02. Juli 1967

Einweihung Lardenbacher Spielplatz

Ein Fest für die ganze Gemeinde war am Sonntagnachmittag (2. Juli 1967) die Einweuhung eines neuen Kinderspielplatzes mit Kleinsportplatz und Rollschuhbahn, der auf einem 2700 Quadratmeter großen Gelände abseits des Straßenverkehrs errichtet worden ist. Von den veranschlagten Kosten in Höhe von 44 000 Mark haben das Land Hessen 22 000 Mark und der Landkreis Gießen 11 000 Mark übernommen. 6 000 Mark brachte die Gemeinde Lardenbach auf, während der Rest durch Eigenleistung bestritten wurde.

Bürgermeister Reinhard Mölcher wies auf die Schwierigkeiten hin, die überwunden werden mussten, bis das Werk vollendet war. Insbesondere habe die Geländebeschaffung Sorgen bereitet. Er betonte die Notwendigkeit der Schaffung einer solchen Einrichtung, denn die Straße sei heute kein Spielplatz mehr für die Kinder. Dank sagte der Bürgermeister all denen, die mitgeholfen haben, die moderne Anlage zu verwirklichen.

Landrat Ernst Türk sagte, die am Fuße des Vogelsberges gelegene Gemeinde Lardenbach habe mit der Schaffung des Spielplatzes ein Beispiel für echten Bürgersinn erbracht, denn nicht weniger als 10 000 DM seien durch Eigenleistungen aufgebracht worden. Wenn sich die Kleinen auf dem modernen Platz tummelten, dürften sich auch die Kinder des benachbarten Klein-Eichen freuen, denn auch ihnen stehe die Anlage zur Verfügung.

Die Tatsache, dass in Lardenbach der 70. Kinderspielplatz seiner Bestimmung übergeben werden könne, spreche für die Leistung des Kreises, der den Gemeinden das gebe, was sie für ihre Aufrüstung benötigten. Der Unterschied zwischen Stadt und Land müsse ausgeglichen werden.

Die Feierstunde wurde umrahmt durch Lied- und Musikdarbietungen des Gesangvereins Lardenbach/Klein-Eichen und der Schuljugend. Zur Freude der Kleinen verteilten der Landrat und seine Gattin Schokolade, bevor sie die moderne Spielanlage in Besitz nahmen.

(GAZ/t)

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10. Dezember 1966

Einweihung der Mittelpunktschule Grünberg 1966

Die Stadt Grünberg konnte am Freitag (10. Dezember 1966) ein bemerkenswertes Ereignis und einen Markstein in ihrer Entwicklung registrieren. Mit der Einweihung der neuen Schule wurde eine der größten Mittelpunktschulen Hessens ihrer Bestimmung übergeben. Zahlreiche Vertreter des kommunalen und des öffentlichen Lebens, an ihrer Spitze Kultusminister Prof. Dr. Schütte, nahmen an der Einweihungsfeier teil. Unter den Gästen befanden sich ferner Regierungsdirektor Trüller vom Darmstädter Regierungspräsidium, Landrat Dr. Maraun, Landtagsabgeordneter Börger (Alsfeld), Bürgermeister und Schulverbandsvorsitzender Anschütz sowie Vertreter verschiedener Schulen.

Kultusminister Schütte bezeichnete vor der Festversammlung die Einweihung der Grünberger Mittelpunktschule als einen Höhepunkt in der hessischen Landschulreform und nannte sie eine der modernsten Schulen Hessens. Übereinstimmend unterstrichen alle Redner die Bedeutung des Augenblicks. Der Mittelpunktschule, die von Schülern aus 16 Gemeinden des Kreises Gießen und aus zwei des Kreises Alsfeld besucht wird, ist noch eine Sonderschule angegliedert.

Bürgermeister Anschütz sagte der Landesregierung und dem Kreis Dank für die Unterstützung beim Bau der Schule. Ebenso müsse man den Grünberger Stadtverordneten und den Mitgliedern des Magistrates für die Bereitwilligkeit danken, mit der sie das Projekt unterstützt hätten. Anzuerkennen sei ferner, dass das Gelände kostenlos zur Verfügung gestellt worden sei. Auf die Bedeutung der Mittelpunktschule eingehend, erklärte der Bürgermeister, es sei erfreulich, dass sich die Verbandsgemeinden freiwillig zusammengefunden hätten, und dass es bei den Vorarbeiten niemals zu grundsätzlichen Meinungsverschiedenheiten gekommen sei.

Bürgermeister Anschütz umriss anschließend in groben Zügen die kulturelle Entwicklung der Stadt und betonte, dass sich Grünberg bewußt als Standort für eine große Mittelpunktschule zahlreicher Gemeinden angeboten habe. Nicht nur die geographische Lage, sondern auch das traditionelle geistige Zentrum hätten Grünberg als Standort prädestiniert. Eine Abrundung erfahre diese Entwicklung nunmehr durch die Fertigstellung der Mittelpunktschule.

Architekt Wolf übermittelte im Auftrag aller am Bau beteiligten Firmen die Glückwünsche. Sein besonderer Dank galt Bürgermeister und Schulverbandsvorsteher Anschütz und Schulleiter Amadori. Aus der Hand von Architekt Wolf erhielt dann Bürgermeister Anschütz den Hauptschlüssel zur Schule, der ihn an den Schulleiter weitergab. Ein Besichtigungsrundgang und ein gemeinsames Essen beendeten die Einweihungsfeier.

Schüler aus insgesamt 18 Gemeinden werden in diesem neuen Gebäudekomplex unterrichtet. Dem Mittelpunktschul-Verband gehören 16 Gemeinden aus dem Kreis Gießen an: Grünberg, Ettingshausen, Göbelnrod, Klein-Eichen, Lardenbach, Lauter, Lumda, Queckborn, Reinhardshain, Saasen, Weitershain, Stangenrod, Stockhausen, Weickartshain, Beltershain und Münster. Hinzu kommen aus dem Kreis Alsfeld die Gemeinden Atzenhain und Lehnheim.

Die Gesamtkosten für dieses Projekt belaufen sich auf rund 6,5 Millionen DM. Das Land hat etwa 74 Prozent und der Kreis zehn Prozent der Kosten übernommen. Den Rest muß der Schulverband tragen. Das Gelände, auf dem die neue Schule errichtet wurde, befindet sich in einem Waldgebiet etwa zwei Kilometer östlich der Stadt Grünberg. Während dort im Winter 1963/64 der Fichtenwald eingeschlagen wurde, fertigte das Architekturbüro Wolf die Pläne für die Mittelpunktschule an.

Im September 1964 erfolgte der erste Spatenstich für die Schule. Die Arbeiten für den Bau gingen ohne Nennenswerte Beeinträchtigungen voran. Im Oktober 1965 wurde das Richtfest gefeiert. Das Schulgelände wird über eine an der südlichen Grundstücksgrenze entlangführende Waldstraße erschlossen. Die Eingangszone bildet ein Omnibus- und Wendeplatz, der mit einem Parkplatz für Personenwagen verbunden ist. Von dort sind sämtliche Gebäudegruppen der Schule über den zentralen Pausenhof zu erreichen.

Den Hauptteil der neuen Schule bilden die Klassen- und Fachklassenräume, die in zwei- und dreigeschossiger Form um einen nach Westen offenen Hof gruppiert sind. Eng an diese Zone angefügt und in Eingangsnähe befindet sich in einem eingeschossigen Bau die Verwaltung mit Gemeinschaftsraum und Schüleraufenthaltsraum. Die Turn- und Gymnastikhalle mit Nebenräumen und Sportaußenanlagen schließen das Gelände nach Westen hin ab. Dazu kommt noch ein Hausmeister-Wohnhaus.

(GAZ)

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06. November 1966

Lamdtagswahl 1966

Die Wahl zum 6. Hessichen Landtag fand am 6. November 1966 statt. Die SPD konnte ihre absolute Mehrheit behaupten, ihr bisheriger Koalitionspartner GPD/BHE scheiterte an der Sperrklausel. Ministerpräsident Zinn bildete in der Folge eine SPD-Alleinregierung. Bundesweite Beachtung fand der erstmalige Einzug der NPD in ein deutsches Länderparlament.

Klein-Eichen und Lardenbach gehörten zu den 52 Gemeinden des Kreises Gießen, die zum Wahlkreis Alsfeld zählten.

Die Ergebnisse aus Klein-Eichen:
Wahlberechtigt 119 Wähler, Abgegebene Stimmen 87, Ungültige Stimmen 0, Gültige Stimmen 87

1966
1962
SPD
30
38
CDU
11
20
FDP
29
29
GPD/BHE
2
2
NPD
15
-
DFU
-
-

Die Ergebnisse von Lardenbach:
Wahlberechtigt 290 Wähler, Abgegebene Stimmen 216, Ungültige Stimmen 1, Gültige Stimmen 214

1966
1962
SPD
108
109
CDU
30
24
FDP
35
53
GPD/BHE
8
16
NPD
33
-
DFU
-
1
 
03. Oktober 1966

Volksbegehren gescheitert

Das Voklsbegehren zur Einführung der Briefwahl in Hessen scheiterte am 3. Oktober 1966. Im Landkreis Gießen hatten sich nur 3,03 Prozent der Wahlberechtigten in entsprechende Listen eingetragen. In den 85 Kreisgemeinden kamen demnach nur 2175 Unterschriften zusammen. In Klein-Eichen setzten sich nur 4 Personen auf die Liste des Volksbegehrens. In Lardenbach waren dies 7 der Wahlberechtigten.

Die Vorauswahl bei Wahlen beziehungsweise die vorzeitige Stimmabgabe bei Abstimmungen bezeichnet die Möglichkeit für Wahl- und Stimmberechtigte, bereits vor dem eigentlichen Stimm- und/oder Wahltag ihre Stimme brieflich oder im Wahllokal abgeben zu können.

Zur Sicherstellung des Wahlgeheimnisses und der persönlichen Wahl betrachtete man eine persönliche Wahl im Wahllokal als unverzichtbar. Allerdings ist es nicht jedermann möglich, am Wahltag persönlich vor Ort im Wahllokal zu sein. Mit der zunehmenden Mobilität der Bürger, stand die Beschränkung auf die Stimmabgabe am Wahltag im Wahllokal zunehmend im Konflikt mit dem Prinzip des Allgemeinen Wahlrechtes. Daher wurde nach dem Zweiten Weltkrieg die Einführung der Briefwahl intensiv diskutiert und für Bundestagswahl 1957 eingeführt.

Dieses Wahlverfahren, als Vorauswahl, war bei den Landtagswahlen in Hessen 1962 und 1966 im Einsatz. In Hessen lehnte die regierende SPD die Briefwahl ab. Mit dem Wahlgesetz vom 12. Juli 1962 wurde jedoch eine „Vorauswahl“ eingeführt. 7 Tage vor der Wahl konnten die Wahlberechtigten in einem eigenen Wahlbezirk „Vorauswahlbezirk“ mit Wahlschein wählen

Vor der nächsten Wahl 1966 gab es ein Volksbegehren (siehe oben) zur Einführung der Briefwahl, welches jedoch scheiterte. Als Reaktion auf dieses Volksbegehren wurde das Landeswahlgesetz geändert und nun eine 21 Tage dauernde Vorauswahl ermöglicht.

(wiki)

 
24. Juli 1966

Fest zur Vereinsgründung des SSV

Die Gründung des neuen Spiel- und Sportvereins sowie die Einweihung des neuen Sportplatzes war für die Sportler Grund genug, ein Fest zu veranstalten (23.-24. Juli 1966), an dem sich die gesamte Bevölkerung Lardenbachs und Klein-Eichens beteiligte. Nach einem Umzug durch die Straßen der beiden Dörfer unter Vorantritt des Jugendblasorchesters Röthges versammelte sich jung und alt in dem großen Festzelt auf dem Schulhof, das man eigens zu diesem Zweck aufgeschlagen hatte. Auf dem Platz hinter der Bürgermeisterei waren Zuckerstände und Schießbude errichtet worden und für die Kinder stand ein Karussell zur Verfügung.

