01. Februar 1980

Hauptversammlung des SSV

Guten Besuch verzeichnete am vergangenen Freitag (1. Februar 1980) im Gasthaus Dietz die Hauptversammlung des Spiel- und Sportvereins Lardenbach/Klein-Eichen. Erschienen waren neben dem Ehrenmitglied Otto Günther und Fußballtrainer Edgar Möbus auch fast alle Reiseteilnehmer des letztjährigen Ausfluges nach St. Johann/Tirol.

Im Tätigkeitsbericht wies Vereinsvorsitzender Reiner Roth auf die umfangreiche Vereinsarbeit hin, u. a. auf die Fahrt der Jugendfußballer zum Bundesligaspiel Eintracht Frankfurt gegen Bayern München. Mit einer weiteren Fahrt vom 1. bis 5. Juni nach St. Johann erlebten fünfzig Vereinsmitglieder bei herrlichem Wetter und guter Stimmung einige schöne Tage. Tagesfahrten nach Kaprun und eine Dolomiten-Rundfahrt waren Teil eines umfangreichen Reiseprogramms.

Großer Zuspruch fand wieder der traditionelle Volkswandertag. Wie alljährlich fanden sich viele Wanderfreunde aus nah und fern bei der Lardenbacher Grillhütte ein. Als Höhepunkt bezeichnete Roth das anschließende, vom Verein durchgeführte kostenlose Kinderfest. Bei der, von der Stadt grünberg nach Lardenbach veranstalteten, Sternwanderung ging die für den SSV gestartete Wandergruppe als Sieger hervor.

Mit der Einweihung der im Mai fertiggestellten Sauna sei im November ein lang gehegter Wunsch vieler Vereinsmitglieder wahr geworden. Vierunddreißig Helfern leisteten über dreihundert freiwillige Arbeitsstunden. Ergänzt wurde diese Anlage kürzlich durch ein Solarium, so daß allen Mitgliedern Entspannung und Erholung vom Streß geboten werden könne.

Jugendleiter Reiner Roth forderte alle Vereinsmitglieder auf, die Jugendarbeit jederzeit uneingeschränkt zu fördern. Ohne Jugend könne der Verein in Zukunft nicht mehr bestehen. Sein Dank galt allen Helfern und Gönnern, die durch ihre Unterstützung dem Verein sehr geholfen haben.

Mit Reinhard Mölcher für die Fußball-Abteilung begann die Berichterstattung der Sparten. Wie Mölcher ausführte, beendete die 1. Mannschaft die Sasion 78/79 mit dem 10. Tabellenplatz. Neben der Teilnahme am Stadtpokal bestritten die Fußballer noch einige Freundschaftsspiele. Erstmals in dieser Runde habe der Verein auch eine Reservemannschaft melden können. Mit der Bekanntgabe der Trainingsbeteiligung, wo von 45 angesetzten Trainingstagen K.-E. Lind nur einmal fehlte - gefolgt von D. Kühn -, schloß der Bericht der Fußballabteilung.

Auf die jeweils erreichten dritten Plätze der C- und E-Jugend wies Jugendleiter Eduard Schmidt hin. Als ein guter Entschluß habe sich auch die Spielegemeinschaft mit dem FC Weickartshain herausgestellt. Dadurch werde allen Jugendlichen eine Spielmöglichkeit geboten.

Mit dem 2. Platz schloß die 1. Tischtennismannschaft in der Bezirksklasse Fulda-West die Meisterschaftsrunde ab. Nach den Worten von Spartenleiter Gerhard Ruppel konnte die 2. Mannschaft mit dem vorletzten Platz den Verbleib in der B-Klasse sichern.

Wöchentlich gut besuchte Übungsstunden und einen öffentlichen Auftritt verzeichnete die Damengymnastikgruppe. Wie die Leiterin Ida Psiorz mitteilte, hätten die Frauen neben einer Ausflugsfahrt in den Taunus noch eine gelungene Jahresabschlußfeier erlebt.

