26. Januar 1952

30 Jahre Landwirtschaftsschule in Grünberg

Als im Frühjahr 1921 bekannt wurde, dass die Landwirtschaftsschule Lich wegen Überfüllung geteilt werden sollte, bewarb sich die Stadt Grünberg erfolgreich um eine solche Anstalt. Die nötigen Räume wurden in der Volksschule zur Verfügung gestellt. Außerdem bewilligte der Gemeinderat einen jährlichen Zuschuss von 2000 Mark.

Nach reger Werbetätigkeit konnte der erste Direktor am 7. November 1921 den Unterricht mit einer Klasse eröffnen. 21 Schüler aus Grünberg und neun Orten der Umgebung besuchten den Unterricht. Das Schulgeld betrug für den Lehrgang 200 Mark. Im zweiten Winter, 1922/23, wurde die Schule zweiklassig. Während 17 Schüler die Oberklasse besuchten, traten in der Unterklasse 13 Schüler neu ein.

Zu dem Dienstbezirk der Landwirtschaftlichen Schule Grünberg gehören folgende Gemarkungen: Die nördlich und östlich der Linie Ruttershausen, Lollar, Alten-Buseck, Großen-Buseck, Oppenrod, Burkhardsfelden, Hattenrod, Ettingshausen, Lauter, Weickartshain gelegenen Gemarkungen des Kreises Gießen einschließlich der Gemarkungen der als Grenze angegebenen Orte; die Gemarkungen Weitershain, Bernsfeld, Nieder-Ohmen, Atzenhain, Merlau, Lehnheim, Flensungen, Mücke, Ilsdorf, Kirschgarten, Wettsaasen, Ruppertenrod, Ober-Ohmen des Kreises Alsfeld; die Gemarkungen Höckersdorf, Groß-Eichen, Klein-Eichen, Lardenbach, Freienseen, Laubach, Wetterfeld und Ruppertsburg des Kreises Schotten.

Bis 1931, also nach zehnjährigem Bestehen, hatten 209 Schüler die Anstalt besucht. 1932 hatten sich die Verhältnisse in der Landwirtschaft so verschlechtert, dass nur wenige Bauern das Schulgeld für ihre Söhne aufbringen konnten. Um die Schule zu erhalten, musste sie einklassig weitergeführt werden.

Nach der politischen Umwälzung in den Jahren 1933 und 1934 war das landwirtschaftliche Schulwesen Sache des Reichsnährstandes. Nach weiteren erheblichen Opfern der Stadt Grünberg für Umbauarbeiten, konnte die Schule um eine Mädchenklasse erweitert werden.

Im Laufe der Kriegsjahre machte sich allgemeiner Lehrermangel bemerkbar. Hinzu kam, dass ein Teil der Oberklassenschüler zum Arbeitsdienst einrückte oder den Stellungsbefehl zur Wehrmacht erhielt. Die Mädchenklasse dagegen konnte bis zum Frühjahr 1944 bei voller Besetzung unterrichtet werden.

Im Winter 1944/45 unterbanden die im Zusammenhang mit der Wendung des Krieges jeden Unterricht. Beim Bombenangriff auf Grünberg am 13. März 1945 wurde das Gebäude stark beschädigt.

Am 3. Januar 1947 begann der Unterricht für Schüler und Schülerinnen in unverputzten und schlecht heizbaren Räumen der Volkschule. Holz für die Heizung der Räume mussten die Schüler selbst im Walde schlagen. Wasser gab es keins im Schulgebäude, es musste aus der Nachbarschaft geholt werden.

Ein neuer Abschnitt in der Geschichte der Anstalt begann im Sommer 1950 mit neuem Lehrerpersonal. Schulgeldfreiheit herrschte seit 1950/51 auch in der Landwirtschaftsschule. Alle Klassen sind im Jubiläumsjahr gut besucht. Welch hohes Maß fruchtbarer Anregungen von der Anstalt während der drei Jahrzehnte ihres Bestehens in die bäuerlichen Betriebe ihres Bezirks hinausstrahlte, können nur die Söhne und Töchter der Landwirte ermessen, denen es vergönnt war, die Landwirtschaftsschule Grünberg zu besuchen.

Der Festakt zum Jubiläum fand am 26. Januar 1952 in der Grünberger Turnhalle statt.

(Grünberger Heimat Zeitung)

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24. Januar 1952

Unmut über die GEMA

Alle Vereine seufzen unter den hohen Gebühren der GEMA. Die Gebührenerhöhung um 12,5 Prozent, die seit 1. Januar eingetreten ist, wird als untragbar bezeichnet. Viele Vereine haben sich zu einer Protestaktion aufgeschwungen und verlangen in einer Resolution an die Landesregierung, an die Bundesregierung und an den Städte- und .Gemeindetag die Einführung einer Staatskontrolle über die GEMA und eine völlige Reorganisation.

Die Entschließ8ng geht davon aus, dass die Vereine die Träger des kulturellen Lebens sind und die GEMA eine Gewerkschaft der Tondichter. Die Musikveranstalter seien auf Gedeih und Verderb auf die GEMA zur Erlangung der Aufführungsrechte angewiesen. Die Entschließung fordert die Behörden auf, dass eine staatliche Kontrolle nicht mehr hinausgezogen werden dürfe.

Seit über einem Jahr bemüht sich der "Hessische Gemeindetag", eine Kollektivvereinbarung zwischen den kommunalen Spitzenverbänden und der "Gesellschaft zur Verwertung musikalischer Aufführungsrechte" (GEMA) zu beschließen. Während sich die Vertreter der GEMA darauf beriefen, dass ihre Vorgängerin, die "STAGMA", nach den während des Dritten Reiches erlassenen Rechtsvorschriften berechtigt gewesen sei, von den Gemeinden Auskünfte über stattgefundene Veranstaltungen zu fordern, beriefen sich Vertreter der kommunalen Spitzenverbände auf ein Gutachten, das diese Verordnungen für nichtig hält.

Beauftragte des Bundesjustizministeriums kündigten eine Neuregelung des Ürheberrechts an, die aber erst in zwei Jahren erfolgen könne.

(Grünberger Heimat Zeitung)

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