Bürgermeister Reinhard Mölcher richtete im Namen des Spiel- und Sportvereins herzliche Willkommensgrüße an die Besucher aus der näheren und weiteren Umgebung, unter ihnen die Bürgermeister aus Grünberg, Göbelnrod, Freienseen und den übrigen umliegenden Ortschaften. Er unterstrich noch einmal die Notwendigkeit der sportlichen Betätigung. Sport sei der Ausdruck einer inneren Haltung. Es gelte, durch sportliche Betätigung sich für die berufliche Arbeit stark zu machen. Ein guter Sportler sei auch ein guter Arbeiter.

Im Sport komme aber auch die Kameradschaft zum Ausdruck. Gerade der neu errichtete Sportplatz trage dazu bei, das sportliche, kameradschaftliche und gesellschaftliche Leben in den beiden Gemeinden zu stärken und zu festigen. Mölcher wies darauf hin, dass der neu gegründete Verein bereits über eine Fußballmannschaft, eine Schießsportabteilung und eine Tischtennisabteilung verfügt. Es sei das gemeinsame Ziel der Mitglieder, sich voll für den Verein einzusetzen, wahre Kameradschaft zu pflegen und die Zwietracht vom Verein fernzuhalten.

In einem bunten Programm erfreute der Gesangverein Lardenbach/Klein-Eichen die Besucher durch die beiden Chöre "Brüder, reicht die Hand zum Bunde" und "Mein Heimatland". Die Rhönradgruppe der TG Laubach wartete mit gekonnten Übungen auf, während die drei Humoristen "Lulu, Anton und Piccolo" aus Laubach eine "komische Nummer" brachten. Volkstänze zeigten die Mädchen der Tanzgruppe Laubach, während das Jugendblasorchester Röthges, dem auch Mitglieder aus Münster, Ober-Bessingen, Wetterfeld, Nonnenroth, Villingen, Merlau und Stockhausen angehören, das Programm durch flotte Musikvorträge bereicherte.

Als humoristischer Ansager betätigte sich Walter Schmidt (Kolbenmühle). Nach Beendigung des offiziellen Teils blieb man bei Unterhaltung und Tanz unter den Klängen der Kapelle Stühler (Merlau) noch etliche Stunden froh und gemütlich beisammen.

(gaz/t)

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23. Juli 1966

Neuer Sportplatz 1966

Die Sportbegeisterte Jugend Lardenbachs und Klein-Eichens konnte am Samstagnachmittag (23. Juli 1966) einen neuen Sportplatz in Besitz nehmen, der mit einem Kostenaufwand von 8000,- DM angelegt worden ist. Davon hat der Landkreis Gießen 3500,- DM übernommen. Um weitere 3000,- DM wurde der Gesamtbetrag durch Eigenleistungen der Mitglieder reduziert, den Rest brachte die Gemeinde auf.

Erster Beigeordneter Hans Zimmer freute sich über das Werk, das nach mancherlei Schwierigkeiten gut gelungen sei. Er wies darauf hin, dass das Gelände im Laufe der Jahrzehnte schon wiederholt verändert worden ist. Während es vor dem ersten Weltkrieg als Ackerland diente, wurde hier später Eisenerz gegraben. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde es dann wieder seinem ursprünglichen Zweck zugeführt.

Die Bergwerksgesellschaft verteilte das Gelände in kleinen Parzellen an die Bauern des Dorfes, von denen es die Gemeinde Lardenbach im Tauschweg erwarb. Zimmer übergab den Platz an den 1. Vorsitzenden des neugegründeten Spiel- und Sportvereins Lardenbach/Klein-Eichen, Bürgermeister Reinhard Mölcher.

Mölcher bedankte sich bei der Gemeinde im Namen der Sportler für den schönen Rasenplatz. Sein Dank galt aber auch all denen, die mitgeholfen haben, die Anlage zu schaffen, auf der die Jugend in friedlichem Wettstreit ihre Kräfte messen könne. Der Sport sei geeignet, den Körper zu stählen und Gesundheit, Lebenskraft und Jugendfrische zu erlangen. Er appelierte an die noch Abseitsstehenden, in den Verein einzutreten. Dem vor wenigen Monaten neugegründeten Spiel- und Sportverein gehören bereits 136 Mitglieder an.

Kreisbeigeordneter Albert Weigand, der die Glückwünsche des Landrates überbrachte, vertrat die Ansicht, dass bei der sportlichen Betätigung nur die Breitenarbeit ausschlaggebend sein müsse. Er bezeichnete die Gründung eines gemeinschaftlichen Sportvereins für zwei Gemeinden und die Schaffung einer gemeinschaftlichen Sportanlage als ein Musterbeispiel. Der Landkreis Gießen unterstütze derartige Vorhaben. Es komme darauf an, auch in den kleinsten Gemeinden einen Sportplatz anzulegen und damit die Voraussetzungen zur sportlichen Betätigung zu schaffen.

Weigand überreichte dem Vereinsvorsitzenden Mölcher einen Fußball sowie ein Bandmaß als Geschenk des Landkreises. Vorsitzender Keller vom TSV Freienseen beglückwünschte den Spiel- und Sportverein Lardenbach/Klein-Eichen zu der schmucken Sportanlage.

Der neugegründete Sportverein SSV Lardenbach/Klein-Eichen trat an diesem Samtag bei der Sportplatzeinweihung erstmals an die Öffentlichkeit. Wenn dann auch der SSV im ersten Fußballfreundschaftsspiel gegen Freienseen klar unterlag, so tat das doch der Freude am Spiel keinen Abbruch.

(gaz/t)

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12. Juni 1966

Fußball

Der aktive Sportbetrieb des noch jungen SSV Lardenbach/Klein-Eichen begann mit einem Fußballspiel in Bobenhausen. Es war für alle Spieler und Zuschauer was besonderes gleich zum Auftakt des Fußballsports einen nicht erwarteten Sieg mit 4:3 Toren zu erziehlen. An diesem Sonntag herrschte dann auch eine Bombenstimmung als in der Gaststätte "Zur Linde" kräftig gefeiert wurde.

 
31. März 1966

Zusammenlegung kleiner Gemeinden 1966

Die Diskussion um den Zusammenschluss von Gemeinden ist im Landkreis Gießen mehr als je zuvor in vollem Gange. Sie wurde durch das Hessische Finanzausgleichsgesetz für 1966 ausgelöst, dass der Hessische Landtag am 15. Dezember 1965 beschlossen hat und über das Landrat Dr. Georg Maraun bereits am gleichen Tag in der Kreistagssitzung im Bürgerhaus Lich gesprochen hat. Der Landrat nannte ganz konkrete Geldbeträge, die den Gemeinden auf die Dauer von 10 Jahren - vom hessischen Staat garantiert - zuteil würden, die sich zur Stärkung der Verwaltungskraft zusammenschlössen.

Vorgesehen sind dafür zunächst acht Gemeindegruppen, und zwar: 1. Rödgen, Trohe, 2. Lardenbach, Klein-Eichen, 3. Lardenbach, Klein-Eichen, Weickartshain, Stockhausen, 4. Londorf, Kesselbach, 5. Steinbach, Albach, 6. Garbenteich, Hausen, 7. Lollar, Daubringen, Staufenberg, Mainzlar, Ruttershausen, 8. Großen-Linden, Leihgestern.

Für Lardenbach und Klein-Eichen bestehen zwei Möglichkeiten, sich nämlich einmal alleine zusammenzuschließen, zum anderen sich mit zwei weiteren Gemeinden zu vereinen. Im letzteren Fall wäre die Finanzhilfe des Landes, genannt Schlüsselzuweisungen, wesentlich größer als im ersteren. Diese erhöhten Schlüsselzuweisungen werden als Art Anreiz und Starthilfe für Gemeinden gewährt, die mutig den Schritt zu einer neuen, größeren Gemeinde wagen.

Für das Verfahren eines solchen Zusammenschlusses zweier oder mehrerer Gemeinden zu einer Großgemeinde haben das Land und der Landkreis versichert, dass es sich nur um einen freiwilligen Zusammenschluss handeln kann. Wichtig ist,dass die Verwaltung einer neuen Gemeinde auf die Dauer nicht teurer wird als die der vorherigen Einzelgemeinden zusammengenommen. In einer größeren Gemeinde kann rationeller geplant und gearbeitet werden.

Um praktische Probleme der Kommunalpolitik im Hinblick auf Fragen der Finanzierung ging es bei einem Treffen im Februar mit den Bürgermeistern der fünf Seenbachtal-Gemeinden Freienseen, Lardenbach, Klein-Eichen, Stockhausen und Weickartshain. Im Landratsamt ging es dabei auch wieder um die Gemeindezusammenschlüsse.

Bei der Kreistagssitzung im März 1966 stand die Verwaltungsreform ebenfalls im Mittelpunkt. Hier hob der Landrat hervor, dass ein Zusammenschluss die günstigste Lösung sei, die den Bürgern und Gemeinden den größten Nutzen bringe. Man könne sich auch zunächst mit einer gemeinsamen Verwaltungseinrichtung wie die der Gemeindekassen begnügen.

Als Beispiel nannte Dr. Maraun wieder die fünf Gemeinden des Seenbachtals. Für die Aufwandsentschädigung ihrer fünf Kassenverwalter bringen diese Gemeinden jährlich rund 20200 DM auf. Würden sie gemeinsam einen hauptamtlichen und fachlich vorgebildeten Kassenverwalter beschäftigen, kostete er ihnen nur 13900 DM pro Jahr.

Der Landrat erklärte dabei jedoch mit Nachdruck, dass sich die ehrenamtlichen Kassenverwalter in sehr vielen Fällen sehr große Mühe gäben. Durch eine gemeinsame Kassenverwaltung könnten zum Beispiel die Gemeinden Klein-Eichen und Stockhausen jährlich je rund 1300 DM sparen. Hinzu komme die Tatsache, dass sich das Land bereit erklärt habe, im Falle einer solchen gemeinsamen Kassenverwaltung deren Erstausstattung mit dem notwendigen modernen Zubehör zusätzlich zu finanzieren.

Auf jeden Fall werde mit einem Zusammenschluss keine Schwächung, sondern eine Stärkung der kommunalen Selbstverwaltung erzielt. Leider, sagte der Landrat, habe er neben den zahlreichen sachlichen Gesprächen auch unsachliche und bissige Polemiken sowie Diffamierungen zu diesem Thema gehört. Das Endziel sei jedoch eine Großregion Mittelhessen.

(GAZ)

 
19. März 1966

Absatzveranstaltung in der Hessenhalle

Der sehr gute Besuch der Absatzveranstaltung der Niederungsviehzüchter in der Gießener Hessenhalle war mitbestimmend für den guten Verlauf der Veranstaltung. Es waren je 20 Bullen des schwarzbunten und des rotbunten Rindes angekört (Auswahl von für die Zucht bestimmter Rassen geeigneten Haustieren) worden. Von den rotbunten wurde auch einer in die I. Zuchtwertklasse gestellt. Je sieben Bullen kamen in die II- und in die IIb-Zuchtwertklasse.

Die II. Zuchtwertklasse wurde angeführt von einem Bullen der Fürstlichen Gutsverwaltung Büdingen. Die übrigen Bullen dieser Klasse kamen aus dem Taunus. Nur der letzte war vom Oberseener Hof. Die drei ersten Bullen der Zuchtwertklasse IIb waren von Rainrod, Leihgestern und von Albert Müller aus Klein-Eichen. Von den rotbunten Rindern wurden über 20 aus einem Betrieb aufgetrieben. Bei den schwarzbunten gab es keine ausgesprochenen Spitzentiere.

