12. April 1979

Die erste Orgel für Klein-Eichens Kirche

Rechtzeitig zu den Osterfeiertagen 1979 konnte die Evangelische Kirchengemeinde Klein-Eichen eine neue Orgel anschaffen. Durch den Erwerb wird ein schon betagtes Harmonium abgelöst.

Die im Jahre 1739 in Klein-Eichen wieder aufgebaute aus dem fünfzehnten Jahrhundert stammende Fachwerkkirche wurde nun mit einer wohl einmaligen Orgel der Firma Wersi ausgestattet. Die Orgel des Typs Helios W2 mit zwei Manualen mit je vier Oktaven und 26 Tasten-Vollpedalen ist nicht nur für den Sakralbereich verwendbar. Auch für klassische Musik ist dieses Instrument geeignet. So sind neben den verschiedenen Soloinstrumenten auch Orchesterklänge zu hören.

Der Kauf dieser Orgel wurde zu zwei Drittel durch die Finanzierung der Kirchengemeinde Groß-Eichen, der Klein-Eichen angehört, ermöglicht. Zuständig ist heute jedoch Pfarrer Schmitt-Mappes, der neben den Pfarreien Lardenbach, Weickartshain nun auch Klein-Eichen und Stockhausen betreut. Das letzte Drittel stammte aus einem Spendentopf zu Gunsten der Kirchenrenovierung, der ausschließlich von den Klein-Eichenern Bürgern gestiftet wurde. Diese Mittel wurden bereits vor einem Jahr gesammelt. Aus der beachtlichen Spendensammlung in Höhe von etwa zehntausend Mark konnte die Kirchengemeinde einen Teil für den schon damals geplanten Kauf einer Orgel bereitstellen.

Sehr großen Anteil an der Verwirklichung dieses Vorhabens hatte der Organist Günther Zimmer. Durch sein Wissen und seine musikalischen Fähigkeiten war er maßgeblich an der Anschaffung der Wersi-Orgel im Bausatz-System beteiligt. Zusammen mit Karlheinz Hollederer baute er in über zweihundert Arbeitsstunden aus den etwa siebentausend Mark kostenden Teilen ein harmonisch klingendes Musikinstrument.

Für die Kirchenbesucher aus Klein-Eichen und Lardenbach steht somit eine moderne und zugleich einzigartige Orgel in ihrer Art in einer der ältesten Fachwerkkirchen Oberhessens zur Vefügung.

(KL)

Fotos

 
1. Juli 1978

Müllabfuhrgebühren

Ab 1. Juli 1978 werden die Müllabfuhrgebühren auf der Grundlage der auf dem Grundstück gemeldeten Personen berechnet. Die Gebühr beträgt 27,00 DM pro Person bzw. je Einwohnergleichwert und Jahr. Bei Familien mit mehr als zwei Kindern unter 18 Jahren werden nur zwei Kinder veranlagt.

 
14. Mai 1978

Renovierte Kirche in Klein-Eichen eingeweiht

Unter großer Beteiligung der Bevölkerung aus Klein-Eichen sowie zahlreichen Besuchern aus Lardenbach, Groß-Eichen und der näheren Umgebung fand die Einweihung der seit etwa einem Jahr renovierten Kirche von Klein-Eichen statt.

Erschienen waren auch Vertreter der kommunalen Verwaltung. So nahmen auch Bürgermeister Herzog und Ortsvorsteher Günther Zimmer an der Feier teil. Als Verteter der evangelischen Kirche war H. Weyrauch (Darmstatd) anwesend.

Durch eine beachtliche Spendensammlung von etwa 10000 DM bei der Klein-Eichener Bevölkerung und einer Ablösezahlung der Stadt Grünberg in Höhe von 75000 DM an die Kirchenverwaltung Darmstadt, konnte eine Renovierung ermöglicht werden.

Dank gilt hier auch Pfarrer Dr. Breidert, der durch unermüdlichen Einsatz an der Vollendung der Arbeiten großen Anteil hat. So konnte der Kirche neben der Außenfassade auch ein neues "Gesicht" im Inneren gegeben werden.

Zur Einweihungsfeier begrüßte Frau Siedler vom Kirchenvorstand Klein-Eichen alle Anwesenden. Neben Pfarrer Breidert nahm auch Pfarrer Pleß am Festgottesdienst teil. Unterstützung fanden sie durch die Mitwirkung des Posaunenchores Sellnrod/Groß-Eichen und den Männergesangverein "Eintracht" Lardenbach/Klein-Eichen.

Nach einer Lesung von Pfarrer Pleß und einem gemeinsam gesungenen Lied, hielt Pfarrer Breidert seine Predigt. Als Vertreter der evangelischen Kirche nahm H. Weyrauch den Schlüssel von Architekt Dröge entgegen. Dieser dankte hierbei allen beteiligten Handwerkern.

Bürgermeister Herzog unterstrich, den richtigen Entschluß gefaßt zu haben, und durch eine Ablösung der Kirche die Renovierung ermöglicht zu haben. Der Ortsvorsteher von Klein-Eichen, Günther Zimmer, brachte in seinem Grußwort den Stolz zum Ausdruck nun eine so schöne Kirche im Dorf zu haben.

Mit einer Einladung zu Kaffe und Kuchen, und dem anschließenden Segen beendete der von Klein-Eichen scheidende Pfarrer Dr. Breidert den Festgottesdienst.

 
23. Juni 1977

Kirchenbaulasten

Am Donnerstagabend (23. Juni 1977) tagten die Grünberger Stadtverordneten in der Gallushalle. Dabei diskutierten sie über den Bau von Mehrzweckhallen, die Ortsgerichte (bleiben bestehen) und einen Kredit über eine halbe Millionen DM.

Einstimmig beschlossen die Stadtverordneten auch die Ablösung von Kirchenbaulast- und sonstigen Verpflichtungen gegenüber der evangelischen Kirche im Stadtteil Klein-Eichen. Für Vergütung von Organist und Kirchendiener sowie Gebäudebetriebskosten ist eine Ablösung in Höhe von 20 000 DM, zahlbar in vier Raten, vorgesehen.

Gegenstand einer Kirchenbaulast ist die Verpflichtung einer natürlichen oder juristischen Person, Kirchengebäude zu errichten, zu erweitern, instand zu halten oder wiederherzustellen. Durch die Ablösung ging diese Verpflichtung von der Kommune auf die Kirche über.

(gaz/gs)

 
12. Mai 1977

Magistrat und Stadtverordnete nach der Wahl 1977

In einer Sitzung im kleinen Saal der Gallushalle wählte die Stadtverordnetenversammlung am letzten Donnerstag (12. Mai 1977) die ehrenamtlichen Mitglieder des Magistrates. Erster Stadtrat bleibt Siegbert Damaschke (CDU). Ebenfalls der CDU gehören auch die Stadträte Alfred Hammerschick und Alfred Jochim an, die beide neu in dem Amt sind. Drei Stadträte stellte auch die SPD: Heinrich Schäfer, Otto Jost und Horst Engelhardt. Mit Heinrich Hopp stellen FDP und mit Dirk Bender FWG je einen weiteren Stadtrat.

Stadtverordnetenvorsteher Ingo Berner (CDU) führte die Magistratsmitglieder in ihr Amt ein. Bürgermeister Gerulf Herzog wies mit Nachdruck darauf hin, dass die Stadträte an das Beamtenrecht gebunden sind und damit der Schweigepflicht unterliegen.

Durch die Wahl von Stadtverordneten in den Magistrat rücken bei den Fraktionen von CDU, SPD und FDP die nächsten Listenbewerber nach. Unter anderen sind für die CDU-Fraktion Helmut Felsing (Lardenbach) und Günther Zimmer (Klein-Eichen) im Parlament vertreten.

(gaz/gs)

 
21. April 1977

Kommunalwahl-Ergebnisse: Widerspruch abgelehnt

Einstimmig war die Stadtverordneten-Versammlung der Stadt Grünberg in der Meinung, die Kommunalwahl vom 20. März 1977 als gültig anzuerkennen. Mit 23 Stimmen bei 14 Enthaltungen hatte man zuvor den Widerspruch verschiedener gewählter Ortsbeiratsmitglieder wegen Nichtberufung in den Ortsbeirat abgelehnt.

Es handelt sich dabei um Wilfried Christ und Ewald Ufer (Ortsbeirat Beltershain), Robert Jüngel (Ortsbeirat Lehnheim) und Erich Funk (Klein-Eichen); deren Berufung in den Ortsbeirat hatte Bürgermeister Gerulf Herzog als Wahlleiter nicht zugestimmt, weil sie nach § 37 der Hessischen Gemeindeortnung als Angestellte einer Körperschaft, an der die Gemeinde maßgeblich beteiligt ist (es handelt sich hierbei um die Bezirkssparkasse Grünberg, in deren Verbandsversammlung die Stadt Grünberg über zwölf von 20 Stimmen verfügt), nicht Mitglied der Gemeindevertretung sein Können.

Die Betroffenen hatten gegen diese Entscheidung Einspruch erhoben, der Wahlleiter hatte diesem Widerspruch jedoch nicht stattgegeben.

In Klein-Eichen wurde so Günther Zimmer neuer Ortsvorsteher.

(gs/gaz)

 
19. April 1977

Neue Hauptsatzung der Stadt Grünberg

In seiner jüngsten Sitzung beschloß der Magistrat eine neue Hauptsatzung für die Stadt. Diese Satzung sieht neben der Einteilung der Ortsbezirke und der Einrichtung der Ortsbeiräte in der seitherigen Form auch wieder Ausschüsse für die Stadtverordneten-Versammlung vor. Die Zahl der Ausschüsse ist um einen reduziert worden. Es gibt in Zukunft den Finanzausschuß, den Bau- und Verkehrsausschuß, den Ausschuß für Soziales und Kultur, den Ausschuß für Landwirtschaft und Umwelt und den Prüfungsausschuß. Im Paragraph 7 der Satzung wurde das öffentliche Bekanntmachungsrecht neu geordnet. In einer zweiten Satzung wurde die Entschädigung für die ehrenamtliche Tätigkeit festgelegt.

Zu der neuen Hauptsatzung sagte Bürgermeister Gerulf Herzog, dass in Zukunft die parlamentarische Arbeit mehr Zeit in Anspruch nehme, weil die Ausschüsse öffentlich tagten und die Zeit und der Ort der Ausschußsitzungen vorher durch eine öffentliche Bekanntmachung der Bevölkerung mitgeteilt werden müsse. Diese Regelung erschwere die parlamentarische Arbeit und lasse eine zügige Abwicklung nicht mehr zu. Herzog verurteilte die Regelung der Hessischen Gemeindeordnung, zukünftig die Ausschüsse öffentlich tagen zu lassen. Dies erschwere den Arbeitsablauf.

Der Magistrat beschloss ferner, die Verwaltungsaußenstellen Göbelnrod, Harbach, Klein-Eichen, Lumda, Queckborn und Reinhardshain durch einen Verwaltungsbediensteten betreuen zu lassen. Gleichzeitig vertrat man die Auffassung, dass in Zukunft die Verwaltungsaußenstelle nicht mehr von einem politischen Beamten, sondern von einem Fachbeamten geleitet werden sollte. Herzog erklärte, die Verwaltung müsse nach sachlichen Gesichtspunkten arbeiten, während in den Ortsbeiräten, der Stadtverordneten-Versammlung und dem Magistrat die politischen Entscheidungen getroffen werden.

Die Aufgaben für die Verwaltungsaußenstellen und die Aufgaben für die Ortsvorsteher wurden ebenfalls neu geregelt. Die Ortsvorsteher sollen in Zukunft folgende Aufgaben übernehmen: Einladung zu Ortsbeiratsitzungen, Repräsentation bei öffentlichen Veranstaltungen, Pflege der Verbindung zu den örtlichen Vereinen, Meldung aller wichtigen Ereignisse an die Stadtverwaltung, Ehrung in Verbindung mit der Stadtverwaltung, Überwachung der Teilzeit- und Aushilfsbeschäftigten in dem jeweiligen Ortsbezirk, Vornahme statistischer Erhebungen, landwirtschaftlichen Zählungen und Sammlungen, Abstellen oder Beheben von kleinen Mängeln an städtischen Einrichtungen oder Meldung an die Stadtverwaltung, Meldung auftretender Schäden an Gemeindeeinrichtungen und Gemeindestraßen, Überwachung der Straßenreinigung und des Winterdienstes, frühzeitige Meldung von Jubiläen, soweit die betroffenen Personen nicht in Grünberg geboren sind und nicht in den Standesamtsbüchern eingetragen sind. Die ehrenamtliche Entschädigung wurde von 30 DM auf 50 DM pro Monat angehoben.

(gaz)

 
07. März 1977

Ernennungsurkunde für den Bürgermeister, 1977

Zu ihrer letzten Sitzung in dieser Legilaturperiode trat die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Grünberg am Montagabend (07. März 1977) in der Gallushalle zusammen. Nahezu alle Beschlüsse wurden nach kurzer sachbezogener Diskussion einstimmig gefaßt; lediglich um einen Antrag der FWG, Toilettenanlagen auf den Festplätzen der Stadtteile zu bezuschussen, gab es eine fast einstündige Diskussion.

Mit 17 Stimmen der FWG- und der SPD-Fraktion wurde dem FWG-Antrag entsprochen, in Stadtteilen, in denen in der Nähe der Festplätze keine öffentliche Toilettenanlage zur Verfügung steht, den Vereinen 7500 DM für Materialkosten zur Verfügung zu stellen, wenn sie zur Eigenleistung des Baues bereit sind.

Nachdem der Magistrat schon im Februar zugestimmt hatte, herrschte nun auch Einstimmigkeit im Parlament bei der Beschlußfassung über Bausatzungen für Stockhausen (Stockhäuser Hof), Klein-Eichen (Auf dem Kahlsberg) und Weitershain (Zu Leidenhausen).

Am Ende der Sitzung überreichte 1. Stadtrat Siegbert Damaschke Bürgermeister Gerulf Herzog die Ernennungsurkunde für dessen neue, sechsjährige Amtszeit, die am 1. April beginnt. Danach gab der Bürgermeister eine ausführliche Darstellung seiner künftigen Arbeit.

