10. Dezember 1966

Einweihung der Mittelpunktschule Grünberg

Die Stadt Grünberg konnte am Freitag (10. Dezember 1966) ein bemerkenswertes Ereignis und einen Markstein in ihrer Entwicklung registrieren. Mit der Einweihung der neuen Schule wurde eine der größten Mittelpunktschulen Hessens ihrer Bestimmung übergeben. Zahlreiche Vertreter des kommunalen und des öffentlichen Lebens, an ihrer Spitze Kultusminister Prof. Dr. Schütte, nahmen an der Einweihungsfeier teil. Unter den Gästen befanden sich ferner Regierungsdirektor Trüller vom Darmstädter Regierungspräsidium, Landrat Dr. Maraun, Landtagsabgeordneter Börger (Alsfeld), Bürgermeister und Schulverbandsvorsitzender Anschütz sowie Vertreter verschiedener Schulen.

Kultusminister Schütte bezeichnete vor der Festversammlung die Einweihung der Grünberger Mittelpunktschule als einen Höhepunkt in der hessischen Landschulreform und nannte sie eine der modernsten Schulen Hessens. Übereinstimmend unterstrichen alle Redner die Bedeutung des Augenblicks. Der Mittelpunktschule, die von Schülern aus 16 Gemeinden des Kreises Gießen und aus zwei des Kreises Alsfeld besucht wird, ist noch eine Sonderschule angegliedert.

Bürgermeister Anschütz sagte der Landesregierung und dem Kreis Dank für die Unterstützung beim Bau der Schule. Ebenso müsse man den Grünberger Stadtverordneten und den Mitgliedern des Magistrates für die Bereitwilligkeit danken, mit der sie das Projekt unterstützt hätten. Anzuerkennen sei ferner, dass das Gelände kostenlos zur Verfügung gestellt worden sei. Auf die Bedeutung der Mittelpunktschule eingehend, erklärte der Bürgermeister, es sei erfreulich, dass sich die Verbandsgemeinden freiwillig zusammengefunden hätten, und dass es bei den Vorarbeiten niemals zu grundsätzlichen Meinungsverschiedenheiten gekommen sei.

Bürgermeister Anschütz umriss anschließend in groben Zügen die kulturelle Entwicklung der Stadt und betonte, dass sich Grünberg bewußt als Standort für eine große Mittelpunktschule zahlreicher Gemeinden angeboten habe. Nicht nur die geographische Lage, sondern auch das traditionelle geistige Zentrum hätten Grünberg als Standort prädestiniert. Eine Abrundung erfahre diese Entwicklung nunmehr durch die Fertigstellung der Mittelpunktschule.

Architekt Wolf übermittelte im Auftrag aller am Bau beteiligten Firmen die Glückwünsche. Sein besonderer Dank galt Bürgermeister und Schulverbandsvorsteher Anschütz und Schulleiter Amadori. Aus der Hand von Architekt Wolf erhielt dann Bürgermeister Anschütz den Hauptschlüssel zur Schule, der ihn an den Schulleiter weitergab. Ein Besichtigungsrundgang und ein gemeinsames Essen beendeten die Einweihungsfeier.

Schüler aus insgesamt 18 Gemeinden werden in diesem neuen Gebäudekomplex unterrichtet. Dem Mittelpunktschul-Verband gehören 16 Gemeinden aus dem Kreis Gießen an: Grünberg, Ettingshausen, Göbelnrod, Klein-Eichen, Lardenbach, Lauter, Lumda, Queckborn, Reinhardshain, Saasen, Weitershain, Stangenrod, Stockhausen, Weickartshain, Beltershain und Münster. Hinzu kommen aus dem Kreis Alsfeld die Gemeinden Atzenhain und Lehnheim.

Die Gesamtkosten für dieses Projekt belaufen sich auf rund 6,5 Millionen DM. Das Land hat etwa 74 Prozent und der Kreis zehn Prozent der Kosten übernommen. Den Rest muß der Schulverband tragen. Das Gelände, auf dem die neue Schule errichtet wurde, befindet sich in einem Waldgebiet etwa zwei Kilometer östlich der Stadt Grünberg. Während dort im Winter 1963/64 der Fichtenwald eingeschlagen wurde, fertigte das Architekturbüro Wolf die Pläne für die Mittelpunktschule an.

Im September 1964 erfolgte der erste Spatenstich für die Schule. Die Arbeiten für den Bau gingen ohne Nennenswerte Beeinträchtigungen voran. Im Oktober 1965 wurde das Richtfest gefeiert. Das Schulgelände wird über eine an der südlichen Grundstücksgrenze entlangführende Waldstraße erschlossen. Die Eingangszone bildet ein Omnibus- und Wendeplatz, der mit einem Parkplatz für Personenwagen verbunden ist. Von dort sind sämtliche Gebäudegruppen der Schule über den zentralen Pausenhof zu erreichen.

Den Hauptteil der neuen Schule bilden die Klassen- und Fachklassenräume, die in zwei- und dreigeschossiger Form um einen nach Westen offenen Hof gruppiert sind. Eng an diese Zone angefügt und in Eingangsnähe befindet sich in einem eingeschossigen Bau die Verwaltung mit Gemeinschaftsraum und Schüleraufenthaltsraum. Die Turn- und Gymnastikhalle mit Nebenräumen und Sportaußenanlagen schließen das Gelände nach Westen hin ab. Dazu kommt noch ein Hausmeister-Wohnhaus.