Versteigert wurden diesmal zuerst die rotbunten Tiere. Bereits für den Spitzenbullen bestand reges Interesse. Für den Zuschlag, des mit einem 1. Preis prämierten Tieres, wurden 4300 DM bezahlt. Die Durchschnittspreise für die Vatertiere der beiden II. Zuchtwertklassen betrug 3570 DM. Die auch Albert Müller für seinen Bullen erhielt. Für die III: Zuchtwertklasse wurde im Durchschnitt 2910 DM bezahlt.

Es kamen nicht alle Gemeinden zu einem Zuchtbullen. Von den schwarzbunten war der höchste Preis 3800 DM. Der Gesamtdurchschnittspreis von 2825 DM wurde als ausreichend angesehen. Sehr rege war die Nachfrage nach weiblichen Tieren. Eine 7jährige Kuh mit einem Kuhkalb fand einen Käufer für 2150 DM. Ältere Kühe wurden mit 1900 bis 1660 DM, jüngere mit 2550 bis 1760 DM, jüngere Rinder mit 900 bis 700 DM bezahlt.

(GAZ)

 
09. März 1966

Ortslandwirte 1966

Bei einer Versammlung der Ortslandwirte, die sich am 9. März 1966 zum letztenmal in dieser Amtsperiode im Bürgerhaus in Lich trafen, wurden 19 Ortslandwirte von Kreislandwirt Albert Brückel, Landrat Dr. Georg Maraun und Prof. Valentin Horn geehrt, da sie seit 1946 ununterbrochen im Amt sind.

Kreislandwirt Brückel gab einen kurzen Überblick über die letzten vier Jahre: 1962 habe es eine gute Getreide- und Kartoffelernte gegeben, dafür sei das Futter knapp gewesen. Im folgenden Jahr gab es mehr Futter, aber die Getreideernte sei nicht zufriedenstellend gewesen. 1964 traten große Schäden durch Dürre auf, während das vergangene Jahr durch große Nässe gekennzeichnet gewesen sei.

Auf agrarpolitische Fragen eingehend meinte Brückel, dass die Senkung der Getreidepreise nicht positiv sei; allerdings sei ein Ausgleich versprochen worden. Der Einkommensabstand zwischen denen, die in der Industrie arbeiteten und den in der Landwirtschaft Tätigen werde wieder größer. Durch Selbsthilfe versuche man aber, die Lage der Landwirtschaft zu verbessern. Die Basis aller Bemühungen hierbei soll das Bemühen um eine gute Ausbildung des Nachwuchses sein.

Direktor Wiesner erklärte, dass für Kredite sowie für Althofsanierung und Aussiedlung gerade neue Richtlinien ausgearbeitet würden, so dass sich solche Anträge jetzt etwas verzögerten. Der Kreis habe sich sehr um die Modernisierung der Landwirtschaft bemüht. Als Neuestes werden fahrbare Trocknungsanlagen für getreide eingeführt, denn das letzte Jahr habe gezeigt, wie wichtig eine Getreidetrocknung ist.

Bei der Ehrung der verdienten Ortslandwirte betonten Albert Brückel, Landrat Dr. Maraun und Prof. Horn, wie sehr sich die Landwirte in den schwierigen Jahren nach dem zweiten Weltkrieg verdient gemacht hätten. Das Überleben hätte von ihnen abgehangen, sagte der Landrat, und sie hätten viel zur landwirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung beigetragen. Wie Prof. Horn als Vertreter des Oberbürgermeisters sagte, bemühten sie sich immer wieder, an der notwendigen strukturellen Veränderung der Landwirtschaft zu arbeiten.

Tierschutzdirektor Dr. Hartmann betonte, dass die deutsche Landwirtschaft 1947 mehr für die Ernährung getan habe als in jedem Kriegsjahr und dass dafür auch den Ortslandwirten das Lob gebühre.

Unter anderen wurden die Ortslandwirte Karl Biedenkopf (Klein-Eichen) und Rudolf Schmidt (Weickartshain) geehrt. Sie erhielten, wie auch alle anderen, ein Buch, den Kreiskalender und vom Landrat eine Ehrenurkunde.

Oberlandwirtschaftsrat Nagel ging noch einmal auf die Schließung der Landwirtschaftsschule in Grünberg ein und meinte, dass wenigstens eine Beratungsstelle wieder eingerichtet werden müsse, die in dringenden Fällen helfen könne. Er forderte die Älteren der Ortslandwirte auf, ihr Amt Jüngeren zur Verfügung zu stellen, wenn sie die anfallende Arbeit nicht mehr bewältigen könnten.

(GAZ)

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04. Februar 1966

Spiel- und Sportverein Lardenbach Klein-Eichen

Der Wunsch nach einem eigenen Verein für die Jugend von Lardenbach und Klein-Eichen stand am Anfang: Für den 4. Februar 1966 beriefen der damalige Lardenbacher Bürgermeister Reinhold Mölcher Senior sowie die Sportfreunde Heinz Leßmann und Ernst Keller die Gründungsversammlung im Gasthaus "Zur Linde" ein. Hierzu erschienen dann auch 51 Personen, die zusammen mit weiteren 18 Einwohnern die personelle Grundlage für den neuen Verein darstellten und die Gründung des Spiel- und Sportvereins Lardenbach/Klein-Eichen vollzogen.

Bei der Gründungsfeier wurden mit Fußball, Tischtennis und Schießen als die drei Sparten für das sportliche Wirken des neuen Vereins festgelegt. Zum Vorsitzenden wählte man Reinhard Mölcher Senior, zum Stellvertreter Heinz Leßmann. Weiter Vorstands- und Abteilungsleiterposten übernahmen Ernst Keller, Gerhard Lerch, August Erdmann, Johann Zimmer, Bernd Kratz und Walter Löber. Festgelegt wurden auch Vereinsname und -farben. Diese erfolgten in Anlehnung an die bereits 1921/22 und 1929 gegründeten und zwischenzeitlich wieder aufgegelösten zwei Vorgängervereine, die den gleichen Namen trugen und als Vereinsfarbe Schwarz und Weiß trugen. Dank der Bemühungen des Vorstandes wurden die Voraussetzungen für die Teilnahme an den Meisterschaftsrunden 1966/67 in allen drei Abteilungen geschaffen.

 
15. Dezember 1965

Idee einer gemeinsamen Verwaltung

In der Kreistagssitzung vom 15. Dezember 1965 im Bürgerhaus in Lich sorgte Landrat Dr. Maraun für eine kleine Sensation. Das am gleichen Tag im Hessischen Landtag verabschiedete Finanzausgleichsgesetz für 1966 sieht eine Neuerung vor: erhöhte Schlüsselzuweisungen im Falle eines Zusammenschlusses mehrerer kleiner Gemeinden.

Um das neue Gesetz durch praktische Beispiele augenfällig zu machen, hatte Landrat Dr. Maraun für neun Gemeindegruppen des Landkreises Gießen - damit erstmals für einen hessischen Landkreis überhaupt - konkrete Zahlen errechnen lassen. Diese vom Finanzministerium ermittelten Zahlen waren erst am Tag vor der Kreistagssitzung geboren worden, gelangten also gewissermaßen noch "warm" vor die Öffentlichkeit.

Zwei markante Beispiele aus dem vom Landrat genannten Gemeindegruppen mögen hier für die anderen stehen: Errechnet wurden zunächst die Schlüsselzuweisungen für das Jahr 1966 für die einzelnen Gemeinden allein und dann für den Fall, dass sich die betreffenden Gemeinden zusammenschließen.

Schlüsselzuweisung 1966 für Lardenbach (417 Einw.) 28.514 DM und Klein-Eichen (168 Einw.) 13.952 DM, zusammen 585 Einw. und 42.466 DM Schlüsselzuweisung

Nach der Zusammenlegung ergebe sich eine neue Schlüsselzuweisung von 55.752 DM. Ein Zuwachs von 13.286 DM (31,3%). Für 10 Jahre wäre das ein Betrag von 132.000 DM.

Ein Zuwachs von nur 31,3 Prozent wäre beim Zusammenschluss dieser beiden Gemeinden zu wenig. Deshalb nahm man Weickartshain und Stockhausen noch dazu. Nun ergibt sich folgendes Bild:

Schlüsselzuweisung 1966 für Lardenbach (417 Einw.) 28.514 DM, Klein-Eichen (168 Einw.) 13.952 DM, Weickartshain (538 Einw.) 32.648 DM und Stockhausen (246 Einw.) 13.224 DM. Macht zusammen für 1369 Einw. 88.338 DM

Nach der Zusammenlegung ergebe sich eine Schlüsselzuweisung von 147.560 DM. Somit ein Zuwachs von59.222 DM (67%). Für 10 Jahre wäre das ein Betrag von 592.000 DM

Der Vorteil ist offentsichtlich: Die vier Gemeinden bekämen zusammen jährlich nahezu 600.000 DM, während es im "Alleingang" nur etwa 88.000 DM insgesamt wären.

Völlig neue Wege, so machte Landrat Dr. Maraun in seiner langen Etarede eindringlich klar, eröffnen sich durch dieses Zusammenschluss-System für die Entwicklung der einzelnen Gemeinden; In jedem Fall ergibt sich eine Konzentration der Verwaltung. Sie kann 1. sparsamer arbeiten und 2. können in vielen Fällen hauptamtliche Kräfte anstelle der ehrenamtlichen treten.

Vor allem die kleinen Gemeinden können sich in ihrer Verwaltung gut ausgebildete Fachleute leisten. Viele Planungen der einzelnen Dörfer lassen sich sinnvoller und im Endeffekt billiger durchführen, wenn man beispielsweise für zwei Orte nur einen gemeinsamen Kindergarten errichtet oder eine Mehrzweckhalle. Die erhöhten Schlüsselzuweisungen werden im Falle von Zusammenschlüssen einzelner Gemeinden vom Land Hessen für die nächsten 10 Jahre garantiert. Diese Garantie für einen so langen Zeitraum erschien in der nachfolgenden Grundsatzdebatte etwas zu kühn.

Wie bekannt wurde die Idee so nicht umgesetzt. Sondern es führte zur Gebietsreform mit noch größeren Einheiten.

 
05. Dezember 1965

Regen und Sturm am Wochenende

Das Herbstwetter hat in diesem Jahr 1965 seine besonderen Launen. Vor Tagen noch waren die Straßen mit Eis und Schnee überzogen. Weitershain meldete hohe Verwehungen und war regelrecht von der Außenwelt abgeschnitten, weil der Schnee die Zufahrten versperrte.

Der lang anhaltende Regen am Wochenende (4.-5. Dezember 1965) überschwemmte die Wiesen. Wolkenbruchartig platschte das Wasser hernieder, während die meisten Menschen zu Hause in der warmen Stube die Stunden verbrachten. Bei Ettingshausen stauten sich die Fluten zu regelrechten Seen.

Die Seenbach schwoll bei Weickartshain zu einem reißenden Strom an, der stellenweise mehrere hundert Meter breit war. Den Kraftfahrern drohte allenthalben Gefahr. Die Zufahrtsstraßen nach Groß-Eichen waren von Ilsdorf und Sellnrod her regelrecht überspült. Am späten Sonntagnachmittag waren die braunen Fluten schlecht zu erkennen, so daß mancher Kraftfahrer erschrak, als plötzlich sein Wagen in einen See hineinschoß.

Ein vom Vogelsberg herkommender Fahrer stand am Sonntagabend mit seinem Auto vor Lardenbach an der Kreuzung nach Klein-Eichen vor einer Wasserbarriere. Hier reichte das Wasser fast bis an die Katzenaugen der Straßenbegrenzungspfosten. Das Auto wäre auf der Weiterfahrt sicherlich im Wasser stehengeblieben. Die Zufahrt nach Klein-Eichen war gerade noch frei.

