26. April 1961

Ausbau der Kreisstraßen

Der Kreisausschuß beschloß in seiner letzten Sitzung (April 1961) mit den im Haushaltsplan vorgesehenen Mitteln von einer Millionen DM 17,5 Kilometer Kreisstraßen ausbauen zu lassen. Der Kreis hofft, dass er bis Ende 1963 mit dem ersten Ausbau aller Kreisstraßen fertig ist.

Da die auszubauende Straße von Stangenrod nach Weitershain ein kleines Stück durch den Kreis Alsfeld führt, wurde mit der Kreisverwaltung Alsfeld ein Übereinkommen getroffen, dass der Kreis Gießen dieses Stück mit ausbaut. Dafür wird der Kreis Alsfeld im nächsten Jahr die Straße von Ilsdorf nach Klein-Eichen auf seine Kosten ausbauen lassen.

(Gießener Freie Presse)

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18. März 1961

Schiedsmänner

Als Schiedsmänner und Schiedsmannstellvertreter sind im Bezirk Laubach z. Zt. (März 1961) tätig: in Klein-Eichen Bürgermeister Erich Funk und Landwirt Karl Volp. In Lardenbach Bürgermeister Reinhard Mölcher und Landwirt Hermann Dörr.

Schiedspersonen sind hauptsächlich eine Entlastung für das Amtsgericht, denn sie versuchen Nachbarschaftsstreitigkeiten zu schlichten, bevor es zu einer Anklage beim Amtsgericht kommt. Man sucht gezielt Personen mit einem ruhigen Gemüt, Einfühlungsvermögen, die Fähigkeit eine ruhige Atmosphäre zu schaffen und bereitschaftliches Zuhören. Zusätzlich sind die Personen in der Regel zwischen 30 und 70 Jahre alt und die Schlichtungsverhandlungen laufen meistens in den Privatwohnungen der Schlichter ab.

Wenn man eine Auseinandersetzung möglichst kostengünstig und unbürokratisch klären will, ist der schnellste Weg über einen Schiedsmann. Beispiele für Privatdelikte sind: Hausfriedensbruch, Beleidigung, Verletzung des Briefgeheimnisses, Leichte und fahrlässige Körperverletzung, Bedrohung, Sachbeschädigung.

(Grünberger Heimat Zeitung)

 
08. März 1961

Die Phosphorsäure im Boden

Vor einer Bauernversammlung (erste März-Woche 1961) in Lardenbach und Klein-Eichen sprach Dr. Müller von der Hyperphosphatindustrie über Phosphorsäuredüngung. "Ohne Düngung keine Ernte", sagte der Redner und wies darauf hin, dass nur eine harmonische Düngung den gewünschten Erfolg brächte. Es sei aber so, dass der Nährstoff Phosphorsäure oft sehr im Minimum ist wie das viele Bodenuntersuchungen gezeigt hätten.

Die Phosphorsäure erfülle folgende Funktionen: Sie entwickele das Wurzelsystem der Pflanzen stärker, sie wirke qualitätsverbessernd bei allen Pflanzen, sie führe zur Reifebeschleunigung, sie festige die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen und sei in der Fütterung von größter Bedeutung. Wer seine Böden mit Phosphorsäure gut versorgt habe, könne diesen Dünger dann ausbringen wann er wolle.

Ringberater Wilhelm Werner von der Landwirtschaftsschule Grünberg berichtete dann über praktische Erfahrungen auf dem Gebiet der Düngung und über ihren Einfluß auf die Betriebsgestaltung. Werner gab einen Überblick über die derzeitige Situation in der Landwirtschaft und bat die Landwirte treu zu ihrem Berufsstand zu stehen. Ortslandwirt Karl Biedenkopf (Klein-Eichen) leitete die Diskussion, in welcher noch manche Frage besprochen wurde.

(Phosphatdünger sind zwar vor allem in der industriellen Landwirtschaft unverzichtbar, um höchstmögliche Erträge zu erzielen. Allerdings sind diese Dünger auch hochproblematisch, da sie stark mit giftigen Schwermetallen, vor allem Uran und Cadmium, verunreinigt sind. Durch die Anwendung eines solchen Düngemittels geraten diese Giftstoffe unweigerlich über Pflanzen und Tiere in unsere Nahrung.)

