Schon in der Jungsteinzeit siedelten Bandkeramiker als Ackerbauern an verschiedenen Stellen der Region. Auch Hinterlassenschaften endsteinzeitlicher Becherkulturen finden sich bis hinauf nach Breungeshain. In den lichten Mischwäldern des Vogelsberges weideten gegen Ende der Steinzeit vorwiegend Schnurkeramiker ihr Vieh.

Früh kreuzten von Ochsenkarren befahrene und für den Viehtrieb genutzte Höhenstraßen den Vogelsberg - einfache, jedoch jahrhundertelang genutzte Naturwege. Über sie erfolgte eine intensive Besiedlung der Region zur Zeit der Merowinger und Karolinger (400 bis 800 n. Chr.), insbesondere im Zuge der Christianisierung. Iro.schottische Mönche ließen sich in der Region nieder und begannen aus der Abgeschiedenheit der Wälder heraus, das Christentum zu verbreiten.

Lauterbach im Tal der Lauter ist schon seit dem 9. Jahrhundert bekannt. Es war seitdem mehrfach verpfändet, zuletzt an die Familie der Riedesel. Seitdem ist seine Geschichte eng mit der der Riedesel verknüpft. Seit 1648 befindet es sich endgültig in ihren Händen. Ein zweites Stammhaus der Riedesel Freiherren zu Eisenbach - und noch heute ihr Wohnsitz - wurde Schloß Eisenbach bei Lauterbach. Es war der Stammsitz der Herren von Eisenbach, deren Linie 1428 ausstarb. Danach wurden die "Riedesel" mit dem Besitz belehnt, die seitdem "zu Eisenbach" genannt werden. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts bauten sie die ehemalige fuldische Burg in Lauterbach zu ihrem Schloß um.
eisenbach
 
Im Mittelalter stritt man sich auch um die Hochlagen des Vogelsberges - Äbte des Klosters Fulda, die Herren von Eisenbach, die Riedesel aus Melsungen im Osten, Wetterauer Grafen und Geschlechter im Westen und Südwesten. Erst Napoleon machte mit der Eingliederung des gesamten Gebietes in das neu geschaffene Großherzogtum Hessen-Darmstadt diesem Streit 1806 ein Ende.

 

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