29. Juli 1961

50 Jahre Dirigent

Zum diesjährigen Treffen der neun Nicolaischen Gesangvereine erschienen am Samstagabend (29. Juli 1961) über 1000 Freunde des Chorgesangs in Ruttershausen. Die Zusammenkunft hatte diesmal einen besonderen Anlaß: 50 Jahre sind vergangen, seitdem Konrad Nicolai, der älteste der drei bekannten Großen-Busecker Dirigenten Nicolai (Vater Konrad, Sohn Ernst und Enkel Horst) die Stabführung des Männergesangvereins Ruttershausen übernahm. Der heute 75 Jahre alte Chormeister leitet außerdem noch den Frauenchor Hausen. Vom Deutschen Sängerbund hatte er bereits vor zehn Jahren die höchste Auszeichnung, die Ehrennadel in Gold, erhalten. Heute wollten ihm die Ruttershausener Sänger danken.

Orchestervorträge der Kapelle Schön (Lollar) unterhielten die Festgäste ebenso wie die Darbietungen der Sänger und Sängerinnen des MGV Ruttershausen und Frauenchor Hausen (unter Konead Nicolai), GV Sängerlust Oppenrod, MGV Eintracht Lardenbach/Klein-Eichen, GV Germania Lauter, SV Sängerkranz Grünberg, GV Eintracht Hausen und GV Heiterkeit-Sängerkranz Großen-Buseck (alle unter Ernst Nicolai), GV Sängerkranz Bersrod (unter Horst Nicolai).

(Grünberger Heimat Zeitung)

 
24. Juli 1961

Feldrundgang

Zum letzten Feldrundgang (im Juli 1961) des Schulbezirks Grünberg im Kreis Gießen wurde Ringberater Werner von Klein-Eichens Bürgermeister Funk begrüßt. Eine Anzahl Landwirte aus Lardenbach und Klein-Eichen hatten sich zusammengefunden. Man wählte hier wie an vielen anderen Orten auch einen Schlepper mit Anhänger, um die Landwirte durch die Felder zu fahren.

Zur ersten Besprechung kam es, als Ringberater Werner vor einem Weizenfeld die Halmbruchkrankheit zeigte und ihre Bekämpfung erläuterte. Einen Teil seiner Ausführungen widmete der Ringberater auch diesmal wieder der besseren Grünlandnutzung. da die Grenzen von Lardenbach und Klein-Eichen mit denen Sellnrods zusammenstoßen, ist es begreiflich, dass die Landwirte zunächst wissen wollten, ob sie für die Weideeinrichtung nicht auch Zuschüsse bekommen können.

Werner sagte hierzu, dass man gewisse Richtlinien habe zugrunde legen müssen, um die von Natur aus benachteiligten Gemeinden zu kennzeichnen. Lardenbach und Klein-Eichen erfüllen diese Bedingungen nicht. Um so erfreulicher war, dass ein heimatvertriebener Landwirt (Felix Darga) seine Weide zeigen konnte, die er vollkommen selbständig eingezäunt hat. Die Pfosten hat er sich selbst aus Zement gegossen und das Knotengitter auch selbst geknöpft. Die Kosten der Einfriedung hat er somit biedrig halten können.

Etwas anderes sah man aber auch auf dieser Weide. Der Landwirt hat einige Wagen Heu, die zur Zeit des Einbringens keine gute Qualität mehr hatten und von vielen Landwirten verbrannt worden sind, auf die Weide auf einen Haufen gefahren und abgedeckt. Den Weidetieren ist dieses Heu bei dem zur Zeit starken Eiweißüberschuß im Weidegras sehr willkommen. Zum Abschluß der Fahrt dankte Bürgermeister Funk dem Ringberater mit herzlichen Worten.

(Gießener Freie Presse)

Fotos

 
10. Juni 1961

Neue Wasser-Quelle

Die Gemeinden Lardenbach und Klein-Eichen haben sich bereits vor dem 1. Weltkrieg zu einem Zweckverband Wasserwerk Lardenbach und Klein-Eichen zusammengeschlossen und betreiben gemeinsam die Wasserversorgung. Das Quellgebiet liegt etwa fünf Kilometer oberhalb in der Gemarkung Wohnfeld. Das Wasser fließt im Freilauf von den Quellen zum Hochbehälter auf dem Klein-Eichener Galgenberg. In der damaligen Zeit war dies für die beiden Gemeinden eine große Leistung und verdient noch heute Anerkennung.

