinden steht in Aussicht.

(Grünberger Heimat Zeitung)

 
23. März 1962

Die neuen Postleitzahlen

Obwohl nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges weiterhin die Regelung der Reichspost galt, in den vier Besatzungszonen Deutschlands die Postleitzahl in der Anschrift auzuführen (2-stellig, numerisch mit 1-stelligem Buchstabenzusatz) hielten sich immer weniger Briefeschreiber daran. Deshalb wurde von dem damaligen Postminister Richard Stücklen die Einführung des Postleitzahlensystems vorangetrieben.

Bei "runden" Postleitzahlen für große Städte (zum Beispiel 6300 Gießen) wurden üblicherweise die Nullen nicht geschrieben. Grünberg hatte die Leitzahl 631. Für Klein-Eichen und Lardenbach galt die Postleitzahl 6311. Dabei stand auf den Briefen oftmals der Zusatz "Post Lardenbach".

 

 
07. März 1962

Düsenjäger abgestürzt

Vier Waldarbeiter aus Ruppertenrod beobachteten den Absturz eines amerikanischen Düsenjägers am Aschermittwochmorgen (7. März 1962). Sie waren bei Ruppertenrod mit dem Aussägen von Baumästen beschäftigt, als es plötzlich über ihnen krachte. Sie Sahen, wie ein brennendes Flugzeug seitwärts abstürzte. Sie sahen, wie nur etwa 200 Meter über der Erde, der Pilot in die Höhe geschleudert wurde und dann am Fallschirm sicher auf der Erde landete. Das brennende Flugzeug stürzte, nachdem es mehrere Bäume buchstäblich "umrasiert" hatte, krachend auf eine Wiese am Rand des Waldes.

Bei dem Flugzeug handelt es sich, wie vom Hauptquartier der amerikanischen Luftwaffe in Wiesbaden bestätigt wurde, um eine Maschine vom Typ "Thunderchief F-105", einen der modernsten amerikanischen Düsenjäger. Die Maschine gehört zum 38. taktischen Geschwader in Bitburg. Der Pilot, Captain Hatcher, hatte das große Glück, noch rechtzeitig abspringen zu können.

Über die Unfallursache war am Mittwoch noch nichts zu erfahren. Die 3. amerikanische Panzerdivision, die zur Zeit Manöver im Vogelsberg durchführt, hatte wenige Minuten nach dem Absturz bereits das Gelände abgesperrt. Weit verstreut lagen die Teile der Maschine. Wie groß die Hitze des abgestürzten brennenden Flugzeugs war, ergibt sich daraus, dass im Umkreis von 20 Metern Schnee und Eis auftauten.

(Mit einer Höchstgeschwindigkeit von rund 2000 km/h hätte der Düsenjäger jedes Dorf im Vogelsberg treffen können.)

(Grünberger Heimat Zeitung)

Fotos

 
02. März 1962

Grünberger Schulzentrum

Unter dem Vorsitz des stellvertretenden Stadtverordnetenvorstehers Mack und in Anwesenheit von Landrat Dr. Maraun, Kreisschulrat Dr. Grund, Rektor Amadori, Oberstudiendirektor Dr. Süßkind und von Mitgliedern der örtlichen Schuldirektion erteilten die Stadtverordneten Grünbergs gestern abend (2. März 1962) einstimmig dem Magistrat den Auftrag, die Vorarbeiten für die Gründung eines Schulverbands Grünberg unverzüglich in Angriff zu nehmen. Der Verband soll die Errichtung einer Mittelpunktschule mit Realschule und Sonderschule bezwecken.

In der Aussprache wurde auf Anregung von Dr. Süßkind zuerst geklärt, dass der Begriff "Schuldorf" für das Grünberger Vorhaben nicht in Frage kommt. Aus finanziellen Gründen sei es nicht möglich, sagte Landrat Dr. Maraun, das Gymnasium aus der Stadt hinauszuverlegen, um es räumlich mit den geplanten anderen Schultypen zu einem "Schuldorf" zu vereinigen. Das Gymnasium werde also nicht dem zu gründenden Schulverband überantwortet, sondern bleibe in der Hand des Kreises.