In einem Schlußwort zum Ende der Sitzungsperiode 1972 bis 1977 würdigte Stadtverordnetenvorsteher Walter Corell die Arbeit dieses Parlamentes, die in ständig zunehmendem Maße von Sachbezogenheit, Fairneß und Achtung voreinander geprägt worden sei.

(gs/gaz)

 
05. März 1977

Beginn der Kirchenrenovierung

Die Kirche von Klein-Eichen, eine der kleinsten Kirchen in Oberhessen, soll gründlich renoviert werden. Am ersten Samstag im März (5.3.1977) war es nun soweit: Etwa 15 Klein-Eichener Bürger jeden Alters und Geschlechts schlugen den Außenputz ab, um das Fachwerk der mehr als 250 Jahre alten Kirche freizulegen. Auch das Innere der Kirche soll einen neuen Anstrich erhalten. Außerdem wird der Fußboden neu verlegt und eine elektrische Heizung wird eingebaut. Schließlich muß auch die Aufhängung der Glocke überholt werden.

Nicht nur durch die Selbsthilfeaktion haben die Klein-Eichener ihren Willen bekundet, ihr Kirchlein zu erhalten. Schon vorher haben sie bei einer Spendensammlung fast 10 000 DM gegeben, obwohl der Ort nur 160 evangelische Einwohner zählt. Pfarrer Martin Breidert freut sich mit den Klein-Eichenern Bürgern, dass sie nun wieder ein schönes Gotteshaus erhalten werden.

(gaz, Foto: Zabel)

Fotos

 
28. Februar 1977

Magistrat tagt

Nachdem der Flächennutzungsplan vom Regierungspräsidenten genehmigt wurde, legte Bürgermeister Herzog dem Magistrat und der Stadtverordnetenversammlung die Bebauungsplan-Entwürfe für Grünberg-Stockhausen, Klein-Eichen und Weitershain zum Satzungsbeschluß vor. Der Magistrat hat dem Satzungsbeschluß zugestimmt. Es steht jetzt nur noch der Beschluß der Stadtverordneten aus.

(gaz)

 
25. Februar 1977

Dorfbegehung des Bürgermeisters

Bürgermeister Gerulf Herzog setzte dieser Tage (Februar 1977) seine Stadtteilbegehungen (zur Kommunalwahl) in Klein-Eichen fort. Er wurde dort von dem Ortsvorsteher Erich Funk und Mitgliedern des Ortsbeirates empfangen. Bei der Besichtigung des Neubaugebietes "Am Kahlsberg" wurde von den Ortsbeiratsmitgliedern darauf hingewiesen, wie notwendig es wäre, im nächsten Haushaltsjahr den unteren Teil der Straßen auszubauen. Es wurde darum gebeten, die Funktionsfähigkeit der Hydranten im Neubaugebiet zu überprüfen.

Bei der Begehung sprachen die Ortsbeiratsmitglieder die Reparatur des Wirtschaftsweges zwischen der Ilsdorfer und der Groß-Eichener Straße an. Herzog versprach, der Bauanteilung den Auftrag zu geben, die Kosten zu ermitteln und einen Ausbauvorschlag zu unterbreiten.

Bei der Besichtigung des Friedhofes wurde noch einmal die Anordnung der neuen Gräber besprochen. Der Ortsvorsteher wurde gebeten, diejenigen Grabeigentümer anzusprechen, bei deren Gräbern die Ruhefrist abgelaufen ist, inwieweit die Grabstätten angeräumt werden können. Es wurde weiterhin vorgeschlagen, eine Abfallkaute am Friedhof anzulegen. Die alte Trauerweide am Kriegerdenkmal auf dem Friedhof sollte entfernt werden, weil der gesamte Plattenbelag durch die Baumwurzeln zerstört würde.

Man besichtigte außerdem das Wochenendgebiet. Dort stellte man fest, dass die Bewohner des Wochenendgebietes in den letzten zwei Jahren beachtliche Forderungen an die Stadt gestellt hätten. Mittlerweile sei das Wochenendgebiet mit Wasser- und Stromanschlüssen versorgt und hätte damit den Charakter eines Baugebietes erlangt, betonte Bürgermeister Herzog.

Die Pflege der Feldwege und das Räumen des oberen Verlaufs der Larbach wurde angeschnitten. Der Bürgermeister versprach, die Bauabteilung anzuweisen, noch im Laufe des Jahres die Arbeiten auszuführen.

In einem Schlußgespräch in der Gastwirtschaft Bingel wurde noch einmal die Ablösung der Kirchenbaulast-Verpflichtung der Kirche Klein-Eichen diskutiert. Bürgermeister Herzog erklärte, dass die erste Rate schon bezahlt sei. Es sei nur noch einmal notwendig, den Inhalt des Vertrages genauer zu präzisieren.

Von dem Gastwirt wurde angeregt, bei der Aufstellung des Terminkalenders der Vereine in Zukunft auch die Gastronomen einzuladen. Abschließend dankte der Bürgermeister den Bürgern von Klein-Eichen, die immer wieder in Eigenhilfe Probleme gelöst hätten.

(gaz)

 
19. Februar 1977

Renovierung der Kirche geplant

Das Dorf Klein-Eichen, heute Stadtteil von Grünberg, gehörte schon in vorreformatorischer Zeit als Filialort zur Pfarrei Groß-Eichen. Dorthin gingen die Bürger zum Gottesdienst und zum Empfang der Sakramente. Von Anfang des 18. Jahrhunderts an hielt der jeweilige Lehrer im Dorf Beststunden ab, die in Scheunen stattfanden. Der Brauch, in Filialorten ohne Kirche zu Betstunden zusammenzukommen, ist schon für die Zeit des 30jährigen Krieges belegt. Aus dieser Einrichtung entstand auch in Klein-Eichen der Wunsch nach einer eigenen Kirche oder genauer gesagt einem Bethaus.

Die Rechtsstellung eines Kirchengebäudes und die ihm oder seinem Pfarrer zustehenden geistlichen Rechte waren früher von größerer Bedeutung als man heute gemeinhin annimmt. So hatten die kleinen Filialkapellen nur geringe Rechte.

In einer Eingabe der Gemeinde Klein-Eichen aus dem Jahre 1839 heißt es, dass sie "biß anhero keinen gewissen Orth zu Haltung der wochentlichen Bethstunden und unterweiliger Verrichtung derer Ministerial-Actuum gehabt, sondern gemeiniglich in Scheuern zusammen gekommen" sei. Weiter steht in dem Unterstützungsgesuch an den Landgrafen: "Wir haben im Jahr 1738 schon den Anfang gemacht, ein Capital aufgenommen und sofort die Kirche aufschlagen lassen." Der Ausbau bis zur Vollendung der Kirche dauerte noch bis ins Jahr 1742.

Im 18. Jahrhundert verwischt sich im Sprachgebrauch der früher strenge Unterschied zwischen Kirche und Kapelle. Das Erwähnen der "Bethstunden" und der "Ministerial-Actuum", worunter wohl ein normaler Werktags-Gottesdienst zu verstehen war, beweist aber eindeutig die niedere geistlich-rechtliche Stellung des Gebäudes.

Mit 8,50 x 6,60 Meter ist die Klein-Eichener Kirche eine unserer kleinsten in Oberhessen. Die teils verputzten teils verschindelten Außenwände lassen sie nicht als Fachwerkbau erkennen. In Holz zu bauen war nicht nur billiger als in Stein, sondern es war seit der Reformation üblich und im nördlichen Hessen weit verbreitet, Kirchen und Kapellen in Fachwerk zu bauen. Seit der zweiten Hälfte des 17. Jahthunderts hatte der Bau von Fachwerk-Kirchen sogar zugenommen.

Ein Großteil dieser Bauten hat - entgegen dem mittelalterlichen Kirchenbau - einen Rechteckgrundriss, wie er auch in Klein-Eichen ausgeführt wurde. Die 4,20 Meter hohen Fachwerkwände stehen auf einem niedrigen Bruchsteinsockel, dessen Steine von einem abgebrochenen Gebäude in einem Nachbarort stammen. Senkrechte und waagerechte Hölzer durchdringen sich so, dass fast quadratische Gefache entstanden sind. Nur die Eckfelder haben Scheägstreben. So sah die Norwand bis 1960 aus. Ihr Fachwerk war damals so schlecht, dass es herausgenommen werden mußte. Leider hat man die Wand massiv erneuert.

Das Fachwerk war früher ringsum frei sichtbar, bis es 1926 wegen schlechten Zustandes dreiseitig verkleidet wurde. Bei der demnächst kommenden Renovierung soll es mindestens zum Teil wieder freigelegt werden, wobei schadhafte Hölzer ersetzt werden.

Das etwa 50 Grad geneigte Satteldach hatte ursprünglich Schieferdeckung. Etwas seitlich versetzt ragt aus dem Dach ein achtseitiger Dachreiter, in dem eine Glocke hängt. Sie wird noch von Konfirmanden mit einem Hanfseil geläutet, was allgemein immer seltener wird. Filialkirchen hatten bis ins 19. Jahrhundert meistens nur eine Glocke.

Im Innenraum besteht noch die Einrichtung der Bauzeit. Zwei Bankblöcke, durch einen Mittelgang getrennt, stehen auf Holzpodesten. Nur die Sitzbretter wurden im vorigen Jahr erneuert. Dicke Bankwangen zeigen die Arbeit eines wohl örtlichen Zimmermannes. Auf drei Seiten sind Emporen angebracht. Sie scheinen nicht gleichzeitig eingebaut worden zu sein.

Der Altarbereich ist gekennzeichnet durch zwei Stützen mit einem Bogen. Der "Chorbogen" kommt um 1700 wieder in Mode. Statisch ist er nicht notwendig. Die Emporenbrüstungen haben eine Rankenmalerei, wie sie in evangelischen Kirchen bis um 1650 weit verbreitet war. Hier stammt sie aber von 1926. Vorher hatte das Holzwerk einen gelbbraunen Anstrich, unter dem man stellenweise rote Farbreste findet.

Die kommende Renovierung wird eine genauere Analyse der alten Fachwerkkirchen zum Schmuck des Dorfes wird.

(Peter Weyrauch)

Fotos

 
15. Februar 1977

Abstimmung über Bebauungspläne

Unter Leitung von Stadtverordnetenvorsteher Walter Corell trat die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Grünberg am Dienstagabend (15. Februar 1977) im Gemeinschaftshaus in Lehnheim zusammen.

Genehmigt wurden von den Stadtverordnetenversammlung die Bebauungspläne "Auf dem Kahlsberg" in Klein-Eichen, "Stockhäuser Hof" in Stockhausen, "Auf der Hofstatt" in Lumda und "Am Triesch" in Lardenbach.

(gaz/gs)

 
22. Januar 1977

JHV Reit- und Fahrverein

Eine stolze reitersportliche Bilanz kann der Reit- und Fahrverein Grünberg und Umgebung zum Ende des Turnierjahres 1976 vorlegen. Dies sagte der erste Vorsitzende Karl Weiß anläßlich der Jahreshauptversammlung seines Vereines in der "Villa Emilia".

Aus der Arbeit der Voltigier-Abteilung berichtete der Klein-Eichener Albert Müller. Trotz der Übermacht der großen Vereine habe man sich gut halten und in der B-Gruppe den zweiten Platz im Landesverband Hessen-Süd erringen können. Kummer habe man aber mit dem Voltigierpferd "Adjunkt", das bald in Pension gehen müsse.

(gaz/gs)

 
18. Januar 1977

Kommunalpolitiker auf der CDU-Liste

"Grünbergs Zukunft sichern". Unter diesem Motto wird die CDU, wie sie selber veröffentlichte, in den bevorstehenden Kommunalwahlkampf ziehen, sagte der Spitzenkandidat der Christdemokraten, Siegbert Damaschke, am Dientagabend (18. Januar 1977) auf einer Mitgliederversammlung seiner Organisation in der Gallushalle. Zur Situation des CDU-Stadtverbandes berichtete der CDU-Politiker, dass man 1976 einen 25prozentigen Mitgliederzuwachs verzeichnet habe. Der Stadtverband sei nunmehr der zweitstärkste innerhalb des Lahn-Dill-Kreises.

Der Parteitag akzeptierte ohne Gegenstimme die Vorschlagsliste des Siebener-Ausschusses (bildet die Kommunalwahlliste). Für die Wahl zum Stadtparlament am 20. März wurden unter anderem nominiert: 3. Else d'Amour (Weickartshain), 8. Helmut Felsing (Lardenbach), 11. Erich Funk (Klein-Eichen), 13. Alfred Jochim (Stockhausen), 20. Günter Zimmer (Klein-Eichen).

(gaz)

 
23. Dezember 1976

Tollwut

Wegen Haustiertollwut im Bereich der Stadt Lich (ein tollwütiger Hund) mußte auf Weisung des Amtstierarztes durch den Landrat als Kreispolizeibehörde im Dezember 1976 die Hunde- und Katzensperre angeordnet werden. Weitere Tollwutfälle wurden in diesem Zusammenhang aus Klein-Eichen und Allendorf (Lumda) bekannt. Dort waren Rinder an der Seuche erkrankt. Die Viehbestände beider Tierbesitzer mußten in Quarantäne.

Schon im Oktober 1976 mußte eine Kuh in Klein-Eichen getötet werden, weil sie an Tollwut erkrankt war. Das Tier befand sich auf einer Weide in der Gemarkung. Vermutlich lag eine Infektion durch einen tollwütigen Fuchs vor. Das Krenkheitsbild ließ eindeutig auf eine Tollwutinfektion schließen, wie vom Kreistierarzt zu erfahren war. Der gesamte Tierbestand des geschädigten Landwirts wurde bis auf weiteres unter amtstierärztliche Beobachtung gestellt. Kontaktpersonen mussten sich einer vorbeugenden Schutzimpfung unterziehen.