Seitdem hat sich aber der Wasserverbrauch gesteigert, an die Wasserhygiene sind strengere Anforderungen gestellt, der Verband hat somit für die ausreichende und gesunde Wasserversorgung zusätzliche Leistungen auszuführen. Es muß nun festgestellt werden, dass die Rohrleitung an mehreren Stellen schadhaft ist. Bei größeren Regenfällen und Schneeschmelze wird das Quellwasser durch Oberflächenwasser verunreinigt.

Um Abhilfe zu schaffen, müsste die Rohrleitung ausgewechselt werden. Schwierigkeiten würden sich dabei in der Ortslage Sellnrod ergeben, wo die Rohrleitung unter einer neugebauten Schwarzdecke liegt. Im Quellgebiet wären ferner umfangreiche Sanierungsarbeiten notwendig. Hierfür werden die Kosten auf etwa 250 000 bis 300 000 DM geschätzt. Es wurde deshalb vorgeschlagen, in Ortsnähe neues Wasser zu erschließen, da sich die Technik des Brunnenbaues und des Pumpenbaues entscheidend seit dem 1. Weltkrieg weiterentwickelt hat.

Nach langem Hin und Her hat sich der Verband für diesen Vorschlag entschieden. Über die Möglichkeit der Wassererschließung hat das Hessische Landesamt für Bodenforschung ein Gutachten aufgestellt und dabei vorgeschlagen, 250 Meter oberhalb der Ortslage Lardenbach einen Brunnen zu bohren. Nun ist es soweit: Das 45 Meter tiefe Bohrloch ist abgeteuft und ein mehrtägiger Pumpversuch durchgeführt. Die Brunnenleistung beträgt 3,5 l/sec und es wurden innerhalb von 6 Tagen rund 1700 cbm Wasser gefördert.

Nach der Stellungnahme des Wasserwirtschaftsamtes Friedberg, welches die Bauleitung ausübt, reicht die Wassermenge für den Verbrauch aus. Durch das Staatliche Untersuchungsamt ist während des Pumpversuches eine Wasserprobe entnommen worden, um Angaben über die chemische und hygienische Beschaffenheit des Wassers zu erhalten. Es bleibt nun zu hoffen, dass noch im Laufe des Sommers 1961 dieser Brunnen an die bestehende Wasserleitung angeschlossen wird. Die Bevölkerung der beiden Gemeinden kann dann in absehbarer Zeit ausreichend mit gutem Trinkwasser versorgt werden.

(Giessener Freie Presse)

 

Die 5 Kilometer lange Wasserleitung des Zweckverbandes Lardenbach/Klein-Eichen, die vor dem ersten Weltkrieg gebaut, die beiden Orte aus einer Quelle in der Gemarkung Wohnfeld mit Trinkwasser versorgt (1 Liter in der Sekunde), ist schadhaft geworden. Bei größeren Regenfällen und Schneefällen wird das Quellwasser durch Oberflächenwasser verunreinigt. Die Erneuerung würde 250- bis 300 000.DM kosten.

Auf Anraten des Hessischen Landesamtes für Bodenforschung ließ der Zweckverband statt dessen 250 Meter östlich von Lardenbach eine neue Quelle erbohren. Das 45 Meter tiefe Bohrloch schüttet, wie ein mehrtägiger Pumpversuch (im Mai 1961) ergab, 3,5 Liter in der Sekunde. Innerhalb sechs Tagen wurden rund 1700 Kubikmeter Wasser gefördert, chemisch und hygienisch einwandfreies Wasser, wie die Untersuchung durch das Staatliche Untersuchungsamt ergab. Man hofft, die neue Quelle noch im Sommer dieses Jahres an die Wasserleitung anschließen zu können.

(Grünberger Heimat Zeitung)

Fotos

 
03. Juni 1961

Nässeschäden

In 24 Stunden, von Freitagmorgen 8 Uhr bis Samstagmorgen 8 Uhr (3. Juni 1961), kam es hier im Raum Grünberg laut Regenmesser der Landwirtschaftsschule im Verlaufe anhaltender Regenfälle zu einem Niederschlag von 53 Litern auf den Quadratmeter. Auch aus den anderen Teilen Hessens werden überdurchschnittliche Regenfälle gemeldet. Von Donnerstagabend bis Freitag 14 Uhr fielen in Darmstadt 93, in Frankfurt 86, in Offenbach 78 Liter. Auf Hessens höchstem Berg, der Wasserkuppe, wurden nur 34 Liter, in Kassel nur 24 Liter gemessen.