Im Grünberger Raum mit seiner dicht besiedelten, verkehrsmäßig bereits erschlossenen oder leicht zu erschließenden Umgebung herrschten denkbar günstige Verhältnisse für die Verwirklichung eines großen Mittelschul-Projektes. Die Kreisgrenze Gießen-Alsfeld dürfe heute kein Hindernis mehr sein, wenn es gilt, unseren Kindern die denkbar beste Ausbildung zu sichern. Aus dem östlichen Teil des Kreises Gießen und den angrenzenden Gemeinden des Kreises Alsfeld könne das Grünberger Projekt etwa 1400 Schüler und Schülerinnen erwarten.

Mit aller Entschiedenheit betonte Landrat Dr. Maraun, keine Gemeinde brauche zu befürchten, dass sie der Beitritt zum Schulverband Grünberg unerträglich hoch belasten werde. Wenn Staat und Kreis hinter dem Projekt stünden, dann seien sie sich auch ihrer Pflicht bewußt, eine für alle Gemeinden tragbare Lösung zu garantieren.

Die Grünberger Mittelpunktschule, sagte der Landrat weiter, verspreche, die größte im Gießener Kreisgebiet zu werden; sie dürfe, wenn sich voraussichtlich sehr viele Gemeinden daran beteiligen, mit sehr hohen Zuschüssen des Landes und Kreises rechnen und werde in der Lage sein, zum besten der Kinder, Einrichtungen zu verwirklichen, die für kleinere Mittelpunktschulen kaum in Frage kommen.

Der Landrat gab bekannt, dass staatliche Zuschüsse für das Grünberger Projekt frühestens 1964 zu erwarten sind. Der zu gründende Schulverband habe also Zeit, sorgfältig zu prüfen.

(Grünberger Heimat Zeitung)

 
2. Februar 1962

Mittelpunktschule Grünberg

Auf Einladung von Grünbergs Bürgermeister Anschütz versammelten sich am 2. Februar 1962 in der hiesigen Turnhalle 130 Bürgermeister, Lehrer, Gemeinde- und Elternvertreter aus 19 Gemeinden des Grünberger Raumes, darunter auch einige Gemeinden des Kreises Alsfeld, zur ersten unverbindlichen Besprechung über das Problem Mittelpunktschule Grünberg.

19 Gemeinden erklärten sich, vorbehaltlich einer erträglichen finanziellen Regelung und der Zustimmung ihrer örtlichen Instanzen, grundsätzlich bereit, sich an der Gründung eines Zweckverbandes Mittelpunktschule Grünberg zu beteiligen. Bürgermeister Anschütz bat die Abgesandten der einzelnen Orte, zu Hause das Für und Wider bis Ende dieses Monats eingehend zu erörtern. Im ersten Drittel des Monats März werde er dann in einer zweiten Versammlung genauere Angaben machen können.

Zur gestrigen (2. Feb.) Besprechung erschienen Vertreter von Beltershain, Ettingshausen, Göbelnrod, Lauter, Queckborn, Reinhardshain, Saasen, Lumda, Klein-Eichen, Stangenrod, Stockhausen, Weickartshain, Weitershain, Lehnheim, Atzenhain, Bernsfeld, Flensungen und Merlau.

Offiziell nicht vertreten waren Geilshausen, Lardenbach, Münster, Nieder-Ohmen, Wettsaasen, Ruppertenrod und Groß-Eichen, Orte, die z. T. selber die Gründung einer Mittelpunktschule betreiben, aber Gelegenheit haben sollten, sich über die Grünberger Pläne zu informieren.

Landrat Dr. Maraun bezeichnete Grünberg als einen naturgegebenen Verkehrsmittelpunkt, dessen Bedeutung weit über die Kreisgrenze hinausgreife. Kreisgrenzen dürften heute, wo es um die beste Ausbildungsmöglichkeit für unsere Kinder gehe, keinen Ausschlag geben. Im ganzen Bundesgebiet sei die Schulreform im Fluß.

