13. Mai 1952

Landjugend im Leistungswettbewerb

In diesem Jahr (Mai 1952) trat die Landjugend im Bezirk der Landwirtschaftsschule Grünberg zum dritten Male zum Leistungswettbewerb an. Er wurde in den Orten Queckborn und Weitershain als Vorentscheid für den Kreiswettbewerb in Langsdorf und für den Landeswettbewerb ausgetragen, insgesamt standen 46 Jungen und 60 Mädels im Alter von 14 bis 20 Jahren unter den kritischen Augen ihrer Prüfer in eifrigem Wettkampf.

Die Jungen betätigten sich in Viehpflege, Beurteilen und Vorführen von Tieren, Speicher- und Hofarbeiten. Sie pflanzten Bäume, setzten Pflanzen und beurteilten Saaten und Grünland. Die Mädels bewiesen ihre Geschicklichkeit in der Küche durch Zubereitung von Speisen, die später von allen Teilnehmern beim gemeinsamen Essen geprüft wurden. Sie putzten Fenster, nähten und flickten und leisteten Arbeiten in Stall und Garten.

Direktor Wenzel (Grünberg), konnte an beiden Orten am Schluß bei der Siegerverkündigung allen Jungen und Mädels ihre guten Leistungen anerkennend bescheinigen. Kreislandwirt Fabel dankte der Jugend unter Hinweis auf den Kampf der bäuerlichen Betriebe um ihre Existenz, der jedem Landwirt in Zukunft das Höchste abverlange. Berufsschullehrer Häuser ermahnte die Jugendlichen, zum Besten der Landwirtschaft weiterzuarbeiten. Kreisjugendwart Stumpf forderte die Jugend auf, auch in Zukunft der Scholle treu zu bleiben.

Bei den Siegern der einzelnen Gruppen, die für den Kreisentscheid in Frage kommen, befand sich unter den Jungen der Unterklasse Heinrich Frank aus Klein-Eichen. (Heinrich Frank, geb. 1932, ist der jüngere Sohn von Heinrich und Anna Frank. Er heiratete dann nach Lardenbach.)

(Grünberger Heimat Zeitung)

Fotos

 
05. Mai 1952

Gemeindevertretungen

Am 5. Mai (1952), dem Tag nach den hessischen Kommunalwahlen, sind in über 2000 Gemeinden des Landes, die als unter 3000-Einwohnergrenze liegend ehrenamtlich verwaltet werden, die alten Gemeindevertretungen noch einmal zusammengetreten. Sie verpflichteten die ehrenamtlichen Bürgermeister und Beigeordneten zur Weiterführung ihrer Amtsgeschäfte bis zum Dienstantritt ihrer Nachfolger.

Wenn dabei kein Beschluß zustandekommt, kann der Regierungspräsident nach der hessischen Gemeindeordnung einen Beauftragten bestellen, um die Fortführung der Verwaltung sicherzustellen. Das Zusammentreten der alten Gemeindevertretungen am 5. Mai war deshalb notwendig, weil die Wahlzeit der Gemeindevertretungen erst um 24 Uhr am Tage nach der Wahl abläuft, während die neue hessische Gemeindeordnung mit ihren Bestimmungen über die Weiterführung der Amtsgeschäfte bereits um 0.00 Uhr, also 24 Stunden vorher, in Kraft tritt.

Die Regierungspräsidenten und Landräte sind vom hessischen Innenministerium auf diese sich aus den Gesetzen ergebenden Konsequenzen hingewiesen worden.

[Der Klein-Eichener Gemeinderat war am Montag, 5. Mai 1952, neben Bürgermeister Eckhardt vertreten durch: Frank, Faust, Schwarzbach, Gerbig, Zimmer und Horst (?)]

Übrigens: Nach den Bestimmungen des Wahlgesetzes sind die Einwohner der sogennanten selbständigen Gemarkungen für diejenigen Gemeinden, zu denen sie verwaltungsmäßig gehören, weder wahlberechtigt noch wählbar. Der Stockhäuser Hof ist noch immer (1952) eine selbständige Gemarkung und gehört mit seinen etwa 80 Einwohnern verwaltungsmäßig zu Stockhausen. Kein Einwohner des Stockhäuser Hofes durfte bei der Stockhäuser Gemeindewahl wählen, noch konnte er als Gemeinderat oder Bürgermeister gewählt werden.

(Grünberger Heimat Zeitung)

 
04. Mai 1952

Kommunalwahl in Hessen

Die Kommunalwahlen in Hessen 1952 fanden am 4. Mai 1952 statt und waren die dritten demokratischen Wahlen nach dem Ende der NS-Diktatur. Bei den Wahlen zu den Gemeinderäten wurden die unabhängigen Wählergruppen mit 35,8 % erstmals stärkste Partei. Auf Ebene der Landkreise und kreisfreien Städte ergab sich ein ähnliches Bild, wobei die Wählergruppen hier eine geringere Bedeutung hatten. Die Wahlbeteiligung in den Kreisen und kreisfreien Städten lag mit 76,8 % auf hohem Niveau. 2.225.705 gültige Stimmen der insgesamt 3.038.779 Wahlberechtigten wurden gezählt.