Zum größten Teil wurden die Spartenleiter und deren Vertreter wiedergewählt. So fungieren nun R. Mölcher, G. Pernak (Fußball-Abt.); G. Ruppel, L. Pleik, K. Kratz (Tischtennis-Abt.); K. Erdmann, P. Swoboda (Fußball-Jugend); G. Ruppel, L. Pleik, K. Kratz (Tischtennis-Abt.); K. Erdmann, P. Swoboda (Fußball-Jugend), sowie Ida Psiorz und Annita Schmidt (Gymnastik-Abt.). Die Kasse prüfen werden im nächsten Jahr Hans Mölcher und Dieter Kraft.

Zum Abschluß der Mitgliederversammlung informierte Vorsitzender Reiner Roth noch die Mitglieder, daß das Volkswandern und Kinderfest am 26. Mai stattfinden wird. Für die Fußballjugend wird es eine Mehrtagesfahrt in die Rhön, sowie ein Besuch eines Bundesligaspieles in Frankfurt geben. Beteiligen wird sich der Verein auch mit anderen örtlichen Vereinen am Festzug des 20. Hessentages in Grünberg.

(Karl-Ernst Lind)

 
26. Januar 1980

JHV "Eintracht"

Zur Hauptversammlung (im Januar 1980) des Gesangvereins Lardenbach/Klein-Eichen konnte 1. Vorsitzender Heinz Schwanke neben Ehrenmitgliedern und dem Chorleiter Ottmar Hasenpflug fast nur die aktiven Mitglieder des Männergesangvereins begrüßen. Bevor der Vereinsvorsitzende über das abgelaufene Jahr berichtete, gedachte die Versammlung der beiden verstorbenen Ehrenmitglieder Wilhelm Momberger und Heinrich Knöß.

Mit vierzig Singstunden und neun öffentlichen Auftritten wurde, nach den Worten von Schwanke, ein arbeitsreiches Jahr abgeschlossen. Sein Dank galt besonders dem Chorleiter, durch dessen Arbeit bei den verschiedenen Veranstaltungen sich für den Verein ein Erfolg abzeichnete. Zu dem schon traditionellen Auftritt bei der öffentlichen Weihnachtsfeier kam ein zum erstenmal durchgeführtes Adventssingen in den beiden Dörfern Klein-Eichen und Lardenbach hinzu. Auch bei der Einführung von Pfarrer Schmidt-Mappes, bei der Gedenkfeier zum Volkstrauertag, sowie zwei Chorleitergruppentreffen habe der Gesangverein aktiv mitgewirkt.

In Bezug auf die Singstunden bemängelte Heinz Schwanke, dass deren Besuch leider nur vor öffentlichen Auftritten mit gut bezeichnet werden kann. Lobenswert sei daher auch die regelmäßige Teilnahme von Emil Mölcher, Reinhard Werner, Heinz Schwanke, Karl Ruppel und August Erdmann an den Übungsstunden. Für die Zukunft wünschte er sich daher von allen Sängern eine noch bessere Beteiligung.

Mit Sicht auf das im Jahre 1985 stattfindende 100jährige Bestehen forderte der Vorsitzende alle Mitglieder auf, für den Verein neue aktive Mitglieder zu werben.

In einem Grußwort bedauerte Chorleiter Hasenpflug die geringe Unterstützung der Vereinsarbeit durch die passiven Mitglieder. Für ihn sei bei dem Chor noch eine Leistungssteigerung sichtbar, die aber eine disziplinierte Unterstützung seitens der Sänger erfordere. In keinem Verhältnis zu den vielen Übungsstunden stehen die neun öffentlichen Auftritte. Er forderte daher für dieses Jahr die Sänger zum Singen bei allen Gelegenheiten auf. Dies bedeute dann auch gleichzeitig eine gute Werbung für den Verein.

Bedingt durch die Umstände der Arbeitswelt beschlossen die Mitglieder bei Beerdigungen von Vereinsangehörigen nun innerhalb des Gottesdientes am darauffolgenden Sonntag in der Kirche durch den Chor dem Verstorbenen die letzte Ehre zu erweisen.