(gaz/tt)

 
19. November 1976

Haushalte 1976 und 1977

Den ersten Nachtragshaushaltsplan 1976 sowie den Haushaltsplan 1977 legte Bürgermeister Gerulf Herzog der Stadtverordnetenversammlung vor, die am 19. November 1976 in der Gallushalle zusammengetreten war. Der Nachtragshaushalt 1976 weist eine Erhöhung von 9 571 043 DM auf 9 992 517 DM im Verwaltungs- und von 4 307 855 DM auf 4 582 462 DM im Vermögenshaushalt auf. Der Entwurf des Haushaltsplanes für das Jahr 1977 schließt im Verwaltungshaushalt mit 10 110 649 DM und im Vermögenshaushalt mit 3 863 899 DM ab. Beide Haushaltspläne wurden zur Beratung an die Ausschüsse überwiesen und sollen noch vor Weihnachten verabschiedet werden.

In seinen Ausführungen zum Nachtragshaushalt führte Bürgermeister Herzog viele Posten zu den Mehr- und Mindereinnahmen auf. Unter anderem erforderte der Kindergarten in der ehemaligen Volksschule Lardenbach Mehrausgaben von 32 640 DM.

Bei einem Vergleich der Jahre 1974 bis 1977 zeige das Gewerbesteueraufkommen eine fallende Tendenz, während der gemeintliche Anteil an der Einkommenssteuer sprunghaft ansteige. Gleichzeitig sei eine Stagnation der Schlüsselzuweisungen festzustellen, denen eine beachtliche Steigerung der Kreis- und Schulumlagen gegenüberstehe. Die Wünsche der Bürger müßten daher gedämpft und alle Vorschläge zur Reduzierung von Gebühren, Beiträgen und Steuersätzen zurückgewiesen werden. Vielmehr müsseten die Bürger durch Spenden, Eigenhilfe und Mitarbeit dazu beitragen, die notwendigen Maßnahmen zu finanzieren, so Bürgermeister Herzog.

(gaz/gs)

 
12. November 1976

"Bürger - Deine Stadt" 1976

Mit einer Preisverleihung ging am Freitagabend (12. November 1976) der Wettbewerb "Bürger - Deine Stadt", den die Stadt Grünberg in diesem Jahr zum dritten Mal veranstaltete, zu Ende. Insgesamt 156 Urkunden verteilte Bürgermeister Gerulf Herzog an die Besitzer von Grundstücken in der Kernstadt und den Stadtteilen in der Gallushalle in Anerkennung ihrer hervorragenden Leistung in diesem Wettbewerb. Durch persönlichen Einsatz sei hier Beispielhaftes geleistet, und gleichzeitig seien die Bemühungen im Bereich des Fremdenverkehrs tatkräftig unterstützt worden.

Bewertet hatte die Kommission in diesem Jahr vor allem den Blumenschmuck an Häusern und in Gärten. Urkunden gingen auch an die Ortsvorsteher von Klein-Eichen, Lardenbach, Beltershain, Göbelnrod, Lumda, Lehnheim, Weickartshain und Weitershain, da diese Stadtteile in ihrem Gesamtbild der Kommission besonders angenehm aufgefallen waren. Herzog hob in seinen Ausführungen die wachsende Beteiligung an diesem Wettbewerb hervor. Allerdings habe die Stadt durch ihre Anerkennung zum Erholungsort eine besondere Verpflichtung, sich zu schmücken und zu pflegen. Positive Ansätze dazu seien in allen Stadtteilen zu erkennen, aber leider gebe es noch immer Ecken voll mit Unkraut und Unrat.

Im einzelnen gingen neun Urkunden in die Kernstadt, sechs nach Beltershain, 20 nach Göbelnrod, zehn nach Harbach, vier nach Klein-Eichen, acht nach Lardenbach, 16 nach Lehnheim, sechs nach Lumda, 30 nach Queckborn, acht nach Reinhardshain, fünf nach Stangenrod, vier nach Stockhausen, 17 nach Weickartshain und 13 nach Weitershain.

(gaz/gs)

 
03. Oktober 1976

Bundestagswahl 1976

Bei der Wahl am 3. Oktober ist Kohl dem Kanzler so dicht auf den Fersen wie noch kein Kandidat zuvor. Die Union erhält mit 48,6 Prozent (+3,7) ihr bis dahin zweitbestes Ergebnis und wird stärkste Fraktion, doch für einen Wechsel reicht es nicht. Die SPD sinkt auf 42,6 Prozent (-3,2). Die FDP erreicht 7,9 Prozent (-0,5). Damit kann sich die rot-gelbe Koalition knapp behaupten. Schmidt bleibt Kanzler, erhält aber bei seiner Wiederwahl nur eine Stimme mehr als nötig. Kohl wechselt als Oppositionsführer von Mainz nach Bonn.

Gebietsweise neblig-trüb und vereinzelt etwas Regen, so lautete der Wetterbericht für die erste Hälfte des Wahlsonntags. Später wurde das Wetter freundlicher. Und da gingen dann auch mehr Wähler in die Wahllokale. Neu an dieser Wahl war nach der Herabsetzung des Volljährigkeitsalters von 21 auf 18 Jahre am 1. Januar 1975, dass nun auch das Mindestalter für das passive Wahlrecht zum Bundestag von 21 Jahren auf 18 sank.

Die Ergebnisse für Klein-Eichen:
Wahlberechtigt 161, Wahlbeteiligung 137, Gültige Erststimmen 136, Gültige Zweitstimme 137

1976
1972
Erst-/Zweitstimme
Erst-/Zweitstimme
SPD
37/39
36/36
CDU
86/86
78/79
FDP
11/11
10/15
DKP
1/1
3/2
NPD
1
4/2

Die Ergebnisse von Lardenbach:
Wahlberechtigt 316, Wahlbeteiligung 272, Gültige Erststimmen 269, Gültige Zweitstimmen 271

1976
1972
Erst-/Zweitstimme
Erst-/Zweitstimme
SPD
97/97
108/100
CDU
157/158
145/148
FDP
14/16
8/17
DKP
1
1
NPD
-
2/2
 
09. August 1976

Magistrat berät Baugebiet

Mit dem Entwurf einer Bebauungsplanung für das Baugebiet "Auf dem Kahlsberg" im Stadtteil Klein-Eichen beschäftigte sich der Magistrat der Stadt Grünberg in seiner im August 1976. Die Bebauung in diesem Gebiet wurde bereits durch die Errichtung einiger Wohngebäude eingeleitet.

Der Magistrat schloß sich den Vorstellungen des Ortsbeirates an, die Zuführung unmittelbar von der Ilsdorfer Straße zu dem Neubaugebiet vorzusehen. Dieser Vorschlag soll dem Parlament vorgelegt werden.

(gaz/gs)

 
01. Juli 1976

Einweihung Kindergarten

Nach der Einweihung des Kindergartens, der im Rahmen des Arbeitsbeschaffungsprogrammes realisiert wurde, verfügt die Großgemeinde Grünberg nunmehr über fast 400 Kindergartenplätze. Bürgermeister Gerulf Herzog hieß in seiner Begrüßungsansprache eine französische Delegation aus der Partnerschaftsstadt Condom, den Vorsitzenden des Arbeitskreises Partnerschaft, Ulrich Hanisch, den Dezerneten für Jugendfragen, 1. Stadtrat Siegbert Damaschke, Stadtrat Heinrich Schäfer sowie die Ortsvorsteher der Stadtteile Weickartshain (Paul Theiß), Stockhausen (Otto Reitz), Lardenbach (Reinhard Mölcher), den Personalratsvorsitzenden Karl Bräuning sowie als Vertreter des Arbeitsamtes Gießen, Oberamtsrat Schlitz, willkommen.

Mit dieser Einweihung seien auch die Aufgaben, die aus dem Kindergartenplan resultieren, nunmehr erfüllt. Der Kindergartenplan sei kurz nach seiner Amtsübernahme (des Bürgermeisters) auf Initiative des Magistrates durch das Parlament beschlossen worden. Mit einem Kostenaufwand von 170 000 Mark wurde dazu die ehemalige Schule umbebaut. Weitere 10 000 bis 15 000 DM kostet die Anschaffung von Möbeln und Spielmaterial. Es entstanden zwei großzügig angelegte und freundlich ausgestattete Räume und entsprechende Nebenräume. Der neue Kindergarten, der eine provisorische Einrichtung im Bürgerhaus Stockhausen ablöst, nimmt die Kinder aus den Seenbachtalgemeinden Klein-Eichen, Lardenbach, Stockhausen und Weickartshain auf. Es gibt zwei Gruppen mit etwa 50 Kindern.

Oberamtsrat Schlitz bedankte sich bei Bürgermeister Gerulf Herzog für seine Aufgeschlossenheit hinsichtlich der Ausnutzung des Arbeitsbeschaffungsprogrammes. So sei es möglich gewesen, gerade im Grünberger Raum für eine gewisse Zeit einigen Arbeitslosen wieder eine Arbeitstelle zu beschaffen. Mit der Unterstützung des Arbeitsamtes Gießen sei ein schöner, funktionsgerechter Umbau in die Tat umgesetzt worden.

Die Vorsitzende des Jugend-, Kultur- und Sportausschusses, Margot Schäfer sagte, mit dem Umbau des ehemaligen Schulgebäudes zu einem Kindergarten sei den Intentionen des Stadtparlamentes voll entsprochen worden. Sie vertrat die Auffassung, dass gerade durch die Zentralisierung der Grundschule den Kindergärten draußen in den Stadtteilen eine wichtige Bedeutung zukomme.

Viel freundlichen Beifall erhielten die Darbietungen der Kindergartenkinder, die die Leiterin Ingrid Blauert einstudiert hatte.

(ukz/gs)

Fotos

 
23. Mai 1976

1200 Jahre Lardenbach

Vom 16. bis zum 23. Mai 1976 feierte Lardenbach, die älteste urkundliche Erwähnung im östlichen Kreisgebiet, ihr 1200jähriges Bestehen. Höhepunkt des reichhaltigen Jubiläumsprogramms waren der Festakt am 21. Mai, die Internationalen Feuerwehr-Wettkämpfe und der große bunte Abend mit anschließendem Tanz am 22. Mai sowie der historische Festzug am 23. Mai. Außerdem feierte man noch das zehnjährige Bestehen des Spiel- und Sportvereins Lardenbach/Klein-Eichen.

Von Schirmherrin Madeleine Gräfin zu Solms-Laubach wurden die Festtage am Freitag in Lardenbach eröffnet. Acht vediente Bürgern wurden die Ehrenbriefe des Landes Hessen von Landrat Ernst Türk überreicht. Und weitere Ehrungen nahmen anschließend Bürgermeister Gerulf Herzog (Grünberg) und Alfred Funk (Laubach) vor. Für unterhaltsam Musik sorgte die hessische Polizeikapelle Wiesbaden.

Ein volles Zelt konnten die Lardenbacher am Samstagabend mit dem Unterhaltungs- und Showorchester "Die Kaiserlich-Böhmischen" aufweisen. So brachten die sieben Musiker in ihrem knapp vierstündigen Programm gewürzt mit viel Schnurren, Kalauern und Witzen eine "Mordsgaudi" auf die Bühne.

Am Sonntagmittag konnte Lardenbach die zahlreichen Gäste die zum historischen Festzug gekommen waren kaum fassen. Bei strahlendem Sonnenwetter säumten Tausende von Zuschauern die Straßen, durch die sich der hervorragend gestaltete Festzug bewegte. In seinem über 30 Zugnummern zeigte er Szenen aus dem dörflichen Leben und bot gleichzeitig einen Überblick über die geschichtliche Entwicklung Lardenbachs.

Die über 200 Mitwierkenden kamen nicht nur aus Lardenbach. Vielmehr trugen zahlreiche Vereine der Großgemeinde zum Gelingen bei. Die prächtigen Kostüme hatte das Stadttheater Gießen zur Verfügung gestellt.

(gaz/gs/lw)

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16. Mai 1976

"Fairneßbälle" vom Kreisfußball-Ausschuß

Im Rahmen des Kreisfußballtages am 16. Mai 1976, der in Queckborn durchgeführt wurde, vergab man den "Fairneßpreis". Diesen "Fairneßpreis, gestiftet vom Landkreis Gießen, erhielten 14 Vereine. Keiner ihrer Spieler - der ersten oder zweiten Mannschaft - hatte in der vergangenen Sasion vom Schiedsrichter vorzeitig in die Kabinen geschickt werden müssen. Landrat Ernst Türk gratulierte und überreichte Gutscheine im Wert von 80 DM ("Fairneßbälle") an folgende Vereine: TSV Beuern, SV Garbenteich, SV Göbelnrod, FC Großen-Buseck, TSV Hungen, TV Kesselbach, TSV Lauter, SSV Lardenbach/Klein-Eichen, Eintracht Lollar, SV Nonnenroth, SV Saasen, SV Steinheim, FSV Steinbach und den SV Wetterfeld.

(gaz/ah)

 
05. Mai 1976

Bürgerversammlung 1976

Unter Leitung von Ortsvorsteher Erich Funk fand eine gutbesuchte Bürgerversammlung in Klein-Eichen statt. So berichtete die Gießener Allgemeine. Ausführlich ging Bürgermeister Gerulf Herzog auf die Investitionen ein, die in den letzten vier Jahren in Klein-Eichen vorgenommen wurden. Sie belaufen sich auf über 280 000 DM. Dazu zählen die Erschließung des Neubaugebietes am Kahlsberg (180 000 DM), die Friedhofshalle (53 600 DM), ein Anteil am Kindergarten im benachbarten Lardenbach (25 700 DM) sowie die Vermessung im Wochenendgebiet (8600 DM).

Die Bürger von Klein-Eichen, so führte Bürgermeister Herzog dazu aus, hätten in den vergangenen Jahren nur solche Forderungen aufgestellt, die auf Grund der Finanzlage der Großgemeinde Grünberg auch bezahlt werden konnten. Die Bürger nähmen eine deutlich konstruktive Haltung für die Tätigkeit des Magistrates und der Stadtverwaltung ein.

