17. April 1980

Höhere Zuschüsse für Kläranlage

1979 hat das Land Hessen fünf Städte, Gemeinden und Abwasserverbänden im Landkreis Gießen für den Bau von Abwasserbeseitigungsanlagen Förderungsmittel in einer Höhe von 4,6 Millionen DM bereitgestellt. Wie der Erste Kreisbeigeordnete Gerulf Herzog am Donnerstag (17. April 1980) erklärte, belief sich die Gesamtinvestition der kommunalen Bauherren für Abwasseranlagen im abgelaufenen Jahr auf 16,4 Millionen DM. Er begrüßte zwar, dass sich das Land kräftig beim Ausbau des Kanal- und Kläranlagensystems engagiere, betonte aber, die Landeszuschüsse müssten künftig höher ausfallen. Es falle den Kommunalparlamenten immer schwerer, die bei dem äußerst aufwendigen Bau und Betrieb von Abwasseranlagen entstehenden Kosten gesetzestreu in vollem Umfang auf die Einwohner umzulegen.

Diese Entwicklung zu Lasten der Bürger dürfe jedoch nicht dazu führen, dass die Kommunen in ihren Anstrengungen um die Sauberhaltung der Gewässer nachlassen, meinte Herzog. Im Gegenteil sei anzustreben, dass in absehbarer Zeit im gesamten Landkreis Gießen sämtliche Abwässer geklärt in die Bäche und Flüsse eingeleitet würden. Das sei den Kommunen und Verbänden aber nur dann möglich, wenn auch das Land mitziehe.

Von dem 1979 in den Landkreis Gießen geflossenen Landeshilfen erhielten die Stadt Gießen zwei Millionen DM, der Abwasserverband Hungen 1,6 Millionen DM, der Abwasserverband Wiesecktal 500 000 DM, der Abwasserverband Lauter/Wetter 300 000 DM und die Gemeinde Buseck 155 000 DM. Im Landkreis Gießen sei die Planung einer flächendeckenden Abwasserreinigung bereits weit fortgeschritten.

Im Landkreis Gießen gibt es derzeit fünf Abwasserverbände. Aus geographischen Gegebenheiten sind mehrere Städte und Gemeinden gezwungen, sich über die Kreisgrenze hinweg zu orientieren. So auch Grünberg/Laubach mit den Stadtteilen Lardenbach, Klein-Eichen, Stockhausen und Weickartshain zum Abwasserverband Gemünden/Mücke.

In Zukunft werde es sich für die Bürger nicht mehr auszahlen, wenn die Kommunen das Problem der Abwasserbeseitigung auf die "lange Bank" schieben. Mit dem 1. Januar 1981 soll nämlich die Bestimmung des Abwasserabgabengesetzes in Kraft treten, wonach zunächst je Einwohnergleichwert 11 DM jährlich von den Gemeinden gefordert werden, bis 1986 jedoch 40 DM. Dann würden sich die Bürger fragen, wofür sie eigentlich zur Kasse gebeten werden, wenn ihr Abwasser dennoch die örtlichen Vorfluter und Bäche verschmutzen.

(gaz)

 
11. April 1980

Bauernbrot ausverkauft

Fast zu "bösem Blut" kam es am vergangenen Freitag (11. April 1980) in Lardenbach, als beim, um 19 Uhr angesetzten, Brotverkauf des Frauen- und Bastelkreises Lardenbach/Klein-Eichen zu diesem Zeitpunkt alle Brote bereits ausverkauft waren. Das Brot, das durch eine Spendenaktion von Einzelpersonen und Firmen von einigen Frauen gebacken wurde, fand einen sehr schnellen Absatz. Die von den Frauen im Voraus nicht absehbare Nachfrage konnte in keiner Weise befriedigt werden.

Schon tagsüber hatten viele Käufer die beiden Backhäuser bestürmt, um auch wirklich einen Laib Brot zu bekommen. Dies führte dann zu der prekären Situation am Abend. So mancher Brotinteressant, der teilweise eine weite Anreise hatte, war denn auch etwas verärgert. Das war natürlich von den Frauen des Bastelkreises in keinem Fall beabsichtigt. Andere nahmen die Lage dann auch mit Humor hin und sprachen von der neuen Sorte "ausverkauftes Lardenbacher Bauernbrot".