Je mehr Gemeinden sich zu einem Zweckverband zusammenschlössen, sagte der Landrat, desto mehr könne den Schülern am Schulort geboten werden. Die Lage Grünbergs sei so günstig, dass mit folgenden Einrichtungen sicher gerechnet werden dürfe: in schulischer Beziehung neben den Normalklassen mit Förderklassen für Minderbegabte und mit einem Realschulzug für Begabte, an zusätzlichen Maßnahmen mit einer ausreichenden Schulturnhalle, mit Sport- und Spielplätzen und mit einem Lehrschwimmbecken in geheizter Halle.

Im Landkreis Gießen liegen bereits acht Mittelpunktschulbezirke fest. Wenn das Problem Grünberg, wie in der nächsten Woche wahrscheinlich Hungen und Lollar, geklärt wird, dann ist das gesamte Kreisgebiet aufgeteilt.

Im Schulwesen aufzuholen ist das dringendste Gebot der Stunde. Das gilt besonders für das flache Land. Die Landjugend ist genau so begabt wie die städtische, sie war nur dieser gegenüber im Nachteil, weil ihr ausreichende Bildungsmöglichkeiten bisher fehlten.

Aber niemand wird zu seinem Heil gezwungen, betonte der Schulrat, Elternschaft und Gemeindevertretung jedes Ortes sollen selbständig und ohne jeden Zwang enischeiden, wie sie es halten wollen.

(Grünberger Heimat Zeitung)

 
1. Februar 1962

Weniger Bauernhöfe in Hessen

Die Rationalisierung und Technisierung der landwirtschaftlichen Betriebe in Hessen, die in den letzten Jahren weitere Fortschritte gemacht hat, führte zu einer zunehmenden Strukturwandlung auf dem Lande. Die Zahl der land- und forstwirtschaftlichen Betriebe ist in Hessen innerhalb von elf Jahren (bis 1961) um 45 000 auf 168 805 zurückgegangen, was einer Abnahme von 21 Prozent entspricht.

Gleichzeitig aber hat eine starke Konzentration und Vermehrung der Betriebe zwischen 10 und 30 Hektar eingesetzt. Sie betragen 25 Prozent verglichen mit 1950. Ein Sprecher des Hessischen Bauernverbandes sagte, der Konzentrationsprozeß in der hessischen Landwirtschaft sei noch nicht abgeschlossen.

Die Ehebung hat weiter ergeben, dass nicht nur Kleinbetriebe bis 10 Hektar erhebliche Einbußen erlitten haben, auch die Zahl der Großbetriebe über 50 Hektar ist zurückgegangen. Die Zahl der Unternehmen von 50 bis 75 Hektar verringerte sich um 10 auf 265, die der Gruppe 75 bis 100 Hektar um 18 auf 136, und die Gruppe 100 bis 150 Hektar mußte einen Schwund von 45 Unternehmen auf 104 Betriebe hinnehmen. Die ganz Großen von 150 bis 200 Hektar nahmen von 64 auf 50 ab, und die Zahl der Betriebe über 200 Hektar ging um 15 auf 31 zurück.

Der Sprecher des Bauernverbandes erklärte außerdem, dass man auch weiterhin mit der Aufgabe von Kleinbetrieben rechnen müsse. Ferner halte die Abgabe von Land aus Betrieben an, deren Besitzer in einem anderen Beruf arbeiten und daher nicht die nötige Zeit zur Verfügung haben, ihre Fläche zu bearbeiten. Ihre Betriebe werden dann meist Nebenerwerbsstellen.

(Grünberger Heimat Zeitung)

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24. Januar 1962

Wirtschaftsplan der ZOV

Der erweiterte Verbandsausschuß des Zweckverbandes Oberhessische Versorgungsbetriebe, der am Mittwoch (24. Januar 1962) in Friedberg tagte, genehmigte den Wirtschaftsplan des Unternehmens für das Jahr 1962.