Am Sonntagabend warf der Sturm einen dicken Kiefernstamm mit mächtigem Wurzelwerk auf die Straße zwischen Ruppertsburg und Friedrichshütte. Die Fahrbahn w2ar längere Zeit blockiert. Förster Melchior zerlegte mit seinen Männern mit einer Motorsäge das Verkehrshindernis.

Zwischen Atzenhain und Nieder-Ohmen mußte das Hessische Straßenbauamt ebenfalls zwei über die Straße liegenden Bäume zersägen lassen.

Bei Saasen floss das Wasser so stark über die Straße, dass noch in der Nacht Verkehrsschilder aufgestellt wurden, die darauf hinwiesen, dass die Strecke nur mit niedriger Geschwindigkeit passierbar ist.

Zwischen Beltershain und Reinhardshain, Grünberg und Weickartshain lagen armdicke Äste auf der Straße. In Mücke drückte der Sturm zwei Schaufenster eines Elektrogeschäftes ein und fegte mehrere Ziegel von den Dächern. In Wäldern stürzten mehrere Bäume um. Die Forstämter können den Schaden noch nicht übersehen.

Im Seenbachtal ist das Hochwasser von Sonntag bis heute morgen wieder etwas zurückgegangen. "Jedes Jahr haben wir hier um die gleiche Zeit die Überschwemmungen", sagte Bürgermeister Sartorius von Merlau. Eine Wasserregulierung ist ein teures Projekt. Allein für die Gemeinde Merlau betrügen die Kosten 430.000 DM. "Wir bemühen uns schon seit Jahren vergeblich um Zuschüsse", sagte der Bürgermeister.

Auch aus Gießen wird Hochwasser gemeldet. Die Lahn trat über die Ufer. Der Stadtteil Sachsenhausen wurde zum Teil überschwemmt. Man überlegte sogar, einige Evakuierungen vorzunehmen. In der Innenstadt konnte das Kanalnetz die Regenfluten gar nicht alle aufnehmen. Das Wasser drang bis in einen Aktenkeller des Landratsamtes.

(HZ)

 
27. November 1965

Frohe Stunden für alte Menschen

Im MIttelpunkt einer Veranstaltung im Villinger Bürgerhaus standen am Samstagnachmittag (27. 11. 1965) die Bürgerinnen und Bürger über 65 Jahre aus sieben Gemeinden des Kreises Gießen. Sie waren einer Einladung des Landrats gefolgt, um bei Kaffee und Kuchen und einem bunten Programm einige frohe und unbeschwerte Stunden zu verleben.

Man zählte 390 Besucher, von denen der älteste 03 Jahre alt war. Die Gäste aus Albach, Gonterskirchen, Klein-Eichen, Lardenbach, Muschenheim und Stockhausen nahmen erstmals an einem solchen Altennachmittag teil.

(t/fp)

 
01. Oktober 1965

Richtfest der Mittelpunktschule

Seit gestern (1. Oktober 1965) nachmittag hängt über der Mittelpunktschule Grünberg die Richtkrone. Zum Richtfest hatten sämtliche öffentliche Gremien der Stadt ihre Vertreter entsandt. Eine milde Herbstsonne überstrahlte die weiträumigen Gebäudekomplexe. Hochheroben vom Dach des Hauptbaues sprach der Zimmermann in alter Tracht den eigens für diesen Zweck verfassten, feierlichen Richtspruch. Dann beförderte der große Baukran langsam die Richtkrone nach oben, der Zimmermann trank den ersten Schluck auf alle, die das Werk bis dahin gelingen halfen.

Bürgermeister Anschütz verlas zunächst die lange Liste der Ehrengäste und dankte im Namen der 18 dem Schulverband angeschlossenen Gemeinden Grünberg, Stockhausen, Lardenbach, Klein-Eichen, Reinhardshain, Stangenrod, Weitershain, Beltershain, Göbelnrod, Saasen, Queckborn, Ettingshausen, Weickartshain, Münster, Lauter und Lumda sowie der Gemeinden Atzenhain und Lehnheim im Kreis Alsfeld allen, die sich für das Zustandekommen dieser Baumaßnahme eingesetzt haben. Nach gut einem Jahr, führte Bürgermeister Anschütz weiter aus, präsentiere sich die Mittelpunktschule als ein Bauwerk, das zu den größten seiner Art in Hessen zähle. Es müssten auch alle Anstrengungen unternommen werden, um langsam mit anderen Ländern gleichzuziehen, die uns in der Gestaltung des Schulwesens voraus seien.

Architekt Wolf beglückwünschte den Schulverband zur Lösung der außerordentlich großen kommunalen Aufgabe und der gut verlaufenen Halbzeit. Beherberge das Bauwerk doch später 27 normale Schulklassen, 10 Fachschul- und vier Sonderschulklassen. Es sei, fuhr Architekt Wolf fort, nicht nur termin- sondern auch fachgerecht gearbeitet worden, um den Kindern des 20. Jahrhunderts eine gemäße Schulstätte zu schaffen. Noch in diesem Jahr soll mit dem zweiten Bauabschnitt begonnen werden, der die Errichtung einer Turnhalle und einer Hausmeisterwohnung vorsieht.

Vom Kreis war Regierungsoberamtmann Bodenbender in Vertretung des Landrates gekommen. In erster Linie, begann er seine kurze Ansprache, sei dies ein Tag der Handwerker. Schulrat Risse wies darauf hin, dass 50 Prozent der Stadtkinder heute weiterführende Schulen besuchten. Auf dem Land sei der Prozentsatz noch weit geringer. Es sei zu wünschen, dass dieser Stand bald ausgeglichen werde. Dekan Grünwald wünschte sich die bestmöglichsten Bildungsstätten um die Zukunft zu meistern.

Nach dem offiziellen Teil fanden sich Handwerker, die Bürgermeister der 18 Verbandsgemeinden und die Ehrengäste zum Festschmaus in der Halle der Arbeiterwohlfahrt zusammen. Rektor Amadori von der Volksschule Grünberg machte in seinem Gespräch klar, wie dringend ab Ostern 1966 weitere Klassenräume benötigt werden. Im Augenblick besuchen 726 Schülerinnen und Schüler die Volks- und Realschule Grünberg. Im nächsten Jahr wird die Zahl deutlich ansteigen, da ausnahmsweise der Erfassungszeitraum für die Neuzugänge mehr als ein Jahr betragen wird. Der Grund liegt darin, dass der Schulanfang ab 1967 verschoben wird, und zwar in den Herbst.

(HZ)

 
19. September 1965

Bundestagswahl 1965

Die Wahl am 19. September 1965 war eine Zäsur in der Geschichte der Bundesrepublik. Erstmals trat Konrad Adenauer nicht mehr an, er hatte 1963 zugunsten von Ludwig Erhard „abgedankt“, dessen Name mit dem „Wirtschaftswunder“ der 50er Jahre verbunden war. Erhard schnitt besser ab als Adenauer vier Jahre zuvor, die Union kam auf 47,6 Prozent. Was auch daran lag, dass die FDP ihr außerordentlich gutes Ergebnis von 1961 nicht halten konnte und jetzt nur noch 9,5 Prozent holte.

Enttäuscht war die SPD, obwohl sie ihr Ergebnis nochmals deutlich verbessern konnte und auf einen historischen Bestwert kam: 39,3 Prozent. Willy Brandt trat wieder als Kanzlerkandidat an, er hatte die Partei nun endgültig an die Regierungsfähigkeit im Bund herangeführt. Wie schon 1961 wäre rechnerisch ein sozialliberales Bündnis möglich gewesen. Allerdings hätte eine SPD/FDP-Koalition nur sechs Sitze mehr gehabt als die Union – das erschien den sozialdemokratischen Strategen als zu knapp.

 

Die Ergebnisse aus Klein-Eichen:
Wahlbeteiligung 124 Wähler, Gültige Erststimmen 107, Gültige Zweitstimme 102

1965
1961
Erst-/Zweitstimme
Erst-/Zweitstimme
SPD
35/30
28/30
CDU
25/29
24/27
FDP
47/43
52/48
AUD
-
-
DFU
-
2/2
NPD
-
-

 

Die Ergebnisse von Lardenbach:
Wahlbeteiligung 290 Wähler, Gültige Erststimmen 228, Gültige Zweitstimmen 224

1965
1961
Erst-/Zweitstimme
Erst-/Zweitstimme
SPD
105/102
103/101
CDU
56/62
56/51
FDP
63/56
56/53
AUD
-
-
DFU
2/1
4/5
NPD
2/3
-

Fotos

 
04. September 1965

Chorgruppe lud Sänger ein

Das alljährliche Sängertreffen der Chorgruppe des Dirigenten Ernst Nicolai fand unter reger Beteiligung der verschiedenen befreundeten Vereine in der Gastwirtschaft Döring in Oppenrod statt. Der Veranstalter des Festes, die Sängerlust (Oppenrod), hatte die Vereine "Eintracht" (Hausen), "Germania" (Lauter), "Eintracht" (Lardenbach und Klein-Eichen), "Sängerkranz" (Grünberg), "Heiterkeit-Sängerkranz" (Großen-Buseck) und den Kirchenchor aus Oppenrod eingeladen.

Das Schüler-Akkordeon-Orchester unter Leitung von Ernst Nicolai eröffnete den musikalischen Abend. Vorsitzender H. Schepp betonte die Freundschaft innerhalb der Chorgruppe. Zum musikalischen Höhepunkt des Abends wurden beliebte Operettenmelodien, die das Akkordeonorchester spielte.

(od/GAZ)

 
04. August 1965

Spielplatzförderung

Wie der hessische Arbeits- und Sozialminister Heinrich Hemsath bereits angekündigt hat, sollen in den nächsten drei Jahren alle Gemeinden des Landes Hessen einen Kinderspielplatz erhalten, um die Kleinkinder vor den Verkehrsgefahren, die heute auch in den abgelegenen Landgemeinden bestehen, zu schützen. Dies berichtete die Gießener Freie Presse im August 1965.

Im Zuge des Förderungsprogramms der hessischen Landesregierung bewilligte Minister Hemsath für diese Spielplätze weitere 1 902 300 DM, von denen der Landkreis Gießen 376 800 DM erhält.

Einen Zuschuß erhalten die Gemeinden Heuchelheim, Großen-Buseck, Treis/Lda., Hungen, Allendorf/L., Ruppertsburg, Beltershain, Grüningen, Wetterfeld, Lardenbach, Hattenrod, Geilshausen, Mainzlar, Holzheim, Utphe, Rüdingshausen, Lich, Watzenborn-Steinberg, Garbenteich, Arnsburg und Klein-Eichen.

(GAZ)

 
22. Juli 1965

Bemühungen um Sportplatz

Die letzte Gemeindratsitzung in Lardenbach am Donnerstagabend (22. Juli 1965) drehte sich hauptsächlich um einen Antrag der sporttreibenden Jugend. Die viel zu unreichenden Raumverhältnisse auf dem Turnplatz am Dorfende sind unerträglich geworden. Die Jugend schlug daher vor, an einer günstig gelegenen Stelle dem Turnplatz einen "Bruder" zuzugesellen.

Im Gespräch war ein Gelände, das nur 400 Meter von der Schule entfernt liegt. Hier böte sich also eine ideale Spiel- und Sportmöglichkeit für die Schulkinder. Das Gelände setzt sich aus einigen Wiesen zusammen, die mehreren Privatbezitzern gehören. Es sollte angestrebt werden, dass die Gemeinde den Grund entweder ankauft oder eintauscht. Zwei Besitzer sind schon mit einem Tausch einverstanden. Kreissportdezernet Pliska soll zu den weiteren Verhandlungen zugezogen werden.