Im Bereich der Landespolizeistation Grünberg führten die gewaltigen Regenfälle an manchen Orten zu Überschwemmung von Wiesen, Gärten, Straßen und Häusern. In den Wiesengründen des Seenbachtales bildeten sich riesige Wasserflächen, die zum Teil bis an die Wohngebiete und an die Hauptverkehrsstraßen reichten. Das dort in der Aufbereitung befindliche Heu wurde zum großen Teil weggeschwemmt oder von Schlammassen verdorben. Die Feuerwehren hatten alle Hände voll zu tun, um die Lage zu meistern.

Schon die reichen Niederschläge der letzten Wochen bewirkten, dass sich auf tief liegenden Getreide- und Kartoffeläckern der Boden förmlich mit Wasser vollsog. Nun kann dort, wo die Überschwemmung dazukam, das Wasser weder einsickern noch rasch abfließen. Die betroffenen Landwirte dürften infolgedessen größeren Nässeschäden zu verzeichnen haben.

Nachdem schon das vergangene Jahr viel zusätzliche Arbeit und hohe Verluste gebracht hatte, wäre den Bauern doch ein "Normaljahr" wirklich zu gönnen gewesen. Vielerorts sei die zu große Bodennässe, die Verschlammung oder Verdichtung der Ackeroberfläche die Ursache der Schäden. Der anhaltende, zum Teil sehr heftig niedergegangene Regen hat den Boden zugeschlämmt. Es ist zu hoffen, dass die Nässeperiode nun bald ihr Ende fände, sonst muß mit erheblichen Mindererträgen gerechnet werden.

(Grünberger Heimat Zeitung)

Fotos

 
10. Mai 1961

Projekte des Überlandwerks Oberhessen

Am Mittwoch (10. Mai 1961) gaben die Direktoren des Überlandwerks Oberhessen im Zweckverband Oberhessische Versorgungbetriebe Einblick in die großen Bauprojekte, die im Laufe des Jahres 1961 oder 1962 verwirklicht werden sollen. Eine Reihe von Maßnahmen soll die Stromzuführung bei Störungen und Reparaturen besser sichern.

In Lauterbach besteht eine Einspeisung der Preußen-Elektra über ihre 110-kV-Leitung von Fulda her. Sie wird ergänzt durch eine zweite Einspeisung aus der 220-kV-Leitung Borken-Aschaffenburg. Der Bau eines Umspannwerkes von 220 auf 110 kV ist im Gange.

Von Lauterbach baut die Preußen-Elektra eine 110-kV-Leitung nach Grünberg. Sie soll später von Grünberg nach Gießen weitergeführt werden. Die Planungsarbeiten für das Vorhaben Lauterbach-Grünberg laufen. Es bezweckt die Verbesserung der Stromversorgung in den Räumen Homberg und Laubach und wirkt sich sogar in dem Raum Schotten aus. (Diese Trasse der Hochspannungsleitung quert die Gemarkung Klein-Eichen von Ost nach West).

Das Überlandwerk Oberhessen baut in Grünberg eine neue Schaltanlage (Freiluftanlage, 20 kV). Die Projektierungsarbeiten laufen. Mit dem Baubeginn ist in der zweiten Hälfte des Jahres 1951 zu rechnen. Die Anlage wird etwa gleichzeitig mit der Fertigstellung der Einspeisung, Ende 1962, in Betrieb genommen werden können.

Bereits trassiert ist die 20-kV-Freileitung des Überlandwerks von Grünberg nach Laubach. Mit dem Bau wird nach der Ernte begonnen. In Laubach entsteht gleichzeitig ein Schalthaus. Weitere Maßnahmen sind in Nieder-Wöllstadt, Bad Vilbel, Friedberg, Schotten, Laubach, Lich, Nidda, Hirzenhain und Büdingen vorgesehen.

Die Investitionen des Überlandwerks Oberhessen im Jahre 1961 werden etwa 5,7 Millionen DM betragen. Der Stromverbrau je Einwohner hat sich von 529 Kilowattstunden im Jahre 1959 auf 598 Kilowattstunden im Jahre 1960 erhöht.

