21. November 1974

Sitzung der Stadtverordneten in Lardenbach 1974

In den ersten Jahren des Bestehens der Großgemeinde Grünberg war es Üblich, die Stadtverordnetensitzungen im Wechsel auch mal in einem Stadtteil ab zu halten. So versammlte sich das Gremium in den letzten Novembertagen 1974 in Lardenbach im Saal der Gastwirtschaft Felsing.

Geleitet wurde die Sitzung vom Stadtverordnetenvorsteher Walter Corell. Unter mehreren Tagesordnungspunkten ging es auch um die Haushaltsrechnung für das Jahr 1972, dem letzten Amtsjahr von Bürgermeister Karl Anschütz. Nachdem die Aufsichtsbehörde keine Beanstandungen angemeldet hatte, wurde dem Magistrat durch die Stadtverordneten Entlastung erteilt.

Einstimmig und ohne Diskussion wurden auch formaljuristische Beschlüsse gefasst, die in den betreffenden Ausschüssen genau vorbehandelt waren. Weiter wurde eine Baulandumlegung in Lumda beschlossen. Die Veräußerung der Lehrerwohnung und des Schulgartens in Stockhausen wurde in nichtöffentlicher Sitzung behandelt.

Auch ein Antrag der SPD "Essen auf Rädern" für ältere Leute wurde diskutiert. Der Magistrat konnte bisher lediglich fünf Bedarfsfälle feststellen. Weitere Untersuchungen sollen nun für die Stadtteile angestellt werden. Bürgermeister Herzog meinte in diesem Zusammenhang, wichtiger wäre es, eine zusätzliche Krankenschwester einzustellen.

In der aktuellen Fragerunde in der Parlamentssitzung wollte Stadtverordneter Helmut Felsing (CDU) wissen, wie es sich mit den Kündigungsschreiben des TSV verhalte, die dieser an die Fußballvereine in Bezug auf die Benutzung der Turnhalle an der Wald-Theo-Koch-Schule versandt habe. Seine Frage ziele insbesondere auf die Zukunft des Trainingsbetriebes der Fußballer aus Klein-Eichen, Lardenbach und Weickartshain. Erster Stadtrat Damaschke sagte hierzu, die Kündigungsschreiben seien eigenmächtig versandt worden. Zumindest für das nächste Jahr bleibe alles bei den bisherigen Regelungen.

Stadtverordneter Erich Funk (Klein-Eichen) wollte wissen, ob der Löschteich für den Raum Klein-Eichen-Lardenbach zugeschoben würde. Bürgermeister Herzog antwortete: Solange er noch gebraucht wird - und sei es nur für Erholungszwecke - ist dies nicht der Fall. Nur müsse eine entsprechende Absicherung erfolgen, damit keine Unfälle (durch spielende Kinder) sich ereignen.

Helmut Felsing erkundigte sich nach dem Stand des Kindergartens Seenbachtal. Herzog teilte mit, nach den neuesten Feststellungen sei der Umbau der alten Schule in Lardenbach statisch möglich. Der Kostenvoranschlag liegt hier bei 150.000 DM. Ein Neubau würde 400.000 DM erfordern und vor 1978 nicht verwirklicht werden. Funk wies darauf hin, dass zur Zeit Sportvereine die alte Schule benutzen, für die dann eine andere Lösung gesucht werden müsse. Der Bürgermeister versicherte, dass das Problem noch nicht ganz ausgelotet sei und er automatisch auf das Parlament wieder zukommen werde, sobald alle Fragen geklärt seien.

 
27. Oktober 1974

Große Politik in Klein-Eichen

Anlässlich des Wahlkampfes zur Wahl des Hessischen Landtages am 27. Oktober 1974 sind die Parteien bis in die kleinsten Vogelsbergdörfer vorgedrungen. Schon im September veranstaltete der FDP-Ortsverband Grünberg in der Gaststätte Bingel einen Abend mit dem damaligen FDP-Landtagskandidaten Hermann Otto Solms. Solms Vater war Hermann Otto Wilhelm Ludwig Erbprinz zu Solms-Hohensolms-Lich. Erst seit 1971 ist Solms Mitglied der FDP. Und seit 1973 ist er persönlicher Referent der damaligen Bundestagsvizepräsidentin Liselotte Funcke. Einige Jahre später wird er auch noch Mitglied des Deutschen Bundestages.