Während in der Stadt Gießen die SPD einen Erfolg verbuchen konnte, erlitt sie im Landkreis Gießen bei den Wahlen für den neuen Kreistag einen Verlust und wird somit gegenüber früher 16 nunmehr über 15 Sitze verfügen. Die FDP, die bisher 14 Sitze einnahm, konnte in Verbindung mit dem Landvolk nur noch 12 Sitze erreichen. Stark zurückgegangen ist auch die CDU, die von ihren seitherigen acht Sitzen nicht weniger als fünf abgeben mußte. Der Block der Heimatvertriebenen und Entrechteten (BHE) dagegen wird jetzt zum erstenmal im Kreistag Gießen mit acht Sitzen vertreten sein. Die KPD ist im Kreistag wiederum nicht vertreten.

Das Ergebnis der Kreistagswahl in Klein-Eichen und Lardenbach:

Klein-Eichen
Kreistag

Klein-Eichen
Landtagswahl
Lardenbach
Kreistag
Lardenbach
Landtagswahl
1952
1950
1952
1950
Wahlberechtigte
146
148
358
373
Abgegebene Stimmen
106
77
229
204
Ungültige Stimmen
1
6
Gültige Stimmen
105
223
SPD
7
15
67
56
CDU
21
13
23
30
BHE
27
-
48
-
KPD
1
-
3
1
FDP/Landvolk
49
49
82
13

Neben den Vertretern des neu zu bildeten Kreistags wurden am Sonntag im Landkreis Gießen auch die Vertreter für die Gemeindeparlamente in den einzelnen Orten gewählt. In Klein-Eichen waren 146 Wahlberechtigt. Die abgegebenen Stimmen betrug 106. Gültig waren 87 Stimmen. Diese entfielen komplett auf die Liste des Christl. Landvolks. Die angetretenen 7 Herren erhielten auch alle 7 Sitze. In den Gemeinderat (ohne den Bürgermeister W. Eckhardt) gewählt wurden demnach: Heinrich Frank, Ernst Lein, Karl Volp, Erich Funk, Albert Müller, Rudolf Schwarzbach und Johann Paha.

Von den 358 Wahlberechtigten in Lardenbach hatten 228 ihre Stimme abgegeben. Gültig waren 184 Stimmen. Alle gültigen Stimmen entfielen auf die Einheitsliste mit 9 Sitzen.

(Grünberger Heimat Zeitung, Gießener Freie Presse)

 
22. April 1952

Wahlvorschlag für Klein-Eichen

Zur Gemeindewahl am 4. Mai 1952 wurde für Klein-Eichen nur ein Wahlvorschlag "Christliches Landvolk" eingereicht. Folgende Kandidaten sind gemeldet: Heinrich Frank, Landwirt; Ernst Lein, Landwirt; Karl Volp, Landwirt; Erich Funk, Landwirt; Albert Müller, Landwirt; Rudolf Schwarzbach, Kaufmann und Johann Paha, Landwirt.

(Grünberger Heimat Zeitung)

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26. Januar 1952

30 Jahre Landwirtschaftsschule in Grünberg

Als im Frühjahr 1921 bekannt wurde, dass die Landwirtschaftsschule Lich wegen Überfüllung geteilt werden sollte, bewarb sich die Stadt Grünberg erfolgreich um eine solche Anstalt. Die nötigen Räume wurden in der Volksschule zur Verfügung gestellt. Außerdem bewilligte der Gemeinderat einen jährlichen Zuschuss von 2000 Mark.

Nach reger Werbetätigkeit konnte der erste Direktor am 7. November 1921 den Unterricht mit einer Klasse eröffnen. 21 Schüler aus Grünberg und neun Orten der Umgebung besuchten den Unterricht. Das Schulgeld betrug für den Lehrgang 200 Mark. Im zweiten Winter, 1922/23, wurde die Schule zweiklassig. Während 17 Schüler die Oberklasse besuchten, traten in der Unterklasse 13 Schüler neu ein.