(Grünberger Heimat Zeitung)

 
07. Mai 1961

Kirchenwahlen 1961

Zu der am 7. Mai 1961 stattgefundenen Neuwahl der Kirchenvertretung wurde ein Wahlvorschlag mit 13 Kandidaten aus Groß-Eichen und sechs aus Klein-Eichen vorgelegt. Gewählt wurden nur 6 Kandidaten aus Groß-Eichen und zwei aus Klein-Eichen, und zwar von solchen Gemeinde-Mitgliedern, die sich in die Wählerliste eingetragen haben.

In den Kirchenvorstand gewählt wurden von Groß-Eichen Landwirt Georg Peter, Landwirt Karl Peter und Landwirt Erwin Schmidt. Von Klein-Eichen gewählt wurde Bürgermeister Erich Funk. Zu Kirchenvertretern gewählt wurden von Groß-Eichen Eduard Reining, Landwirt Wilhelm Zimmer, Landwirt Ernst Hartmann und von Klein-Eichen Landwirt Wilhelm Eckhardt.

(Grünberger Heimat Zeitung)

Fotos

 
26. April 1961

Ausbau der Kreisstraßen

Der Kreisausschuß beschloß in seiner letzten Sitzung (April 1961) mit den im Haushaltsplan vorgesehenen Mitteln von einer Millionen DM 17,5 Kilometer Kreisstraßen ausbauen zu lassen. Der Kreis hofft, dass er bis Ende 1963 mit dem ersten Ausbau aller Kreisstraßen fertig ist.

Da die auszubauende Straße von Stangenrod nach Weitershain ein kleines Stück durch den Kreis Alsfeld führt, wurde mit der Kreisverwaltung Alsfeld ein Übereinkommen getroffen, dass der Kreis Gießen dieses Stück mit ausbaut. Dafür wird der Kreis Alsfeld im nächsten Jahr die Straße von Ilsdorf nach Klein-Eichen auf seine Kosten ausbauen lassen.

(Gießener Freie Presse)

Fotos

 
18. März 1961

Schiedsmänner

Als Schiedsmänner und Schiedsmannstellvertreter sind im Bezirk Laubach z. Zt. (März 1961) tätig: in Klein-Eichen Bürgermeister Erich Funk und Landwirt Karl Volp. In Lardenbach Bürgermeister Reinhard Mölcher und Landwirt Hermann Dörr.

Schiedspersonen sind hauptsächlich eine Entlastung für das Amtsgericht, denn sie versuchen Nachbarschaftsstreitigkeiten zu schlichten, bevor es zu einer Anklage beim Amtsgericht kommt. Man sucht gezielt Personen mit einem ruhigen Gemüt, Einfühlungsvermögen, die Fähigkeit eine ruhige Atmosphäre zu schaffen und bereitschaftliches Zuhören. Zusätzlich sind die Personen in der Regel zwischen 30 und 70 Jahre alt und die Schlichtungsverhandlungen laufen meistens in den Privatwohnungen der Schlichter ab.

Wenn man eine Auseinandersetzung möglichst kostengünstig und unbürokratisch klären will, ist der schnellste Weg über einen Schiedsmann. Beispiele für Privatdelikte sind: Hausfriedensbruch, Beleidigung, Verletzung des Briefgeheimnisses, Leichte und fahrlässige Körperverletzung, Bedrohung, Sachbeschädigung.

(Grünberger Heimat Zeitung)

 
08. März 1961

Die Phosphorsäure im Boden

Vor einer Bauernversammlung (erste März-Woche 1961) in Lardenbach und Klein-Eichen sprach Dr. Müller von der Hyperphosphatindustrie über Phosphorsäuredüngung. "Ohne Düngung keine Ernte", sagte der Redner und wies darauf hin, dass nur eine harmonische Düngung den gewünschten Erfolg brächte. Es sei aber so, dass der Nährstoff Phosphorsäure oft sehr im Minimum ist wie das viele Bodenuntersuchungen gezeigt hätten.

Die Phosphorsäure erfülle folgende Funktionen: Sie entwickele das Wurzelsystem der Pflanzen stärker, sie wirke qualitätsverbessernd bei allen Pflanzen, sie führe zur Reifebeschleunigung, sie festige die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen und sei in der Fütterung von größter Bedeutung. Wer seine Böden mit Phosphorsäure gut versorgt habe, könne diesen Dünger dann ausbringen wann er wolle.