Die von dem Chor durch vier Chöre umrahmte Mitgliederversammlung wählte Herbert Rühl und Ernst Kratz zu den neuen Kassenprüfern. Ebenfalls einstimmig gewählt wurde Jürgen Hofmann als Vereinsdiener. Zum Abschluß bedankte sich 1. Vorsitzender Schwanke bei Ernst Kratz, der wiederum für den Verein einen neuen Chor spenden wird.

(Karl-Ernst Lind)

 
25. Januar 1980

Betriebsbesichtigung der Rotbuntzüchter auf Hof Müller

Die Rotbuntzucht hat sich in Hessen sehr gut entwickelt. Das stellte Landwirtschafts-Direktor Romuald Piotrowski am Freitag (25. Januar 1980) in einer Versammlung der Rotbuntzüchter im Tierzuchtamtsbezirk Gießen in der Grünberger Gallushalle fest. Inzwischen gäbe es 16 000 eingetragene Herdbuchtiere. 1979 seien rund 110 000 Rotbuntkühe besamt worden. Gleichzeitig hätten 600 Rotbuntbullen im "Natursprung" gestanden, wie Piotrowski betonte. Die durchschnittliche Leistung der Rotbuntkühe habe einen neuen Höchststand erreicht. Sie liege bei 5325 kg Milch mit 3,89 Prozent Fett und 207 kg Milchfett. Wie Piotrowski weiter ausführte, habe sich die Rotbuntzucht auch im Raum Gießen sehr gut weiterentwickelt, wozu der Auktionsplatz Gießen wesentlich beigetragen habe. Es seien für über drei Millionen DM Rotbunt-Zuchttiere abgesetzt worden.

Der Leiter des Tierzuchtamtes Gießen, Dr. Rudolf Schmidt, wies auf die wirtschaftliche Lage der Landwirtschaft in der EG, aber auch in Hessen hin. Das Tierzuchtamt Gießen sei für die Betreuung aller Rassen zuständig. Milchleistung und Fleischertrag bei den Rotbunten würden gleichrangig nebeneinander stehen. Die Mastbullen sollen nach Meinung Schmidts, täglich 1,3 kg zunehmen. Eine ausgewachsene Kuh sollte ein Gewicht von 650 bis 700 kg auf die Waage bringen. Im Raum Gießen fänden sich 1326 Tiere in 38 Zuchtbetrieben, erläuterte Schmidt. Davon seien 110 eingetragene Bullen und 1216 Kühe.

Der Versammlung vorangegangen war eine Besichtigung des Rotbuntzuchtbetriebes Walter Müller in Klein-Eichen. Der Betrieb bewirtschaftet mit Pacht 30,5 ha Land. Davon etwa 40 Prozent Ackerland und 60 Prozent Wiesen und Weiden. Der Viehbestand des Betriebes umfasst einen Deckbullen, 20 Milchkühe, sechs trächtige Rinder, sechs männliche Jungstück-Vieh und 23 weibliche. Sämtliche weiblichen Kälber werden aufgestellt. Der Großteil männlicher Kälber wird mit etwa zehn Tagen verkauft. Geeignete Jungbullen und Färsen (fachsprachlich: geschlechtsreifes weibliches Hausrind, das noch kein Kalb geboren hat) werden am Gießener Auktionsplatz angeboten. In den letzten Jahren wurden jährlich durchschnittlich drei Färsen und zwei Jungbullen abgesetzt. Mit dem Bullen "Zop" wird seit Juli 1979 im eigenen Rinderbestand gedeckt.

(gaz/dd)

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23. Januar 1980

Bürgermeisterwahl 1980

Großes Interesse erweckte die Bürgermeisterwahl, bei der am Mittwochabend (23. Januar 1980) der bisherige 1. Stadtrat der Stadt Grünberg, der 38jährige Siegbert Damaschke (CDU) zum neuen Bürgermeister gewählt wurde. In der überfüllten Gallushalle drängten sich nicht nur zahlreiche Ehrengäste, sondern auch viele Bürger, die diese Wahl mit besonderer Spannung erwartete, da beide Kandidaten, die sich um dieses Amt beworben hatten, seit vielen Jahren Grünberger Bürger sind.