An diesem Donnerstagabend, in der Dorfkneipe in Klein-Eichen, hat sich Hermann Otto Solms zu der Bereitschaft der FDP geäußert, erneut mit der SPD eine Koalition einzugehen. Der CDU in Hessen müsse auch weiterhin Gelegenheit gegeben werden, die eigene Erneuerung in weiteren Oppositionsjahren zu betreiben. Mit den Parolen der fünfziger Jahre, mit einer Politik der Versprechungen und der Verängstigungen könne die CDU die kritische Anhängerschaft der FDP nicht beeindrucken. Die CDU Dreggers habe die Lehre der vergangenen Jahre nicht verstanden.

Keine zwei Wochen später besuchte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU im Gießener Stadtparlament, Zenger, die Klein-Eichener ebenfalls in der Gastwirtschaft Bingel. Als eine ernsthafte Gefahr für den Fortbestand einer rechtsstaatlichen Ordnung in Deutschland bezeichnete er den ständig wachsenden Einfluss vieler Jungsozialisten in allen Bereichen des öffentlichen Lebens. Zenger forderte die Führungsspitze der hessischen Sozialdemokraten auf, der Volksfrontstrategie eines großen Teils der Jusos endlich ein Ende zu setzen und gemeinsam mit allen Demokraten zum politischen Kampf gegen Kommunisten aller Schattierungen anzutreten.

Auch der Grünberger CDU-Ortsvorsitzende S. Damaschke wies darauf hin, dass die Haltung der FDP auf Landesebene sehr widersprüchlich sei. Und ob die Gebietsreform tatsächlich so gut sei, könne jeder Bürger selbst anhand der Gemeindereform beurteilen. Das diese Reform kein Geld kosten würde, stimme auf keinen Fall, da die neuen Gebilde (Orts-Zusammenschlüsse) eine aufwendigere Verwaltung brauchen.

Eine ausführliche Diskussion nach dieser Wahlveranstaltung, die unter der Leitung von Günther Zimmer stand, schloss sich mit den Besuchern an.

Am Wahlsonntag, dem 27. Oktober 1974, bei der Wahl zum Hessischen Landtag ergab sich folgendes Ergebnis:

 
1974
1970
1966
Stimmberechtigte
150
abgegebene Stimmen
130
   
gültige Stimmen
130
   
 
SPD
34
24
30
CDU
80
60
11
FDP
10
15
29
DKP
1
2
-
NPD
1
8
15
 
23. Juni 1974

Wandern

Der SSV Lardenbach/Klein-Eichen veranstaltet das erste Volkswandern. Neben der angebotenen fast 12 Kilometer langen Strecke die von 179 Teilnehmern bewältigt wurde, fand auch noch ein Kinderfest im Rahmen des Wandertages statt.

 
5. April 1974

Satzungsänderung für Wasser und Abwasser

Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Grünberg hat in ihrer Sitzung am 29. März 1974 die laufende Wasserbenutzungsgebühr je Kubikmeter des der öffentlichen Wasserversorgungsanlage entnommenen Wassers von 0,80 DM auf 1,00 DM und die laufende Kanalbenutzungsgebühr je Kubikmeter Abwasser von 0,25 DM auf 0,45 DM erhöht. Die Satzungsänderungen sind mit Wirkung vom 5. April 1974 in Kraft getreten.

 
16. März 1974

Bekanntmachung

Das Wasserwirtschaftsamt in Friedberg weist immer wieder darauf hin, daß keine Jauchen in die öffentlichen Abwasseranlagen eingeleitet werden dürfen.
Öffentliche Abwasseranlagen sind, die in öffentlichen Flächen verlegten Kanäle sowie die Vorflutgräben und Bachläufe.

Die Ermittlungen der Übeltäter ist nach Auskunft des Wasserwirtschaftsamtes Sache der Polizei und der Stadt Grünberg. Das Einleiten von Jauche in den Kanal ist eine Ordnungswidrigkeit, die mit erheblichen Strafen belegt wird.

Wir bitten daher alle Einwohner darauf zu schten, daß keine Jauche in die Kanäle und Abwasseranlagen geführt wird.