(GAZ)

Fotos

 
06. November 1966

Landtagswahl 1966

Die Wahl zum 6. Hessichen Landtag fand am 6. November 1966 statt. Die SPD konnte ihre absolute Mehrheit behaupten, ihr bisheriger Koalitionspartner GPD/BHE scheiterte an der Sperrklausel. Ministerpräsident Zinn bildete in der Folge eine SPD-Alleinregierung. Bundesweite Beachtung fand der erstmalige Einzug der NPD in ein deutsches Länderparlament.

Klein-Eichen und Lardenbach gehörten zu den 52 Gemeinden des Kreises Gießen, die zum Wahlkreis Alsfeld zählten.

Die Ergebnisse aus Klein-Eichen:
Wahlberechtigt 119 Wähler, Abgegebene Stimmen 87, Ungültige Stimmen 0, Gültige Stimmen 87

1966
1962
SPD
30
38
CDU
11
20
FDP
29
29
GPD/BHE
2
2
NPD
15
-
DFU
-
-

Die Ergebnisse von Lardenbach:
Wahlberechtigt 290 Wähler, Abgegebene Stimmen 216, Ungültige Stimmen 1, Gültige Stimmen 214

1966
1962
SPD
108
109
CDU
30
24
FDP
35
53
GPD/BHE
8
16
NPD
33
-
DFU
-
1
 
03. Oktober 1966

Volksbegehren gescheitert

Das Voklsbegehren zur Einführung der Briefwahl in Hessen scheiterte am 3. Oktober 1966. Im Landkreis Gießen hatten sich nur 3,03 Prozent der Wahlberechtigten in entsprechende Listen eingetragen. In den 85 Kreisgemeinden kamen demnach nur 2175 Unterschriften zusammen. In Klein-Eichen setzten sich nur 4 Personen auf die Liste des Volksbegehrens. In Lardenbach waren dies 7 der Wahlberechtigten.

Die Vorauswahl bei Wahlen beziehungsweise die vorzeitige Stimmabgabe bei Abstimmungen bezeichnet die Möglichkeit für Wahl- und Stimmberechtigte, bereits vor dem eigentlichen Stimm- und/oder Wahltag ihre Stimme brieflich oder im Wahllokal abgeben zu können.

Zur Sicherstellung des Wahlgeheimnisses und der persönlichen Wahl betrachtete man eine persönliche Wahl im Wahllokal als unverzichtbar. Allerdings ist es nicht jedermann möglich, am Wahltag persönlich vor Ort im Wahllokal zu sein. Mit der zunehmenden Mobilität der Bürger, stand die Beschränkung auf die Stimmabgabe am Wahltag im Wahllokal zunehmend im Konflikt mit dem Prinzip des Allgemeinen Wahlrechtes. Daher wurde nach dem Zweiten Weltkrieg die Einführung der Briefwahl intensiv diskutiert und für Bundestagswahl 1957 eingeführt.

Dieses Wahlverfahren, als Vorauswahl, war bei den Landtagswahlen in Hessen 1962 und 1966 im Einsatz. In Hessen lehnte die regierende SPD die Briefwahl ab. Mit dem Wahlgesetz vom 12. Juli 1962 wurde jedoch eine „Vorauswahl“ eingeführt. 7 Tage vor der Wahl konnten die Wahlberechtigten in einem eigenen Wahlbezirk „Vorauswahlbezirk“ mit Wahlschein wählen

Vor der nächsten Wahl 1966 gab es ein Volksbegehren (siehe oben) zur Einführung der Briefwahl, welches jedoch scheiterte. Als Reaktion auf dieses Volksbegehren wurde das Landeswahlgesetz geändert und nun eine 21 Tage dauernde Vorauswahl ermöglicht.

(wiki)

 
24. Juli 1966

Fest zur Vereinsgründung des SSV

Die Gründung des neuen Spiel- und Sportvereins sowie die Einweihung des neuen Sportplatzes war für die Sportler Grund genug, ein Fest zu veranstalten (23.-24. Juli 1966), an dem sich die gesamte Bevölkerung Lardenbachs und Klein-Eichens beteiligte. Nach einem Umzug durch die Straßen der beiden Dörfer unter Vorantritt des Jugendblasorchesters Röthges versammelte sich jung und alt in dem großen Festzelt auf dem Schulhof, das man eigens zu diesem Zweck aufgeschlagen hatte. Auf dem Platz hinter der Bürgermeisterei waren Zuckerstände und Schießbude errichtet worden und für die Kinder stand ein Karussell zur Verfügung.

Bürgermeister Reinhard Mölcher richtete im Namen des Spiel- und Sportvereins herzliche Willkommensgrüße an die Besucher aus der näheren und weiteren Umgebung, unter ihnen die Bürgermeister aus Grünberg, Göbelnrod, Freienseen und den übrigen umliegenden Ortschaften. Er unterstrich noch einmal die Notwendigkeit der sportlichen Betätigung. Sport sei der Ausdruck einer inneren Haltung. Es gelte, durch sportliche Betätigung sich für die berufliche Arbeit stark zu machen. Ein guter Sportler sei auch ein guter Arbeiter.

Im Sport komme aber auch die Kameradschaft zum Ausdruck. Gerade der neu errichtete Sportplatz trage dazu bei, das sportliche, kameradschaftliche und gesellschaftliche Leben in den beiden Gemeinden zu stärken und zu festigen. Mölcher wies darauf hin, dass der neu gegründete Verein bereits über eine Fußballmannschaft, eine Schießsportabteilung und eine Tischtennisabteilung verfügt. Es sei das gemeinsame Ziel der Mitglieder, sich voll für den Verein einzusetzen, wahre Kameradschaft zu pflegen und die Zwietracht vom Verein fernzuhalten.