Zu dem Dienstbezirk der Landwirtschaftlichen Schule Grünberg gehören folgende Gemarkungen: Die nördlich und östlich der Linie Ruttershausen, Lollar, Alten-Buseck, Großen-Buseck, Oppenrod, Burkhardsfelden, Hattenrod, Ettingshausen, Lauter, Weickartshain gelegenen Gemarkungen des Kreises Gießen einschließlich der Gemarkungen der als Grenze angegebenen Orte; die Gemarkungen Weitershain, Bernsfeld, Nieder-Ohmen, Atzenhain, Merlau, Lehnheim, Flensungen, Mücke, Ilsdorf, Kirschgarten, Wettsaasen, Ruppertenrod, Ober-Ohmen des Kreises Alsfeld; die Gemarkungen Höckersdorf, Groß-Eichen, Klein-Eichen, Lardenbach, Freienseen, Laubach, Wetterfeld und Ruppertsburg des Kreises Schotten.

Bis 1931, also nach zehnjährigem Bestehen, hatten 209 Schüler die Anstalt besucht. 1932 hatten sich die Verhältnisse in der Landwirtschaft so verschlechtert, dass nur wenige Bauern das Schulgeld für ihre Söhne aufbringen konnten. Um die Schule zu erhalten, musste sie einklassig weitergeführt werden.

Nach der politischen Umwälzung in den Jahren 1933 und 1934 war das landwirtschaftliche Schulwesen Sache des Reichsnährstandes. Nach weiteren erheblichen Opfern der Stadt Grünberg für Umbauarbeiten, konnte die Schule um eine Mädchenklasse erweitert werden.

Im Laufe der Kriegsjahre machte sich allgemeiner Lehrermangel bemerkbar. Hinzu kam, dass ein Teil der Oberklassenschüler zum Arbeitsdienst einrückte oder den Stellungsbefehl zur Wehrmacht erhielt. Die Mädchenklasse dagegen konnte bis zum Frühjahr 1944 bei voller Besetzung unterrichtet werden.

Im Winter 1944/45 unterbanden die im Zusammenhang mit der Wendung des Krieges jeden Unterricht. Beim Bombenangriff auf Grünberg am 13. März 1945 wurde das Gebäude stark beschädigt.

Am 3. Januar 1947 begann der Unterricht für Schüler und Schülerinnen in unverputzten und schlecht heizbaren Räumen der Volkschule. Holz für die Heizung der Räume mussten die Schüler selbst im Walde schlagen. Wasser gab es keins im Schulgebäude, es musste aus der Nachbarschaft geholt werden.

Ein neuer Abschnitt in der Geschichte der Anstalt begann im Sommer 1950 mit neuem Lehrerpersonal. Schulgeldfreiheit herrschte seit 1950/51 auch in der Landwirtschaftsschule. Alle Klassen sind im Jubiläumsjahr gut besucht. Welch hohes Maß fruchtbarer Anregungen von der Anstalt während der drei Jahrzehnte ihres Bestehens in die bäuerlichen Betriebe ihres Bezirks hinausstrahlte, können nur die Söhne und Töchter der Landwirte ermessen, denen es vergönnt war, die Landwirtschaftsschule Grünberg zu besuchen.

Der Festakt zum Jubiläum fand am 26. Januar 1952 in der Grünberger Turnhalle statt.

(Grünberger Heimat Zeitung)

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24. Januar 1952

Unmut über die GEMA

Alle Vereine seufzen unter den hohen Gebühren der GEMA. Die Gebührenerhöhung um 12,5 Prozent, die seit 1. Januar eingetreten ist, wird als untragbar bezeichnet. Viele Vereine haben sich zu einer Protestaktion aufgeschwungen und verlangen in einer Resolution an die Landesregierung, an die Bundesregierung und an den Städte- und .Gemeindetag die Einführung einer Staatskontrolle über die GEMA und eine völlige Reorganisation.

Die Entschließ8ng geht davon aus, dass die Vereine die Träger des kulturellen Lebens sind und die GEMA eine Gewerkschaft der Tondichter. Die Musikveranstalter seien auf Gedeih und Verderb auf die GEMA zur Erlangung der Aufführungsrechte angewiesen. Die Entschließung fordert die Behörden auf, dass eine staatliche Kontrolle nicht mehr hinausgezogen werden dürfe.

Seit über einem Jahr bemüht sich der "Hessische Gemeindetag", eine Kollektivvereinbarung zwischen den kommunalen Spitzenverbänden und der "Gesellschaft zur Verwertung musikalischer Aufführungsrechte" (GEMA) zu beschließen. Während sich die Vertreter der GEMA darauf beriefen, dass ihre Vorgängerin, die "STAGMA", nach den während des Dritten Reiches erlassenen Rechtsvorschriften berechtigt gewesen sei, von den Gemeinden Auskünfte über stattgefundene Veranstaltungen zu fordern, beriefen sich Vertreter der kommunalen Spitzenverbände auf ein Gutachten, das diese Verordnungen für nichtig hält.

Beauftragte des Bundesjustizministeriums kündigten eine Neuregelung des Ürheberrechts an, die aber erst in zwei Jahren erfolgen könne.

(Grünberger Heimat Zeitung)

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