(Gießener Allgemeine Zeitung/Gartenjournal)

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04. Februar 1961

Diebstähle

Im Zuge von anderen polizeilichen Ermittlungen konnten in den letzten Tagen (Januar/Februar 1961) mehrere Diebstähle festgestellt werden, die ein Jugendlicher und Heranwachsender aus der näheren Umgebung in einer Lardenbacher Gastwirtschaft seit einiger Zeit begangen hatten. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen.

Zu diesem Diebstahl vor einigen Wochen, bei dem Spirituosen und Zigaretten in einer hiesigen Gastwirtschaft mit Kolonialwarenhandlung gestohlen wurden, ist ein Strafverfahren eingeleitet worden. Ermittelt wurden ein Heranwachsender und zwei Jugendliche aus einem Ort der Umgebung. Im Laufe der Vernehmungen durch die Landespolizei, die sich nicht schwierig gestalteten, weil die jugendlichen Sünder geständig waren, gaben zu, dass sie etwa seit Weihnachten bei ihrer Anwesenheit im Gasthaus mal eine Flasche Schnaps und Zigaretten, mal auch nur ein Fläschchen für 80 Pfennig, aber auch Geld in größeren und kleineren Beträgen aus der Ladenkasse und aus der Wohnung von Mitbewohnern, mitgehen ließen. Sie verübten die Diebstähle immer dann, wenn gerade niemand anwesend war. Es kam im Laufe der Wochen ein Schaden von 400 bis 500 DM zusammen. Das Strafverfahren wurde eingeleitet.

(Grünberger Heimat Zeitung)

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02. Februar 1961

Hyperphosphat

In der "Eule" sprach am Donnerstag in einer von Ortslandwirt Franz geleiteten Bauernversammlung Dr. Müller von der Hyperphosphat-Industrie über Düngemittel im allgemeinen und den Phosphorsäure-Kali-Bedarf des Bodens im besonderen. Eine Kuh benötige im Jahresverlauf 5 bis 8 kg verwertbare Phosphorsäuren, diese aber müsse sie in dem von ihr aufgenommenen Futter vorfinden.

In der sich anschließenden regen Diskussion wurden Fragen aller Art beantwortet. Dr. Müller wird im Bereiche ders Schulbezirkes Grünberg noch weitere Vorträge halten, unter anderem auch in Klein-Eichen, wo schon ein Versuch mit Hyperphosphat läuft.

(Grünberger Heimat Zeitung)

 
24. Januar 1961

Schulverband Laubach geplant

Nachdem die Planungen des Erweiterungsbaues der Laubacher Mittelpunktschule soweit fertig sind, rückt auch die Frage der Errichtung einer Mittelpunktschule immer näher. Aus diesem Grunde hatte Bürgermeister Desch die Schulleiter sowie Bürgermeister und Beigeordneten aus den betreggenden Gemeinden zu einer informatorischen Besprechung gebeten.

Als Problem wurde aufgeführt, dass die kleinen Gemeinden künftig außerstande seien, dem Landschulkind das zu bieten, was der heutige Lehrplan erfordere. Es mangele an den erforderlichen Räumen, die auch selbst neu errichtete Dorfschulen nicht hätten. Die Benachteiligung des Landkindes gegenüber dem Stadtkind werde jedem verantwortungsbewußten Erzieher klar und sei mit der Errichtung einer Mittelpunktschule künftig gelöst.

Die Einführung der Mittelpunktschule für Laubach sieht vor, dass die Kinder im Heimatort die ersten vier Grundschuljahre absolvieren, während das 5. bis 8. bzw. 9. Volksschuljahr die Mittelpunktschule besuchen. Zur Beförderung sind Schulbusse vorgesehen, die den Schulweg erleichtern und den Eltern keine finanziellen Lasten bringen.