Ringberater Wilhelm Werner von der Landwirtschaftsschule Grünberg berichtete dann über praktische Erfahrungen auf dem Gebiet der Düngung und über ihren Einfluß auf die Betriebsgestaltung. Werner gab einen Überblick über die derzeitige Situation in der Landwirtschaft und bat die Landwirte treu zu ihrem Berufsstand zu stehen. Ortslandwirt Karl Biedenkopf (Klein-Eichen) leitete die Diskussion, in welcher noch manche Frage besprochen wurde.

(Phosphatdünger sind zwar vor allem in der industriellen Landwirtschaft unverzichtbar, um höchstmögliche Erträge zu erzielen. Allerdings sind diese Dünger auch hochproblematisch, da sie stark mit giftigen Schwermetallen, vor allem Uran und Cadmium, verunreinigt sind. Durch die Anwendung eines solchen Düngemittels geraten diese Giftstoffe unweigerlich über Pflanzen und Tiere in unsere Nahrung.)

(Gießener Allgemeine Zeitung/Gartenjournal)

Fotos

 
04. Februar 1961

Diebstähle

Im Zuge von anderen polizeilichen Ermittlungen konnten in den letzten Tagen (Januar/Februar 1961) mehrere Diebstähle festgestellt werden, die ein Jugendlicher und Heranwachsender aus der näheren Umgebung in einer Lardenbacher Gastwirtschaft seit einiger Zeit begangen hatten. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen.

Zu diesem Diebstahl vor einigen Wochen, bei dem Spirituosen und Zigaretten in einer hiesigen Gastwirtschaft mit Kolonialwarenhandlung gestohlen wurden, ist ein Strafverfahren eingeleitet worden. Ermittelt wurden ein Heranwachsender und zwei Jugendliche aus einem Ort der Umgebung. Im Laufe der Vernehmungen durch die Landespolizei, die sich nicht schwierig gestalteten, weil die jugendlichen Sünder geständig waren, gaben zu, dass sie etwa seit Weihnachten bei ihrer Anwesenheit im Gasthaus mal eine Flasche Schnaps und Zigaretten, mal auch nur ein Fläschchen für 80 Pfennig, aber auch Geld in größeren und kleineren Beträgen aus der Ladenkasse und aus der Wohnung von Mitbewohnern, mitgehen ließen. Sie verübten die Diebstähle immer dann, wenn gerade niemand anwesend war. Es kam im Laufe der Wochen ein Schaden von 400 bis 500 DM zusammen. Das Strafverfahren wurde eingeleitet.

(Grünberger Heimat Zeitung)

Fotos

 
02. Februar 1961

Hyperphosphat

In der "Eule" sprach am Donnerstag in einer von Ortslandwirt Franz geleiteten Bauernversammlung Dr. Müller von der Hyperphosphat-Industrie über Düngemittel im allgemeinen und den Phosphorsäure-Kali-Bedarf des Bodens im besonderen. Eine Kuh benötige im Jahresverlauf 5 bis 8 kg verwertbare Phosphorsäuren, diese aber müsse sie in dem von ihr aufgenommenen Futter vorfinden.

In der sich anschließenden regen Diskussion wurden Fragen aller Art beantwortet. Dr. Müller wird im Bereiche ders Schulbezirkes Grünberg noch weitere Vorträge halten, unter anderem auch in Klein-Eichen, wo schon ein Versuch mit Hyperphosphat läuft.

(Grünberger Heimat Zeitung)

 
24. Januar 1961

Schulverband Laubach geplant

Nachdem die Planungen des Erweiterungsbaues der Laubacher Mittelpunktschule soweit fertig sind, rückt auch die Frage der Errichtung einer Mittelpunktschule immer näher. Aus diesem Grunde hatte Bürgermeister Desch die Schulleiter sowie Bürgermeister und Beigeordneten aus den betreggenden Gemeinden zu einer informatorischen Besprechung gebeten.

Als Problem wurde aufgeführt, dass die kleinen Gemeinden künftig außerstande seien, dem Landschulkind das zu bieten, was der heutige Lehrplan erfordere. Es mangele an den erforderlichen Räumen, die auch selbst neu errichtete Dorfschulen nicht hätten. Die Benachteiligung des Landkindes gegenüber dem Stadtkind werde jedem verantwortungsbewußten Erzieher klar und sei mit der Errichtung einer Mittelpunktschule künftig gelöst.