Herzog, Bürgermeister

(Grünberger Heimat Zeitung)

 
09. März 1974

Liederabend und Ehrungen

Voll und ganz unter dem Motto "25 Jahre Dirigententätigkeit des Chorleiters Ernst Nicolai" stand der Samstag (9. März 1974) in der Gaststätte zur Linde, erstmals unter Bewirtung der Pächterin Elke Dietz, stattgefundene Liederabend des Männergesangvereins Lardenbach/Klein-Eichen.

Die in wechselnder Folge vorgetragenen Chöre des MGV, die musikalischen Darbietungen mit Akkordeon von Nicolaischen Schülern, die Gesangsvorträge des ältesten aktiven Sängers Karl Biedenkopf mit Klavierbegleitung und die im Auftrag des Vorstandes des Hessischen Sängerbundes vom Vorsitzenden des MGV vorgenommenen Ehrungen von Sängern für langjährige aktive Mitgliedschaft ergaben eine abgerundete, vom Publikum mit viel Applaus bedachte Programmfolge.

So wurden für 25jährige Sängertätigkeit der langjährige Rechner des MGV Albert Hofmann sowie Karl Krämer und Karl Ruppel, für 40jährige aktive Mitgliedschaft August Erdmann und für 50 Jahre langer Sängertätigkeit Heinrich Frank senior geehrt. Die Jubilare erhielten eine Urkunde und eine Treuenadel des Hessischen Sängerbundes. Im Zuge dessen wurde auch dem im 76. Lebensjahr stehenden und ältesten Sänger des MGV Karl Biedenkopf für seine mehr als 50 Jahre lang währende Sängertätigkeit Ehre zuteil, indem ihm seitens des Vereins ein Präsent überreicht wurde.

Absoluter Höhepunkt des Abends war die Ehrung des Chorleiters Ernst Nicolai für sein 25jähriges Jubiläum als Chorleiter beim MGV Lardenbach/Klein-Eichen. In flotter, humorvoller Art würdigte Vorsitzender Günther Zimmer die Treue und die Verdienste des Dirigenten, der bestimmt in der Nähe seines Heimatortes lukrativere Chorleitertätigkeiten ausüben könnte und der - so der Vorsitzende - "mit Erfolg uns teilweise ungehobelten Vogelsbergern die fein gehobelten und zart geschliffenen Töne beigebracht hat".

Als Jubiläumsgabe und gleichzeitig Ausdruck des Dankes wurde dem Chorleiter ein Blumenstrauß und eine Holztruhe überreicht. Die Truhe hat ein in Nußbaum eingelegte Fournierarbeit. Sie wurde in monatelanger Handarbeit von einem Lardenbacher Sänger, der nicht genannt sein will, hergestellt und trägt eine aus Holz eingelegte Widmung. Laut Angaben des Herstellers sind zur Fertigung über 4000 Einzelteile benötigt worden.

Die bereits in der Begrüßungsansprache des Vorsitzenden als Gäste willkommen geheißene Abordnung des MGV Hoheneiche (Kreis Eschwege), mit denen der MGV Lardenbach/Klein-Eichen seit Jahren freundschaftliche Beziehungen pflegt, überreichten durch ihren Chorleiter und einstigen Nicolaischen Musikschüler Gerhard Lerch, dem geehrten Dirigenten eine gerahmte Großaufnahme des Marktplatzes von Eschwege.

Auch der Vertreter des Magistrates der Stadt Grünberg, Bürgermeister Herzog, lobte in einer kurzen Ansprache die Leistungen des Chorleiters und seine Treue zum MGV Lardenbach/Klein-Eichen. Er überreichte dem Jubilar eine gerahmte Zeichnung vom Grünberger Schloß aus der Sicht des ehemaligen Schloßgartens.

Sichtlich überrascht vom geschenk und voll des Dankes an die Spender war der Geehrte, wie man aus seinen Worten entnehmen konnte. Er könne sich noch gut erinnern, als der damalige Vorsitzende Adolf Nickel zwecks Aufnahme der Chorleitertätigkeit in Lardenbach bei ihm gewesen sei. Mittlerweile seien 25 Jahre vergangen, an die er sich dankbar erinnere. Er wolle auch weiterhin, soweit sein Gesundheitszustand es zuließe, dem Verein die Treue bewahren. Unter den Klängen der Tanzkapelle "Amigos" wurde noch bis spät in die Nacht bei guter Laune und froher Stimmung getanzt.