In einem bunten Programm erfreute der Gesangverein Lardenbach/Klein-Eichen die Besucher durch die beiden Chöre "Brüder, reicht die Hand zum Bunde" und "Mein Heimatland". Die Rhönradgruppe der TG Laubach wartete mit gekonnten Übungen auf, während die drei Humoristen "Lulu, Anton und Piccolo" aus Laubach eine "komische Nummer" brachten. Volkstänze zeigten die Mädchen der Tanzgruppe Laubach, während das Jugendblasorchester Röthges, dem auch Mitglieder aus Münster, Ober-Bessingen, Wetterfeld, Nonnenroth, Villingen, Merlau und Stockhausen angehören, das Programm durch flotte Musikvorträge bereicherte.

Als humoristischer Ansager betätigte sich Walter Schmidt (Kolbenmühle). Nach Beendigung des offiziellen Teils blieb man bei Unterhaltung und Tanz unter den Klängen der Kapelle Stühler (Merlau) noch etliche Stunden froh und gemütlich beisammen.

(gaz/t)

Fotos

 
23. Juli 1966

Neuer Sportplatz 1966

Die Sportbegeisterte Jugend Lardenbachs und Klein-Eichens konnte am Samstagnachmittag (23. Juli 1966) einen neuen Sportplatz in Besitz nehmen, der mit einem Kostenaufwand von 8000,- DM angelegt worden ist. Davon hat der Landkreis Gießen 3500,- DM übernommen. Um weitere 3000,- DM wurde der Gesamtbetrag durch Eigenleistungen der Mitglieder reduziert, den Rest brachte die Gemeinde auf.

Erster Beigeordneter Hans Zimmer freute sich über das Werk, das nach mancherlei Schwierigkeiten gut gelungen sei. Er wies darauf hin, dass das Gelände im Laufe der Jahrzehnte schon wiederholt verändert worden ist. Während es vor dem ersten Weltkrieg als Ackerland diente, wurde hier später Eisenerz gegraben. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde es dann wieder seinem ursprünglichen Zweck zugeführt.

Die Bergwerksgesellschaft verteilte das Gelände in kleinen Parzellen an die Bauern des Dorfes, von denen es die Gemeinde Lardenbach im Tauschweg erwarb. Zimmer übergab den Platz an den 1. Vorsitzenden des neugegründeten Spiel- und Sportvereins Lardenbach/Klein-Eichen, Bürgermeister Reinhard Mölcher.

Mölcher bedankte sich bei der Gemeinde im Namen der Sportler für den schönen Rasenplatz. Sein Dank galt aber auch all denen, die mitgeholfen haben, die Anlage zu schaffen, auf der die Jugend in friedlichem Wettstreit ihre Kräfte messen könne. Der Sport sei geeignet, den Körper zu stählen und Gesundheit, Lebenskraft und Jugendfrische zu erlangen. Er appelierte an die noch Abseitsstehenden, in den Verein einzutreten. Dem vor wenigen Monaten neugegründeten Spiel- und Sportverein gehören bereits 136 Mitglieder an.

Kreisbeigeordneter Albert Weigand, der die Glückwünsche des Landrates überbrachte, vertrat die Ansicht, dass bei der sportlichen Betätigung nur die Breitenarbeit ausschlaggebend sein müsse. Er bezeichnete die Gründung eines gemeinschaftlichen Sportvereins für zwei Gemeinden und die Schaffung einer gemeinschaftlichen Sportanlage als ein Musterbeispiel. Der Landkreis Gießen unterstütze derartige Vorhaben. Es komme darauf an, auch in den kleinsten Gemeinden einen Sportplatz anzulegen und damit die Voraussetzungen zur sportlichen Betätigung zu schaffen.

Weigand überreichte dem Vereinsvorsitzenden Mölcher einen Fußball sowie ein Bandmaß als Geschenk des Landkreises. Vorsitzender Keller vom TSV Freienseen beglückwünschte den Spiel- und Sportverein Lardenbach/Klein-Eichen zu der schmucken Sportanlage.

Der neugegründete Sportverein SSV Lardenbach/Klein-Eichen trat an diesem Samtag bei der Sportplatzeinweihung erstmals an die Öffentlichkeit. Wenn dann auch der SSV im ersten Fußballfreundschaftsspiel gegen Freienseen klar unterlag, so tat das doch der Freude am Spiel keinen Abbruch.

(gaz/t)

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12. Juni 1966

Fußball

Der aktive Sportbetrieb des noch jungen SSV Lardenbach/Klein-Eichen begann mit einem Fußballspiel in Bobenhausen. Es war für alle Spieler und Zuschauer was besonderes gleich zum Auftakt des Fußballsports einen nicht erwarteten Sieg mit 4:3 Toren zu erziehlen. An diesem Sonntag herrschte dann auch eine Bombenstimmung als in der Gaststätte "Zur Linde" kräftig gefeiert wurde.