Die nicht angebrachte Kritik der Brotkäufer an den Frauen sollte jedoch nicht den nachahmenswerten Einsatz für die Kirchengemeinde schmälern. Dank ihrer doch sehr harten Arbeit - neben der Aufregung beim Verkauf - konnte doch ein erfreulicher Erlös erzielt werden. Dieser wird wiederum dem weiteren Ausbau des Gemeindesaales zugute kommen.

(Karl-Ernst Lind)

 
04. April 1980

MGV im Stift

Um die älteren und kranken Mitbürger des Laubacher Stifts am kulturellen Leben eines Gesangvereins teilnehmen zu lassen, führte der Gesangverein "Eintracht" Lardenbach/Klein-Eichen am Karfreitag im Alten- und Pflegeheim sowie im Krankenhaus einige Lieder auf. Berücksichtigt wurden dabei in den vergangenen Jahren auch Kliniken von Gießen. Unter Leitung von Ottmar Hasenpflug (Saasen) waren diesmal die Einrichtungen in Laubach an der Reihe.

Mit den Chören "Herr deine Güte", "Im Dorf da geht die Glocke schon", "Oh wie schön ist deine Welt" und "Amazing Grace" bereiteten die Sänger den Bewohnern des Alten- und Pflegeheimes sichtlich eine große Freude. Für den Männergesangverein war der Dank der Zuhörer gleichzeitig Aufforderung zur Fortführung dieser freudebereiteten Arbeit.

(Karl-Ernst Lind)

 
03. April 1980

Ortsbeiratssitzung

Die Mitglieder des Ortsbeirates Klein-Eichen haben sich zu einer Sitzung am Donnerstag in der Gaststätte Bingel getroffen. Ortsvorsteher Günther Zimmer begrüßte die Anwesenden und stellte auch die Beschlußfähigkeit fest. Auf der Tagesordnung stand nur die Wahl eines Schöffen. Wer da nun gewählt wurde gilt es noch zu ermitteln.

(hz)

 
30. März 1980

Osterbazar des Frauen- und Bastelkreises

Sichtlich erfreut und trotzdem völlig überrascht von dem hohen Erlös von 4424 DM zeigte sich nach Abschluß des Osterbazars der Frauen- und Bastelkreis Lardenbach, Klein-Eichen und Weickartshain. Die Veranstaltung in der alten Schule in Lardenbach, die dem weiteren Ausbau des Gemeindehauses zugute kommt, zog viele hundert Besucher nicht nur aus dem onerhessischen Raum an.

Nicht einmalig soll das angepriesene "echte Bauernbrot" in Lardenbach zum Verkauf gekommen sein. Die gebackenen 140 Laib Brot wurden im Nu von den Käufern weggeschnappt. Aufgrund der enormen Nachfrage spendeten nochmals Lardenbacher Bürger die notwendigen Zutaten zu einem weiteren Brotverkauf. Wie von den zuständigen Frauen zu erfahren war, liegen derzeit schon wieder viele neue Bestellungen vor. Daher wird es für alle nochmals einen Brotverkauf geben.

Ebenso stark war das Interesse an den von den Frauen gebastelten Gebrauchs- und Geschenkartikeln. Absatz fanden fast alle in den Bastelstunden hergestellten Gegenstände der Bauern- und Glasmalerei. Starke Nachfrage herrschte auch bei den Strick- und Häkelartikeln, die ebenfalls in zahlreichen Stunden von den Mitgliedern des Kreises gefertigt wurden.

Großen Zuspruch fand auch die Kaffeetafel in dem neu renovierten Saal des Gebäudes. Nach gut zwei Stunden war von den achtundvierzig selbstgebackenen Kuchen nicht mehr viel zu sehen.

Erfreulicherweise ging es den meisten Besuchern in erster Linie um die Unterstützung einer guten Sache. Daneben konnte man sich oder auch einem Mitmensche durch den Erwerb der angebotenen Artikel bzw. durch den Genuß des ausgezeichneteten Kaffees eine Freude bereiten.