Auf die allgemeine wirtschaftliche Lage eingehend wies Herzog darauf hin, dass im vorigen Jahr die Gemeinden Darlehen mit beachtlichen Zinsen aufnehemen mussten, um die notwendigen Investitionen vornehemen zu können. Gerade aber diese Investitionen hätten zu einer Belebung der Wirtschaft beigetragen. Hätten die Gemeinden ihre Investitionstätigkeit in den Jahren 1974 und 1975 eingestellt, so könne man heute nicht von einem, wenn auch bescheidenen Aufschwung in der Wirtschaft reden, und die Zahl der Arbeitslosen wäre um mindestens weitere 50 Prozent angestiegen.

Es sei deshalb unverständlich, so erklärte Herzog weiter, dass es derzeit im Bundestag Bestrebungen gebe, die Körperschaftssteuer für die kommunaleigenen Sparkassen weiter anzuheben. Damit würde der finanzielle Spielraum der Gemeinden erneut eingeschränkt, da durch die Erhöhung der Körperschaftssteuer der Gewinn der kreis- und gemeindeeigenen Sparkassen merklich geschmälert und die Konditionen der Kommunaldarlehen verschlechtert würden.

Herzog kritisierte weiter, dass den Kommunen ständig von Bund und Land neue Aufgaben übertragen, ihnen aber dafür rtforderliche Finanzmittel verweigert würden. In diesem Jahr sei für die Stadt Grünberg im Rahmen der Kreis- und Schulumlage eine Forderung in Höhe von 150 000 DM nachgereicht worden. Damit bestehe zwischen der Schlüsselzuweisung des Landes und der Kreisumlage jetzt ein Defizit in Höhe von rund 350 000 DM.

Mit diesem Betrag, so Herzog, hätte man aus eigener Kraft den Kindergarten in Queckborn bauen können. Er bezeichnete es als unverantwortlich, dass Politiker des Bundes und des Landes ständig in das Selbstverwaltungsprinzip der Gemeinden eingreifen. Wenn sich diese Phase weiter so entwickele, werde dies der Todesstoß der Gemeinden und somit der erste Abbau einer wesentlichen demokratischen Einrichtung und damit unserer freiheitlichen Demokratie sein.

In der lebhaften Aussprache wurden Vorschläge und Anregungen zur Verschönerung des Friedhofes, zum Anbringen eines Verkehrsspiegels und zur Kirchenbaulastablösung unterbreitet,

Somit nutzte Bürgermeister Herzog eine Bürgerversammlung im kleinsten Grünberger Stadtteil um die große Politik in den Vordergrund zu schieben. Diese sei Schuld an allen Mißständen. So wie überliefert wurde, waren Themen die das Dorf direkt betreffen nur Randerscheinungen.

 
02. April 1976

Stadtverordnetenversammlung

Zu ihrer dritten diesjährigen Sitzung traf die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Grünberg am Freitagabend (2. April 1976) im Gemeinschaftssaal in Lehnheim zusammen. Einstimmig genehmigten die Stadtverordneten den Waldwirtschaftsplan für das Jahr 1976. Er schließt mit Einnahmen in Höhe von 510000 DM und Ausgaben von 410609 DM ab und weist damit einen Überschuß auf. Erstmals wurde der Waldwirtschaftsplan von einem Forstamt zusammengestellt. Vor der Neuorganisation der Forstverwaltung zum 1. Januar dieses Jahres war der Grünberger Stadtwald von drei Forstämtern betreut worden.

Zustimmung fanden auch die Vorlagen zur Ablösung von Kirchenbau- und Unterhaltungsverpflichtungen, von denen die Stadtteile Stockhausen, Stangenrod und Klein-Eichen betroffen waren. Zur Ablösung der Verpflichtungen des Stadtteils Stockhausen an der Kirche in Flensungen und dem Pfarrhaus in Merlau wird die ehemalige Schule in Stockhausen mit einem etwa 400 Quadratmeter großen Grundstück der Evangelischen Kirche Hessen-Nassau übereignet.

Zur Ablösung der Verpflichtungen an der evangelischen Kirche in Klein-Eichen wurden 75000 DM zur Verfügung gestellt. Zusätzlich hat die Stadt noch 20 Prozent (bis höchstens 35000 DM) der Baukosten für ein noch zu errichtendes Gemeindezentrum Klein-Eichen und Lardenbach bereitzustellen.

Auch noch eine Änderung der Satzung über das Erheben von Erschließungsbeiträgen wurde vom Parlament einstimmig beschlossen. Damit werden künftig diese Beiträge nach Grundstücksgröße und -nutzung errechnet werden. Bisher dienten Frontmeter und Grundstücksgröße als Bemessungsgrundlage.

(gaz/gs)

 
13. März 1976

Holzstrich in Lardenbach 1976

Ihre traditionelle "Männerbräut" hielten am Samstag (13. März 1976) die Einwohner der Grünberger Stadtteile Lardenbach und Klein-Eichen im Fortwald ab. Wie alle Jahre ist der eigentliche Grund dieses Wald-Meetings die Holzauktion, die in diesem Jahr von Ortsvorsteher Reinhard Mölcher und Forstoberinspektor (Oberförster) Karl-Heinz Keitzer geleitet wurde. Mündliche Einschlagsgebote hallten durch den Wald, und noch bevor ein Echo zu hören war, waren etwa 90 Raummeter Eiche im Besitz von etwa 25 Steigerern.

Für die Holz-Auktionäre und Gemeindebediensteten war in unmittelbarer Nähe dann das vorbereitet worden, was die "Männerbräut" (im Männerkreis brauen oder auch brüten) charakterisiert: Holzfeuer, Getränke und gebratene Würstchen. In diesem zünftigen Kreis wurden vom Oberförster der Erst- und Hauptsteigerer gekürt. Die Dauer derartiger Sitzungen läßt sich nie so recht festlegen, meinte ein Lardenbacher, das richte sich immer nach der Standfestigkeit und Ausdauer der Teilnehmer.

(gaz/ph)

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09. März 1976

Kirchenbaulasten

Der Magistrat der Stadt Grünberg hat in seiner letzten Sitzung (9. März 1976) unter anderem beschlossen, der Kirchenbaulastenablösung für Stockhausen und Klein-Eichen zuzustimmen. Die Stellungnahme der Ortsbeiräte liege hierzu bereits vor. Bürgermeister Herzog erklärte dazu, es sei notwendig, Baulast- und Unterhaltungsverpflichtungen im Laufe der Zeit abzulösen, damit eine klare Trennung zwischen den Aufgaben der Kirche und denen der Gemeinde erfolge.

In Hessen standen mehr als tausend kirchlich genutzte Gebäude in der Bauunterhaltungspflicht der örtlichen politischen Gemeinden. In der Vergangenheit hatten diese Kirchenbaulastverpflichtungen der Kommunen zu großen Problemen bei der Umsetzung und Inanspruchnahme geführt. Die Kostenträgerschaft der Kirchenbaulasten war eine ausschließlich auf Ebene der Städte, Gemeinden und Kirchengemeinden angesiedelte Thematik.

Diese Baulastverpflichtungen reichen teilweise bis in die Reformationszeit zurück und waren weder durch das In-Kraft-Treten der Weimarer Reichsverfassung noch mit dem Grundgesetz untergegangen. Beide Verfassungen haben in den so genannten Kirchenartikeln die Ansprüche der Kirchen ausdrücklich bestehen lassen. Die Ablösungen der kommunalen Kirchenbaulasten zogen sich lange hin. Welche finanziellen Mittel die Stadt Grünberg für die Ablösung an die Kirchen entrichtete ist z. Zt. nicht bekannt.

 
09. März 1976

Neunzigster Geburtstag

Wir gratulieren: Herrn Karl Völsing aus Lardenbach, der heute (9. März 1976) sein 90. Lebensjahr vollendet. Der Jubilar war weithin als "Post-Karl" bekannt und verwaltete die Postagentur Lardenbach von 1924 bis 1955. Besondere Verdienste erwarb er sich, als er in den Kriegsjahren von 1939 bis 1945 mit einem Pferdegespann beim Postamt Grünberg die Post für Lardenbach und Klein-Eichen sowie einige andere Gemeinden abholte.

Er weiß noch von Fällen zu berichten, in denen gegen Kriegsende bei Luftangriffen die Pferde mit dem Wagen das Weite suchten, aber immer wohlbehalten nach Hause zurück kamen. Zahlreiche Freunde, Bekannte und ehemalige Kollegen gehören zu den Gratulanten. So auch Lardenbachs ehemaliger Bürgermeister Reinhard Mölcher sen. und Grünbergs Stadtrat Siegbert Damaschke.

(gaz)

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22. Februar 1976

Ehrenbriefe 1976

In der "Gallushalle" Grünberg fand am Sonntag (22.02.1976) ein Altennachmittag mit karnevalistischem Einschlag für die älteren Mitbürger der gesamten Großgemeinde statt, der von der Karnevalistischen Vereinigung Grünberg, den Brunnentalbläsern und der Stadt Grünberg veranstaltet wurde. Zu Beginn des Nachmittags überreichte Landrat Ernst Türk an 51 verdiente Bürger aus Grünberg und seinen Stadtteilen den Ehrenbrief des Landes Hessen.

Diese Ehrung, so führte Türk dazu aus, habe schon lange angestanden. Die geehrten Bürger hätten sich in langjähriger ehrenamtlicher Tätigkeit um das Wohl ihrer Gemeinde verdient gemacht. Sie hätten nach 1945 die Gemeinwesen aufgebaut, und ihnen sei es zu verdanken, dass wir heute in einem friedlichen und demokratischen Gemeinwesen leben. Diese Menschen, die zum Wohle der Gemeinschaft gewirkt hätten, gebühre Dank und Anerkennung für ihren Einsatz.

Im Auftrag des hessischen Ministerpräsidenten überreichte Türk die Auszeichnungen, Urkunden und Ehrennadeln an Bürger aus Grünberg, Stangenrod, Queckborn, Weitershain, Reinhardshain, Lumda, Lehnheim, Weickartshain, Klein-Eichen, Harbach, Göbelnrod und Stockhausen.

Aus Klein-Eichen geehrt wurden: Karl Biedenkopf, Ernst Lein, Erich Funk, Heinrich Zimmer und Albert Müller.

Unter seinem Dirigenten, dem Hofkapellmeister Helmut Buß, leitete dann der Musikverein Grünberg in den närrischen Teil des Altennachmittags über und brachte mit seinen beschwingten Weisen bald Stimmung in den bis auf den letzten Platz besetzten Saal.

(gaz)

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06. Februar 1976

Magistrat für neue Straßenschilder

In seiner letzten Sitzung beschloß der Magistrat der Stadt Grünberg, auch für die Stadtteile Klein-Eichen, Lardenbach, Lehnheim, Stangenrod, Stockhausen, Weickartshain und Weitershain neue Straßennamensschilder zu beschaffen. Damit, so erklärte Bürgermeister Gerulf Herzog, seien dann alle Stadtteile mit den neuen Schildern ausgerüstet.

 
17. Januar 1976

Einbrecher im Feriengebiet

In ein Mobilheim im Wochenendgebiet "Am Galgenberg" in Klein-Eichen brachen unbekannte Täter in der Zeit von Mitte Dezember bis zum 17. Januar 1976 ein. Sie entwendeten Bestecke, Geschirr, Gläser, Bettwäsche, Handtücher, warme Bekleidung, ein Radio und verschiedene Spirrituosen. Die genaue Schadenshöhe ist noch nicht bekannt.

Im gleichen Feriengebiet wurden zwischen dem 4. und 6. Januar 1976 15 Flaschen Wein, Spirituosen, eine Rohrzange und eine Bohrmaschine Marke AEG, aus einem Wochenendhaus entwendet. Der Schaden beträgt 850 DM.

(GAZ)

 
24. November 1975

Ortsbegehung

Im Rahmen einer Ortsbegehung informierten sich Grünbergs Magistratsmitglieder in Klein-Eichen von den Maßnahmen des Arbeitsbeschaffungsprogrammes. Mit geringen finanziellen Aufwendungen, so wurde festgestellt, sei der Abwassergraben zwischen Lardenbach und Klein-Eichen mit einer Halbschale ausgelegt worden. Von der Stadt Grünberg seien lediglich die Materialkosten für diese Maßnahme übernommen worden, während das zuständige Arbeitsamt die gesamten Lohnkosten zu tragen gehabt habe.

(gs)

 
04. November 1975

Hinweise der Stadt für die Hausfrauen

Mit einer Aktion für umweltgerechte Waschmittelverwendung wendet sich die Stadt Grünberg im November 1975 an alle Haushalte. Sie weist darauf hin, dass im Versorgungsgebiet der Stadt Grünberg das Wasser normalerweise mit 4°dH (Grad deutscher Härte) bis 8°dH geliefert werde. Die Stadt ruft die Hausfrauen (!) auf, ihre Waschmittel entsprechend diesem Härtebereich zu dosieren und damit einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten.

Dazu seien die entsprechenden Dosierungsangaben zu beachten, die auf den Waschmittelpaketen abgedruckt sind. Die Kernstadt, die Stadtteile Göbelnrod, Klein-Eichen, Lardenbach, Stockhausen und Weickartshain weisen den Härtebereich 1 (weich) auf. Im Härtebereich 2 (mittel) liegt das Wasser in den Stadtteilen Beltershain, Harbach, Lehnheim, Lumda, Queckborn, Reinhardshain, Stangenrod und Weitershain.

(GAZ/gs)

 
17. Oktober 1975

Aktion "Bürger deine Stadt" 1975

Die Auszeichnungen der Aktion "Bürger deine Stadt" wurden am Freitagabend (17.10.1975) in der Gallushalle verliehen. Die Aktion, die der Verschönerung und der Pflege der Stadt Grünberg und ihrer Stadtteile dient, wurde in diesem Jahr zum zweiten Male veranstaltet.