(zr/Grünberger Heimat Zeitung)

Fotos

 
09. März 1974

Verkehrsverein Grünberg

In zügiger Wahl, aber streng nach der Satzung, setzte die außerordentliche Mitgliederversammlung des Verkehrsvereins einen neuen Vorstand ein. Einstimmig beauftragte die Versammlung die Gewählten, eine neue Satzung auszuarbeiten, die dem Verkehrsverein für die heutigen Gegebenheiten voll entspricht. Die zur Zeit noch gültige Satzung stammt aus dem Jahre 1909. Die Gewählten erhielten insbesondere den Auftrag, bei Verkehrsvereinen vergleichbarer Städte die Satzungen einzuholen und mit den verhältnissen der Großgemeinde Grünberg zu vergleichen.

Der stellvertretende Vorsitzende richtete einen Aufruf an alle Großgrünberger, sich zur Mitarbeit im Verkehrsverein oder wenigstens zur Mitgliedschaft bereit zu erklären. Bürgermeister Herzog unterstrich, dass seine Frau ihm immer wieder aufs Butterbrot schmiere, wie charmant doch Grünberg sei und wie wenig die Grünberger dies jedoch herausputzen. Ein besonderer Dorn im Auge sei ihr der trostlose Marktplatz und die zum Teil recht schmutzigen Straßen. Grün und Blumen seien nur selten anzutreffen.

Stadtverordneter Corell machte darauf aufmerksam, dass alle Investitionen für den Fremdenverkehr umsonst seien, wenn die Gastronomie der Großgemeinde nicht mitziehe. Der Bürgermeister meinte dazu, dass im gaststättengewerbe wesentlich mehr Initiative entwickelt werden müsste. Das gelte auch für die Stadtteile.

(Grünberger Heimat Zeitung)

 
03. März 1974

Voltigiergruppe Grünberg

Erste Erfolge erzielten die Voltigiergruppe des Grünberger Reitvereins auf dem ersten Voltigierturnier dieser Sasion, das am Wochenende in Frankfurt ausgetragen wurde. Noch zwei Tage vor dem Turnier war durch einen plötzlich aufgetretenen Krankheitsfall die Teilnahme gefährdet gewesen. Reitlehrer Albert Müller (Klein-Eichen) gelang es jedoch durch Umgruppierungen zwei aussichtsreiche Mannschaften zusammenzustellen und nach Frankfurt zu schicken.

Die Grünberger traten in Frankfurt mit je einer A- und einer C-Gruppe an. Die A-Gruppe belegte in zwei Entscheidungen den 4. Platz. Besonders groß jedoch war der Jubel über den Erfolg der C-Gruppe, die einen ersten Platz erringen konnte.

(Grünberger Heimat Zeitung)

 
28. Februar 1974

Stadtverordnetensitzung

Zu Beginn der Stadtverordnetensitzung am Donnerstagabend (28. Februar 1974) gedachte Vorsteher Walter Corell des verstorbenen Ehrenbürgermeisters Jochim aus Stockhausen, der jahrzehntelang auf Gemeinde- und Kreisebene kommunalpolitische Verantwortung getragen habe.

Nach monatelanger Diskussion wurde ohne Gegenstimmen das Lardenbacher Anliegerkostenproblem des Pappelweges gelöst. 1970 hatte der damalige selbständige Gemeinderat beschlossen, dass die neuen Bauherren des Pappelweges keine Anliegergebühren zu bezahlen hätten, um die Bautätigkeit und das Wachstum der Gemeinde anzukurbeln. Da diese Ausnahme in der Praxis nicht durchgesetzt werden kann, weil ihr das Recht entgegensteht, kamen die Anwohner des Pappelweges zu folgendem Kompromiss: Die Bauherren werden an den Bürgersteigkosten beteiligt. Die Fahrbahn übernimmt die Großgemeinde.