Die unerwartet hohe Beteiligung spricht doch von einer engen Verbundenheit von Kirchengemeinde und Gesellschaft. Initiatoren waren Pfarrer Schmidt-Mappes und die Frauen des Bastelkreises. Die gesamten Lardenbacher und Klein-Eichener Kirchengemeinden werden - dank des guten Erlöses - beim Ausbau des Gemeindehauses davon profitieren.

(kl/hz)

 
30. März 1980

SSV-Jugendarbeit

Als selbstverständliche Notwendigkeit betrachtet der Spiel- und Sportverein Lardenbach/Klein-Eichen seine in den vergangenen Tagen für junge Sportler durchgeführte Mehrtagesfahrt in die Röhn. Unter Leitung von sechs Betreuern besuchten zwanzig E- und D-Jugendspieler vom 28. bis 30. März die Jugendherberge Gersfeld.

Das Programm war für alle Teilnehmer ein großartiges Erlebnis. Zu den unvergessenen Ereignissen dieser Fahrt dürfte eine Wanderung auf Hessens höchsten Berg, die 950 Meter hohe Wasserkuppe zählen. Freude bereiteten den jungen Fußballern auch eine Wildparkbesichtigung, sowie ein Lagerfeuer.

Die Reisekosten dieser in den festgesetzten Richtlinien für die Jugendarbeit befindlichen Fahrt wurden fast komplett vom SSV übernommen, für den die Durchführung und Finanzierung einer solchen Fahrt als wichtiger Schritt für eine erfolgsversprechenden Jugendarbeit und somit für einen von Nachwuchssorgen befreiten Fortbestand des Vereins in der Zukunft dient.

(Karl-Ernst Lind)

 
23. Februar 1980

Jagdgenossenschaft

Am Samstag um 20.15 Uhr fand in der Gaststätte Rohn, Stockhausen, die ordentliche Generalversammlung der Jagdgenossenschaft Stockhausen/Klein-Eichen statt. Gekommen waren 19 Genossen aus Stockhausen und 13 aus Klein-Eichen. Nach der Begrüßung der Jagdgenossen und des Stadtrates Jochim sowie des Vertreters des Forstamtes Keitzer durch Jagdvorsteher Bräuning stand auf der Tagesordnung der Geschäfts- und Kassenbericht. Es folgte der Bericht des Jagdpächters Dr. Jüngst. Seiner Ansicht nach sei der Bestand an Niederwild zurückgegangen. Dagegen sei der Bestand an Rehwild gut.

Erich Funk stellte den Antrag auf Entlastung des Vorstandes. Dem stimmte die Versammlung einstimmig zu. die Beschlussfassung über die Verwendung des Jagdpachterlöses sieht vor wieder Feldwege zu schottern. Stadtrat Jochim gab bekannt, dass sowohl in Stockhausen als auch in Klein-Eichen in diesem Jahr Wegebaumaßnahmen durchgeführt werden sollen. Dazu stellte Erich Funk die Bitte an den Stadtrat, er möge sich doch für den Verbindungsweg über den Kahlsberg zum Stockhäuserweg einsetzen. Mit den Anfragen und Mitteilungen sowie dem Punkt Verschiedens endete die Versammlung. Jagdpächter Dr. Jüngst gab dernach einen Umtrunk für alle Jagdgenossen.

(hz)

 
21. Februar 1980

Wasserentnahme im Vogelsberg

Nach Mitteilungen des CDU-Kreisvorsitzenden MdL Adolf Roth (21. Februar 1980) wird der Hessische Landtag in der kommenden Woche eine ausführliche Debatte zum Thema "Schutz des Wasserhaushaltes im Vogelsberg" erleben, die von der CDU-Landtagsfraktion durch eine Anfrage unter dieser Überschrift ausgelöst worden ist. Gegenstand der Debatte, die am Mittwoch nachmittag auf der Tagesordnung des Landtages stehen wird, ist die inzwischen von der Landesregierung vorgelegte umfangreiche schriftliche Stellungnahme.