 

 
31. März 1966

Zusammenlegung kleiner Gemeinden 1966

Die Diskussion um den Zusammenschluss von Gemeinden ist im Landkreis Gießen mehr als je zuvor in vollem Gange. Sie wurde durch das Hessische Finanzausgleichsgesetz für 1966 ausgelöst, dass der Hessische Landtag am 15. Dezember 1965 beschlossen hat und über das Landrat Dr. Georg Maraun bereits am gleichen Tag in der Kreistagssitzung im Bürgerhaus Lich gesprochen hat. Der Landrat nannte ganz konkrete Geldbeträge, die den Gemeinden auf die Dauer von 10 Jahren - vom hessischen Staat garantiert - zuteil würden, die sich zur Stärkung der Verwaltungskraft zusammenschlössen.

Vorgesehen sind dafür zunächst acht Gemeindegruppen, und zwar: 1. Rödgen, Trohe, 2. Lardenbach, Klein-Eichen, 3. Lardenbach, Klein-Eichen, Weickartshain, Stockhausen, 4. Londorf, Kesselbach, 5. Steinbach, Albach, 6. Garbenteich, Hausen, 7. Lollar, Daubringen, Staufenberg, Mainzlar, Ruttershausen, 8. Großen-Linden, Leihgestern.

Für Lardenbach und Klein-Eichen bestehen zwei Möglichkeiten, sich nämlich einmal alleine zusammenzuschließen, zum anderen sich mit zwei weiteren Gemeinden zu vereinen. Im letzteren Fall wäre die Finanzhilfe des Landes, genannt Schlüsselzuweisungen, wesentlich größer als im ersteren. Diese erhöhten Schlüsselzuweisungen werden als Art Anreiz und Starthilfe für Gemeinden gewährt, die mutig den Schritt zu einer neuen, größeren Gemeinde wagen.

Für das Verfahren eines solchen Zusammenschlusses zweier oder mehrerer Gemeinden zu einer Großgemeinde haben das Land und der Landkreis versichert, dass es sich nur um einen freiwilligen Zusammenschluss handeln kann. Wichtig ist,dass die Verwaltung einer neuen Gemeinde auf die Dauer nicht teurer wird als die der vorherigen Einzelgemeinden zusammengenommen. In einer größeren Gemeinde kann rationeller geplant und gearbeitet werden.

Um praktische Probleme der Kommunalpolitik im Hinblick auf Fragen der Finanzierung ging es bei einem Treffen im Februar mit den Bürgermeistern der fünf Seenbachtal-Gemeinden Freienseen, Lardenbach, Klein-Eichen, Stockhausen und Weickartshain. Im Landratsamt ging es dabei auch wieder um die Gemeindezusammenschlüsse.

Bei der Kreistagssitzung im März 1966 stand die Verwaltungsreform ebenfalls im Mittelpunkt. Hier hob der Landrat hervor, dass ein Zusammenschluss die günstigste Lösung sei, die den Bürgern und Gemeinden den größten Nutzen bringe. Man könne sich auch zunächst mit einer gemeinsamen Verwaltungseinrichtung wie die der Gemeindekassen begnügen.

Als Beispiel nannte Dr. Maraun wieder die fünf Gemeinden des Seenbachtals. Für die Aufwandsentschädigung ihrer fünf Kassenverwalter bringen diese Gemeinden jährlich rund 20200 DM auf. Würden sie gemeinsam einen hauptamtlichen und fachlich vorgebildeten Kassenverwalter beschäftigen, kostete er ihnen nur 13900 DM pro Jahr.

Der Landrat erklärte dabei jedoch mit Nachdruck, dass sich die ehrenamtlichen Kassenverwalter in sehr vielen Fällen sehr große Mühe gäben. Durch eine gemeinsame Kassenverwaltung könnten zum Beispiel die Gemeinden Klein-Eichen und Stockhausen jährlich je rund 1300 DM sparen. Hinzu komme die Tatsache, dass sich das Land bereit erklärt habe, im Falle einer solchen gemeinsamen Kassenverwaltung deren Erstausstattung mit dem notwendigen modernen Zubehör zusätzlich zu finanzieren.

Auf jeden Fall werde mit einem Zusammenschluss keine Schwächung, sondern eine Stärkung der kommunalen Selbstverwaltung erzielt. Leider, sagte der Landrat, habe er neben den zahlreichen sachlichen Gesprächen auch unsachliche und bissige Polemiken sowie Diffamierungen zu diesem Thema gehört. Das Endziel sei jedoch eine Großregion Mittelhessen.

(GAZ)

 
19. März 1966

Absatzveranstaltung in der Hessenhalle

Der sehr gute Besuch der Absatzveranstaltung der Niederungsviehzüchter in der Gießener Hessenhalle war mitbestimmend für den guten Verlauf der Veranstaltung. Es waren je 20 Bullen des schwarzbunten und des rotbunten Rindes angekört (Auswahl von für die Zucht bestimmter Rassen geeigneten Haustieren) worden. Von den rotbunten wurde auch einer in die I. Zuchtwertklasse gestellt. Je sieben Bullen kamen in die II- und in die IIb-Zuchtwertklasse.

Die II. Zuchtwertklasse wurde angeführt von einem Bullen der Fürstlichen Gutsverwaltung Büdingen. Die übrigen Bullen dieser Klasse kamen aus dem Taunus. Nur der letzte war vom Oberseener Hof. Die drei ersten Bullen der Zuchtwertklasse IIb waren von Rainrod, Leihgestern und von Albert Müller aus Klein-Eichen. Von den rotbunten Rindern wurden über 20 aus einem Betrieb aufgetrieben. Bei den schwarzbunten gab es keine ausgesprochenen Spitzentiere.