Bürgermeister Gerulf Herzog sprach Bürgern, Vereinen und Stadtteilen seinen Dank und seine Anerkennung aus. Die Stadtverschönerung, so sagte er, sei notwendiger denn je, wenn man Grünberg für Fremde attraktiver machen wolle. Der Aktion "Bürger deine Stadt" sei man gerade in den Stadtteilen mit viel Liebe und Sorgfalt gefolgt, wenn auch noch manche Wünsche offengeblieben seien.

In vielen Stadtteilen habe man jedoch auch die Anregungen der Kommission aufgenommen und ausgeführt. Schwieriger sei es dagegen in der Kernstadt selbst, wo die Ansätze zur Verschönerung noch sehr dürftig seien. Bürger und Vereine müssten sich hier noch mehr einsetzen und sich die Initiativen der Stadtteile zum Vorbild nehmen.

Die Preisverteilung wurde in sechs verschiedenen Kategorien vorgenommen. Bewertet wurden die Stadtteile insgesamt, die Friedhöfe, die von Vereinen geleisteten Verschönerungsmaßnahmen, die Pflege und die Verschönerung von Fachwerkhäusern, charakteristische Dorfbereiche sowie Anlage und Blumenschmuck in den Privatgärten in Neubaugebieten.

Als schönster Grünberger Stadtteil wurde in diesem Jahr Weitershain herausgestellt. Es folgen Lumda und Beltershain. Als weithin schönsten Friedhof bezeichnete die Kommission den von Weickartshain. Auf den zweiten Platz kam der Friedhof von Harbach. Hier hatte die Kommission festgestellt, dass im Verlaufe dieses Sommers große Bemühungen zur Pflege eingesetzt hatten. Den 3. Preis erhielt Lumda für seinen Friedhof.

Den ersten Preis bei den Vereinen holte sich der Musikverein Grünberg für seine Arbeiten im Brunnental. Es folgen der Obst- und Gartenbauverein Lehnheim und der Sportverein Lardenbach/Klein-Eichen, der die Umgebung der Lardenbacher Grillhütte gestaltet hatte.

Acht Preise für die schönsten Fachwerkhäuser gingen nach Lardenbach, Klein-Eichen, Weitershain, Lumda und Weickartshain. Preise für charakteristische Dorfbereiche gab es für die evangelische Kirche in Lehnheim, für Fachwerkhäuser in Klein-Eichen sowie für eine Gruppe von Gärten im Tannenweg in Queckborn. Weit über fünfzig Urkunden wurden vergeben für Blumenschmuck an Privathäusern und die Anlage ihrer Gärten.

(gs/gaz)

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12. Oktober 1975

Neuer Pfarrer für vier Gemeinden

in einem feierlichen Gottesdienstakt wurde am vergangenen Sonntag (12. Oktober 1975) Pfarrvikar Martin Breidert (29) in sein Amt eingeführt. Er betreut außer Groß-Eichen die Gemeinden Altenhain, Freienseen, Klein-Eichen, während seine Frau Ellen Breidert weiterhin Sellnrod behält. Breidert tritt die Nachfolge des in Ruhestand verabschiedeten Pfarrers Fischer an.

Der junge Seelsorger stammt aus Erzhausen (Landkreis Darmstadt) und wurde nach dem Theologiestudium Vikar bei Dekan Rink in Queckborn. Martin Breidert legte im Sommer dieses Jahres seine zweite theologische Prüfung ab und übernahm am 1. Oktober die Verwaltung der Pfarrstellen Groß-Eichen und Freienseen.

An dem Ordinationsgottesdienst in der Groß-Eichener Kirche nahmen außer Probst Schubring (Gießen), der gebürtige Laubacher, Pfarrer i. R. Heinrich Göbel (jetzt Darmstadt), Dekan Ernst Rink, Pfarrer Hans-Otto Rether (Dietz), Pfarrer Kalbhenn (Merlau) und die Frau des neuen Seelsorgers, Ellen Breidert (Sellnrod) teil. Außerdem wirkte der Gesangverein Groß-Eichen mit.

Vikar Breidert sagte in seiner Antrittspredigt Wesentliches über die Aufgaben eines Seelsorgers heute: "Der Pfarrberuf scheint mir nach wie vor einer der schönsten Berufe zu sein. Welcher Beruf sonst hat mit Menschen zu tun in dem, was ihnen Freude macht, und in dem, was sie bedrückt? Taufen, Trauungen, Beerdigungen. In welchem Beruf hat man es mit Menschen von der Wiege bis zur Bahre zu tun?"

"In keinem anderen Beruf ist man so sehr persönlich engagiert. Der Vertreter einer Bierbrauerei zieht umher und ist bemüht, den Umsatz zu steigern, aber vielleicht hat er zu Hause im Keller eine ganz andere Marke stehen, die er vorzieht. Das geht im Pfarrberuf nicht. Ich kann nur das unterrichten, predigen, weitersagen, was durch mich selbst hindurchgegangen ist."

"Ich werde nicht immer mit dem christlichen Aushängeschild durchs Dorf gehen, um zu allem einen christlichen Spruch zu sagen. Jedes Wort hat seine Zeit. Auch Pfarrer sollen mit den großen Worten des Glaubens nicht zu großzügig umgehen, sondern mit der nötigen Bescheidenheit und Zurückhaltung.

(HZ)

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26. September 1975

Kindergarten 1975

Der Magistrat der Stadt Grünberg hat in seiner Sitzung Mitte September 1975 den Umbau der Schule zu einem Kindergarten im Stadtteil Lardenbach beschlossen. Finanziert wird diese Maßnahme durch einen Zuschuss des Landes Hessen, durch ein Darlehen des Landesarbeitsamtes und Zuschüsse aus dem Arbeitsbeschaffungsprogramm.

Bürgermeister Herzog glaubt, dass mit dem Umbau der Schule den Kindern der Seenbachtalgemeinden ein geeigneter, verkehrsgünstig gelegener Kindergarten zur Verfügung gestellt werden kann. Er hofft nur, dass sich die Personal- und Sachkosten in den nächsten Jahren für den Kindergartenbereich nicht merklich erhöhen werden, damit die derzeitigen Kindergartengebühren für einen längeren Zeitraum beibehalten werden könnten.

Nach weiteren Sitzungen des Sport- und Jugendausschusses hat dann am 26. September 1975 das Stadtparlament den Umbau der Lardenbacher Schule zu einem Kindergarten beschlossen. Diese Sitzung fand übrigens im Gasthof "Zur Linde" statt. Der Kindergarten soll zwei Gruppenräume erhalten. Die sanitären Einrichtungen müssen noch vorgenommen werden, da sie zur Zeit im Keller liegen und nur von außen zugänglich sind. Mit der Errichtung des Kindergartens in Lardenbach wird eine provisorische Einrichtung in Stockhausen abgelöst, wo der Kindergarten zur Zeit im Gemeinschaftshaus untergebracht ist.

(HZ/GAZ)

 
13. September 1975

90 Jahre Gesangverein, 1975

Am Samstag (13. September 1975) feierte der Gesangverein Eintracht Lardenbach/Klein-Eichen im Rahmen eines Liederabends im Saale Dietz sein 90jähriges Jubiläum. Das Programm begann mit dem Vortrag des Liedes "Hymne" durch den Jubiläumsverein. Der 1. Vorsitzende Heinz Schwanke begrüßte die Sangesfreunde und bedankte sich für deren Erscheinen. Besonders nannte er Bürgermeister Gerulf Herzog und die zur Zeit in Lardenbach weilenden Feuerwehrkamerden aus Lehenrotte und Eichhorn.

In seiner Rede stellte Schwanke fest, dass es in der heutigen Zeit vielleicht nicht mehr möglich sei, einen Gesangverein zu gründen. Die Jugend forderte er daher auf, das von den Großvätern und Vätern übernommene Erbe und Liedgut weiter zu hegen und zu pflegen. Das der Verein gerade in den Kriegsjahren einen Aufschwung hatte, bewies die Beteiligung von 55 Sängern. Heute müsse sich der Verein mit weniger Aktiven zufrieden geben.

Der 1. Vorsitzende bedankte sich bei den Sängern, dass sie trotz des Ausscheidens des Dirigenten, und Rücktrittes des 1. Vorsitzenden im Vorjahr dem Gesang treu geblieben seien. Für die Zukunft erhoffe er sich für den Verein mit dem neuen Chorleiter Ottmar Hasenpflug weiteren Aufschwung. Ein Sängerfest habe man wegen der bevorstehenden 1200-Jahr-Feier von Lardenbach nicht ins Auge gefasst. Jedoch auf das 100jährige Bestehen freue man sich schon heute.

Zur Gestaltung des des Programmes trugen der Gesangverein Rüddingshausen und die Sänger aus Stockhausen bei. Die Eintracht Lardenbach/Klein-Eichen traten dann zusammen mit Rüddingshausen auf. Eine tänzerische Einlage gab die Gymnastikgruppe des Spiel- und Sportvereins Lardenbach/Klein-Eichen zum Besten.

Bürgermeister Gerulf Herzog überbrachte die Glückwünsche und ein Geschenk seitens der Stadt Grünberg. Herzog betonte in seiner Ansprache, dass in unserer heutigen Gesellschaft auch von einem 90jährigen Verein viel erwartet wird, und sein Wirken für unser Leben viel bedeuten kann.

Weitere Glückwünsche und Geschenke konnte der Verein von den Gesangvereinen Freienseen, Sellnrod, Stockhausen und Weickartshain in Empfang nehmen. Auch die ortsansässige Feuerwehr und der Sportverein gratulierten und überreichten ein Geschenk zu diesem einmaligen Jubiläum. Im Anschluß spielten die Benjamins zum Tanz auf.

(HZ/KL)

 
16. August 1975

Unfall

Am Samstagnachmittag (16. August 1975) bog ein PKW von der Sellnröder Straße in den Galgenbergsweg ein, um eine Gaststätte aufzusuchen. Da er dabei zu weit gefahren war, wollte er zurückstoßen und geriet mit dem hinteren Kotflügel an eine Gartenmauer. Dadurch war ihm der Gaststättenbesuch verleidet worden. Er setzte seine Fahrt fort, ohne sich weiter um den Schaden zu kümmern und ohne sich zu erkennen zu geben. Allerdings wurde er später im Wochenendgebiet doch erkannt.

(HZ)

 
03. August 1975

SSV im Harz

Bei herrlichem Wetter und mit der Hoffnung auf ein schönes Erlebnis unternahm der Spiel- und Sportverein Lardenbach/Klein-Eichen an vergangenen Wochenende (2. und 3. August 1975) eine zweitägige Ausflugsfahrt in den Harz.

Am Samstag um 6 Uhr startete der Bus in Lardenbach zur Autobahn. Die Fahrt führte bis nach Göttingen, wo nach einer Frühstückspause die Autobahn verlassen wurde. Nun ging es auf die Harz-Heide-Straße in Richtung Osten. Schon hier konnte man erkennen, welches wald- und wasserreiches Gebiet der Harz ist. Überall sah man die mit Nadelbäumen bepflanzten und von vielen Seen umgebenen Berghöhen in die Landschaft ragen.

Über Herzberg und Bad Lauterberg erreichten die Ausflügler die Odertalsperre. Nach deren Besichtigung setzte der Bus seine Fahrt zum Mittagstisch nach Wildemann fort. Dem kleinen Ort Ortshausen, dem früheren Heimatort des 1. Vorsitzenden Heinz Leßmann, statteten die Wochenendurlauber aus Hessen ebenfalls einen Besuch ab.

Nun brachte der Bus die Fahrtteilnehmer zum Nachtquartier in die Kreisstadt Goslar. Dort unternahm man nach dem Abendessen einen Stadtbummel, um dann später im Hotel noch einer gemütlichen Zusammenkunft aller Fahrtteilnehmer beizuwohnen.

Am nächsten Morgen fand man sich um 9 Uhr vor dem Rathaus zusammen, um das berühmte Goslaer Figuren- und Glockenspiel zu bewundern. Dieses 1967 erbaute Kunstwerk ist eine Erinnerung an das 1000jährige Bestehen des Erzbergwerks Rammelsberg. Auf die nächste Besichtigung wartete die Holzkirche in Hahnenklee. Von dort ging die Reise weiter zur Okertalsperre, der größten Staumauer des Harzes. Die Mauerhöhe dieses Stausees beträgt 70 Meter und der Stauinhalt wird mit 47 000 000 cbm angegeben.

Die Mittagszeit zog die immer frohgestimmten Ausflügler nach Bad Harzburg. Nach der Mahlzeit und einem Stadtbummel führte die Fahrt weiter zum höchsten Berg des Harzes, zum Brocken. Von hier reichte die Sicht bis in die DDR.

Den letzten Aufenthalt im Harz machte die Reisegruppe an der Soesetalsperre. Hier nutzten viele noch einmal die Zeit zum Wandern oder zu einer Tasse Kaffee, bevor die Heimreise über Osterode nach Northeim angetreten wurde.

Die letzte Rast wurde in Kirchheim gemacht, wo das Abendbrot auf die durch die vielen Sehenswürdigkeiten und den erlebnisreichen Verlauf frohgestimmte Ausflügler wartete.

(KL)

 
24. Juni 1975

Wasserversorgung

Anlässlich eines Besichtigungstermins an der Baustelle für den neuen Grünberger Hochbehälter ging Bürgermeister Gerulf Herzog auch auf die Wasserversorgungeinrichtungen der Stadtteile ein. Unter anderem sei die Versorgung Lardenbachs und Klein-Eichens in Spitzenzeiten mit dem Hochbehälter auf dem Galgenberg nicht mehr gewährleistet. Zur Zeit werde durch einen Anschluß an die Versorgungsanlage Weickartshain der Spitzenbedarf gedeckt. Es sei daher zweckmäßig, den Anschluß der beiden Stadtteile an die Wasserversorgungsanlage Weickartshain anzustreben.

(GAZ)

 
01. Juni 1975

Volkswandern und Kinderfest

Ausgezeichnetes Wanderwetter und eine gute Beteiligung von über 260 Teilnehmern kennzeichnete den zweiten Volkswandertag des Spiel- und Sportvereins Lardenbach/Klein-Eichen am 1. Juni 1975. Auch in diesem Jahr waren wieder viele Wanderer weit gereist, um beim Wandern durch das landschaftlich abwechslungsreiche Gelände eine echte Entspannung zu finden.