Nicht alle Gemeinderäte waren von der Notwendigkeit, eine weitere Sportmöglichkeit innerhalb des Dorfes zu schaffen, überzeugt. Mit Argumenten, wie "Wir haben keinen Sportverein, also brauchen wir auch keinen Sportplatz", lehnten sie den Antrag ab.

Der alte Turnplatz bietet keine Erweiterungsmöglichkeit mehr. Mit zwei Seiten grenzt er an die Straße nach Sellnrod, mit den beiden anderen an den Löschteich und an den Bach. Die Geländeausmaße für eine neue Sportplatzanlage betragen etwa 120x100 Meter. Der alte Turnplatz hat eine Größe von 80x60 Meter. Vor Jahren wurde auf dem hinteren Teil Bauerde angefahren, die bis heute noch nicht planiert wurde.

Ein weiterer Tagesordnungspunkt war der Fischpacht-Vertrag der Gemeinde mit G. Ruppel (Hungen) der 1968 abläuft. Ruppel, der in Klein-Eichen ein Wochenendhaus besitzt, stellte schon jetzt den Antrag, die Pachtzeit auf weitere zwölf Jahre zu verlängern. Er will, falls sein Wunsch angenommen würde, das Jahresgeld von 20 DM freiwillig auf 100 DM erhöhen. Die Gemeindevertreter stimmten einer Verlängerung aber nicht zu. Sie wollen die Pacht zu gegebener Zeit öffentlich vergeben, weil in der eigenen Gemeinde noch weitere Sportangler wohnen.

(HZ/z)

 
25. Mai 1965

Verhexte Kuh

Im Mai 1965 berichtete die Heimat Zeitung von einer Geschichte, die bei so manchem älteren Klein-Eichener noch in Erinnerung ist: In einem hiesigen Kuhstall, nämlich dem von "Tröllers" gab plötzlich eine frischmelkende Kuh, die gerade erst gekalbt hatte, von einem auf den anderen Tag statt 25 nur noch 12 Liter Milch.

Bauer Biedenkopf und Sachverständige standen vor einem Rätsel.

Eines Nachmittags gelang es der Bäuerin, das Geheimnis zu lösen. Die im gleichen Stall untergebrachten Ferkel waren unter der Lattentüre ihrer Umzäunung hindurchgekrochen und säugten an der Kuh. Nach beendeter Mahlzeit liefen sie von selbst wieder in ihren Stall. Eine rationelle Ferkelmästung , wenn man die Kuhmilch nicht mitrechnet ...

 
06. März 1965

Generalversammlung des MGV 1965

Der 1. Vorsitzende des Gesangvereins "Eintracht" Lardenbach/Klein-Eichen, Günther Zimmer, beklagte sich am Samstagabend (6. März 1965) in der Generalversammlung beim Jahresrückblick über die nicht besonders gute Finanzlage des Vereins. Sie sei vor allem auf den schlechten Besuch der Veranstaltungen zurückzuführen. Um der Misere abzuhelfen, wurden zwei Vorschläge eingebracht. Beitragserhöhung oder einmalige freiwillige Spende.

Eine sogleich eingeleitete Sammlung hatte ein unerwartet hohes Ergebnis. Fünfzig anwesende Mitglieder stifteten 300 DM. Davon kamen alleine 90 DM von den Ehrenmitgliedern. Der Vorsitzende dankte und verzichtete auf die Beitragserhöhung. Der Monatsbeitrag beträgt weiterhin 1,00 DM.

Die Geldspenden seien ein Beweis von Vertrauen und Idealismus, sagte Günther Zimmer; man brauche sich nun keine Sorge um den Fortbestand des Vereins mehr zu machen. Das diesjährige 80jährige Bestehen wird nicht festlich begangen. Man will aber im Spätsommer einen Kamaradschaftsabend abhalten.

(HZ)

 
19. Dezember 1964

Weihnachtsfeier des MGV

Die traditionelle Weihnachtsfeier des Gesangvereins "Eintracht" Lardenbach/Klein-Eichen war am Samstag gut besucht. Nach der Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden Günther Zimmer schloß sich ein schönes Programm an.

Der Gesangverein umrahmte die Feier mit wohlgelungenen Chören. Einige Schüler des Dirigenten Nicolai spielten Weihnachtslieder auf dem Schifferklavier. Gedichtvorträge der Schulkinder bereiteten den Eltern große Freude. Den Höhepunkt bildete das persönliche Erscheinen des Nikolaus. Gar manches Kinderherzchen schlug wohl höher, teils vor Freude, teils vor Angst, als der Weihnachtsmann die Geschenke verteilte und dabei die Namen der Kleinen einzeln aufrief.

Nachdem die Kleinen zu Bett gebracht waren, saß man gemütlich beisammen und tanzte nach den Klängen einer improvisierten Kapelle.

(HZ)

 
05. Dezember 1964

Erich Funk wieder Bürgermeister

Am Samstag (5. Dezember 1964) wählte die Gemeindevertretung den einzigen Kandidaten, Erich Funk unter dem Beifall der Zuhörer einstimmig wieder zum Bürgermeister. Zuvor wurde in der öffentlichen Sitzung Ernst Lein einstimmig zum Schriftführer gewählt. Geleitet wurde die geheime Abstimmung von Heinrich Zimmer. 1. Beigeordneter wurde Karl Biedenkopf, 2. Beigeordneter Helmut Zimmer. Karl Biedenkopf, der auch stellvertretender Standesbeamter ist, bekleidet dieses Amt seit 1948. Weiterhin im Gemeinderat sind Heinz Leßmann, Erwin Kühn und Günther Zimmer.

Bürgermeister Funk, der mit 44 Jahren noch zu der "jungen Garde" zählt, bedankte sich für das ihm bewiesene Vertrauen und versprach, auch in den nächsten vier Jahren sich voll in den Dienst der Gemeinde zu stellen. Er lud die anwesenden Bürger zu einer kleinen Feier in das Gasthaus Felsing in Lardenbach ein.

Während der letzten Amtsperiode vollbrachte die drittkleinste Gemeinde des Kreises Gießen hinter Arnsburg und Winnerod (rd. 180 Einwohner), unter Bürgermeister Funk beachtliche Leistungen. Sie baute eine Gemeinschafts-Gefrieranlage, führte die Kanalisation, eines der schwierigsten Probleme, mit einem Kostenaufwand von rd. 140.000 DM durch, teerte die Gemeindestraßen und die Bürgersteige (Kosten: 135.000 DM), deckte das schadhafte Kirchendach mit Kunstschiefer, desgleichen auch das Back- und Wiegehaus, und schotterte alle Ortswege und einige Feldwege.

Da man nicht hinter der Zeit herhinken wollte, schloß man sich dem "Mittelpunktschulverband Grünberg" an. Mit den Gemeinden Stockhausen, Weickartshain und Lardenbach ist Klein-Eichen mit an dem Projekt "Abwasserverband Seenbachtal" beteiligt, das im nächsten Jahr mit dem Bau der Kläranlage bei Stockhausen begonnen werden soll.

Als dringendes Problem für die nächsten vier Jahre steht der Bau eines Versammlungsraumes an. Bisher war man gezwungen, in den angrenzenden Nachbarort Lardenbach auszuweichen. Weiter besteht ein dringendes Bedürfnis nach einem Kinderspielplatz. Bürgermeister Funk hofft, auch diese zwei Wünsche unter Mithilfe aller, noch bewältigen zu können.

Schon eine Woche vor dieser Wahl hatte der Lardenbacher Gemeinderat Bürgermeister Reinhard Mölcher zum vierten Male gewählt. Mölcher wurde im März 1955 erstmals zum Bürgermeister gewählt.

Fotos

 
25. Oktober 1964

Kreis- und Gemeindewahlen 1964

Bei den Wahlen zum Kreistag Gießen und für die Gemeindeparlamente des Kreises gab es am Sonntag (25. Oktober 1964) wieder eine verhältnismäßig hohe Wahlbeteiligung. Da sich auch die Zahl der Einwohner des Kreises erhöht hat, sind für die nächste Legislaturperiode wieder 38 Abgeordnete im neuen Kreistag vertreten. Mit großem Vorsprung vor den anderen Parteien ging die SPD durchs Ziel. Von den 59043 gültigen Stimmen sicherte sie sich einen Anteil von 32735 Stimmen, das sind gleich 55,5 Prozent. Die CDU errang mit 10086 Stimmen 17,1 Prozent, die FDP kam mit 9949 Stimmen auf 16,8 Prozent. Die GdP/BHE (Gesamtdeutsche Partei/ Block der Heimatvertriebenen) kam auf 6273 Stimmen und damit auf 10,6 Prozent.

Bei gutem Wetter war für viele der Weg zur Wahlurne ein Spaziergang. In Klein-Eichen führte der Weg zu Bürgermeister Erich Funk. In dessen Wohnhaus konnten die Wahlberechtigten ihre Kreuzchen machen. Von den 123 Wahlberechtigten hatten 89 ihre Stimme abgegeben. Und alle Stimmzettel waren gültig. Dagegen gab es in Lardenbach drei ungültige Stimmen bei 206 Wählern. Im Nachbarort hätten 297 Wahlberechtigte zur Urne gehen können. Eine Briefwahl war übrigens trotz der Diskussionen darüber bei dieser Kommunalwahl noch nicht möglich.

Auch die Wahl der Gemeindevertreter fand an diesem Sonntag statt. In Klein-Eichen und Lardenbach traten dazu Wählergemeinschaften an. Diese Geminschaftsliste erhielt in Klein-Eichen alle 68 gültige Stimmen. Allerdings waren 21 Stimmen ungültig. Diese Wähler waren wohl nicht mit der Liste einverstanden. Ebenso war es in Lardenbach. Die Gemeinschaftsliste erhielt 169 gültige Stimmen. Und 37 waren ungültig.

Als Gemeindevertreter gewählt wurden in Klein-Eichen folgende Herren: Karl Biedenkopf, Erich Funk, Heinrich Zimmer, Heinz Leßmann, Ernst Lein, Günther Zimmer, Erwin Kühn, Emil Träger, Helmut Zimmer und Gerhard Träger.

(HZ, GAZ)

Ergebnis Kreistagswahl in Klein-Eichen:

1964
1960
Kreistag
Kreistag
SPD
29
20
CDU
14
9
FDP
44
55
GDP/BHE
2
5
Überp. Landv.
-
1
DP
-
1
     
 
12. Oktober 1964

Mittelpunktschule Grünberg

Anfang September (4. Sep. 1964) erfolgte der erste Spatenstich für die neue Mittelpunktschule Grünberg. Die Schule entsteht im Waldstück nahe des Sportstadions. 16 Gemeinden aus den Kreisen Gießen und Alsfeld beteiligen sich an dem 5,1-Millionen-Projekt. Das sind: Grünberg, Göbelnrod, Saasen, Ettingshausen, Queckborn, Lauter, Lardenbach, Klein-Eichen, Stockhausen, Stangenrod, Lumda, Reinhardshain, Weickartshain, Weitershain, Atzenhain und Lehnheim. Die Mittelpunktschule ist somit die größte des ganzen Kreises. Sie wird nach ihrer Fertigstellung über eine mehrklassige Volksschule, über Realschule- und Sonderschulzüge verfügen.

Der Schulkomplex besteht aus ein- bis dreigeschossigen Gebäuden. Drei Haupttrakte bilden das Zentrum. 27 Normalklassen sind geplant, davon sieben Großraumklassen zu je 75 Quadratmetern. Ferner sind neun Fachräume vorgesehen sowie drei Sonderschulklassen. Daneben entstehen noch einige Verwaltungsgebäude. Auch den Bau einer Turnhalle hat man bereits einkalkuliert. Mit diesem Vorhaben werden 27000 Kubikmeter Raum umbaut. Die spätere Nutzfläche wird bei 5500 Quadratmetern liegen.