Versteigert wurden diesmal zuerst die rotbunten Tiere. Bereits für den Spitzenbullen bestand reges Interesse. Für den Zuschlag, des mit einem 1. Preis prämierten Tieres, wurden 4300 DM bezahlt. Die Durchschnittspreise für die Vatertiere der beiden II. Zuchtwertklassen betrug 3570 DM. Die auch Albert Müller für seinen Bullen erhielt. Für die III: Zuchtwertklasse wurde im Durchschnitt 2910 DM bezahlt.

Es kamen nicht alle Gemeinden zu einem Zuchtbullen. Von den schwarzbunten war der höchste Preis 3800 DM. Der Gesamtdurchschnittspreis von 2825 DM wurde als ausreichend angesehen. Sehr rege war die Nachfrage nach weiblichen Tieren. Eine 7jährige Kuh mit einem Kuhkalb fand einen Käufer für 2150 DM. Ältere Kühe wurden mit 1900 bis 1660 DM, jüngere mit 2550 bis 1760 DM, jüngere Rinder mit 900 bis 700 DM bezahlt.

(GAZ)

 
11. März 1966

Omnibusverbindung

Am Freitagabend (11. März 1966) tagte die Stadtverordnetenversammlung in Laubach. Unter „Mitteilungen“ gab Bürgermeister Funk bekannt, dass ab 1. Mai die Strecke Laubach – Mücke durch einen privaten Omnibusunternehmer (Lehmann, Hungen) befahren wird, und zwar von Hungen über Nonnenroth – Röthges – Lauter – Wetterfeld – Laubach – Freienseen – Altenhain – Wohnfeld – Sellnrod – Lardenbach – Seenbrücke – Stockhausen – Flensungen – Mücke, jeweils dreimal täglich.

(Grünberger Heimat Zeitung)

 

 
09. März 1966

Ortslandwirte

Bei einer Versammlung der Ortslandwirte, die sich am 9. März 1966 zum letztenmal in dieser Amtsperiode im Bürgerhaus in Lich trafen, wurden 19 Ortslandwirte von Kreislandwirt Albert Brückel, Landrat Dr. Georg Maraun und Prof. Valentin Horn geehrt, da sie seit 1946 ununterbrochen im Amt sind.

Kreislandwirt Brückel gab einen kurzen Überblick über die letzten vier Jahre: 1962 habe es eine gute Getreide- und Kartoffelernte gegeben, dafür sei das Futter knapp gewesen. Im folgenden Jahr gab es mehr Futter, aber die Getreideernte sei nicht zufriedenstellend gewesen. 1964 traten große Schäden durch Dürre auf, während das vergangene Jahr durch große Nässe gekennzeichnet gewesen sei.

Auf agrarpolitische Fragen eingehend meinte Brückel, dass die Senkung der Getreidepreise nicht positiv sei; allerdings sei ein Ausgleich versprochen worden. Der Einkommensabstand zwischen denen, die in der Industrie arbeiteten und den in der Landwirtschaft Tätigen werde wieder größer. Durch Selbsthilfe versuche man aber, die Lage der Landwirtschaft zu verbessern. Die Basis aller Bemühungen hierbei soll das Bemühen um eine gute Ausbildung des Nachwuchses sein.

Direktor Wiesner erklärte, dass für Kredite sowie für Althofsanierung und Aussiedlung gerade neue Richtlinien ausgearbeitet würden, so dass sich solche Anträge jetzt etwas verzögerten. Der Kreis habe sich sehr um die Modernisierung der Landwirtschaft bemüht. Als Neuestes werden fahrbare Trocknungsanlagen für getreide eingeführt, denn das letzte Jahr habe gezeigt, wie wichtig eine Getreidetrocknung ist.

Bei der Ehrung der verdienten Ortslandwirte betonten Albert Brückel, Landrat Dr. Maraun und Prof. Horn, wie sehr sich die Landwirte in den schwierigen Jahren nach dem zweiten Weltkrieg verdient gemacht hätten. Das Überleben hätte von ihnen abgehangen, sagte der Landrat, und sie hätten viel zur landwirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung beigetragen. Wie Prof. Horn als Vertreter des Oberbürgermeisters sagte, bemühten sie sich immer wieder, an der notwendigen strukturellen Veränderung der Landwirtschaft zu arbeiten.

Tierschutzdirektor Dr. Hartmann betonte, dass die deutsche Landwirtschaft 1947 mehr für die Ernährung getan habe als in jedem Kriegsjahr und dass dafür auch den Ortslandwirten das Lob gebühre.

Unter anderen wurden die Ortslandwirte Karl Biedenkopf (Klein-Eichen) und Rudolf Schmidt (Weickartshain) geehrt. Sie erhielten, wie auch alle anderen, ein Buch, den Kreiskalender und vom Landrat eine Ehrenurkunde.

Oberlandwirtschaftsrat Nagel ging noch einmal auf die Schließung der Landwirtschaftsschule in Grünberg ein und meinte, dass wenigstens eine Beratungsstelle wieder eingerichtet werden müsse, die in dringenden Fällen helfen könne. Er forderte die Älteren der Ortslandwirte auf, ihr Amt Jüngeren zur Verfügung zu stellen, wenn sie die anfallende Arbeit nicht mehr bewältigen könnten.

(Gießener Allgemeine Zeitung)

Fotos

 
08. März 1966

Abitur

An der von der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau getragenen Paul-Gerhardt-Schule in Laubach hat unter vielen anderen die Reifeprüfung Elisabeth Repp aus Lardenbach bestanden. Ihr Berufswunsch ist das Studium der Biologie.