Bereits um 8.00 Uhr waren die ersten Trimmer am Start an der Grillhütte. Nach wenigen Metern reichte die Sicht hinweg über Freienseen, Lardenbach und Klein-Eichen mit Blick auf den Galgenberg. Nach dem Durchwandern der Freienseener Gemarkung erreichten die Sportler Sellnröder Gebiet. Oberhalb des Sportplatzes konnten sie den westlichen Vogelsberg, die Seenbachtalgemeinden sowie Groß-Eichen mit Campingplatz überblicken.

Der Weg führte weiter durch Lardenbacher Flur mit dem Fortwald und zurück zur Grillhütte. Dort erhielten die Teilnehmer als Anerkennung für die absolvierte Strecke die Trimm-Spiel-Medaille. Außerdem bekam der jüngste und der älteste Teilnehmer ein kleines Geschenk. Als Stärkung nach den fast 11 Kilometern kamen Grillwürste und Erbsensuppe gerade recht.

Ab 14.00 Uhr fand wieder ein Kinderfest statt. Andrang herrschte bei allen Spielen. So wurden viele Preise beim Schießen auf die Torwand, bei der Kletterstange, beim Dosenwerfen usw. vergeben. Nicht nur Freude über die gewonnen Preise, sondern auch die erreichte Leistung ließ die Herzen der Kinder höher schlagen. Ein Kräftemessen beim Seilziehen zwischen den Erwachsenen rundete den Tag der Familie ab.

(Karl-Ernst Lind)

 
15. Mai 1975

Wochenendgebiet

Der Magistrat der Stadt Grünberg beschäftigte sich in seinen letzten Sitzungen (Mai 1975) mit der Zuteilung von Wochenendgrundstücken in Klein-Eichen. Die Stadt stellte mit Erstaunen fest, dass die letzten Wochenendgrundstücke vergeben sind.

Es hat sich herausgestellt, dass in kürzester Zeit die anfangs des Jahres freigegebenen 19 Grundstücke im Wochenendgebiet schnell vergeben werden konnten.

Das Interesse an diesen Grundstücken ist besonders in diesem landschaftlich reizvollen Gebiet gestiegen, erklärte Bürgermeister Gerulf Herzog.

(HZ)

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03. Mai 1975

Goldene Hochzeit

Am 3. Mai 1975 feierten die Eheleute Anna und Heinrich Frank das Fest der goldenen Hochzeit. Vor 50 Jahren heirateten die Beiden am 3. Mai 1925 in Klein-Eichen. Anna Frank, geb. Zimmer, wurde am 1. Mai 1902 in Klein-Eichen geboren. Heinrich Frank, geboren am 13. Oktober 1901, stammt aus Ehringshausen.

Der Jubilar, von Beruf Landwirt, war von 1948 bis 1960 als Gemeindevertreter, in der damals noch selbständigen Gemeinde Klein-Eichen tätig. Heinrich Frank ist immer noch aktiver Sänger beim Männergesangverein "Eintracht" Lardenbach/Klein-Eichen.

Die noch rüstigen Jubilare haben zwei Söhne: der Ältere ist als Lehrer in Laubach tätig; der Jüngere betreibt eine Landwirtschaft in Lardenbach.

(GAZ)

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26. April 1975

Kindergarten für die Seenbachtalgemeinden geplant

Der Magistrat der Stadt Grünberg hat sich in einer Sitzung im April 1975 mit dem Raumplan für den Bau eines Kindergartens im Stadtteil Queckborn und im Stadtteil Lardenbach, im Bereich der Seenbachtalgemeinden beschäftigt.

Nach der derzeitigen Geburtenrate ist für den zu bauenden Kindergarten in Queckborn ein zweizügiger Kindergarten vorzusehen. Ebenso ist für die Seenbachtalgemeinden auf Grund der neuen Zahlen der Geburtenraten nur noch ein zweizügiger Kindergarten geplant. Dafür soll das Schulgebäude in Lardenbach ausgebaut werden.

Einige Tage später herrschte auch bei der Sitzung des Stadtparlamentes Einstimmigkeit bei der Abstimmung über den Punkt Umbau der Schulen Lardenbach und Queckborn zu zweizügigen Kindergärten. Lediglich eine Zusatzfrage der Stadtverordneten Schäfer und Reitz wo denn der Raum für die sehr aktive Lardenbacher Tischtennisabteilung eingeplant sei, beantwortete Bürgermeister Herzog das entweder im alten Schulgebäude Wände herausgenommen würden, oder es würde in der Gastwirtschaft Felsing gespielt.

(HZ)

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08. April 1975

Mittelzentrum mit den Seenbachtalgemeinden

Die Initiative zur Bildung eines Mittelzentrums der beiden Städte Grünberg und Laubach wurde im April 1975 in der Gallushalle in Grünberg vorgestellt. Dazu eingeladen hatte MdL Adolf Roth (CDU). In seiner Eröffnungsansprache zeigte sich Roth erfreut über die positive Resonanz. In seinen Ausführungen wie auch in denen der anderen Redner kam übereinstimmend zum Ausdruck, dass auch in Zukunft in den Städten Grünberg und Laubach eine wirksame Förderung der Industrie- und Gewerbeansiedlung einerseits sowie des Fremdenverkehrs und der Naherholung andererseits erfolgen könne. Für beide Förderungsbereiche gebe es in den Stadtbezirken ausreichende und günstige Voraussetzungen.

Die beiden Bürgermeister Gerulf Herzog und Alfred Funk gaben den Vertretern des Ministeriums umfassenden Einblick in die bisherigen Leistungen insbesondere zur Förderung des Naherholungsaufenthaltes und des Fremdenverkehrs. Im ersten Teil einer Rundreise wurden die Einrichtungen in den Grünberger Stadtteilen Weickartshain, Lardenbach, Klein-Eichen und Stockhausen besichtigt, während der Nachmittag dem Laubacher Gebiet gewidmet war.

Die Landesabgeordnete Philippi (CDU) betonte vor den Regierungsvertretern, dass beide Städte beides wollen: Fremdenverkehr und Gewerbeansiedlung. Sie dürfen allerdings nicht in Konkurrenz zueinander gesetzt werden. Für das Vogelsberggebiet rechnete sich Frau Philippi offensichtlich keine großen Entwicklungschancen aus.

Landrat Türk konnte sich mit dem Ausdruck "Doppelschwerpunkt" nicht recht anfreunden. Er sprach von einem homogenen Mittelzentrum, das ein Sechstel der Fläche des Landkreises ausmache. Man wolle künftig hier keine Reißbrettpolitik betreiben sondern eng mit den kommunalen Willensträgern zusammenarbeiten. Der Kreis jedenfalls habe das Mittelzentrum Grünberg-Laubach ausführlich in seine Entwicklungspläne mit einbezogen.

Direktor Damm von der Regionalen Planungsgemeinschaft stellte die Brückenkopf-Funktion der beiden Städte heraus. Denn östlich grenze ein Gebiet äußerster Strukturschwäche an. Deshalb müssten für die Pendler aus dem Vogelsberg im Laubach-Grünberger Raum Arbeitsplätze geschaffen werden. Die Gefahr einer Doppelinvestition könne nahezu ausgeschlossen werden.

Ministerialrat Büscher stellte für Grünberg hinsichtlich der Einbeziehung in das Förderprogramm für den Fremdenverkehr klar heraus, dass die Stadtteile Weickartshain, Stockhausen, Klein-Eichen und Lardenbach sowie das Sportgelände der Kerngemeinde im neuen Vorentwurf vorhanden sein würden. Bis zum Monatsende soll die Vorbereitung eines Referentenentwurfs in Wiesbaden erfolgen.

(GAZ/HZ)

 
14. Februar 1975

Männergesangverein zog Bilanz

Die Generalversammlung des Männergesangvereins Lardenbach/Klein-Eichen ( am 14. Feb. 1975) war geprägt von dem Wechsel des Dirigenten und des 1. Vorsitzenden. Zum Jahreswechsel ist die musikalische Leitung des Vereins von Ernst Nikolai (Großen-Buseck), der 25 Jahre und 9 Monate dem Verein diente und ihn auf einen hohen Leistungsstand brachte auf Ottmar Hasenpflug (Saasen) übergegangen. Nikolai wurde am Jahresende bekanntlich zum Ehrenchorleiter des MGV ernannt. Dem erkrankten neuen Chorleiter galt der besondere Genesungswunsch des 2. Vorsitzenden und die Hoffnung auf gute Zusammenarbeit.

Zum 1. Vorsitzenden wurde Heinz Schwanke und zum Stellvertreter Rainer Roth gewählt. Die langjährigen Vorstandsmitglieder Rechner Albert Hofmann, Schriftführer Erich Berg und Beisitzer Erich Dörr, Heinrich Rahn, Albert Roth und Karl Krämer wurden in ihren Ämtern bestätigt.

Die interne Aktivität des Vereins spiegelt sich darin wider, dass im vergangenen Jahr 39 Übungsstunden stattgefunden haben. In die Öffentlichkeit trat der MGV zu 12 Anlässen, wobei besonders die Veranstaltung anlässlich des 25jährigen Jubiläums des ehemaligen Chorleiters am 9. März, das Treffen der Nikolaischen Vereine am 7. September und die traditionelle Weihnachtsfeier am 14. Dezember zu erwähnen sind.

Aus dem Jahresbericht des Rechners ging hervor, dass die kleinen Vereine allgemein wirtschaftliche Schwierigkeiten haben, die nur mit äußerster Sparsamkeit gemeistert werden können.

Für das Jahr 1975 sind zunächst vorgesehen, an dem 50jährigen Jubiläum des Gesangvereins Stockhausen am 1. und 2. Juni teilzunehmen, am 13. September anlässlich des 90jährigen Bestehens des MGV eine Veranstaltung durchzuführen und am Wertungssingen am 19. April in Ruppertenrod teilzunehmen.

(HZ/Zr)

 
31. Januar 1975

Stadtverordnetenversammlung

Die letzte Sitzung des Grünberger Stadtparlamentes fand am Freitagabend unter Leitung des stellvertretenden Stadtverordnetenvorstehers Hans Koch im Gemeinschaftshaus in Reinhardshain statt. Gleich zu Beginn der Sitzung führte Koch den CDU-Stadtverordneten Günther Zimmer aus Klein-Eichen in sein Amt ein. Er rückt nach für Heinrich Rahn (Weickartshain), der sein Amt aus gesundheitlichen Gründen niedergelegt hatte.

(GAZ)

 
18. Januar 1975

Wintervergnügen 1975

Ein hervorragendes Echo fand das 1. Wintervergnügen des Spiel- und Sportvereins Lardenbach/Klein-Eichen im Saal der Gastwirtschaft Dietz (18. Jan. 1975). Erster Vorsitzender Heinz Leßmann begrüßte nach dem Auftakt durch das Vogelsberg-Trio alle Gäste im überfüllten Saal. Er freute sich, dass die von Frau Ida Psiorz geleitete Gymnastikgruppe als Beitrag zum "Jahr der Frau" ein eigenes Programm zusammenstellte. Gleichzeitig dankte er allen Helfern und Gönnern, die zum Gelingen dieser Veranstaltung beigetragen hatten.

Für diesen Abend hatte Reiner Roth die Ansagen übernommen. Er brachte das Publikum immer wieder durch seine Späße und so manch guten Witz in Stimmung. Zu Anfang kündigte er die Gymnastikgruppe an, die nicht nur turnen, sondern auch singen konnte. Man hörte das Lied "Hohe Tannen" und sah die Volkstänze "Ten Pretty Girls" sowie "Lannin's Mixer".

Eduard Schmidt ließ die Stimmung durch Mundartgedichte weiter steigen. Die Gymnastikgruppe zeigte nun gymnastische Übungen und einen Tüchertanz. Ein weiteres Mundartgedicht trug Reiner Roth vor.

Mit einem Quiz warb die Gymnastikgruppe um neue Turnerinnen. Hierbei mußte man aus Silben den Spruch "Kommt zu uns und trimmt euch fit, seid nicht feige und turnet mit" ermitteln. Der Sieger erhielt als Preis eine Flasche Sekt.

Nach einem Lied der Turnerinnen und zwei Volkstänzen kam Eduard Schmidt noch einmal "mundartlich" und die Damen verabschiedeten sich mit einem Keulentanz und als Attraktion mit einer Pyramide. Beim Verlassen des Saals wurden sie mit einem Sonderapplaus bedacht.

Weiterer Höhepunkt war der Jahresrückblick der "zwa Handwerksburschen om Wirtshausdesch" mit Eduard Schmidt und Reiner Roth. Hierbei wurde so mancher Bürger mit seinen Taten der Vergangenheit in Augenschein genommen.

Nach dem Losverkauf und der Preisverteilung der Tombola konnte jeder bei der großartigen Musik des Vogelsberg-Trios das Tanzbein schwingen.

(HZ, KL)

Fotos

 
10. Januar 1975

SSV Hauptversammlung 1975

Zur Hauptversammlung des Spiel- und Sportvereins Lardenbach/Klein-Eichen in der Gaststätte Bingel (10. Januar 1975) begrüßte der 1. Vorsitzende Heinz Leßmann die erschienenen Mitglieder. Besonders hieß er die Ortsvorsteher Reinhard Mölcher sen. (Lardenbach) und Erich Funk (Klein-Eichen) willkommen.

Heinz Leßmann stellte in dem Geschäftsbericht die Arbeiten zur Befestigung des Parkplatzes sowie das Ausrichten eines Pokalturniers in den Vordergrund. Weiterhin wurde der 1. Volkswandertag mit anschließendem Kinderfest abgehalten. Den Erfolg könne man mit gut bezeichnen, und man wolle in diesem Jahr den Volkswandertag mit Kinderfest wiederholen. Der besondere Dank des Vorsitzenden galt allen, die zum Gelingen dieser Veranstaltungen beigetragen hatten.