Danach sei die vomRegierungspräsidenten in Darmstadt im Jahre 1975 genannte Fördermenge aus dem Vogelsberggebiet keine unveränderliche Planungsgröße, zumal sie auch wasserrechtlich nicht festgeschrieben sei. Nur eine im Rahmen eines mehrjährigen Pumpversuches durchzuführende vorsichtige und stufenweise Entnahme könne letzten Aufschluß über die ohne Schaden förderbare Menge ergeben.

Im einzelnen habe die Landesregierung die Anfrage folgendermaßen beantwortet: Die im Jahre 1979 im Gebiet des Vogelsbergs geförderte Wassermenge werde auf insgesamt 72,9 Mio m³ beziffert. Der Pro-Kopf-Verbrauch an Wasser betrage derzeit im Vogelsberg ca. 160 l je Einwohner am Tag. Er liege damit unter dem entsprechenden Wert des Rhein-Main-Gebietes von 179 l. Die Ursache hierfür sieht die Landesregierung in einer unterschiedlichen Dichte von Schwimmbädern und öffentlichen Einrichtungen sowie in einem "gewissen Wohlstandsgefälle" und die damit verbundene Ausrüstung der Haushalte mit sanitären Anlagen, Waschmaschinen und Geschirrspülern.

Auf die Frage, ob die Landesregierung an der vom Regierungspräsidenten in Darmstadt genannten Planungsgrößen festhalte und ob diese nicht das vorhandene Grundwasserdargebot um 20 % zu hoch ansetze,habe die Landesregierung dahingehend beantwortet, dass die durch Untersuchungen als gesichert angesehene verfügbare Grundwassermenge von 200 Mio m³ jährlich im Jahre 2000 vom Bedarf und der Inanspruchnahme her um 18 % unterschritten werde.

Erst genauere Messungen und die durch den praktischen Betrieb der einzelnen Wasserwerke gewonnenen Erfahrungen könnten weiteren Aufschluß geben. Von der Bedarfsentwicklung werde es abhängen, in welcher Höhe von der als gewinnbar ermittelten Menge entnommen werde, wobei nicht abzuschätzen sei, ob der in der Broschüre angegebene Bedarfswert für das Jahr 2000 tatsächlich erreicht werde.

Im weiteren habe sich die Landesregierung mit Fragen nach der Austrocknung von Teichen und Sumpfwiesen im Vogelsberg, mit dem Versiegen von Quellen und Bachläufen sowie örtliche aufgetretenen Gebäudeschäden auseinandergesetzt. Außerdem mußte sie die Frage beantworten, ob die Trocknisschäden in den Buchen- und Fichtenbeständen des westlichen Vogelsbergs nach dem trockenen Sommer 1976 auf eine mit der Grundwasserentnahme zusammenhängende Absenkung des Grundwasserspiegels zurückzuführen sei.

Bei allen genannten Fragen verweist die Landesregierung in ihrer Antwort auf durchgeführte Untersuchungen, Verhandlungen, Entschädigungen und privatrechtliche Absprachen. Die Waldschäden seien ohne nachweisbaren Zusammenhang mit Grundwasser aufgetreten. Im Vogelsberg, so die Landesregierung, verliefen die Grundwasserströme in den Tiefen der Täler, während die Schadflächen mehrere 100 m höher auf flachgründigen Bergrücken und Oberhängen lägen, wo die Baumwurzeln keinen Anschluß an Grundwasser haben könnten.

Außer weiteren Fragen zum Schutz des Wasserhaushaltes mußte die Landesregierung auch auf Möglichkeiten der Wassereinsparung antworten. Im gewerblichen und industriellen Bereich seien nach Ansicht der Regierung nur begrenzte Einsparmöglichkeiten vorhanden.

Abschließend teilte MdL Roth mit, dass in der bevorstehenden Landtagsdebatte auch die Frage der Anhörung der betroffenen Einwohner des Vogelsbergs und ihrer Vertretungen zur Sprache käme, und zwar sowohl bei langfristigen Planungen der Wasserentnahme als auch bei der Festlegung von Entnahmestellen und Förderhöchstmengen.