Stadtverordnetenvorsteher Ingo Berner, auch Vorsitzender des Wahlvorbereitungsausschusses, hatte die Vorstellung der beiden Kandidaten übernommen. Siegbert Damaschke, 1941 in Rhein (Ostpreußen) geboren und als Lehrer an der Theo-Koch-Schule in Grünberg tätig, ist seit 1968 auf vielfältige Weise kommunalpolitisch tätig.

Damaschkes Gegenkandidat, der 1929 in Grüsen (Landkreis Frankenberg) geborene parteilose Heinrich Sachs, ist als Oberamtsrat in der Stadtverwaltung tätig.

Vorgeschlagen wurde Damaschke vom Sprecher der CDU-Fraktion, Walter Corell, der insbesondere die Bemühungen Damaschkes um Integration hervorhob. SPD-Fraktionssprecher Hans-Ludwig Vogler schlug Sachs vor und verwies auf dessen fundierte Ausbildung und Erfahrung.

Nach der Wahl, bei der 20 Stimmen auf Damaschke und 17 auf Sachs entfielen, sprach Stadtverordnetenvorsteher Ingo Berner Damaschke seine Glückwünsche aus. Für den Magistrat gratulierte Amtsvorgänger Bürgermeister Gerulf Herzog, der am 17. Dezember zum hauptamtlichen 1. Beigeordneten des Kreises Gießen gewählt worden war.

Der Amtseinführung und Verpflichtung, die Stadtverordnetenvorsteher Berner vornahm, folgte eine Lange Reihe von Gratulanten. In seinen Dankesworten unterstrich Bürgermeister Damaschke seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit allen Parteien des Hauses.

(gs/gaz)

Fotos

 
04. Januar 1980

Einrichtung des Museums in Langsdorf, 1980

In Lich-Langsdorf sind zur Zeit (Januar 1980) freiwillige Helfer, vor allem Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins, dabei, im Kellergeschoß der Volkshalle ein Museum einzurichten. Den Grundstock des Museums bilden die Ausstellungsstücke, die anläßlich des 85. Jubiläums des Obst- und Gartenbauvereins im Jahre 1972 zusammengetragen wurden.

In mühevoller Kleinarbeit haben die Helfer im Laufe des letzten Jahres diesen Grundstock mit zahlreichen alten Gegenständen, die meist aus Privatbesitz stammen, ergänzt. Ein beachtlicher Teil stammt aus dem Heimatort des 1. Vorsitzenden des Obst- und Gartenbauvereins, Heinrich Rahn, und zwar aus Klein-Eichen (Vogelsberg). (Heinrich Rahn wurde im April 1916 in Klein-Eichen geboren. Seine Eltern waren Karl Rahn aus Klein-Eichen und dessen Ehefrau Anna Elise, geb. Lipp aus Ulrichstein. In zweiter Ehe heiratete Karl Rahn Katharina Lenz aus Worms. Die beiden hatten 10 Kinder: Gustav, Karl, Johanna, Walter, Tilla, Werner, Hilde, Ernst, Ilse und Erwin. Für die Jüngeren: Johanna war die Mutter von Karin Kratz und Annita Schmidt.)

Die Vorarbeiten sollen bis zur Eröffnung des Museums im April 1980 abgeschlossen sein. Der Besucher des Museums wird dann mehrere hundert Ausstellungsstücke vorfinden, darunter einen alten Webstuhl, mehrere Keltern und Leitern, gußeiserne Öfen, Bilder aus dem vorigen Jahrhundert, alte Waschmaschinen, eine ausgediente Vereinsfahne, Helme sowie eine Menge Arbeitsgeräte aus Haus, Garten und Landwirtschaft.

(Il/gaz)

Fotos

 

 

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