Nach einstimmiger Entlastung des Vorstandes folgten die Berichte der Spartenleiter.

Für die Fußballabteilung erwähnte Reinhard Mölcher, dass die 1. Mannschaft zur Zeit den 8. Platz inne hat. Mit guter Kameradschaft wolle man versuchen, auch weiterhin entsprechende Leistungen zu bringen, um den Tabellenstand noch zu verbessern. Als eifrigste Trainingsbesucher waren E. Schmidt und R. Felsing zu nennen. Jugendleiter Eduard Schmidt lobte den Einsatz und die Leistung der Jugendmannschaften.

Für die Abteilung Tischtennis berichteten Gerhard Ruppel, für Gymnastik Frau Psiorz und für die Schützenabteilung Dieter Faust. Als Vereinsmeister der Schützen wurde Klaus Müller geehrt.

Bei den Wahlen wurde als 1. Vorsitzender Heinz Leßmann, als Stellvertreter Reiner Roth in ihren Ämtern bestätigt. Auch Rechner Erwin Keller und Schriftführer Siegfried Böcher nahmen ihre Wiederwahl an. Lediglich K. Scholze wurde als Beisitzer neu in den Vorstand gewählt. Reinhard Mölcher (Fußball), Gerhard Ruppel (Tischtennis) und Ida Psiorz (Gymnastik) setzten ihre Arbeit als Spartenleiter fort. In der Schießsportabteilung übernimmt Klaus Müller die Aufgabe als Spartenleiter.

Zum Abschluss der Versammlung erinnerte der Vorsitzende Heinz Leßmann an das am Samstag, dem 18. Januar 1975 im Saale Dietz stattfindende Wintervergnügen, bei dem die Gymnastikgruppe zum erstenmal mit eigenem Programm öffentlich auftritt. Im Anschluss spielt das Vogelsberg-Trio zum Tanz auf. Auch eine Tombola mit vielen Preisen wartet auf glückliche Gewinner. Zu dieser Veranstaltung wird jedermann recht herzlich eingeladen.

(HZ, KL)

 
21. November 1974

Sitzung der Stadtverordneten in Lardenbach 1974

In den ersten Jahren des Bestehens der Großgemeinde Grünberg war es Üblich, die Stadtverordnetensitzungen im Wechsel auch mal in einem Stadtteil ab zu halten. So versammlte sich das Gremium in den letzten Novembertagen 1974 in Lardenbach im Saal der Gastwirtschaft Felsing.

Geleitet wurde die Sitzung vom Stadtverordnetenvorsteher Walter Corell. Unter mehreren Tagesordnungspunkten ging es auch um die Haushaltsrechnung für das Jahr 1972, dem letzten Amtsjahr von Bürgermeister Karl Anschütz. Nachdem die Aufsichtsbehörde keine Beanstandungen angemeldet hatte, wurde dem Magistrat durch die Stadtverordneten Entlastung erteilt.

Einstimmig und ohne Diskussion wurden auch formaljuristische Beschlüsse gefasst, die in den betreffenden Ausschüssen genau vorbehandelt waren. Weiter wurde eine Baulandumlegung in Lumda beschlossen. Die Veräußerung der Lehrerwohnung und des Schulgartens in Stockhausen wurde in nichtöffentlicher Sitzung behandelt.

Auch ein Antrag der SPD "Essen auf Rädern" für ältere Leute wurde diskutiert. Der Magistrat konnte bisher lediglich fünf Bedarfsfälle feststellen. Weitere Untersuchungen sollen nun für die Stadtteile angestellt werden. Bürgermeister Herzog meinte in diesem Zusammenhang, wichtiger wäre es, eine zusätzliche Krankenschwester einzustellen.

In der aktuellen Fragerunde in der Parlamentssitzung wollte Stadtverordneter Helmut Felsing (CDU) wissen, wie es sich mit den Kündigungsschreiben des TSV verhalte, die dieser an die Fußballvereine in Bezug auf die Benutzung der Turnhalle an der Wald-Theo-Koch-Schule versandt habe. Seine Frage ziele insbesondere auf die Zukunft des Trainingsbetriebes der Fußballer aus Klein-Eichen, Lardenbach und Weickartshain. Erster Stadtrat Damaschke sagte hierzu, die Kündigungsschreiben seien eigenmächtig versandt worden. Zumindest für das nächste Jahr bleibe alles bei den bisherigen Regelungen.

Stadtverordneter Erich Funk (Klein-Eichen) wollte wissen, ob der Löschteich für den Raum Klein-Eichen-Lardenbach zugeschoben würde. Bürgermeister Herzog antwortete: Solange er noch gebraucht wird - und sei es nur für Erholungszwecke - ist dies nicht der Fall. Nur müsse eine entsprechende Absicherung erfolgen, damit keine Unfälle (durch spielende Kinder) sich ereignen.

Helmut Felsing erkundigte sich nach dem Stand des Kindergartens Seenbachtal. Herzog teilte mit, nach den neuesten Feststellungen sei der Umbau der alten Schule in Lardenbach statisch möglich. Der Kostenvoranschlag liegt hier bei 150.000 DM. Ein Neubau würde 400.000 DM erfordern und vor 1978 nicht verwirklicht werden. Funk wies darauf hin, dass zur Zeit Sportvereine die alte Schule benutzen, für die dann eine andere Lösung gesucht werden müsse. Der Bürgermeister versicherte, dass das Problem noch nicht ganz ausgelotet sei und er automatisch auf das Parlament wieder zukommen werde, sobald alle Fragen geklärt seien.

 
27. Oktober 1974

Große Politik in Klein-Eichen

Anlässlich des Wahlkampfes zur Wahl des Hessischen Landtages am 27. Oktober 1974 sind die Parteien bis in die kleinsten Vogelsbergdörfer vorgedrungen. Schon im September veranstaltete der FDP-Ortsverband Grünberg in der Gaststätte Bingel einen Abend mit dem damaligen FDP-Landtagskandidaten Hermann Otto Solms. Solms Vater war Hermann Otto Wilhelm Ludwig Erbprinz zu Solms-Hohensolms-Lich. Erst seit 1971 ist Solms Mitglied der FDP. Und seit 1973 ist er persönlicher Referent der damaligen Bundestagsvizepräsidentin Liselotte Funcke. Einige Jahre später wird er auch noch Mitglied des Deutschen Bundestages.

An diesem Donnerstagabend, in der Dorfkneipe in Klein-Eichen, hat sich Hermann Otto Solms zu der Bereitschaft der FDP geäußert, erneut mit der SPD eine Koalition einzugehen. Der CDU in Hessen müsse auch weiterhin Gelegenheit gegeben werden, die eigene Erneuerung in weiteren Oppositionsjahren zu betreiben. Mit den Parolen der fünfziger Jahre, mit einer Politik der Versprechungen und der Verängstigungen könne die CDU die kritische Anhängerschaft der FDP nicht beeindrucken. Die CDU Dreggers habe die Lehre der vergangenen Jahre nicht verstanden.

Keine zwei Wochen später besuchte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU im Gießener Stadtparlament, Zenger, die Klein-Eichener ebenfalls in der Gastwirtschaft Bingel. Als eine ernsthafte Gefahr für den Fortbestand einer rechtsstaatlichen Ordnung in Deutschland bezeichnete er den ständig wachsenden Einfluss vieler Jungsozialisten in allen Bereichen des öffentlichen Lebens. Zenger forderte die Führungsspitze der hessischen Sozialdemokraten auf, der Volksfrontstrategie eines großen Teils der Jusos endlich ein Ende zu setzen und gemeinsam mit allen Demokraten zum politischen Kampf gegen Kommunisten aller Schattierungen anzutreten.

Auch der Grünberger CDU-Ortsvorsitzende S. Damaschke wies darauf hin, dass die Haltung der FDP auf Landesebene sehr widersprüchlich sei. Und ob die Gebietsreform tatsächlich so gut sei, könne jeder Bürger selbst anhand der Gemeindereform beurteilen. Das diese Reform kein Geld kosten würde, stimme auf keinen Fall, da die neuen Gebilde (Orts-Zusammenschlüsse) eine aufwendigere Verwaltung brauchen.

Eine ausführliche Diskussion nach dieser Wahlveranstaltung, die unter der Leitung von Günther Zimmer stand, schloss sich mit den Besuchern an.

Am Wahlsonntag, dem 27. Oktober 1974, bei der Wahl zum Hessischen Landtag ergab sich folgendes Ergebnis:

 
1974
1970
1966
Stimmberechtigte
150
abgegebene Stimmen
130
   
gültige Stimmen
130
   
 
SPD
34
24
30
CDU
80
60
11
FDP
10
15
29
DKP
1
2
-
NPD
1
8
15
 
23. Juni 1974

Wandern

Der SSV Lardenbach/Klein-Eichen veranstaltet das erste Volkswandern. Neben der angebotenen fast 12 Kilometer langen Strecke die von 179 Teilnehmern bewältigt wurde, fand auch noch ein Kinderfest im Rahmen des Wandertages statt.

 
5. April 1974

Satzungsänderung für Wasser und Abwasser

Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Grünberg hat in ihrer Sitzung am 29. März 1974 die laufende Wasserbenutzungsgebühr je Kubikmeter des der öffentlichen Wasserversorgungsanlage entnommenen Wassers von 0,80 DM auf 1,00 DM und die laufende Kanalbenutzungsgebühr je Kubikmeter Abwasser von 0,25 DM auf 0,45 DM erhöht. Die Satzungsänderungen sind mit Wirkung vom 5. April 1974 in Kraft getreten.

 
09. Februar 1974

Rückschau des MGV 1974

In Vertretung des beruflich verhinderten 1. Vorsitzenden Günther Zimmer begrüßte 2. Vorsitzender Heinz Schwanke die Anwesenden zur Jahreshauptversammlung des Männergesangvereins Lardenbach/Klein-Eichen, vor allem die fleißigen Singstundenbesucher. Den weitaus größten Anteil an den Leistungen des Vereins hätte allerdings Chorleiter Nicolai, stellte Schwanke fest. Aus Anlass seiner 25 Jahre währenden Dirigententätigkeit im Verein solle zu dessen Ehren am 9. März ein Chorkonzertabend mit anschließendem Tanz stattfinden.

Aus dem Tätigkeitsbericht ging hervor, dass der Verein 39 Übungsstunden durchgeführt hat und siebenmal in der Öffentlichkeit aufgetreten ist. Am 7. April folgte der Männergesangverein Hohen-Eichen (Eschwege), dessen Chorleiter ein geborener Lardenbacher ist, der Einladung nach hier zu einem Liederabend.

Am 20. April wurden die Insassen des Laubacher Altenheims mit einigen Chören erfreut. Die Hochzeit eines Sängers und die feierliche Umrahmung der Gedenkstunde beim Ehrenmal am Volkstrauertag wurden erwähnt. Ende August fand dann der Gegenbesuch in Hohen-Eichen statt. Allen Teilnehmern wird er sicher unvergesslich bleieben, schon allein die Art, wie herzlich man aufgenommen wurde.

Das alljährlich sich wiederholende Sängertreffen der Nicolai'schen Vereine fand am 1. Dezember in Großen-Buseck statt. Wohl als absoluter Höhepunkt des vergangenen Jahres kann die alljährlich stattfindeende Weihnachtsfeier angesehen werden. Das von Nicolai'schen Schülern mit Akkordeon vorgetragene Weihnachtspotpourri, der Auftritt und die Gabenverteilung des Nikolauses sowie die unter der Leitung von Ida Psiorz stehende Kinderschar, vermischt mit Gesangsvorträgen des Vereins, fanden wie immer großen Anklang bei allen Besuchern.

Für das Jahr 1974 liegen bis jetzt vier wesentliche und wichtige Auftritte vor, deren Termine aber noch nicht alle bekannt sind. So soll an einem Wertungssingen, wenn möglich an einem Sonntagvormittag, teilgenommen werden. Das Nicolai'sche Chorgruppentreffen findet dieses Jahr in Lardenbach statt. Dies soll möglichst schon im ersten Halbjahr durchgeführt werden.

Zur Verbesserung der Finanzsituation des Vereins soll außerdem eine reine Tanzveranstaltung arrangiert werden. Mit einem Appell zum fleißigen Singstunden besuch und zur weiteren Anwerbung von Mitgliedern endete die Versammlung.

(zr, HZ)

 
17. Juli 1973

40 Jahre Feldfruchtberichterstatter

Der Klein-Eichener Landwirt Karl Müller ist nun schon seit 40 Jahren ehrenamtlicher Feldfruchtberichterstatter für das Hessische Statistische Landesamt. Demnach hat er seit 1933 dieses Amt inne. In einer kleinen Feierstunde überreichte Dr. Küttner eben von dieser Institution des Statistischen Landesamtes im Auftrag seines Präsidenten eine Ehrenurkunde. Er unterstrich die viele Kleinarbeit, die der Jubilar geleistet habe, um die landwirtschaftliche Produktion planerisch in die richtigen Bahnen zu lenken.

Grünbergs erster Stadtrat Siegbert Damaschke stattete den Dank der Großgemeinde ab. Oberamtsrat Stühler sprach für die Kommunalaufsicht. Den Stadtteil Klein-Eichen vertrat Ortsvorsteher Erich Funk.

Den Feldfruchtberichterstatter gibt es auch heute noch. Die Ernteberichterstatter berichten in der Zeit von April – Dezember einmal monatlich dem HSL über die aktuelle Situation auf ihren Feldern. Auf dem Meldebogen werden Angaben über Wachstumsstand, Feuchtigkeit und besondere Ereignisse zu den wichtigsten landwirtschaftlichen Kulturen gemacht.

Die Meldungen werden von dem Statistischen Landesamt ausgewertet und ermöglichen frühzeitig eine Ernteprognose. Diese Informationen sind von großer Bedeutung für Landwirte und Bevölkerung, denn keiner kann eine Ernte so genau abschätzen wie mit der Landwirtschaft verbundene Personen aus der Region. Berichterstatter sind tätig in den Bereichen Feldfrüchte und Grünland, Obst und Wein.