(hz)

Fotos

 
04. Februar 1980

Parlament nahm Abschied von Herzog

Innerhalb kurzer Zeit war es die dritte Veranstaltung im großen Rahmen in der Gallushalle. In ihrem Mittelpunkt stand diesmal die offizielle Verabschiedung Altbürgermeister Gerulf Herzogs, und es war dies die erste Stadtverordnetensitzung mit Siegbert Damaschke als neuer Bürgermeister. Unter den Ehrengästen sah man die Landtagsabgeordneten Philippi und Keil und Landrat Klingelhöfer und auch den Vorgänger Herzogs Altbürgermeister Karl Anschütz.

In diesem Rahmen wurde auch als Nachfolger Damaschkes Alfred Hammerschick als Erster Stadtrat verpflichtet.

(hz)

 
01. Februar 1980

Hauptversammlung des SSV

Guten Besuch verzeichnete am vergangenen Freitag (1. Februar 1980) im Gasthaus Dietz die Hauptversammlung des Spiel- und Sportvereins Lardenbach/Klein-Eichen. Erschienen waren neben dem Ehrenmitglied Otto Günther und Fußballtrainer Edgar Möbus auch fast alle Reiseteilnehmer des letztjährigen Ausfluges nach St. Johann/Tirol.

Im Tätigkeitsbericht wies Vereinsvorsitzender Reiner Roth auf die umfangreiche Vereinsarbeit hin, u. a. auf die Fahrt der Jugendfußballer zum Bundesligaspiel Eintracht Frankfurt gegen Bayern München. Mit einer weiteren Fahrt vom 1. bis 5. Juni nach St. Johann erlebten fünfzig Vereinsmitglieder bei herrlichem Wetter und guter Stimmung einige schöne Tage. Tagesfahrten nach Kaprun und eine Dolomiten-Rundfahrt waren Teil eines umfangreichen Reiseprogramms.

Großer Zuspruch fand wieder der traditionelle Volkswandertag. Wie alljährlich fanden sich viele Wanderfreunde aus nah und fern bei der Lardenbacher Grillhütte ein. Als Höhepunkt bezeichnete Roth das anschließende, vom Verein durchgeführte kostenlose Kinderfest. Bei der, von der Stadt grünberg nach Lardenbach veranstalteten, Sternwanderung ging die für den SSV gestartete Wandergruppe als Sieger hervor.

Mit der Einweihung der im Mai fertiggestellten Sauna sei im November ein lang gehegter Wunsch vieler Vereinsmitglieder wahr geworden. Vierunddreißig Helfern leisteten über dreihundert freiwillige Arbeitsstunden. Ergänzt wurde diese Anlage kürzlich durch ein Solarium, so daß allen Mitgliedern Entspannung und Erholung vom Streß geboten werden könne.

Jugendleiter Reiner Roth forderte alle Vereinsmitglieder auf, die Jugendarbeit jederzeit uneingeschränkt zu fördern. Ohne Jugend könne der Verein in Zukunft nicht mehr bestehen. Sein Dank galt allen Helfern und Gönnern, die durch ihre Unterstützung dem Verein sehr geholfen haben.

Mit Reinhard Mölcher für die Fußball-Abteilung begann die Berichterstattung der Sparten. Wie Mölcher ausführte, beendete die 1. Mannschaft die Sasion 78/79 mit dem 10. Tabellenplatz. Neben der Teilnahme am Stadtpokal bestritten die Fußballer noch einige Freundschaftsspiele. Erstmals in dieser Runde habe der Verein auch eine Reservemannschaft melden können. Mit der Bekanntgabe der Trainingsbeteiligung, wo von 45 angesetzten Trainingstagen K.-E. Lind nur einmal fehlte - gefolgt von D. Kühn -, schloß der Bericht der Fußballabteilung.

Auf die jeweils erreichten dritten Plätze der C- und E-Jugend wies Jugendleiter Eduard Schmidt hin. Als ein guter Entschluß habe sich auch die Spielegemeinschaft mit dem FC Weickartshain herausgestellt. Dadurch werde allen Jugendlichen eine Spielmöglichkeit geboten.

Mit dem 2. Platz schloß die 1. Tischtennismannschaft in der Bezirksklasse Fulda-West die Meisterschaftsrunde ab. Nach den Worten von Spartenleiter Gerhard Ruppel konnte die 2. Mannschaft mit dem vorletzten Platz den Verbleib in der B-Klasse sichern.