Als Gegenleistung hierfür wird auf den allgemeinen Ortsbürgernutzen verzichtet, aus dem Gemeindewald eine bestimmte Menge Holz zu beziehen. Dieser Verzicht auf den Ortsbürgernutzen wird nach dem Willen der Stadtverordneten auf die gesamte ausgedehnt, sollte in irgendeinem Stadtteil ein Ortsbürgernutzen noch bestehen. Von der Existenz eines solchen Rechtes außerhalb Lardenbachs ist in der Großgemeinde den Stadtverordneten und dem Magistrat nichts bekannt.

Mit dem Beschluß will man erreichen, dass der einheitlichen Anwendung der Anliegergebührensatzung nichts mehr in Zukunft entgegensteht. Die Stadtverordneten haben sich allerdings ausdrücklich ausbedungen, dass dem allgemeinen Verzicht in den Stadtteilen widersprochen werden kann, die ebenfalls einen Ortsbürgernutzen nachweisen.

Aus rechtlichen Gründen wurde noch einmal beschlossen, dass der Bebauungsplan für das Wochenendhausgebiet in Klein-Eichen nochmals offengelegt wird.

(Grünberger Heimat Zeitung)

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28. Februar 1974

Zahl der Fernsprechleitungen vergrößert

Kürzlich machte ein Laubacher Politiker die Anfrage, ob der Ausbau das Laubacher Fernsprechnetz nicht rascher ausgebaut werden könne, da tagsüber fast regelmäßig das Netz überlastet sei, die Bundespost aber immer freiweg neue Anschlüsse lege, ohne die Zahl der Fernleitungen zu vergrößern. Die Bundespost teilte mit:

Zur Beseitigung der Engpässe im Fernsprechdienst von und nach den Ortsnetzen Grünberg, Laubach und Mücke sind wir seit geraumer Zeit dabei, eine Reihe von Fernmeldebaumaßnahmen durchzuführen. Im wesentlichen sind dies: Eine umfangreiche Erweiterung der Fernvermittlungsstelle Gießen; ein weiterer Ausbau des Fernleitungsnetzes, die großzügige Erweiterung von übertragungstechnischen Einrichtungen.

Für den Fernsprechverkehr der Ortsnetze Grünberg, Laubach und Mücke ist die Auslegung eines Fernmeldekabels von Gießen zu den genannten Orten von großer Bedeutung. Mit den Kabelverlegungsarbeiten haben wir bereits im Mai des vergangenen Jahres begonnen. Verlegt wird ein 300paariges Fernmeldekabel, das Grünberg mit 120, Laubach mit 100 und Mücke mit 80 Leitungen zusätzlich zu den bestehenden Leitungspacks versorgt.

Der Kostenaufwand dafür beträgt 3,2 Millionen DM. Inzwischen ist das Kabel vollständig verlegt und die letzten Prüfungen und Messungen werden durchgeführt.

Wegen der besonderen Schwierigkeiten im Fernsprechverkehr für das Ortsnetz Laubach haben wir dieser Tage über das neue Fernmeldekabel Leitungen zusätzlich geschaltet und damit die bestehenden Engpässe beseitigt. Auch für Grünberg und Mücke werden im nächsten Monat die erforderlichen zusätzlichen Leitungen in das neue Fernmeldekabel geschaltet, so daß auch dort der Fernsprechverkehr ungehindert fließen kann.

(Grünberger Heimat Zeitung)

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16. Februar 1974

Feuerwehrversammlung am 16. Februar

Wehrführer Erwin Kühn eröffnete um 20.15 Uhr die Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Klein-Eichen. Er begrüßte alle Anwesenden die an diesem Samstag (16. Februar 1974) in die Gastwirtschaft Bingel gekommen waren. Nach Bekanntgabe der Tagesordnung, gab Kühn einen Rückblick auf das vergangene Jahr 1973. Alle angesetzten 6 Übungen wurden ordnungsgemäß durchgeführt. In seinem Bericht gab der Wehrführer die Anschaffung neuer Geräte und Uniformen bekannt. Im Oktober überprüfte die Brandkasse alle Geräte und hatte keine Beanstandungen.

