09. Juli 1950

Volksabstimmung

"Stimmen Sie dem am 10. Mai 1950 im Landtag beschlossenen Gesetz zur Aenderung der Verfassung des Landes Hessen zu?" - So lautete die Frage auf den Abstimmungszetteln zur Volksabstimmung am 9. Juli 1950 in Hessen. Dies war den meisten Wahlberechtigten an diesem Sonntag wohl zu abstrakt. Die Wahlbeteiligung war auf dem flachen Land besonders gering und betrug manchmal noch keine 20 Prozent. Jedenfalls stimmte eine Mehrheit für das neue Wahlgesetz.

Durch die Volkabstimmung vom.1950 wurde die Bindung des Kommunalwahlrechts an das System des Landtagswahlrechts und die Bindung des Landtagswahlrechts an das System der Verhältniswahl beseitigt. Für die Landtagwahl entschied sich der Gesetzgeber daraufhin schon bald (wie der Bund) für ein „Mischsystem“ zwischen Verhältnis- und Mehrheitswahl.

In Klein-Eichen waren 148 Bürgerinnen und Bürger Stimmberechtigt. Nur 49 Stimmen wurden hier abgegeben. Davon stimmten 47 mit Ja und 2 mit Nein. In Lardenbach waren 379 Stimmberechtigt. Hier gingen sogar nur 39 zur Volksabstimmung. Mit Ja stimmten 31 und mit Nein 6 Wähler. Ungültig waren 2 Stimmen.

(HZ/GAZ)

 
30. Juni 1950

Schwerer Gewittersturm über Oberhessen

Ein Gewittersturm, der am Freitag nachmittag gegen 4 Uhr über unserer Gegend tobte, richtete schwere Schäden an. Nach den bisher vorliegenden Meldungen sind im Gebiet zwischen Gießen und Nieder-Ohmen Zerstörungen, zum Teil schwerer Art, an zahllosen Dächern zu verzeichnen. Unzählige Obst- und Waldbäume wurden entwurzelt, abgeknickt oder abgedreht. Arbeiterkolonnen mußten ausrücken, um die Verkehrshindernisse wegzuräumen.

(HZ)

 
24. Juni 1950

Ernennung zum Ortsbrandmeister

Schriftstück von Bürgermeister Eckhardt.

Fotos

 
21. Juni 1950

Jugendsportkämpfe

Am 21. Juni 1950 fanden in Freienseen nach 18 Jahren erstmalig wieder die Sportkämpfe der Schulen in altbewärter Weise statt. Schon vorher hatten in den einzelnen Schulen des Bezirks Laubach Ausscheidungskämpfe stattgefunden. In Freienseen stellten sich über 250 Jungen und Mädchen zum Kampf um die ersten Plätze.

Im Ergebnis der Oberstufe kamen die ersten 10 Knaben aus Wetterfeld, Ruppertsburg, Laubach, Weickartshain und Gonterskirchen. Unter den ersten 10 der Mädchen aus der Oberstufe findet sich auf dem dritten Platz Anni Rubey und auf dem neunten Platz Christa Fleißner aus der Schule Lardenbach/Klein-Eichen.

In der Unterstufe der Knaben belegte Helmut Volp aus Klein-Eichen der ersten Platz. Bei den Mädchen der Unterstufe erreichte Marianne Keller aus Lardenbach den siebten Platz.

Den Abschluß bildete eine eindrucksvolle Schlußfeier in der Turnhalle zu Freienseen. Die Siegerwurden von ihren Kameraden herzlich gefeiert und umjubelt.

(r/hz)

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14. Juni 1950

Jung-Farmer in Oberhessen

Die amerikanischen College-Studenten Elaine aus Pennsylvania, Dean aus Michigan und Javan aus Kansas, das war die kleine Reisegesellschaft, die am Montagabend beim Gießener Residenzoffizier, Mr. Didlo, in der Wilhelmstraße eine Zwischenstation auf ihrer Reise eingelegt hatte. Elaine, die Studentin, wird zu Bürgermeister Desch nach Laubach gehen, einer der beiden Herren nach Klein-Eichen, während des Dritten Unterkunft noch nicht entgültig festliegt. Am vergangenen Mittwoch (14. Juni 1950) waren sie als Teilnehmer eines Landjugend-Austauschprogramms in Deutschland angekommen und hatten sich inzwischen mal in Wiesbaden umgesehen.