Die Gesamtsumme der Investitionen beläuft sich auf 6,5 Millionen DM. Von diesen Investitionen entfallen 5,6 Millionen DM auf das Überlandwerk Oberhessen. Im Zusammenhang mit einer neuen Einspeisung in Grünberg und einer zweiten 220-kV-Einspeisung in Lauterbach, welche die Preußen-Elektra errichtet, werden hier das Schalthaus erweitert, dort ein neues Schalterhaus erstellt.

(Zu dieser Zeit befindet sich die 100 000-Voltleitung Grünberg - Lauterbach im Bau. Diese von der AEG Nürnberg gebaute Überlandleitung quert die Gemarkung Klein-Eichen über den Galgenberg, der Oberen Bachwiese, über die Galle und am Kahlsberg vorbei.)

Auf Grund von mehreren Anträgen beschloss der Verbandsausschuß, dass den Gemeinden ab 1. Januar 1962 vom ZOV für die Modernisierung der Straßenbeleuchtung ein Zuschuß von 50 Prozent bei ganznächtiger, von 33,33 Prozent bei halbnächtiger Beleuchtung gewährt wird.

Von 1955 bis 1960 seien insgesamt 4127 Straßenlampen mit einem Gesamtaufwand von 1,7 Millionen DM angebracht worden, berichtete der geschäftsführende Direktor. Nach vorsichtigen Schätzungen müßten noch etwa 7000 Lampen erstellt werden, was rund 3,5 Millionen DM kosten werde.

(Grünberger Anzeiger)

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20. Januar 1962

Die neuen Postleitzahlen

Die Entwicklung des Briefverkehrs in den letzten zehn Jahren hat die Deutsche Bundespost gezwungen den Einsatz von Maschinen im Briefverteildienst zu ermöglichen und die Voraussetzungen für eine wesentliche Vereinfachung in der Leitung der Sendungen zu schaffen.

Daraus ergab sich zwangsläufig auch die Notwendigkeit, die bestehende Postleitzahl so zu verfeinern, dass ihr alle notwendigen Leithinweise entnommen werden können. Diese Verfeinerung geht bis zu vierstelligen Zahlen. Die neue Postleitzahl ist in der Aufschrift der Sendung ohne Klammer links neben dem Bestimmungsort augenfällig anzugeben.

Im Bezirk des Postamts Grünberg wird sich die Neuregelung wie folgt auswirken: Die Postleitzahl 631 ist Grünberg vorbehalten. Die Postleitzahl 6311 haben alle Orte, die vom Postamt Grünberg aus versorgt werden, nämlich: Altenhain, Appenrod, Atzenhain, Bernsfeld, Bleidenrod, Bobenhausen II, Büßfeld, Burg-Gemünden, Dannenrod, Deckenbach, Elpenrod, Ettingshausen, Feldkrücken, Friedrichshütte, Groß-Eichen, Hainbach, Höckersdorf, Höingen, Ilsdorf, Kölzenhain, Lardenbach (mit Klein-Eichen), Lauter, Lehnheim, Maulbach, Münster, Nieder-Gemünden, Nieder-Ohmen, Ober-Ohmen, Ober-Seibertenrod, Otterbach, Queckborn, Rüddingshausen, Rülfenrod, Ruppertenrod, Ruppertsburg, Schadenbach, Sellnrod, Stangenrod, Stockhausen, Unter-Seibertenrod, Weickartshain, Weitershain, Wermertshausen, Wetterfeld, Wettsaasen, Wohnfeld.

Die Postleitzahl 6312 erhält Laubach, 6313 Homberg, 6314 Ulrichstein und 6315 Mücke mit Merlau, Flensungen und Kirchgarten.

Alle Haushaltungen erhalten demnächst ein Verzeichnis, in dem sämtliche Postorte im Verwaltungsbereich der Deutschen Bundespost mit ihren neuen Postleitzahlen aufgeführt sind.

(Grünberger Heimat Zeitung, 20. Januar 1962)

Fotos

 

 

 

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