Heinz Lessmann stellte den Kassenbericht vor. Danach betrugen die Einnahmen 1306,27 DM. Mit Ausgaben von 509,- DM ergab das dann einen erfreulichen Kassenbestand von 797, 27 DM. Die Kassenprüfer Erich Funk und Helmut Zimmer hatten der Kasse eine ordentliche Führung bestätigt und Funk stellte den Antrag auf Entlastung des Rechners und des Vorstandes. Diesem wurde einstimmig entsprochen. Zum Kassierer für das Jahr 1974 gewählt wurde wieder Erhard Haeske. Ebenfalls einstimmig gewählt wurden die neuen Kassenprüfer Hermann Loob und Georg Dittrich.

Wehrführer Kühn hatte 6 Einladungen für den Besuch von Feuerwehrfesten vorliegen. Davon will die Wehr Mainzlar und Wetterfeld besuchen. Um den ordnungsgemäßen Zustand der Hydranten zu gewährleisten, sollen diese überprüft werden. Gegen 21.30 Uhr beendete Wehrführer Kühn den offiziellen Teil und man ging zum gemütlichen Teil über.

Neben dem Wehrführer Erwin Kühn und Schriftführer Thomas Zabel bestand der Vorstand aus Walter Müller, Hermann Loob und Heinz Lessmann.

(nach dem Protokoll)

Fotos

 
09. Februar 1974

Rückschau des MGV 1974

In Vertretung des beruflich verhinderten 1. Vorsitzenden Günther Zimmer begrüßte 2. Vorsitzender Heinz Schwanke die Anwesenden zur Jahreshauptversammlung des Männergesangvereins Lardenbach/Klein-Eichen, vor allem die fleißigen Singstundenbesucher. Den weitaus größten Anteil an den Leistungen des Vereins hätte allerdings Chorleiter Nicolai, stellte Schwanke fest. Aus Anlass seiner 25 Jahre währenden Dirigententätigkeit im Verein solle zu dessen Ehren am 9. März ein Chorkonzertabend mit anschließendem Tanz stattfinden.

Aus dem Tätigkeitsbericht ging hervor, dass der Verein 39 Übungsstunden durchgeführt hat und siebenmal in der Öffentlichkeit aufgetreten ist. Am 7. April folgte der Männergesangverein Hohen-Eichen (Eschwege), dessen Chorleiter ein geborener Lardenbacher ist, der Einladung nach hier zu einem Liederabend.

Am 20. April wurden die Insassen des Laubacher Altenheims mit einigen Chören erfreut. Die Hochzeit eines Sängers und die feierliche Umrahmung der Gedenkstunde beim Ehrenmal am Volkstrauertag wurden erwähnt. Ende August fand dann der Gegenbesuch in Hohen-Eichen statt. Allen Teilnehmern wird er sicher unvergesslich bleieben, schon allein die Art, wie herzlich man aufgenommen wurde.

Das alljährlich sich wiederholende Sängertreffen der Nicolai'schen Vereine fand am 1. Dezember in Großen-Buseck statt. Wohl als absoluter Höhepunkt des vergangenen Jahres kann die alljährlich stattfindeende Weihnachtsfeier angesehen werden. Das von Nicolai'schen Schülern mit Akkordeon vorgetragene Weihnachtspotpourri, der Auftritt und die Gabenverteilung des Nikolauses sowie die unter der Leitung von Ida Psiorz stehende Kinderschar, vermischt mit Gesangsvorträgen des Vereins, fanden wie immer großen Anklang bei allen Besuchern.

Für das Jahr 1974 liegen bis jetzt vier wesentliche und wichtige Auftritte vor, deren Termine aber noch nicht alle bekannt sind. So soll an einem Wertungssingen, wenn möglich an einem Sonntagvormittag, teilgenommen werden. Das Nicolai'sche Chorgruppentreffen findet dieses Jahr in Lardenbach statt. Dies soll möglichst schon im ersten Halbjahr durchgeführt werden.

Zur Verbesserung der Finanzsituation des Vereins soll außerdem eine reine Tanzveranstaltung arrangiert werden. Mit einem Appell zum fleißigen Singstunden besuch und zur weiteren Anwerbung von Mitgliedern endete die Versammlung.

(zr/Grünberger Heimat Zeitung)

 
15. Januar 1974

Meldungen

Am 10. Januar feiert Otto Keil in Lardenbach seinen 76. Geburtstag. Am 17. Januar feiert Wilhelm Kauss, ebenfalls Lardenbach seinen 87. Geburtstag.