Die Einführung der Mittelpunktschule für Laubach sieht vor, dass die Kinder im Heimatort die ersten vier Grundschuljahre absolvieren, während das 5. bis 8. bzw. 9. Volksschuljahr die Mittelpunktschule besuchen. Zur Beförderung sind Schulbusse vorgesehen, die den Schulweg erleichtern und den Eltern keine finanziellen Lasten bringen.

In den nächsten Wochen werden die Orte Wetterfeld, Ruppertsburg, Röthges, Münster, Gonterskirchen, Freienseen, Lardenbach und Klein-Eichen und Laubach sich mit der Frage der Errichtung der Mittelpunktschule in Laubach beschäftigen. Die Versammlungsteilnehmer werden in der zweiten Märzhälfte in Laubach erneut zusammenkommen und gegebenenfalls den Schulverband gründen.

(bi/Gießener Freie Presse)

 
12. Januar 1961

Diebstähle

Im Zuge von anderen polizeilichen Ermittlungen konnten in den letzten Tagen mehrere Diebstähle festgestellt werden, die ein Jugendlicher und Heranwachsender aus der näheren Umgebung in einer Lardenbacher Gastwirtschaft seit einiger Zeit begangen hatten. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen.

(Grünberger Heimat Zeitung)

 
06. Januar 1961

100 000-Volt-Leitung

Die Gefahr, dass das Landschaftsschutzgebiet am Kaiser und Tannenkopf, das Schwimmbad- und Campinggebiet durch die geplante 100 000-Volt-Leitung der "Preußen-Elektra" (Preußischen Elektrizitäts-AG) entwertet werden, ist abgewandt. Die Leitung wird vom Umspannwerk des Überlandwerks an der Lauterer Straße aus ein Stück ostwärts nach Lauter zu geführt und dann durch die Waldungen zwischen Grünberg und Lauter in Richtung Weickartshain-Storndorf-Lauterbach weiterlaufen. Der genaue Verlauf in der hiesigen Gegend soll am 16. Januar endgültig festgelegt werden.

Das ist das erfreuliche Ergebnis der Interessentenbesprechung, die sich am Freitag (6. Januar 1961) im Sitzungssaal des Rathauses mit der nicht ganz einfachen Materie befasste. "Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust, die Seele des Leiters der Kreisverwaltung, die um die ausreichende Versorgung der Bevölkerung mit elektrischem Strom besorgt sein muss, und die Seele des Landschaftsschützers, dem die Erhaltung der Heimatnatur am Herzen liegt." Mit diesen Worten etwa hatte der Leiter der Besprechung, Landrat von Schwrin, die Vertreter von Technik und Landschaftsschutz gebeten, sich um eine Einigung ehrlich zu bemühen. Diese Einigung wurde verhältnismäßig rasch erzielt.

Der Sprecher der Stadt Grünberg und der Grünberger Vereine, an der Spitze Bürgermeister Anschütz, betonten, von Landrat von Schwerin unterstützt, die 100 000-Volt-Leitung dürfe die örtlichen Landschaftsschutz- und Erholungsgebiete nicht berühren. 25 bis 30 Meter hohe Eisengittermasten, im Abstand von 300 Meter gesetzt und mit vielen, 7 bis 10 Meter über dem Erdboden durchhängenden Drahtseilen bewehrt, seien als allzustarker Eingriff in die Landschaft hier nicht am Platze.

Die Freiluftstation und die Zweifamilienwohnung für die Betriebsangehörigen, werden wie von der "Preußen-Elektra" vorgesehen, über dem Übungsplatz des Ländlichen Reit- und Fahrvereins am Tannenkopf-Südhang errichtet. Von hier aus nimmt die 100 000-Volt-Leitung den oben skizzierten Verlauf. Forstmeister Vetter billigte diese Linienführung vom forsttechnischen und forstwirtschaftlichen Standpunkt aus: Zwar werden im Randgebiet des Stadtwaldes durchAbtrieb für eine 60 Meter breite Schneise bestehende Bestände aufgerissen, doch sind größere Schäden durch Sonnenbrand oder Windbruch auf den Randstreifen kaum zu befürchten.

Von dem auf 4 ha geschätzten Abtrieb werden locker stehende hochwertige alte Buchen und einige Jungbestände betroffen. Für den Ausfall des Waldwertes hätte die "Preußen-Elektra" an die Stadt eine jährliche Pacht zu zahlen.

Bekanntlich führt der Trassenverlauf dieser 110-kV-Leitung quer durch die Gemarkung Klein-Eichen.

(Grünberger Heimat Zeitung)

 

 

back top next