Wöchentlich gut besuchte Übungsstunden und einen öffentlichen Auftritt verzeichnete die Damengymnastikgruppe. Wie die Leiterin Ida Psiorz mitteilte, hätten die Frauen neben einer Ausflugsfahrt in den Taunus noch eine gelungene Jahresabschlußfeier erlebt.

Zum größten Teil wurden die Spartenleiter und deren Vertreter wiedergewählt. So fungieren nun R. Mölcher, G. Pernak (Fußball-Abt.); G. Ruppel, L. Pleik, K. Kratz (Tischtennis-Abt.); K. Erdmann, P. Swoboda (Fußball-Jugend); G. Ruppel, L. Pleik, K. Kratz (Tischtennis-Abt.); K. Erdmann, P. Swoboda (Fußball-Jugend), sowie Ida Psiorz und Annita Schmidt (Gymnastik-Abt.). Die Kasse prüfen werden im nächsten Jahr Hans Mölcher und Dieter Kraft.

Zum Abschluß der Mitgliederversammlung informierte Vorsitzender Reiner Roth noch die Mitglieder, daß das Volkswandern und Kinderfest am 26. Mai stattfinden wird. Für die Fußballjugend wird es eine Mehrtagesfahrt in die Rhön, sowie ein Besuch eines Bundesligaspieles in Frankfurt geben. Beteiligen wird sich der Verein auch mit anderen örtlichen Vereinen am Festzug des 20. Hessentages in Grünberg.

(Karl-Ernst Lind)

 
26. Januar 1980

JHV "Eintracht"

Zur Hauptversammlung (im Januar 1980) des Gesangvereins Lardenbach/Klein-Eichen konnte 1. Vorsitzender Heinz Schwanke neben Ehrenmitgliedern und dem Chorleiter Ottmar Hasenpflug fast nur die aktiven Mitglieder des Männergesangvereins begrüßen. Bevor der Vereinsvorsitzende über das abgelaufene Jahr berichtete, gedachte die Versammlung der beiden verstorbenen Ehrenmitglieder Wilhelm Momberger und Heinrich Knöß.

Mit vierzig Singstunden und neun öffentlichen Auftritten wurde, nach den Worten von Schwanke, ein arbeitsreiches Jahr abgeschlossen. Sein Dank galt besonders dem Chorleiter, durch dessen Arbeit bei den verschiedenen Veranstaltungen sich für den Verein ein Erfolg abzeichnete. Zu dem schon traditionellen Auftritt bei der öffentlichen Weihnachtsfeier kam ein zum erstenmal durchgeführtes Adventssingen in den beiden Dörfern Klein-Eichen und Lardenbach hinzu. Auch bei der Einführung von Pfarrer Schmidt-Mappes, bei der Gedenkfeier zum Volkstrauertag, sowie zwei Chorleitergruppentreffen habe der Gesangverein aktiv mitgewirkt.

In Bezug auf die Singstunden bemängelte Heinz Schwanke, dass deren Besuch leider nur vor öffentlichen Auftritten mit gut bezeichnet werden kann. Lobenswert sei daher auch die regelmäßige Teilnahme von Emil Mölcher, Reinhard Werner, Heinz Schwanke, Karl Ruppel und August Erdmann an den Übungsstunden. Für die Zukunft wünschte er sich daher von allen Sängern eine noch bessere Beteiligung.

Mit Sicht auf das im Jahre 1985 stattfindende 100jährige Bestehen forderte der Vorsitzende alle Mitglieder auf, für den Verein neue aktive Mitglieder zu werben.

In einem Grußwort bedauerte Chorleiter Hasenpflug die geringe Unterstützung der Vereinsarbeit durch die passiven Mitglieder. Für ihn sei bei dem Chor noch eine Leistungssteigerung sichtbar, die aber eine disziplinierte Unterstützung seitens der Sänger erfordere. In keinem Verhältnis zu den vielen Übungsstunden stehen die neun öffentlichen Auftritte. Er forderte daher für dieses Jahr die Sänger zum Singen bei allen Gelegenheiten auf. Dies bedeute dann auch gleichzeitig eine gute Werbung für den Verein.

