Die Baumarten des Gebietes, überwiegend Rotbuche, daneben Ahorn, Esche und Erlen, lieferten den hier lebenden Menschen seit jeher das wertvolle Nutzmaterial Holz. Es wurde als Bau- und Brennstoff genutzt. Aber auch Wagner und Stellmacher, Schüsseler und Schindler - typische Berufe der mittelalterlichen Dörfer der Region - waren von dem Arbeitsmaterial abhängig. Früh trieb man von den Siedlungen und Rodungsinseln aus Schweine und Rinder zur Weide und Mast (Eicheln, Bucheln) in den Wald. Zeugen dieser Waldweide sind heute noch stellenweise im Vogelsberg zu finden. Alte, mehrhundertjährige Baumveteranen, solitäre Hutebäume- zumeist Buchen, aber auch Kirschen oder Eichen - mögen früher in lichten Hutewäldern, später in lockeren Hutebaumbeständen beisammengestanden haben, oder sie wurden als Schattenbäume in die Weiden gepflanzt.
Auch Bergbau wurde im Vogelsberg betrieben - nicht sehr umfangreich, aber schon früh (ca. 10. Jahrhundert) suchte und fand man Eisenerz im Vogelsberger Basalteisenstein. Davon zeugen Spuren des Tagebaues in Form muldenartiger Schürfen bis trichterförmiger Tagebaurelikte am Osthang des Hoherodskopfes und bei Lanzenhain. Man fand auch gut erhaltene Schmelzstätten an der oberen Altfell (Schwarzer Fluß) und weitere Schlackenhalden im Bereich der Dorfwüstung "Eigelshain" am Geiselstein. Hier arbeiteten Schmelzer, Hammerschmiede und Köhler Hand in Hand. Später wurden die Schmieden an den Fuß des Berges verlegt, an die Mittelläufe der Bäche, zum Beispiel nach Rudingshain oder Schotten. Es wurde mehr Wasserkraft benötigt, die Öfen wurden vergrößert, der Holzverbrauch stieg. Ab 1557 arbeitete ein Hochofender Kapitalgesellschaft der Riedesel in Lanzenhain. Die Hirzenhainer und die Ortenberger Hütte ließen bis Anfang des 17. Jahrhunderts um Breungeshain und Rudingshain Köhlern. Jedoch ging mit dem Ende des 16. Jahrhunderts das Eisengewerbe im Umkreis des Oberwaldes bis auf einzelne kleine Schmieden zu Ende. Die buderusschen Gießereien in Friedrichshütte bei Laubach und Hirzenhain sind bis heute in Betrieb. Holz für die Hütten wurde jahrhundertelang, bis zum Ende des 16. Jahrhunderts, im Vogelsberggeschlagen und verkohlt. Noch heute findet man die kreisrund-ebenen Köhlerplätze im Wald.
Forst
Neben der Landwirtschaft ist die Forstwirtschaft eine weitere wichtige Erwerbsquelle der Bevölkerung des Vogelsberges. Fortsbetriebe sowie Holzverarbeitung, in Sägewerken, Schreinereien, Tischlereien und Papierfabriken bieten Arbeitsplätze. Eine intensive, geregelte forstwirtschaftliche Nutzung der Wälder gibt es erst seit Mitte des 19. Jahrhunderts. Noch um 1840 durchzog großflächige Grasflur den Oberwald und den Gipfel. Später ist ein Teil der Grünländer überwiegend mit Nadelholz aufgeforstet worden. Trotzdem blieb eine stattliche Anzahl ökologisch wertvoller Waldwiesen erhalten.

 

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