Bürgermeister Anschütz betonte bei der Feier, dass die Gründung des Schulverbandes sowie die Planung der Schule harmonisch abgelaufen seien. Es sei von vornherein klar gewesen, dass der Verband die Finanzierung des Projektes nicht habe allein bewältigen können. Man habe sich daher frühzeitig bemüht, von Land und Kreis die größtmögliche Unterstützung zu erhalten. Der Bürgermeister wies dann weiter auf die Bedeutung einer guten Ausbildung und Erziehung für die Jugend hin und sagte, dass man darauf bedacht sein müsse, die Unterschiede zwischen Stadt und Land zu beseitigen. Denn nur so, fuhr Bürgermeister Anschütz fort, könne die heranwachsende Generation auf eine größere Mitwelt vorbereitet werden.

Am 12. Oktober vergab die Verbandsversammlung des Zweckverbandes Mittelpunktschule Grünberg im Sitzungssaal des Rathauses die Rohbauarbeiten für die Schule. Verbandsvorsteher Rühl bekundete seine Freude über den raschen Fortgang der bisherigen Arbeiten. Die Maurer-, Beton-, Kanalisations- und Isolierungsarbeiten vergab die Versammlung in zwei Teilen, und zwar an Faber Schnepp (Gießen) für 1 816 990 DM und an W. Müller, Atzenhain für 428 163 DM. Bei den Zimmerarbeiten erhielt den Zuschlag die KG Jäger Sohn (Queckborn) für 21 480 DM. Als Wenigstnehmende führen aus: Spenglerarbeiten die Fa. W. Löchel für 31 506 DM, die Fa. Schröder für 8395 DM. Die Dachdeckerarbeiten fielen an die KG Rüther in Sprendlingen für 99 347 DM.
Die Erdarbeiten waren schon vor dem ersten Spatenstich vergeben worden. Den Zuschlag erhielt die Firma Tröller Peppler mit der Angebotssumme von 112 000 DM. Diese Arbeiten wurden gleich nach dem Spatenstich aufgenommen.

(HZ, GAZ)

Fotos

 
26. September 1964

Straßenfest in Klein-Eichen

Die 175 Köpfe zählende Gemeinde Klein-Eichen feierte am Samstagabend (26. September 1964) in Anwesenheit von nahezu der gesamten Bürgerschaft im Saal der Gastwirtschaft Felsing in Lardenbach ein für eine so kleine Gemeinde besonderes bedeutsames Ereignis: das Straßenfest. Als Ehrengäste waren anwesend: Landrat Dr. Maraun, Reg.-Bauinspektor Reichert (Grünberg), der Chef der Baufirma Ruhl (Angersbach) und die Bürgermeister des Seenbachtals.

Mit mächtigen Fanfaren- und Paukenklängen verschönerte der Hansa-Musikverein Gießen in dekorativer altdeutscher Tracht, schier die Mauern sprengend, die Feier. (In bestem Einvernehmen mit den Klein-Eichenern zeltet der Verein seit zwei Jahren in ihrer Gemarkung im Steinbruch.)

Der Ausbau der Ortsstraßen sei, begann Bürgermeister Erich Funk seine Eröffnungsansprache, für das finanzschwache Klein-Eichen ein großes Vorhaben gewesen. Das 100.000-DM-Projekt wurde in der Bürgerversammlung vom 22. März 1963 beschlossen. Ein Vierteljahr später begann die Ausführung. Der Kreiszuschuß (24.000 DM) war diesmal höher als der des Landes (21.000 DM). Herzlich dankte der Bürgermeister dem Landrat und dem Kreisausschußmitglied Bürgermeister Jochim (Stockhausen). 500 DM steuerten die Anlieger freiwillig bei. Der Rest wird durch ein Darlehen von 40.000 DM und eine Rücklage aus dem Jahr 1962 finanziert. Mit einem Dankeswort an die Männer der Gemeindevertretung und die Arbeiter der Baufirma schloß Bürgermeister Funk.

In mancher Beziehung sagte Landrat Dr. Maraun, sei Klein-Eichen hinsichtlich des Straßenbaus besser dran als Gießen. Ein großer Teil der Straßen sei dort längst nicht so gut ausgebaut wie hier. Das sei ein Beweis dafür, was in kleinen Gemeinden unter Anspannung aller Kräfte geleistet werden kann. Auch Kanal und Wasserversorgung seien erst in den letzten vier Jahren in Ordnung gebracht worden. Von primitiven Lebensverhältnissen auf dem Land, die früher viele Menschen in die Stadt getrieben hätten, könne heute keine Rede mehr sein. Wo hätte auch früher eine Gemeinde von 175 Köpfen mit einem 100.00-DM-Projekt jonglieren können? Zusätzlich dazu habe der Kreis seine durch den Ort führende Straße für 50.000 DM ausgebaut. Mitte Oktober dieses Jahres würden alle Kreisstraßen (200 km) einmal ausgebaut sein. 12 Millionen DM stellte der Kreis in den letzten Jahren für den Ausbau von Gemeindestraßen zur Verfügung.

Vorsitzender Wagner vom Hansa-Musikverein Gießen dankte der Gemeinde sehr herzlich für die gastfreie Aufnahme, die gerade der Jugend des Vereins durch die Bereitstellung eines Zeltplatzes in landschaftlich reizvoller Lage gewährte. Pläne, diese Erhohlungsstätte dort für immer fest einzurichten nähmen, so sagte er, immer festere Formen an.

Der erste Beigeordnete Karl Biedenkopf stattete Bürgermeister Funk, für die bei dem großen Projekt bewiesene Initiative und vor allem für die dabei geleistete Arbeit den Dank der Gemeindevertretung ab. Nach dem offiziellen Teil blieb man noch ein paar Stunden fröhlich beisammen.

Fotos

 
21. April 1964

Bürgerversammlung im "Ausland"

Die 176 Köpfe zählende Gemeinde am Rand des Landkreises Gießen hat weder eine Gastwirtschaft noch sonst einen Raum, der für Versammlungszwecke geeignet wäre. Deshalb traf man sich am Dienstagabend (21. April 1964) zur Bürgerversammlung mit Landrat Dr. Maraun (zum ersten Mal besuchte ein Landrat die kleine Gemeinde) und Regierungsoberamtmann Bodenbender im benachbarten "Ausland", in der Lardenbacher Gastwirtschaft Felsing.

Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Funk schilderte Landrat Dr. Maraun ausführlich die beim Ortsrundgang Anfang April vorgefundenen Verhältnisse.

Die drittkleinste Gemeinde des Kreises (nach Winnerod und Arnsburg) hat einige Besonderheiten aufzuweisen, einerseits bedingt durch die "Größe" anderseits durch ihre exponierte Stellung an der Seite der Gemeinde Lardenbachs. Mit der Klein-Eichen längst nicht soviel Gemeinsames hat, wie man gemeinhin annehmen möchte.

So steht in Klein-Eichen beispielsweise eine Filialkirche von Groß-Eichen. Geläutet wird bei sämtlichen Anlässen mit "allen Glocken", eben weil die Kirche nur eine hat. Der Bürgermeister ist zugleich Kirchendiener und der Ortsdiener eine Frau. Seit 1911 haben Lardenbach und Klein-Eichen eine zentrale Wasserversorgung. Der 100 cbm fassende Hochbehälter wird demnächst für 4000 DM repariert werden müssen. Seine Kanalisation konnte Klein-Eichen 1962 abschließen. Es trat kürzlich dem Abwasserverband Seenbachtal bei.

1963 baute die Gemeinde ihre Straßen für 101.000 DM aus. Dazu kamen 560 Meter Feldwege 1958-59 mit Mitteln aus dem Grünen Plan und des Jagdpachterlöses. Es steht auf dem Gebiet aber noch einiges an. Nach dem zweiten Weltkrieg entstanden vier neue Häuser. Fünf neue Bauplätze in guter Lage stehen im Moment zur Verfügung. Möglichkeiten für größere Projekte bieten sich zwar an, sind aber wegen der verkehrsungünstigen Lage der Gemeinde für Baulustige nicht sehr interessant.

Die Lieblingsidee des Gemeinderates: "Ansiedlung eines Industriebetriebs" wird sich aus diesem Grund wohl nicht so schnell verwirklichen lassen. Wegen des Standortes einer Gemeinschafts-Gefrieranlage konnten sich die beiden "Tür-an-Tür-Gemeinden" nicht einigen, und so ging die Einrichtung einer eigenen Anlage mit 28 Fächern beinahe über die finanziellen Kräfte Klein-Eichens. Die zuständige Molkerei ist nicht etwa in Groß-Eichen, sondern in Weickartshain. Mit Lardenbach hat es eine Bezugs- und Absatzgenossenschaft und eine Schule gemeinsam, ansonsten ist es Mitglied des Schulverbandes Grünberg.

In der Diskussion schnitt Bürgermeister Erich Funk sofort das Thema "Raum für Gemeinschaftsveranstaltungen" an. Der Landrat schlug "ein Dorfgemeinschaftshäuschen" (große Heiterkeit!) vor, da sich ein Haus für 176 Einwohner (ein Drittel davon waren anwesend) sowieso verbiete. Das Häuschen könne evtl. mit einem Kinderspiel- und Kleinsportplatz kombiniert werden. Zur Zeit ist man auf der Suche nach einem geeigneten Platz dafür.

"Warum habt ihr das Kreiskrankenhaus nicht nach Grünberg gebaut, wo wir doch eine so schlechte Busverbindung nach Lich haben?" wollte ein Bürger wissen. Der Landrat legte noch einmal die schon bekannten Gründe für die Wahl von Lich dar.

Kummer macht den Klein-Eichenern und Lardenbacher, dass die Haltestelle der im Oktober 1963 neu geschaffenen Omnibuslinie Ulrichstein-Mücke-Weickartshain-Grünberg-Gießen ca. 1000 Meter von Lardenbach entfernt im Ortsteil Weickartshain-Seenbrücke ohne Unterstellmöglichkeit liegt. Auf der Kreuzung Seenbrücke-Lardenbach an der B 276 steht nämlich eine Wirtschaft, zudem noch mit einem Vordach zum Unterstellen. Sie wäre viel besser als Wartestelle geeignet.
Der Landrat empfahl eine Beschwerde bei der Bundesbahn mit möglichst vielen Unterschriften.

Ein weiterer Diskussionspunkt: Ob man der Gemeinde nicht durch den Ausbau eines Wochenendgebietes finanziell etwas auf die Beine helfen könnte? Die landschaftlich außerordentlich reizvolle Umgebung biete sich dazu an. Ein Vertreter des Gemeinderates schlug den Galgenberg in Richtung Sellnrod dafür vor. Das habe nur Sinn beschied der Landrat die Hoffnungsfreudigen, wenn es gelinge, wertloses Gelände teuer zu verkaufen.

Zu Beginn des Abends lief, wie nun in nächster Zeit bei ähnlichen Anlässen überall im Kreis der Farbfilm: Tagebuch des Landkreises.

Soweit die Ausführungen der Grünberger Heimat Zeitung zur Bürgerversammlung 1964.

Fotos

 
03. Januar 1964

Jubiläum des Gemeinderechners 1964

Die Grünberger Heimatzeitung berichtete vor 50 Jahren, dass am 3. Januar 1964 Wilhelm Dörr sein 40jähriges Dienstjubiläum als Kassenverwalter Klein-Eichens begehen konnte. In einer schlichten Feier sprach ihm Bürgermeister Erich Funk als Vertreter der Heimatgemeinde Dank und Anerkennung für die in jeder Hinsicht treue und gewissenhafte Arbeit zum Wohl der Gemeinde aus und überreichte ihm ein Geschenk und eine Ehren-Urkunde.