(Gießener Allgemeine Zeitung)

 

 
05. März 1966

Generalversammlung der Feuerwehr

Am Samstag, dem 5. März 1966, fand in Lardenbach die öffentliche Generalversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Klein-Eichen statt. Ortsbrandmeister Erwin Kühn eröffnete die Sitzung gegen 20.30 Uhr und begrüßte die Anwesenden aktiven und passiven Mitglieder. Nach seinem Rückblick auf das Jahr 1965 legte der Rechner den Kassenbericht vor. Da die Kasse ordnungsgemäß geführt worden war, erteilte die Versammlung auf Antrag die Entlastung.

Es wurde festgestellt, dass die Feuerwehr Klein-Eichen zu diesem Zeitpunkt aus 24 aktiven und 18 passiven Mitgliedern bestand.

Bei den anstehenden Neuwahlen des Vorstandes bestätigte die Versammlung alle bisherigen Vorstandsmitglieder einstimmig in ihren Ämtern. Dem Vorstand gehörten somit weiterhin Erwin Kühn, Ernst Lein, Günther Zimmer, Heinz Leßmann, Gerhard Träger und Felix Darga an.

Der Ortsbrandmeister wies darauf hin, dass die aktiven Mitglieder im Vergleich zu den passiven einen zu niedrigen Beitrag zahlten. Nach kurzer Diskussion wurde der Jahresbeitrag für die aktiven Mitglieder auf 6,- DM festgesetzt.

Wie in den Vorjahren wurden anschließend die Unfallverhütungsvorschriften durchgesprochen. Der Übungsplan soll im Jahr 1966 in gleicher Weise wie im Vorjahr durchgeführt werden.

Weiterhin beschloss die Versammlung, das Feuerwehrgerätehaus zu renovieren. Die entstehenden Kosten übernimmt die Gemeinde. Für den damit verbundenen Arbeitsaufwand sollen ein bis zwei Übungsstunden entfallen.

Zum Abschluss der Versammlung nutzte Ortsbrandmeister Kühn die Gelegenheit, seinem Stellvertreter Ernst Lein zum Geburtstag zu gratulieren – er wurde an diesem Tag 45 Jahre alt.

Nach dem offiziellen Teil blieb man noch einige Zeit in gemütlicher Runde beisammen.

(nach Protokoll)

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05. März 1966

Vogelsberger Rind auf dem Rückmarsch

Das rote Höhenvieh hat in Oberhessen zwar noch einen relativ guten Stand, ist aber weiter auf dem Rückmarsch, bedingt durch die Paarung mit Dänen- und Anglervieh und durch das Vordringen von Fleck- und Niederungsvieh. Das machte der Jahresbericht der Züchtervereinigung Oberhessen für Rotvieh deutlich. Die Herdbuchvereinigung hat noch 139 Mitglieder, davon 21 Gemeinden. In 108 Betrieben stehen 31 Bullen, 440 Herdbuchtiere und 387 Jungtiere. Von den vier Bullenstationen sind nur noch Unter-Seibertenrod und Ilbenhausen besetzt. Von der künstlichen Besamung wird auch hier mehr und mehr Gebrauch gemacht.

Das Rotvieh zeichnet sich durch gute Milchergiebigkeit und einen hohen Anteil an Butterfett aus. Eine große Anzahl der Betriebe weist eine sehr gute Herdendurchschnittsleistung mit über 180 kg Milchfett auf. Die Betriebe, die hier obenan stehen, befinden sich in Deckenbach, Helmertshausen, Reiskirchen, Beuern, Großen-Buseck und Ober-Mockstadt.

(Grünberger Heimat Zeitung)

 

 
04. März 1966

Anschütz wiedergewählt

Mit zehn Ja-Stimmen und vier Enthaltungen wurde am Freitag (4. März 1966) Bürgermeister Karl Anschütz, der seit 18 Jahren die Geschicke Grünbergs leitet, im Rahmen einer festlichen Stadtverordnetensitzung für sechs weitere Jahre wiedergewählt.

Eine sehr versöhnliche Rede hielt dazu Landrat Dr. Maraun, der durch seine Anwesenheit dokumentierte, „dass der Landkreis und der Landrat an dieser Wiederwahl sehr interessiert sind“.

U. a. trug der Bürgermeister, so der Landrat, die Hauptverantwortung am Zustandekommen der Mittelpunktschule, die ihm noch viel Freude und Mühe machen wird.

Im Zuge einer größeren Verwaltungsreform misst der Landrat Grünberg eine immer stärkere Bedeutung zu, wenn kleine Gemeinden, die der Mittelpunktschule schon angehören, sich beispielsweise verwaltungsmäßig immer mehr an die Stadt anlehnen würden.

(Grünberger Heimat Zeitung)

 

 
25. Februar 1966

Tagung in Grünberg

Die Mitglieder des sozialdemokratischen Arbeitsbezirks Grünberg tagte am Freitag (25. Februar 1966) im Kino-Cafè. Außer der einheimischen Abordnung waren Vertreter aus Laubach, Lumda, Göbelnrod und Queckborn erschienen. Im Mittelpunkt des Abends stand ein Refereat des Landrats Dr. Maraun. Unter anderem ging es um die Zusammenlegung von Gemeindeverwaltungen. Aus der näheren Umgebung biete sich vielleicht die Möglichkeit an, daß Klein-Eichen, Lardenbach, Freienseen, Stockhausen und Weickartshain eine gemeinsame Kassenverwaltung vorbereiten. Finanzminister Oßwald strebe im Haushaltsplan 1967 an, daß Land solle auch dann finanzielle Unterstützungen leisten, wenn Gemeinden nur auf einzelnen Gebieten zusammenarbeiten.