Bedingt durch die Umstände der Arbeitswelt beschlossen die Mitglieder bei Beerdigungen von Vereinsangehörigen nun innerhalb des Gottesdientes am darauffolgenden Sonntag in der Kirche durch den Chor dem Verstorbenen die letzte Ehre zu erweisen.

Die von dem Chor durch vier Chöre umrahmte Mitgliederversammlung wählte Herbert Rühl und Ernst Kratz zu den neuen Kassenprüfern. Ebenfalls einstimmig gewählt wurde Jürgen Hofmann als Vereinsdiener. Zum Abschluß bedankte sich 1. Vorsitzender Schwanke bei Ernst Kratz, der wiederum für den Verein einen neuen Chor spenden wird.

(Karl-Ernst Lind)

 
25. Januar 1980

Betriebsbesichtigung der Rotbuntzüchter auf Hof Müller

Die Rotbuntzucht hat sich in Hessen sehr gut entwickelt. Das stellte Landwirtschafts-Direktor Romuald Piotrowski am Freitag (25. Januar 1980) in einer Versammlung der Rotbuntzüchter im Tierzuchtamtsbezirk Gießen in der Grünberger Gallushalle fest. Inzwischen gäbe es 16 000 eingetragene Herdbuchtiere. 1979 seien rund 110 000 Rotbuntkühe besamt worden. Gleichzeitig hätten 600 Rotbuntbullen im "Natursprung" gestanden, wie Piotrowski betonte. Die durchschnittliche Leistung der Rotbuntkühe habe einen neuen Höchststand erreicht. Sie liege bei 5325 kg Milch mit 3,89 Prozent Fett und 207 kg Milchfett. Wie Piotrowski weiter ausführte, habe sich die Rotbuntzucht auch im Raum Gießen sehr gut weiterentwickelt, wozu der Auktionsplatz Gießen wesentlich beigetragen habe. Es seien für über drei Millionen DM Rotbunt-Zuchttiere abgesetzt worden.

Der Leiter des Tierzuchtamtes Gießen, Dr. Rudolf Schmidt, wies auf die wirtschaftliche Lage der Landwirtschaft in der EG, aber auch in Hessen hin. Das Tierzuchtamt Gießen sei für die Betreuung aller Rassen zuständig. Milchleistung und Fleischertrag bei den Rotbunten würden gleichrangig nebeneinander stehen. Die Mastbullen sollen nach Meinung Schmidts, täglich 1,3 kg zunehmen. Eine ausgewachsene Kuh sollte ein Gewicht von 650 bis 700 kg auf die Waage bringen. Im Raum Gießen fänden sich 1326 Tiere in 38 Zuchtbetrieben, erläuterte Schmidt. Davon seien 110 eingetragene Bullen und 1216 Kühe.

Der Versammlung vorangegangen war eine Besichtigung des Rotbuntzuchtbetriebes Walter Müller in Klein-Eichen. Der Betrieb bewirtschaftet mit Pacht 30,5 ha Land. Davon etwa 40 Prozent Ackerland und 60 Prozent Wiesen und Weiden. Der Viehbestand des Betriebes umfasst einen Deckbullen, 20 Milchkühe, sechs trächtige Rinder, sechs männliche Jungstück-Vieh und 23 weibliche. Sämtliche weiblichen Kälber werden aufgestellt. Der Großteil männlicher Kälber wird mit etwa zehn Tagen verkauft. Geeignete Jungbullen und Färsen (fachsprachlich: geschlechtsreifes weibliches Hausrind, das noch kein Kalb geboren hat) werden am Gießener Auktionsplatz angeboten. In den letzten Jahren wurden jährlich durchschnittlich drei Färsen und zwei Jungbullen abgesetzt. Mit dem Bullen "Zop" wird seit Juli 1979 im eigenen Rinderbestand gedeckt.