Regierungs-Amtmann Bodenbender aus Gießen überbrachte die Grüße und Glückwünsche der Kreisverwaltung und überreichte einen Blumenstrauß und ein weiteres Geschenk. Stadtrechner Peter aus Laubach gratulierte namens der Kreisversammlung der Bürgermeister und Kassenverwalter und überreichte seinem Amtskollegen außer einem Geschenk eine Ehren-Urkunde der Hessischen Landesregierung und des Hessischen Gemeindetages.

Bürgermeister Jochim aus Stockhausen übermittelte den Dank und die Glückwünsche der Nachbargemeinden, in denen der Jubilar während des 2. Weltkrieges zeitweilig die Kassengeschäfte mitführte. Für die Amtskollegen aus den Nachbargemeinden erfreute Kassenverwalter Kratz aus Lardenbach den Jubilar mit einem großen Blumenkorb und Geschenk.

(HZ)

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29. Oktober 1963

Abwasserverband Seenbachtal gegründet

Nach einigen vorausgegangenen Besprechungen versammelten sich am Dienstagnachmittag (29.10.1963) die Gemeindevertretungen von Weickartshain, Lardenbach, Klein-Eichen und Stockhausen auf Veranlassung von Landrat Dr. Maraun zur Gründung des Abwasserverbandes Seenbachtal im Dorfgemeinschaftshaus Stockhausen. (Nicht zu verwechseln mit dem später gegründeten Abwasserverband Ohm/Seenbachtal).

Oberinspektor Stühler vom Landratsamt eröffnete die Versammlung, während Landrat Dr. Maraun mit der Gemeindevertretung von Stockhausen noch die übliche Ortsbesichtigung vornahm. Oberinspektor Stühler erläuterte kurz den Satzungsentwurf in Bezug auf die Vorstandswahl und das Stimmzahlverhältnis. Kostenanteile und Stimmzahlverhältnis bei Abstimmungen werden nach Einwohnerzahl und Einwohnergleichwerten der ansässigen Industrie usw. berechnet. Weickartshain hat 40, Lardenbach 30, Stockhausen 17 und Klein-Eichen 13 Stimmen.

Über Sinn und Zweck der Gründung sprach Baurat Holländer vom Wasserwirtschaftsamt Friedberg. Die Kläranlage soll zwischen der B 276 und dem alten Schlammteich hinter Stockhausen in Form eines Oxydationsgrabens gebaut werden. Die Kosten für die Zubringerkanäle ab Regenüberfällen der beteiligten vier Gemeinden belaufen sich auf 413.000 DM, die Kläranlage selbst fordert 270.000 DM. 189.000 DM haben die vier Gemeinden für interne Anlagen aufzubringen.

Landrat Dr. Maraun entschuldigte sich später, weil er die Stockhäuser Gemeindevertretung entführt hatte und erklärte, dass er endlich einmal mit den Ortsbesichtigungen fertig werden wolle. Klein-Eichen, dessen Besichtigung auf Wunsch des Bürgermeisters bis zur Fertigstellung des Ortsstraßenausbaues zurückgestellt wurde, brauche keine Angst zu haben, als kleine Randgemeinde an die 85. Stelle zu kommen, denn dort sei Grünberg eingetragen. Sein besonderes Lob galt den vier Verbandsgemeinden, weil sie trotz ihrer Finanzschwäche die Kanalisation restlos und die Straßen zum größten Teil ausgebaut hätten. Als Krönung käme nun der Bau einer Kläranlage hinzu. Ganz besonders dankte er Bürgermeister Jochim (Stockhausen) für seinen uneigennützigen Einsatz für die finanzschwachen Gemeinden im Kreisausschuss und Kreistag.

Bei der Vorstandswahl wurden: Verbandsvorsteher: Bürgermeister Jochim, Beisitzer die Bürgermeister Theiß (Weickartshain), Mölcher (Lardenbach) und Funk (Klein-Eichen), stellvertretender Vorsteher Bürgermeister Theiß, Beisitzerstellvertreter die 1. Beigeordneten von Weickartshain, Lardenbach und Klein-Eichen. Der Verbandsrechner wird in einer späteren Sitzung bestimmt.

Landrat Dr. Maraun verpflichtet den Verbandsvorsteher und seine Stellvertreter zu treuer und gewissenhafter Amtsführung. Er freue sich, sagte er, dass vier kleine Nachbargemeinden am Rande des Kreises solche Pionierarbeit leisten, und sagte ihnen die Hilfe des Kreises zu,

Bürgermeister Jochim dankte, auch im Namen seiner Berufskameraden, für das ihnen entgegengebrachte Vertrauen und bat alle Gemeindevertreter, bei den bevorstehenden Verhandlungen mit Privatpersonen wegen Geländeentschädigungen usw. beratend und aufklärend mitzuwirken. Als Verbandsvorsteher verpflichtete er die Beisitzer Bürgermeister Mölcher und Funk. Humorvoll versicherte er dem Landrat, dass er mit 100% Baukostenzuschuss zufrieden wäre. Die Unterhaltung der Anlage wollten sich die vier Gemeinden schon teilen.

Zum Abschluss der Verbandsversammlung appellierte Dipl.-Ing. Kolmer nochmals an die Verbandsmitglieder, dafür zu sorgen, dass in die Kanalisation keine Jauche eingeleitet wird, weil dadurch die Funktionsfähigkeit der Kläranlage in Frage gestellt werde.

(r, HZ)

P.S.: Mit dem Bau einer Kläranlage bei Stockhausen ist es nichts geworden. Und der Abwasserverband Seenbachtal ist dann in dem 1983 gegründeten Abwasserverband Ohm/Seenbach aufgegangen.

 
11. Juli 1963

Erster Entwurf für die Mittelpunktschule

Unter dem Vorsitz von Revierförster Rühl (Reinhardshain) genehmigte am Donnerstagabend (11.07.1963) die Verbandsversammlung des 16 Gemeinden umfassenden Zweckverbandes "Mittelpunktschule Grünberg" im Sitzungssaal des Rathauses einstimmig den vom Architekturbüro Wolf (Himbach) vorgelegten ersten Entwurf für die weiträumige Schulanlage. Diese Anlage kann 1200 Schüler aufnehmen, wird etwa 30.000 cbm umbauten Raum enthalten und einschließlich Nebenkosten 5,5 Millionen DM erfordern.

Mit dem Bau soll 1964 begonnen werden. Am Eingang zum Stadtwald werden für die Schulanlage 3,7 ha aus dem Waldverband ausgeschieden, dafür aber in der "Taufe" vom Südhang des Tannenkopfs bis hinunter zum Fischteich 4,5 ha Feldmark zum Waldverband geschlagen und aufgeforstet.

Architekt Werner Wolf begrüßte eingangs die zahlreiche Beteiligung, Aufgeschlossenheit und Solidarität der Gemeindevertreter des Grünberger Bezirks. Die Stimmung unterscheide sich angenehm von der in anderen Bezirken. Nebenbei erwähnte er, dass die Mittelpunktschule Grünberg - abgesehen von der Sportschule auf dem Tannenkopf - die 50. Schule sei, mit deren Errichtung das Architekturbüro Wolf betraut wurde.

Architekt Kühle erläuterte anhand der Lagepläne und der ersten Ansichtsskizze das Bauprogramm und beantwortete Anfragen. In der Aussprache wurde klargestellt, dass außerhalb des Programmes für den ersten Bauabschnitt Gelände für eine Halle mit Lehrschwimmbecken vorgesehen werden soll.

Die Versammlung verlief zügig und harmonisch. Auf Antrag von Stadtrat Albach (Grünberg) und Bürgermeister Kern (Göbelnrod) wurde als Nachfolger des bisherigen Stadtrechners Kreuder (Grünberg) Stadtrechner Heinrich Sachs mit Wirkung seines Amtsantritts in Grünberg zum Rechner des Zweckverbandes gewählt.

Erläuterungen zum Entwurf: Das Hauptgebäude wird dreistöckig, die beiden Seitenflügel zweistöckig. Der Klassentrakt nimmt 20 Normalklassen (je 60 qm) auf, dazu kommen sieben Großklassen (je 75 qm) und zwei Naturkunderäume, eine Küche, einen Nähraum, zwei Werkräume, zwei Kursräume, eine Mehrzweckklasse. Zwischen den beiden Seitenflügeln liegt der Gemeinschaftsraum mit Innenhof. Eine Pausenhalle verbindet die Seitenflügel.

Sofern sich nicht noch Änderungen im Laufe der weiteren Planungsarbeit ergeben, werden 16 Normal- und Großklassen in den Seitenflügeln, die restlichen Räume im Hauptgebäude untergebracht. Je zwei Klassen erhalten ein eigenes Treppenhaus. Weiterhin sind vorgesehen eine Turnhalle und dahinter eine Gymnastikhalle. Diese ist umschlossen von Umkleide- und Duschräumen. Die Hausmeisterwohnung soll rechts der Hallen gebaut werden.

Das extra Verwaltungsgebäude beinhaltet je ein Rektor-, Lehrer- und Geschäftszimmer sowie ein Lehrerseminar mit Lehrbücherei. Hinter diesem Gebäude liegt der Pausenhof und die Gebäude für die Sonderschule.

(HZ)

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05. Mai 1963

Feuerwehrfest in Lardenbach

Sogar der Himmel hatte ein Einsehen und hielt den Befehl "Wasser marsch" zurück, als die Lardenbacher Feuerwehr am Samstag und Sonntag (4. und 5. Mai 1963) ihren großen Gerätehauseinweihungstag feierte.
Aber empfindlich kalt wars beim Kommers am Samstagabend im Festzelt. Ortsbrandmeister Helmut Felsing begrüßte die Erschienen herzlich. Besonders erwähnte er die Ehrengäste der befreundeten Wehr aus Lehenrotte (Niederösterreich) und den Unterkreisführer Kopp (Laubach).
Der Gesangverein Lardenbach/Klein-Eichen unter Dirigent Ernst Nicolai, der Spielmannszug Allendorf (Lda.) und die Feuerwehrkapelle Grünberg umrahmten das Programm musikalisch.
Landrat Dr. Maraun traf gegen 22 Uhr ein und brachte die Grüße des Ministerpräsidenten und des Regierungspräsidenten mit.

Beim Weckruf am Sonntagmorgen lachte eine freundliche Frühlingssonne über den festlich mit Tannengrün und bunten Fähnchen geschmückten Häusern und über den extra blank gefegten Straßen. Nach dem Festgottesdienst starteten die Wehren von Lardenbach, Grünberg und Freienseen zur Schauübung.
Um 13 Uhr konnte Bürgermeister Mölcher vom Fenster seines neuen Amtssitzes im Obergeschoß des neuen Gerätehauses neben 23 Wehren auch Landrat Dr. Maraun und den Kreisbrandinspektor Hahn begrüßen. Sein Dank galt vor allem dem sehr rührigen Ortsbrandmeister Felsing und seinen Männern, die sich uneigennützig für den Bau des Gerätehauses einsetzten.

Gegen 14 Uhr startete der Festumzug dessen Weg durch Lardenbach und Klein-Eichen führte. Voran drei Reiter und die weißgekleideten Festjungfrauen Lilo Roth, Rosel Lichau und Helga Keller. Zum Festzug formierten sich auch die 23 Wehren und drei Musik-Kapellen. Als Ehrengäste fuhren Kreisbrandinspektor Wilhelm Hahn, Landrat Dr. Georg Maraun und Bürgermeister Reinhard Mölcher in einer Pferdekutsche mit. Im Festzelt und auf dem Juxplatz klang das Feuerwehrfest aus.

(HZ)

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17. April 1963

Standort Mittelpunktschule

Im Sitzungssaal des Rathauses tagte am 17. April 1963 die Verbandsversammlung des Zweckverbandes Mittelpunktschule Grünberg. Von 42 Vertretern konnte der Vorsitzende 37 aus den 16 Mitgliedsgemeinden neben dem vollzählig anwesenden Verbandsvorstand begrüßen. Wie früher schon berichtet, sind hier auch Klein-Eichen und Lardenbach vertreten.