Auch zum Vorwurf der Kreis vernachlässige die Gemeinden, nahm der Landrat Stellung. Dr. Maraun gab Beispiele für Zuschüsse an Gemeinden die der Kreis in den letzten vier Jahren leistete. So erhielten aus der näheren Umgebung Stockhausen 90 600 DM, das sei das Dreifache eines Jahreshaushaltes dieser Gemeinde. Nach Lardenbach flossen 25 300 DM, nach Klein-Eichen 65 700, nach Freienseen 114 400 DM und nach Münster 128 000 DM.

(Grünberger Heimat Zeitung)

 

 
19. Februar 1966

Unfall

Zu schnell ging am Samstagnachmittag (19. Februar 1966) ein Wohnfelder Pkw-Fahrer auf der Strecke Lardenbach - Sellnrod in eine Linkskurve, kam ins Schleudern und prallte gegen einen Telefonmast. Der Schaden am Wagen ist erheblich. Der Fahrer kam mit heiler Haut davon.

(Grünberger Heimat Zeitung)

 

 
18. Februar 1966

Minister Osswald besuchte Gemeinden

Praktische Probleme der Kommunalpolitik beriet am Freitag (18. Februar 1966) Finanzminister Albert Osswald als Landtagsabgeordneter des Gießener Raumes in Annerod mit den Gemeindevorständen und Gemeindevertretungen der Gemeinden Opperod, Burkhardsfelden, Albach, Steinbach und Annerod. Im wesentlichen ging es um Straßenbau, Erschließung von Baugelände, Wasserversorgung, Abwasserbeseitigung, Schulwesen und den Bau von Kindergärten, Bürgerhäusern und Sportstätten. Darüber hinaus wurden Fragen der Raumordnung und der Regionalplanung erörtert.

Unter anderem unterstrich Landrat Dr. Maraun dabei, daß sein Vorschlag zu Gemeindezusammenschlüssen nur ein Weg sei. Am Vormittag habe er mit den Bürgermeistern der fünf Seenbachtal-Gemeinden Freienseen, Lardenbach, Klein-Eichen, Stockhausen und Weickartshain im Landratsamt dazu Fragen erörtert. Ein anderer Weg sei ebenfalls schon eingeleitet, denn er befinde sich in einem Gespräch mit einem großen Unternehmen des Kreises wegen Übernahme technischer Verwaltungsaufgaben. Es stimme, daß die kleineren Gemeinden zwar Angst hätten, bei einem Zusammenschluß benachteiligt zu werden, tatsächlich aber die größeren Vorteile davon zu erwarten hätten.

(Gießener Allgemeine Zeitung, 19. Februar 1966)

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04. Februar 1966

Spiel- und Sportverein gegründet

Was lange währt, wird endlich gut! Seit dem vorigen Freitag (4. Februar 1966) haben die Gemeinden Lardenbach und Klein-Eichen wieder einen „Spiel- und Sportverein“ (SSV).

Der Wunsch nach einem eigenen Verein für die Jugend von Lardenbach und Klein-Eichen stand am Anfang: Für den 4. Februar 1966 beriefen der damalige Lardenbacher Bürgermeister Reinhold Mölcher Senior sowie die Sportfreunde Heinz Leßmann und Ernst Keller die Gründungsversammlung im Gasthaus "Zur Linde" ein. Kreissportwart Plischka hatte ursprünglich sein Kommen zugesagt, ließ sich aber entschuldigen.

Nach lebhafter Diskussion trugen sich 51 Personen in die Mitgliederliste ein, weitere 20 stießen inzwischen noch hinzu. Erster Vorsitzender wurde Bürgermeister Mölcher. Er versprach, bis zur Hauptversammlung im Jahre 1967 das Amt beizubehalten.

Der übrige Vorstand setzt sich wie folgt zusammen: Heinz Leßmann (Klein-Eichen) zweiter Vorsitzender, Gerhard Lerch Schriftführer, Lehrer Walter Löber Jugendleiter, Norbert Keller und Siegfried Böcher Kassierer.

Für beide Gemeinden bestand vor dem letzten Weltkrieg schon einmal ein Sportverein. Bürgermeister Mölcher berichtete ausführlich darüber. Das Ortsoberhaupt wies noch einmal mit Nachdruck auf die Wichtigkeit einer sportlichen Betätigung hin und sprach der Gemeindevertretung seinen Dank für die Bereitstellung des Sportplatzgeländes aus. Auf Vorschlag Reinhard Mölcher übernahm man die Farben des früheren Vereins: schwarz-weiß.

Lebhaft ging es bei der Debatte um die Beitragsfestsetzung zu. Man einigte sich schließlich auf einen Monatsbeitrag von 1,- DM. Jugendliche unter 16 Jahren sind beitragsfrei, ebenso der dritte Mann in der Familie.