(gaz/dd)

Fotos

 
23. Januar 1980

Bürgermeisterwahl 1980

Großes Interesse erweckte die Bürgermeisterwahl, bei der am Mittwochabend (23. Januar 1980) der bisherige 1. Stadtrat der Stadt Grünberg, der 38jährige Siegbert Damaschke (CDU) zum neuen Bürgermeister gewählt wurde. In der überfüllten Gallushalle drängten sich nicht nur zahlreiche Ehrengäste, sondern auch viele Bürger, die diese Wahl mit besonderer Spannung erwartete, da beide Kandidaten, die sich um dieses Amt beworben hatten, seit vielen Jahren Grünberger Bürger sind.

Stadtverordnetenvorsteher Ingo Berner, auch Vorsitzender des Wahlvorbereitungsausschusses, hatte die Vorstellung der beiden Kandidaten übernommen. Siegbert Damaschke, 1941 in Rhein (Ostpreußen) geboren und als Lehrer an der Theo-Koch-Schule in Grünberg tätig, ist seit 1968 auf vielfältige Weise kommunalpolitisch tätig.

Damaschkes Gegenkandidat, der 1929 in Grüsen (Landkreis Frankenberg) geborene parteilose Heinrich Sachs, ist als Oberamtsrat in der Stadtverwaltung tätig.

Vorgeschlagen wurde Damaschke vom Sprecher der CDU-Fraktion, Walter Corell, der insbesondere die Bemühungen Damaschkes um Integration hervorhob. SPD-Fraktionssprecher Hans-Ludwig Vogler schlug Sachs vor und verwies auf dessen fundierte Ausbildung und Erfahrung.

Nach der Wahl, bei der 20 Stimmen auf Damaschke und 17 auf Sachs entfielen, sprach Stadtverordnetenvorsteher Ingo Berner Damaschke seine Glückwünsche aus. Für den Magistrat gratulierte Amtsvorgänger Bürgermeister Gerulf Herzog, der am 17. Dezember zum hauptamtlichen 1. Beigeordneten des Kreises Gießen gewählt worden war.

Der Amtseinführung und Verpflichtung, die Stadtverordnetenvorsteher Berner vornahm, folgte eine Lange Reihe von Gratulanten. In seinen Dankesworten unterstrich Bürgermeister Damaschke seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit allen Parteien des Hauses.

(gs/gaz)

Fotos

 
04. Januar 1980

Einrichtung des Museums in Langsdorf, 1980

In Lich-Langsdorf sind zur Zeit (Januar 1980) freiwillige Helfer, vor allem Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins, dabei, im Kellergeschoß der Volkshalle ein Museum einzurichten. Den Grundstock des Museums bilden die Ausstellungsstücke, die anläßlich des 85. Jubiläums des Obst- und Gartenbauvereins im Jahre 1972 zusammengetragen wurden.

In mühevoller Kleinarbeit haben die Helfer im Laufe des letzten Jahres diesen Grundstock mit zahlreichen alten Gegenständen, die meist aus Privatbesitz stammen, ergänzt. Ein beachtlicher Teil stammt aus dem Heimatort des 1. Vorsitzenden des Obst- und Gartenbauvereins, Heinrich Rahn, und zwar aus Klein-Eichen (Vogelsberg). (Heinrich Rahn wurde im April 1916 in Klein-Eichen geboren. Seine Eltern waren Karl Rahn aus Klein-Eichen und dessen Ehefrau Anna Elise, geb. Lipp aus Ulrichstein. In zweiter Ehe heiratete Karl Rahn Katharina Lenz aus Worms. Die beiden hatten 10 Kinder: Gustav, Karl, Johanna, Walter, Tilla, Werner, Hilde, Ernst, Ilse und Erwin. Für die Jüngeren: Johanna war die Mutter von Karin Kratz und Annita Schmidt.)

Die Vorarbeiten sollen bis zur Eröffnung des Museums im April 1980 abgeschlossen sein. Der Besucher des Museums wird dann mehrere hundert Ausstellungsstücke vorfinden, darunter einen alten Webstuhl, mehrere Keltern und Leitern, gußeiserne Öfen, Bilder aus dem vorigen Jahrhundert, alte Waschmaschinen, eine ausgediente Vereinsfahne, Helme sowie eine Menge Arbeitsgeräte aus Haus, Garten und Landwirtschaft.

(Il/gaz)

Fotos

 

 

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