Bis zum November werden sie nun die deutsche Landwirtschaft kennenlernen. Und wenn sie zurückkehren, werden ihre Mitstudenten auf ihre Berichte gespannt sein. "Vielleicht können wir auch einige Dollars machen, mit Artikeln für Zeitungen", lächelte Elaine. Später servierte Mr. Didlo nach einigen Tischtennisrunden eisgekühlte Coke, und man plauderte über Amerika und die ersten Eindrücke in Deutschland. "Swell", meinten die drei, was soviel wie "prima" bedeutet, und erzählten von Weizenpreisen, wie das zünftige Farmer tun. Und das beste von allem: keine Spur irgendeines Ressentiments, nur ehrliches Bemühen um gegenseitiges Verstehen.

(ba/gaz)

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03. Mai 1950

Silberhochzeit

Am Mittwoch, den 3. Mai 1950, feierten der Landwirt Heinrich Frank und seine Ehefrau Anna, geb. Zimmer, das Fest der Silberhochzeit. Am 3. Mai 1925 hatten der damals 23jährige Heinrich Frank aus Ehringshausen und die gerade 23 Jahre alt gewordene Anna in Klein-Eichen geheiratet. Anna, geb. Zimmer, stammte aus dem Haus in der Sellnröder Straße in dem die beiden nach ihrer Hochzeit auch leben und eine kleine Landwirtschaft betreiben.

(hz)

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30. April 1950

Unterhaltungsabend des MGV

Der Gesangverein "Eintracht" Lardenbach/Klein-Eichen veranstaltete am vergangenen Sonntag (30. April 1950) unter Leitung des 1. Vorsitzenden, Karl Dietrich, einen Unterhaltungsabend. Zur Einleitung sang der Verein unter Chorleiter E. Nicolai (Großen-Buseck) zwei Chöre. Auf der von dem Bühnenmaler W. Psiorz prächtig ausgestalteten Bühne wurde dann das Theaterstück "Die Glocken der Heimat" unter großem Beifall aufgeführt. Es folgten noch zwei Chöre, dann wurde das Tanzbein geschwungen bis in den Mai hinein.

(z/hz)

 
20. April 1950

Meldungen zum Problem der Flüchtlinge

Von ‚Willkommens-Kultur‘ kann keine Rede sein, als in den Jahren zwischen 1944 und 1950 rund 12 Millionen Deutsche und Deutschstämmige aus dem Osten vor der heranrückenden Roten Armee in den Westen fliehen.
In den Augen vieler Einheimischer sind sie die „Polacken“, die ihnen das Wenige, das sie nach dem verlorenen Krieg noch haben, wegnehmen wollen. Man verteilt alle Neuankömmlinge so schnell wie möglich vor allem auf ländliche Gebiete.

Der Kreistag des Landkreises Gießen beschäftigte sich in seiner Sitzung zu Beginn des Jahres 1950 u. a. mit einer Entschließung an die Regierung in der gegen die Zuweisung weiterer Flüchtlinge und illegaler Grenzgänger Einspruch erhoben und gebeten wurde, diese Zuweisungen solange zurückzustellen, bis auch andere Kreise die gleiche Belegungsstärke aufweisen können wie der Landkreis Gießen.

Vergangene Woche (April 1950) sollte durch das Wohnungsamt Gießen bei einem hiesigen Landwirt (Kröll) aus Klein-Eichen eine Flüchtlingsfamilie eingewiesen werden. Als der gute Mann das erfuhr, griff er zu Axt und Hacke und riß das Dach und den ersten Stock von einem neu angebauten Teil seines Hauses ab in dem die Flüchtlinge unterkommen sollten. Wohnungsamt und Polizei geboten Einhalt und beschlagnahmten ein größeres Zimmer im ersten Stock, welches in kurzer Zeit geräumt werden mußte. Die Flüchtlingsfamilie zog ein. Was noch weiter folgt, bleibt abzuwarten.