Nächster Programmpunkt: Die Gründung einer Fußball- und Tischtennisabteilung. Der von der Gemeinde zur Verfügung gestellte Fußballplatz liegt oberhalb der neuen Schule auf dem ehemaligen Grubengelände. Er ist eben, eine Planierung ist also nicht mehr nötig. Es brauchen praktisch nur die Tore gesetzt und das Spielfeld eingeteilt zu werden. Die Notwendigkeit einer Dränage wird noch untersucht. Wenn alles gut geht, gedenkt man schon im Herbst mit den Spielen, um Punkte und Siege zu beginnen.

Die Tischtennisabteilung könnte sofort in der Schule zu spielen beginnen und auch die dort vorhandene Tischtennisplatte benutzen.
Ferner soll noch eine Schießsportabteilung hinzukommen.

Gemeinsam erklang zum Schluß das Vereinslied: „Brüder laßt die Bundesfahne durch die Lüfte wehen, schwarz und weiß sind unsere Farben wenn’s zum Sportplatz geht …“ Ein fröhlicher Umtrunk festigte die Gründung.

(z/Grünberger Heimat Zeitung)

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29. Januar 1966

Sängerkranz Grünberg

Sehr gut besucht war die Jahreshauptversammlung des Gesangvereins "Sängerkranz" im Vereinslokal "Villa Emilia". Dem Jahresbericht des 1. Vorsitzenden konnte man entnehmen, daß mehrere Veranstaltungen stattfanden: Ausflug, Nicolaischer Sängertag in Oppenrod, Mitwirkung bei der 80-Jahr-Feier des Gesangvereins Lardenbach/Klein-Eichen und der Familienabend.

(Gießener Allgemeine Zeitung)

 

 
22. Januar 1966)

Lardenbacher Feuerwehr

Mit 121 eingetragenen Mitgliedern ist die Freiwillige Feuerwehr Lardenbach der größte Verein des Dorfes. Jeder dritte Einwohner gehört ihr somit an. Am Samstag (22. Januar 1966) war Jahreshauptversammlung. Oberbrandmeister Helmut Felsing erwähnte in seinem Tätigkeitsbericht des vergangenen Jahres besonders das gute Abschneiden bei den Wettkämpfen. Die Nachtübung mit der Klein-Eichener Feuerwehr wurde als gelungen bezeichnet.

Rechner Emil Mölcher las den Kassenbericht vor: der Kassenbestand schließt am 1. Januar 1966 mit rund 1000 DM ab. Gruppenführer Günter Felsing wurde für seine Verdienste in der Wettkampfgruppe zum Löschmeister befördert. Bevor man zum gemütlichen Teil überging, wurden ein kleiner Schmalfilm und Dias von den Wettkämpfen und dem Wirken der Wehr gezeigt.

(Gießener Allgemeine Zeitung)

 
11. Januar 1966

Schuljahrbeginn

Angesichts der Einheitlichkeit des Umstellungsverfahrens sowie eine Verkürzung der Pflichtschulzeit zu vermeiden, hat die Kultusministerkonferenz folgenden Beschluss gefasst:

Das Schuljahr für die allgemeinbildenden Schulen beginnt letztmalig im Jahre 1966 am 1. April 1966. In der Zeit vom 1. April 1966 bis zum 31. Juli 1967 fallen zwei Schuljahre, dabei hat Hessen die Möglichkeit, in diesem Zeitraum zum 1. Dezember 1966 eine erneute Einschulung vorzunehmen (Länder mit zwei Kurzschuljahren). Ab 1967 finden alle Versetzungen in die nächst höhere Klasse zum 1. August statt. (11. Januar 1966)

Die Unterrichtswochen, die für die beiden kurzen Schuljahre zur Verfügung stehen, schmelzen somit von insgesamt 80 auf 50 zusammen. Der Stundenplan muß somit gerafft werden. Die Raumnot an Grünbergs Schulen wird zumindest bis Herbst noch groß bleiben. Dann hofft man, daß die Mittelpunktschule fertig ist. (22. Januar 1966)

(Grünberger Heimat Zeitung)

Fotos

 
08. Januar 1966

"Unser Dorf soll schöner werden"

Der Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" wurde in Hessen bisher siebenmal durchgeführt. An diesen Wettbewerben haben sich insgesamt 1012 Gemeinden, das sind zwei Fünftel aller hessischen Landgemeinden unter 3000 Einwohner, beteiligt.

Diese Aktion hat wesentlich dazu beigetragen, das Aussehen unserer Dörfer zu verändern. Der Wettbewerb ist in seiner Aufgabenstellung und Zielsetzung nicht Selbstzweck, sondern soll im Rahmen aller Bemühungen um eine umfassende Ordnung des Dorfes Anregungen und Hilfen zur Neugestaltung des ländlichen Lebensraumes geben.

Deshalb ist es notwendig, die Idee der Dorfverschönerung auch in Zukunft lebendig zu erhalten. Mit Selbstvertrauen wollen wir in stetiger, planvoller Arbeit den uns gegebenen Auftrag einer zeitgemäßen Verschönerung der ländlichen Umwelt weiterführen. Damit leisten wir einen wertvollen Beitrag zur Festigung der gesellschaftlichen Stellung aller Menschen auf dem Lande.

Staatsminister Hacker ruft deshalb abermals die gesamte Landbevölkerung, insbesondere die Landjugend, und alle interessierten Stellen auf, an dem 1966 stattfindenden 8. hessischen Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" teilzunehmen. (8. Januar 1966)

[Auch in Klein-Eichen wird damals an eine Teilnahme gedacht. Aber es soll noch zwei Jahre dauern, bis es soweit ist.]

(Grünberger Heimat Zeitung)

 

 

 

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