In den nächsten Wochen werden die Orte Wetterfeld, Ruppertsburg, Röthges, Münster, Gonterskirchen, Freienseen, Lardenbach und Klein-Eichen und Laubach sich mit der Frage der Errichtung der Mittelpunktschule in Laubach beschäftigen. Die Versammlungsteilnehmer werden in der zweiten Märzhälfte in Laubach erneut zusammenkommen und gegebenenfalls den Schulverband gründen.

(bi/Gießener Freie Presse)

 
12. Januar 1961

Diebstähle

Im Zuge von anderen polizeilichen Ermittlungen konnten in den letzten Tagen mehrere Diebstähle festgestellt werden, die ein Jugendlicher und Heranwachsender aus der näheren Umgebung in einer Lardenbacher Gastwirtschaft seit einiger Zeit begangen hatten. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen.

(Grünberger Heimat Zeitung)

 
06. Januar 1961

100 000-Volt-Leitung

Die Gefahr, dass das Landschaftsschutzgebiet am Kaiser und Tannenkopf, das Schwimmbad- und Campinggebiet durch die geplante 100 000-Volt-Leitung der "Preußen-Elektra" (Preußischen Elektrizitäts-AG) entwertet werden, ist abgewandt. Die Leitung wird vom Umspannwerk des Überlandwerks an der Lauterer Straße aus ein Stück ostwärts nach Lauter zu geführt und dann durch die Waldungen zwischen Grünberg und Lauter in Richtung Weickartshain-Storndorf-Lauterbach weiterlaufen. Der genaue Verlauf in der hiesigen Gegend soll am 16. Januar endgültig festgelegt werden.

Das ist das erfreuliche Ergebnis der Interessentenbesprechung, die sich am Freitag (6. Januar 1961) im Sitzungssaal des Rathauses mit der nicht ganz einfachen Materie befasste. "Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust, die Seele des Leiters der Kreisverwaltung, die um die ausreichende Versorgung der Bevölkerung mit elektrischem Strom besorgt sein muss, und die Seele des Landschaftsschützers, dem die Erhaltung der Heimatnatur am Herzen liegt." Mit diesen Worten etwa hatte der Leiter der Besprechung, Landrat von Schwrin, die Vertreter von Technik und Landschaftsschutz gebeten, sich um eine Einigung ehrlich zu bemühen. Diese Einigung wurde verhältnismäßig rasch erzielt.

Der Sprecher der Stadt Grünberg und der Grünberger Vereine, an der Spitze Bürgermeister Anschütz, betonten, von Landrat von Schwerin unterstützt, die 100 000-Volt-Leitung dürfe die örtlichen Landschaftsschutz- und Erholungsgebiete nicht berühren. 25 bis 30 Meter hohe Eisengittermasten, im Abstand von 300 Meter gesetzt und mit vielen, 7 bis 10 Meter über dem Erdboden durchhängenden Drahtseilen bewehrt, seien als allzustarker Eingriff in die Landschaft hier nicht am Platze.

Die Freiluftstation und die Zweifamilienwohnung für die Betriebsangehörigen, werden wie von der "Preußen-Elektra" vorgesehen, über dem Übungsplatz des Ländlichen Reit- und Fahrvereins am Tannenkopf-Südhang errichtet. Von hier aus nimmt die 100 000-Volt-Leitung den oben skizzierten Verlauf. Forstmeister Vetter billigte diese Linienführung vom forsttechnischen und forstwirtschaftlichen Standpunkt aus: Zwar werden im Randgebiet des Stadtwaldes durchAbtrieb für eine 60 Meter breite Schneise bestehende Bestände aufgerissen, doch sind größere Schäden durch Sonnenbrand oder Windbruch auf den Randstreifen kaum zu befürchten.

Von dem auf 4 ha geschätzten Abtrieb werden locker stehende hochwertige alte Buchen und einige Jungbestände betroffen. Für den Ausfall des Waldwertes hätte die "Preußen-Elektra" an die Stadt eine jährliche Pacht zu zahlen.

Bekanntlich führt der Trassenverlauf dieser 110-kV-Leitung quer durch die Gemarkung Klein-Eichen.

(Grünberger Heimat Zeitung)

 

 

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