Vor den Bürgermeistern, Ortslandwirten, Vertretern der Kirchen, bäuerlichen und Heimatvertriebenen-Organisationen und den interessierten Behörden sprach der Siedlungsreferent im Innenministerium über die Durchführung des Flüchtlingssiedlungsgesetzes. Er beleuchtete dieses Problem von der menschlichen, der kulturellen, staatspolitischen und wirtschaftlichen Seite. Es kann nicht gewartet werden, bis diese Menschen nicht mehr bauernfähig sind, wenn ihre Kentnisse und Erfahrungen erhalten werden sollen. In Hessen sei die Ansiedlungsmöglichkeit zwar gering, aber es gebe viele andere Möglichkeiten, einem Bauern wieder zu einem Stück Land unter seinen Füßen zu verhelfen, wenn nur der gute Wille und das verstehende und mitfühlende Herz vorhanden sei.

(wiki/hz)

 
01. April 1950

Arbeitsjubiläum der Hebamme

Am 1. April 1950 begeht Frau Margarete Opper, geb. Heid, ihr 40jähriges Arbeitsjubiläum als Hebamme. Sie brachte während ihrer langjährigen Amtszeit in ihrem Wirkungsbereich 526 Kinder zur Welt und erfreut sich heute, als Neunundsechzigjährige, allseitiger beliebtheit und Wertschätzung.

Als die Jubilarin am 1. April 1910, 29jährig, die damalige Hebamme Frau Margarete Biedenkopf ablöste, galt ihr Dienst den Dörfern Weickartshain und Stockhausen. Im Jahre 1940 kamen die Gemeinden Lardenbach, Klein-Eichen und Stockhäuser-Hof hinzu, nachdem die dortige Hebamme, Frau Anna Geiß, nach schwerer Krankheit in den Ruhestand getreten war. Zu jeder Jahreszeit, Tag und Nacht, bei Regen und Sonne, bei eisiger Kälte und in tiefem Schnee, jederzeit war Frau Opper bereit, den oft beschwerlichen Gang zu ihren Schutzbefohlenen anzutreten.

Öfter war sie tagelang unterwegs, im Dienst an der Mutter von einer Ortschaft zur anderen wandernd. Von einer Familie ist sie nicht weniger als sechzehnmal über Land gerufen worden. Die Jubilarin, selbst Mutter von fünf Kindern, waltete dazu noch ihrer eigenen mütterlichen Pflichten in Haus, Hof und Garten. Trotz alledem ist sie in den vierzig langen Jahren niemals ernstlich krank gewesen, und auch heute noch erfreut sie sich körperlicher und geistiger Frische.

Nunmehr trat sie nach einem arbeitsreichen Leben in den wohlverdienten Ruhestand. Die neue Hebamme, in Freienseen wohnhaft, hat bereits ihren Dienst übernommen.

Die Weickartshainer Mütter hegen die stille Hoffnung, dass Frau Opper ihre langjährige Erfahrung und ihr Können noch oft in den Dienst ihrer Heimatgemeinde stellen möge.

(Grünberger Anzeiger)

 
18. März 1950

Schulverhältnisse, 1950

Unter der Überschrift "Das gibt es in Westdeutschland nicht noch einmal!" berichtete am 18. März 1950 die Grünberger Heimat Zeitung von "Ganz besonders gelagerten Verhältnissen" in der Schulgemeinde Lardenbach - Klein-Eichen. Hier heist es weiter: "..., kommen doch auf 51 alteinheimische Kinder 66 neueinheimische Kinder (diese Schülerzahlen gelten ab Ostern 1950). Das dürfte es wirklich in Westdeutschland nicht noch einmal geben!

Diese Schulkinder müssen in einem Schulsaal beschult werden. Nach eingehender, von Sachlichkeit und gutem Willen getragener Aussprache fasste am 15. März in Lardenbach eine Bürgerversammlung mit einer Mehrheit von 8 zu 1 folgende Entschließung: Die für den 15. März 1950 ordnungsgemäß einberufene Bürgerversammlung begrüßt die Anregung des Gemeinderates vom 9. März 1950 zum Bau eines Schulhauses mit zwei großen Sälen und zwei Lehrerwohnungen.

Sie bittet die Gemeindeverwaltung um baldigste Schritte, damit die Arbeiten in Gang kommen. Dabei hofft sie, dass Staat und Kreis in besonderem Maße mit Unterstützung beispringen, da wir gerade in unserer Schulgemeinde mit Flüchtlingskindern besonders belastet sind (auf 51 einheimische kommen 66 nichteinheimische Kinder). Weiterhin hofft sie auf ein großzügiges Entgegenkommen des Landesforstamtes, damit ein Großteil der Kosten durch Holzeinschlag gedeckt werden kann. Die Bürgerversammlung hofft, dass die Gemeinde Klein-Eichen diesen Beschlüssen beitritt. Sollte sie dazu nicht in der Lage sein, dann darf das den Bau des Schulhauses nicht aufhalten. Lardenbach müsste dann alleine bauen.