Zum Blutspendetermin am Dienstag (15. Januar 1974) in der Grundschule in Grünberg fanden sich 165 Spender ein. Die Abwicklung der Aktion lag wie immer in den bewährten Händen des DRK Weickartshain. Für 15maliges Spendeen erhielten die goldene Nadel mit Kranz u. a. Hans Pigors aus Stockhausen und Heinz Schwanke aus Lardenbach. Die goldene Nadel für 10maliges Spenden nahmen u. a. in Empfang: Brunhilde Schwanke (Lardenbach), Annelore Roth (Klein-Eichen) und Christel Müller (Lardenbach). Die Silbernadel für sechsfache Spende ging u. a. an Klaus-Dieter Hansel (Klein-Eichen) und Arno Böcher (Lardenbach).

Am 20. Januar feiert Otto Böcher in Lardenbach seinen 81. Geburtstag. In Klein-Eichen kann am 25. Januar Marie Funk, geb. Dörr ihren 80. Geburtstag begehen. Und am 31. Januar wird Peter Reiß in Lardenbach seinen 77. Geburtstag feiern.

(Grünberger Heimat Zeitung)

Fotos

 
12. Januar 1974

Satzung Vatertierhaltung

Aufgrund der Hess. Gemeindeordnung hat die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Grünberg in ihrer Sitzung am 21. Dezember 1973 die nachstehende Satzung über die Kosten der Vatertierhaltung beschlossen: Die Stadt Grünberg stellt allen Einwohnern zum Decken ihrer gesunden weiblichen deckfähigen Tiere die für die Vatertierhaltung erforderlichen Einrichtungen zur Verfügung. Die Inanspruchnahme dieser Einrichtung erfolgt nach den Bestimmungen des Tierzuchtgesetzes.

Die Deckstationen befinden sich für Eber in den Stadtteilen Beltershain, Göbelnrod, Harbach, Klein-Eichen, Lardenbach, Lehnheim, Lumda, Queckborn, Reinhardshain, Stangenrod, Stockhausen und in der Kerngemeinde Grünberg. Die Deckstationen für Bullen befinden sich in den Stadtteilen Beltershain, Klein-Eichen, Lardenbach, Lehnheim, Stangenrod. Bei vermehrter künstlicher Besamung kann die Stadt Grünberg die Bullenhaltung einstellen.

Jeder Tierhalter von Rindern und Schweinen kann seine gesunden weiblichen deckfähigen Tiere den Vatertieren zuführen. Beabsichtigte Bedeckungen sind mit den Vatertierhaltern rechtzeitig zu vereinbaren.

Die Tierhalter der weiblichen deckfähigen Tiere sind verpflichtet, der Stadt alle im Interesse einer geordneten Vatertierhaltung erforderlichen Auskünfte über ihren Viehbestand, insbesondere auch über den Gesundheitszustand der Tiere, auf Anforderung unverzüglich zu erteilen.

Bei künstlicher Besamung von Rindern gewährt die Stadt Grünberg einen Zuschuß von 10,- DM je künstlicher Besamung. Das Deckgeld beträgt je Bedeckung (einschließlich eines Nachsprungs) für ein Rind 16,- DM, für ein Schwein 18,- DM. Die Pflicht zur Zahlung von Deckgeld entsteht mit der jeweiligen Bedeckung.

Reichen die im Laufe eines Rechnungsjahres eingenommenen Deckgelder nicht zum Ausgleich der Ausgaben für die Vatertierhaltung aus, so kann die Stadt durch besonderen Beschluß der Stadtverordnetenversammlung die restlichen Kosten der Vatertierhaltung auf die Halter aller weiblichen Tiere der betreffenden Tierart umlegen (Deckumlage).

...

Die aufgrund dieser Satzung zu zahlenden Abgaben können im Verwaltungszwangsverfahren beigetrieben werden.

...

Diese Satzung tritt mit dem Tag nach der Bekanntmachung in Kraft.

Grünberg, den 2. Januar 1974

(Grünberger Heimat Zeitung, 12. Januar 1974)

Fotos

 

 

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