(HZ, HSL)

Fotos

 
13. Juni 1973

Grundschulkinder nach Grünberg

Vom Schuljahr 1973-1974 an werden auch die Schüler von Lardenbach, Klein-Eichen, Lehnheim, Lumda, Harbach und Queckborn die Grundschule Grünberg besuchen. Diesen Beschluss fasste am 13. Juni 1973 der Kreistag in seiner Sitzung in der Mehrzweckhalle Großen-Buseck. Zuvor war ein Erweiterungsantrag der CDU zu diesem Tagesordnungspunkt abgelehnt worden. Die CDU hatte darin ihre Zustimmung zur Auflösung der restlichen Grundschulbezirke in der Großgemeinde Grünberg davon abhängig gemacht, dass in Grünberg zwei Grundschulen gebildet werden. Außerdem hatte die CDU gefordert, dass die für die Gesamtschule vorgesehene zweite Turnhalle unverzüglich geplant und errichtet werde.

Die CDU forderte, dass in Grünberg die beiden im Schulentwicklungsplan vorgesehenen Grundschulen eingerichtet werden sollten, da es nicht zu verantworten sei, 775 Kinder in einer Grundschule in vier verschiedenen Gebäuden zu unterrichten. Auch wurde auf einen Brief des Elternbeirates an der Grundschule Grünberg hingewiesen, worin man die Zusammenlegung der Grundschule grundsätzlich begrüße, jedoch vor einer übereilten Konzentration kurz vor Beginn der Sommerferien warne. In dem Schreiben wurde die Bitte ausgesprochen, die geplante Eingliederung erst zum Schuljahr 74-75 in Kraft treten zu lassen, weil dann genügend Zeit gegeben wäre, die notwendigen umfangreichen organisatorischen und baulichen Maßnahmen durchzuführen.

Die SPD-Fraktion bemerkte, dass sich die Gesamtkonferenz der Grundschule für die Zusammenlegung ausgesprochen habe. Auch Landrat Türk sprach sich dafür aus, in Grünberg zunächst mit einer Mittelpunkt-Grundschule Erfahrung zu sammeln.

(HZ)

 
17. Mai 1973

Kindergartenpläne der Großgemeinde

Der Magistrat der Stadt Grünberg legte im Mai 1973 einen Plan vor, der die Kindergärten der neuen Großgemeinde strukturieren sollte. Danach waren im Gebiet der Großgemeinde sechs Bezirke vorgesehen. Auf der Seenbrücke sollte ein Neubau für die Kinder aus den Dörfern Weickartshain, Stockhausen, Klein-Eichen und Lardenbach entstehen. Das in der Diskusion befindliche Grundstück für den Neubau wurde schon geprüft.

Dem Kindergartenplan lagen Ermittlungen zugrunde, die sich auf die Geburtenhäufigkeit der letzten sechs Jahre erstreckten. Ziel war es, allen Kindern im Alter vom dritten bis sechsten Lebensjahr einen Platz zur Verfügung zu stellen. Für das Seenbachtal könnte zunächst, so die Überlegungen, im Herbst 1973 ein Halbtagskindergarten im Dorfgemeinschaftshaus Stockhausen eingerichtet werden, um die Praxis zu prüfen, inwieweit die Eltern von dem Angebot Gebrauch machen würden. Möbel und Spielzeug seien größtenteils vorhanden. Eine Leiterin sei bereits im Gespräch.

Für den Neubau auf der Seenbrücke wurden vom Magistrat bei Fertigbauweise 400.000 DM veranschlagt. Wolle man alle Kosten auf die Eltern abwälzen, so müßte ein monatlicher Beitrag von 100 DM erhoben werden, vorausgesetzt, dass alle Plätze belegt sind. Als Gruppenstärke werden 25 Kinder zugrundegelegt. Bis Ende 1975 könnte der Neubau im Seenbachtal stehen, so Bürgermeister Herzog.

(HZ)

Fotos

 
30. März 1973

Jagdgenossenschaft Stockhausen/Klein-Eichen

Nachdem die Kreisverwaltung dem Antrag der großen Jagdgenossenschaftsversammlung vom Februar diesen Jahres auf Auflösung stattgegeben hatte, konnten sich die Einzeljagdgenossenschaften wieder konstituieren. Auf Anregung von Otto Reitz wurde schon im Vorfeld die Zusammenlegung der beiden Jagdbezirke Stockhausen und Klein-Eichen in Erwägung gezogen.

Nun traf man sich in der Gaststätte Rohn Stockhausen zur ersten Versammlung. Die vorgelegte Satzung wurde einstimmig angenommen. Die neu gebildete Genossenschaft trägt den Namen Jagdgenossenschaft Stockhausen/Klein-Eichen. Sie hat ihren Sitz in Stockhausen und der Jagdbezirk ist 470 ha groß. Vorstand und Ausschuß werden auf die Dauer von vier Jahren gewählt.

Erster Jagdvorsteher wurde Karl Bräuning. Rechner und Schriftführer Otto Reitz. Erich Funk, Erwin Kühn und Otto Bingmann bilden den Genossenschaftsausschuß. Deren Stellvertreter sind Walter Müller, Alfred Jochim und Manfred Daniel.

Jagdgenossenschaften sind in Deutschland Körperschaften des öffentlichen Rechts. Mitglieder einer Jagdgenossenschaft, so genannte Jagdgenossen, sind die Eigentümer der Flächen einer Gemeinde, die zu einem gemeinschaftlichen Jagdbezirk gehören. Zu einem gemeinschaftlichen Jagdbezirk gehören alle Grundflächen einer Gemeinde, die nicht zu einem Eigenjagdbezirk gehören und im Zusammenhang eine bestimmte, vom Landesrecht abhängige, Mindestfläche (mindestens 150 Hektar oder höhere Mindestflächen je nach Bundesland) umfassen. Bejagbare Flächen sind im Jagdkataster verzeichnet.

Die Jagdgenossenschaft jagt in Eigenregie oder verpachtet die Jagd in ihrem gemeinschaftlichen Jagdbezirk an den Jäger. In dem Jagdpachtvertrag wird die Haftung der Jagdgenossenschaft für Wildschäden in der Regel auf den Pächter, den Jäger, übertragen. Entscheidungen trifft die Jagdgenossenschaft grundsätzlich nach dem Prinzip der doppelten Mehrheit, es muss eine Mehrheit der abgegebenen Stimmen und der hinter einer Stimme stehenden Fläche bestehen. Der Ertrag aus der Pacht wird entsprechend der jeweiligen Grundstücksfläche auf die Jagdgenossen umgelegt.

(Wiki)

 
09. Februar 1973

Bürgermeisterwahl

In fairer Weise und unter straffer Führung von Stadtverordnetenvorsteher W. Corell rang das Parlament am 9. Februar 1973 um die Entscheidung der Bürgermeisterwahl. Den äusseren Rahmen dazu gab der Stadtteil Stangenrod mit seiner Sport- und Kulturhalle. Ursprünglich war als Tagungsort die alte TSV-Turnhalle in der Kerngemeinde vorgesehen. Dort störte aber die Faschingsdekoration.

Der Vorsitzende des Wahlvorbereitungsausschusses Stühler berichtete, dass 20 Bewerbungen eingegangen seien. Alle Entscheidungen seien einstimmig gefasst worden. Die Auswahl habe man zunächst auf 14 und dann auf acht reduziert. Schließlich seien auch Bewerbungen nach Bekanntwerden der Hauptkandidaten zurückgezogen worden. Schließlich seien die Spitzenkandidaten Gerulf Herzog (CDU, Darmstadt), Heinz Peter Konze (SPD, Berenbostel) in die engste Wahl gekommen. Alle Mitglieder des Ausschusses hätten stets an den Sitzungen teilgenommen. Schließlich schlug Stühler die beiden Spitzenkandidaten zur Entscheidung vor.

Die Fraktionssprecher Berner (CDU) und Schmidt (SPD) benannten jeweils nochmals ihren betreffenden Kandidaten. Jeder Stadtverordnete hatte dann noch Gelegenheit, weitere Vorschläge zu unterbreiten. Davon wurde jedoch Abstand genommen. Damit war die Kandidatenliste geschlossen. Anschließend stellten sich Herzog und Konze noch einmal vor, damit auch sie der Bevölkerung bekannt werden, und zwar jeweils in einem Referat von 20 Minuten. Dann hatten die Stadtverordneten Gelegenheit, jeden Kandidaten jeweils 40 Minuten zu befragen. Die Fraktionen kamen rundum an die Reihe.

Nun wurde die Wahl über das zukünftige Stadtoberhaupt für die nächsten 4 Jahre getroffen. Vier Jahre ist die Zeitspanne, die das Vorschaltgesetz aufgrund der bevorstehenden Gebietsreform den Gemeinden vorschreibt. Das vollzählig vertretene Stadtparlament entschied sich mit 20 zu 17 Stimmen für den Oberpostdirektor Gerulf Herzog aus Darmstadt, der für die CDU ins Rennen gegangen war. Als Stadtverordnetenvorsteher Corell die Wahl Herzogs bekannt gab, nannte er in einem Atemzug den amtierenden Bürgermeister Karl Anschütz, den Schöpfer der Großgemeinde, dessen Werk es nun weiterzuentwickeln gelte. Dem neuen Bürgermeister riet er, soziale Gerechtigkeit für die Bürger zu üben.

Herzog dankte für das Vertrauen. Sein Bestreben werde es sein, auch die Bereitschaft zur Mitarbeit der Gegenstimmen zu erwerben. Seinem Gegenkandidaten Konze dankte er für die faire Vorstellung. Erster Stadtrat Damaschke wies Herzog auf die Schwere seines Amtes hin. Man erwarte von ihm eine harmonische Zusammenarbeit mit allen Gruppierungen.

Ende März soll der alte Bürgermeister verabschiedet und der neue in sein Amt eingeführt werden.

(HZ)

Fotos

 
Januar 1973

Ausscheidende Ortsbeiräte 1973 geehrt

Vor einigen Tagen (im Januar 1973) wurden anlässlich einer Ortsbeiratsitzung in einer kleinen Feierstunde die seit den Kommunalwahlen im vergangenen Herbst ausgeschiedenen Ortsbeiräte offiziell verabschiedet. Dies waren die ehemaligen Gemeindevertreter Heinz Leßmann und Werner Biedenkopf sowie der ehemalige 1. Beigeordnete Helmut Zimmer. Zu dieser Feierstunde hatten sich auch Bürgermeister Anschütz und Stadtrat Damaschke eingefunden.

Bürgermeister Anschütz dankte den Ausscheidenden für ihre Leistungen zum Wohle der Allgemeinheit und hob besonders ihren Weitblick bei den Zusammenschlußverhandlungen mit der Stadt Grünberg im letzten Halbjahr 1970, die immer in freundschaftlicher Atmosphäre von statten gingen, hervor.

Stadtrat Damaschke ging auf die wichtige Funktion der Ortsbeiräte allgemein ein. Nach seiner Ansicht sei eine großräumige Stadtverwaltung wie Grünberg ohne die vorbereitenden Arbeiten der Ortsbeiräte nicht voll handlungsfähig. Auch die Stadtverordnetenversammlung müsse sich bei ihren Entscheidungen auf die Ansichten und Empfehlungen dieses Gremiums stützen. Auch in Zukunft müßten die Ortsbeiräte rege bleiben und durch Informationen von und zur Stadtverwaltung die Probleme der Stadtteile lösen helfen.

Die geehrten erhielten aus der Hand des Stadtrates je ein Blumengebinde, einen Wandteller und das Buch "750 Jahre Grünberg".

(zr)

Fotos

 
29. Dez.1970

An diesem Tag, es ist ein Dienstag, fand die letzte Sitzung des Gemeindevorstandes der bis dahin selbständigen Gemeinde Klein-Eichen statt.

Unter anderem wird in einer Ergänzungsvereinbarung zum Grenzänderungsvertrag festgelegt, dass bis zu den Kommunalwahlen im Jahre 1972 die Mitglieder des bisherigen Gemeindevorstandes und der bisherigen Gemeindevertretung den neuen Ortsbeirat bilden.

Erster Ortsvorsteher des Grünberger Stadtteiles Klein-Eichen ist damit Erich Funk.

 
Dezember 1970
Als kleines Willkommensgeschenk der Stadt Grünberg für den zügigen Beitritt Klein-Eichens zur Großgemeinde, wird der Köppelsweg bis zur Pfingstweide geteert. Das gute Wetter und unbürokratische Verhandlungen machen dies möglich.
 
15. Dezember 1970

Im Zuge der Gebietsreform wird Klein-Eichen Stadtteil von Grünberg.

Nach der Unterzeichnung des Grenzänderungsvertrages durch Vertreter der Stadt Grünberg und der Gemeinde Klein-Eichen am 5. Dezember 1970, wird der Vertrag heute rechtswirksam.

Bereits im Jahre 1967 hatte der Hess. Ministerpräsident in seiner Regierungserklärung angeführt:
" Es müssen entweder durch Zusammenarbeit oder Zusammenfassungen der Gemeinden neue Wege gefunden werden, um ihre Verwaltungskraft zu verbessern. Es wird Sache der Gemeinden sein, sich zunächst selbst untereinander über die Zweckmäßigste Form der Zusammenarbeit zu verständigen."

Durch den großen Hessenplan, den Landesentwicklungsplan, das Raumordnungsprogramm und das Gesetz über kommunale Gemeinschaftsarbeit wurden den Gemeinden, Landkreisen und kreisfreien Städten sowie der hessischen Landesregierung ein Instrumentarium in die Hand gegeben, das Anreize für eine Gebietsreform bot, und deren zügige Abwicklung ermöglichte.

Der Prozess der Gebietsreform verlief nicht nur harmonisch, sondern stieß auch auf Widerstand.

Am Ende gehören zu der Großgemeinde Grünberg die Ortschaften Beltershain, Göbelnrod, Harbach, Klein-Eichen, Lardenbach, Lehnheim, Lumda, Queckborn, Reinhardshain, Stangenrod, Stockhausen, Weickartshain und Weitershain.

 

 

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