Zum Verständnis der Entschließung sei hinzugefügt, dass die Gemeinde Klein-Eichen zur Schulgemeinde gehört, aber politisch selbständig ist. Wie verlautet, soll auch dort am 17. März eine Bürgerversammlung stattfinden, welche dasselbe Thema behandeln wird.

(hz)

Fotos

 
06. März 1950

Geburtstag

Heute feierte der Landwirt Wilhelm Högy, der zweitälteste Einwohner unseres Dorfes, in körperlicher und geistiger Frische seinen 79. Geburtstag. Er arbeitet noch das ganze Jahr hindurch in seiner Landwirtschaft. In früheren Jahren genoß er einen ausgezeichneten Ruf als Geflügekzüchter.

Wilhelm Högy wurde am 6. März 1871 in Ruppertsburg geboren. Im Februar 1902 heiratete er in Klein-Eichen die von hier gebürtige Maria Lein. Beide hatten zehn Kinder. Sohn Otto blieb auf dem Hof in Klein-Eichen.

(hz)

 
22. Februar 1950

Meldungen

Die angekündigte Wiederholung des Unterhaltungsabends des Männergesangvereins Eintracht Lardenbach/Klein-Eichen fand am Sonntag (19. Februar 1950) mit gleichem Programm und gleichem Erfolg statt. Wieder schloß sich eine Verlosung an, und wiederum spielte die Kapelle Nicolai zum Tanz.

Was es in der Fastnachtszeit nicht alles gibt! Im kleinen Vogelsbergdorf Klein-Eichen kam der Tierarzt auf einen Bauernhof, um seine Patienten zu besuchen. Da trat der Nachbar an ihn heran: "Säi sen aach a mol bei is komme." "Ja, ich komme nachher", erwiederte der Tierarzt. Der Nachbar wartete, bis er kam, ging voraus, zur Haustür hinein und wollte ihn weiter ins Schlafzimmer führen. "Säi sen häi noch meinr Fra gucke", sagte er. Der Tierarzt erwiederte: "Da müssen Sie schon einen Arzt rufen, das hier entzieht sich meinen Kenntnissen."

Am 22. Februar feiern der Beigeordnete und Landwirt Karl Biedenkopf und seine Ehefrau Johanna, geb. Horst, ihre silberne Hochzeit. Der aus Weickartshain stammende Karl Biedenkopf und die Klein-Eichenerin Johanna Horst hatten am 22. Februar 1925 ebenhier geheiratet.

(HZ)

Fotos

 
07. Februar 1950

Wildschweinjagd

Am vergangenen Dienstag (7. Februar 1950) kam ein Schwarzkittel von Klein-Eichen herüber in Richtung Lardenbach. Einige junge Männer von Klein-Eichen, die beim Straßenbau beschäftigt waren, nahmen die Verfolgung auf. Das Wildschwein sprang durch die Hecke des Lardenbacher Friedhofs, einer der Verfolger sprang auch darüber, und so ging die Jagd zwischen den Gräbern weiter. Es gelang dem Verfolger, dem Wildschwein zwei Schläge mit der Kreuzhacke zu verstzen. Ein zweiter Mann war inzwischen herbeigeeilt, und gemeinsam brachte man den Schwarzkittel endgültig zur Strecke.

(z/hz)

 
05. Februar 1950

Unterhaltungsabend

Am vergangenen Sonntag (5. Februar 1950) veranstaltete der Gesangverein "Eintracht" im Diehlschen Saale unter Mitwirkung der Kapelle Nicolai einen Unterhaltungsabend. Der Vorsitzende, Adolf Nickel, dankte in seiner Begrüßungsansprache allen Mitwirkenden, besonders dem Bühnenmaler Wilhelm Psiorz.

Der Verein unter Chorleiter Ernst Nicolai (Großen Buseck) umrahmte mit einigen Chören zwei Theaterstücke, ein enstes, "Hubert Bollmann", und ein heiteres, "Das kleine Brautgeschenk".

Der Ehrenvorsitzende des Ohm-Lumdatal-Sängerbundes, Berufsschullehrer Gengnagel (Grünberg), sprach über den Gesang und seine Bedeutung.

Nach einer Verlosung spielte die Kapelle zum Tanze auf. Auf mehrfachen Wunsch werden die Darbietungen am 19. Februar wiederholt.

(z/hz)

 
01. Februar 1950

Selbstmord

Ergebnislos blieb eine am Mittwoch (1. Februar 1950) durchgeführte Suchaktion nach dem vermißten Flüchtling H. Sperba. Er wurde nunmehr von einem holzsammelnden Flüchtling im Stichswald, zwischen Groß- und Klein-Eichen erhängt aufgefunden. Die Groß-Eichener Gendarmerie veranlaßte die Überführung in die dortige Leichenhalle. Es wird angenommen, dass Sperba, der seine Frau und einen erwachsenen Sohn hinterläßt, Selbstmord infolge geistiger Umnachtung begangen hat.

(hz)

 
16. Januar 1950

Statistische Erfassung

Im Einvernehmen zwischen dem Bundesinnenministerium und den Landesinnenministerien wird im Bundesgebiet eine statistische Erfassung des Personenkreises nach Artikel 131 des Bonner Grundgesetzes durchgeführt.

Die Erfassung findet in Hessen in der Zeit vom 16. Januar 1950 bis einschließlich 24. Januar 1950 statt. Zu erfassen sind Deutsche, die am 31. Dezember 1949 ihren Wohnsitz im Bundesgebiet hatten und ...

In besonderen bei den Stadt- und Landgemeinden eingerichteten Meldestellen (Bürgermeisterei, Polizeireviere) wird für jede Person eine Zählkarte ab 16. Januar 1950 ausgegeben. Vor Ablauf der Erfassungszeit ist die ausgefüllte Zählkarte bei der Meldestelle wieder abzugeben.

(hz)

 
11. Januar 1950

Neue Gendarmeriestation in Freienseen

Durch das Kreiskommisariat Gießen wurde mit Wirkung vom 11. Januar 1950 in Freienseen, das seither zum Gendarmeriebezirk Laubach gehörte, eine eugene Gendarmeriestation eingerichtet.

Gendarmeriemeister Görnert versieht den Dienst in diesem neuen Bezirk, zu dem auch die Ortschaften Lardenbach, Klein-Eichen, Weickartshain und Stockhausen gehören.

(r/hz)

 
09. Januar 1950

Willkommen in der Heimat

Ungefähr zwei Millionen Gefangene kehrten aus der Sowjetunion zurück; 1,3 Millionen Gefangene gelten als verstorben oder vermisst.

Als Spätheimkehrer werden vom Gesetzgeber alle ehemaligen Kriegsgefangenen bezeichnet, die nach dem 31. Dezember 1946 entlassen wurden.
Sie erhielten nach dem Kriegsgefangenenentschädigungsgesetz eine Entschädigung von 30 DM je Gefangenschaftsmonat ab dem 1. Januar 1947 und 60 DM pro Gefangenschaftsmonat ab dem 1. Januar 1950.

Die ersten Freigelassenen aus der Sowjetunion wurden vielerorts feierlich empfangen; später ließ die öffentliche Aufmerksamkeit nach. In der Sowjetischen Besatzungszone (ab 7. Oktober 1949 DDR) war es den ehemaligen Gefangenen verboten, über ihre Lagererlebnisse zu berichten, um kein schlechtes Licht auf die Sowjetunion zu werfen.

In seiner Silvesteransprache 1949 ermahnte Bundespräsident Theodor Heuss seine Mitbürger, „gerade den späten Heimkehrern eine sonderliche Stütze zu geben, damit ihre Hoffnung auf das neue und freie Leben nicht in Enttäuschungen zerrieben werde“.

Am 9. Januar 1950 wurde u. a. aus dem Lager "Waldschenke" bei Hersfeld Ernst Schwarzbach in die Heimat nach Klein-Eichen entlassen. Das heißt, eigentlich nicht in die Heimat, sondern in das Dorf im Vogelsberg nachdem dort seine Familie als Flüchtlinge untergekommen waren. Ernst Schwarzbach war im russischen Saratow in Gefangenschaft. Dies ist eine Stadt in der gleichnamigen russischen Oblast. Und liegt am rechten, sogenannten „Bergufer“ der mittleren Wolga.

(wiki/hz)

 

 

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