Die Versammlung stimmte einstimmig dem vorgetragenen Architektenvertrag zu, dem auf Vorschlag verschiedener Mitglieder ein die Bauleitung betreffender Zusatz hinzugefügt werden soll.

Nach eingehender Darlegung und Aussprache wurde als neuer Standort für die Mittelpunktschule ein etwa 4 ha großes Waldstück am "Bobenhäuser Kopf" am Eingang zum Stadtwald (neben dem neuen Waldstation) festgelegt. Das ursprünglich vorgesehene Gelände an der Londorfer Straße hatte sich als nicht groß genug erweiesen.

In diesem Zusammenhang wurde auch die Satzungsbestimmung, die Geländegestellung der Stadt Grünberg betreffend, dahingehend geändert, dass die Stadt anstelle des etwa 22.000 qm großen Geländes in der Londorfer Straße nunmehr das ca. 4 ha große Waldstück kostenlos in den Zweckverband einbringt. Den Zweckverbandsgemeinden bleiben dadurch Mehraufwendungen für Grunderwerb und dergleichen in nicht unerheblichem Ausmaß erspart.

(HZ)

 
02. Oktober 1962

Landrat in Lardenbach

Auf Einladung des Gemeindevorstandes fand am 2. Oktober 1962 eine Ortsbesichtigung durch Landrat Dr. Maraun statt, mit anschließender Bürgerversammlung im sehr ansprechend renovierten Saal der Gastwirtschaft Felsing. So berichtete die Grünberger Heimatzeitung am 4. Oktober 1962. Bürgermeister Mölcher stellte gleich nach seiner Begrüßung die Bitte um finanzielle Unterstützung eines armen, finanzschwachen Vogelsbergdorfes durch den Kreis. Der Landrat dankte für das freundliche Willkommen und erwähnte noch einmal die am Nachmittag besuchten öffentlichen Einrichtungen.

Ein großes Problem, das demnächst in Angriff genommen werden müßte, sei die Gründung des Abwasserverbandes Weickartshain, Stockhausen, Klein-Eichen und Lardenbach. Die Wasserversorgung habe die Gemeinde schon viel Geld gekostet. Als weitere Punkte sprach Dr. Maraun das Gefrierhaus und die Feldwege an. Mit Hilfe des Grünen Plans sei schon einiges für den Feldwegebau getan worden. Erwähnt wurde auch das gut funktionierende Genossenschaftswesen zwischen Klein-Eichen und Lardenbach.

Der Landrat nahm im weiteren Verlauf Stellung zum Mittelpunktschulverband indem er die Argumente, die für die Gründung sprachen noch einmal hervorhob. Einen Kindergarten werde Lardenbach in nächster Zukunft wohl nicht erhalten. Und das Thema Dorfgemeinschaftshaus wurde vorerst vertagt. Sehr empfahl der Landrat die Gründung eines Sportvereins und die Schaffung eines Sportplatzes. Heftig erörtert wurde die Frage, was gegebenenfalls den Vorrang verdient, ein Sportplatz- oder ein Schwimmbadbau. Zusammen mit acht umliegenden Gemeinden sei solch ein Projekt durchaus diskutabel. Die Debatte ging, weil billiger, zugunsten eines Sportplatzes aus.

Die Lardenbacher Feuerwehr forderte, da sie bei größeren Bränden auf das Löschfahrzeug der Grünberger Wehr angewiesen ist und sonst weit und breit keines existiert, die Anschaffung eines Fahrzeuges für Lardenbach und Umgebung. Als der Landrat und seine Begleiter schon gegangen waren, diskutierte man unter sich noch eifrig weiter.
So weit Auszüge aus dem Bericht des Besuches des Landrat in der Heimatzeitung.

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31. August 1962

Zweckverband Mittelpunktschule

Auf Einladung von Grünbergs Bürgermeister Anschütz versammelten sich bereits im Februar 1962 in der Turnhalle 130 Bürgermeister, Lehrer, Gemeinde- und Elternvertreter aus 19 Gemeinden des Grünberger Raumes, darunter auch einige Gemeinden des Kreises Alsfeld, zur ersten unverbindlichen Besprechung über eine Mittelpunktschule Grünberg. 16 Gemeinden erklärten sich, vorbehaltlich einer erträglichen finanziellen Regelung und der Zustimmung ihrer örtlichen Gremien, grundsätzlich bereit, sich an der Gründung eines Zweckverbandes Mittelpunktschule Grünberg zu beteiligen.

Zu dieser Besprechung erschienen Vertreter von Beltershain, Ettingshausen, Göbelnrod, Lauter, Queckborn, Reinhardshain, Saasen, Lumda, Klein-Eichen, Stangenrod, Stockhausen, Weickartshain, Weitershain, Lehnheim, Atzenhain, Bernsfeld, Flensungen und Merlau. Offiziell nicht vertreten waren Geilshausen, Lardenbach, Münster, Nieder-Ohmen, Wettsaasen, Ruppertenrod und Groß-Eichen, Orte, die z. T. selber die Gründung einer Mittelpunktschule betreiben, aber Gelegenheit haben sollten, sich über die Grünberger Pläne zu informieren.

Landrat Dr. Maraun bezeichnete Grünberg als einen Verkehrsmittelpunkt, dessen Bedeutung über die Kreisgrenzen hinausgehe. Kreisgrenzen dürften heute, wo es um die beste Ausbildungsmöglichkeit für unsere Kinder gehe, keinen Ausschlag geben. Was jetzt getan werde, müsse ganz getan werden und auf Jahrzehnte hinaus Bestand haben. Je mehr Gemeinden sich zu einem Zweckverband zusammenschlössen, desto mehr könne den Schülern am Schulort geboten werden. Besonders günstig werde sich in Grünberg die Kombination Volksschule-Realschule-Gymnasium auswirken.

Schulrat Dr. Grund betonte den internationalen Wettbewerb in Wissenschaft und Technik. Hier müsse man viel aufholen. Das gelte besonders für das flache Land. Die Landjugend ist genau so begabt wie die städtische, sie war nur dieser gegenüber im Nachteil, weil ihr ausreichende Bildungsmöglichkeiten fehlten. In erwünschtem Grade leistungsstark seien nur Mittelpunktschulen für Bezirke mit mindestens 10- bis 12000 Einwohnern und Schulen für das 5. bis 9. Schuljahr. Die hessische Regierung unterstütze die Errichtung solcher Gebietsschulen mit Zuschüssen von 60 bis 70%.

Am 2. März 1962 erteilten die Grünberger Stadtverordneten einstimmig dem Magistrat den Auftrag, die Vorarbeiten für die Gründung eines Schulverbandes Grünberg unverzüglich in Angriff zu nehmen. Der Verband solle die Errichtung einer Mittelpunktschule mit Realschule und Sonderschule bezwecken. Mit dem östlichen Teil des Kreises Gießen und den angrenzenden Gemeinden des Kreises Alsfeld könne das Grünberger Projekt etwa 1400 Schüler und Schülerinnen erwarten. Diese Schule würde wohl die größte im Gießener Kreisgebiet werden, so meinte Landrat Dr. Maraun während der Sitzung. Ein Baubeginn erfolge frühestens 1964, da erst dann auch mit staatlichen Mitteln zu rechnen sei.

Am 31. August 1962 kamen dann im Rathaus die gewählten Vertreter von 16 Gemeinden zur Gründung des Zweckverbandes Schulzentrum Grünberg zusammen. Zum Verband gehörten die Stadt Grünberg und die Dörfer Atzenhain, Lauter, Ettingshausen, Lehnheim, Saasen, Weickartshain, Göbelnrod, Lumda, Stockhausen, Weitershain, Klein-Eichen, Queckborn, Stangenrod, Lardenbach und Reinhardshain.

(HZ)

 
18. Mai 1962

50 Jahre Gefrierhaus

Das Scheppern des Kühl-Kompressors ist am Löschteich nun nicht mehr zu hören. Das Jubiläum zum 50-jährigen ist auch gleichzeitig das Ende einer Ära im Dorf.

Als damals noch selbständige Gemeinde hat Klein-Eichen gerade zu Beginn der 1960er Jahre an der Entwicklung des ländlichen Raumes mitgemacht. Nicht nur wurden die Ortsstraßen asphaltiert und die Kanalisation ausgebaut. Das Projekt Gefrierhaus nahm ebenfalls zu dieser Zeit konkrete Züge an. Die kulturelle "Rückständigkeit" des Landlebens im Verhältnis zu den städtischen Ballungsregionen ist auch in Hessen angegangen worden. Etwa durch den Bau von Dorfgemeinschaftshäusern wie im Nachbarort Stockhausen. Unter ihrem Dach wurden moderne Gemeinschaftsräume, -bäder, -backräume und eben -kühlräume vereint. Wo es nicht zur Errichtung eines Dorfgemeinschaftshauses kam, Klein-Eichen und Lardenbach mussten noch 30 Jahre darauf warten, übernahmen zumeist eigens geschaffene Gebäude diese Aufgaben. Die Gemeinschaftsgefrieranlagen, deren Vorbild aus den USA stammte, wurde zunächst als Kaltraumanlage konzipiert, bevor sich die Warmraumanlagen mit einzelnen Gefrierfächern allgemein durchsetzten. Aus heutiger Sicht stellte die Einführung der Gefrierkonservierung im ländlichen Raum eine regelrechte Revolution dar und bewirkte die "Umerziehung" der Landbevölkerung in ihren bis dahin jahreszeitgebundenen Ernährungsgewohnheiten. Früher musste alles eingekocht, eingelegt oder eingesalzen werden. Das Sachen einfach frisch und haltbar bleiben können – das war unglaublich. Schon 1953 wurde in Nordhessen die erste dieser Anlagen in Hessen in Betrieb genommen.

In Klein-Eichen waren die Idee und erste Planungen zum Bau eines Gefrierhauses im Jahre 1961 schon so weit fortgeschritten, dass im Juli die Bestellung einer Kühlanlage an die Firma Lahn-Kälte in Biedenkopf gemacht werden konnte. Allerdings wurde erst im Herbst 1961 der Bauantrag gestellt. Und die Gefriergemeinschaft formierte sich, indem am 26. November ein Vorstand gewählt wurde. Vorsitzender der Gefriergemeinschaft wurde Bürgermeister Erich Funk. Zu dessen Stellvertreter wählte man Werner Biedenkopf. Beisitzer wurden Felix Darga und Herbert Loob. Erster Rechner der Gefriergemeinschaft war Ernst Lein. Nach dieser Wahl beschloss die Versammlung, dass mit dem Bau sofort begonnen werden sollte. In einer Beitrittserklärung zur Gefriergemeinschaft wurden Lagerfächer erworben und ein Kostenanteil von 620,- DM für die Errichtung der Anlage übernommen. Davon wurden 400 DM pro Fach aus einem Zinsverbilligungsprogramm der Hess. Landesregierung gewährt.

In den ersten Monaten 1962 wurde der eingeschossige Neubau für die Gefrieranlage auf der Unteren Bachwiese, gleich am Löschteich, errichtet. Dabei beteiligten sich die Mitglieder der Gefriergemeinschaft natürlich tatkräftig. Die Nutzfläche des Hohlblockmauerwerks betrug 36 qm. An den Längsseiten wurden zweiflügelige Einfachfenster eingebaut. Mitte April 1962 waren die Installations-Arbeiten abgeschlossen. Die Tiefkühlanlage wurde als Schrankreihe mit 28 Lagerfächer und Vorfroster mit je 263 Liter Inhalt ausgeführt. Zusätzlich integrierte man einen Kühlraum. Hier konnte kurzfristig größere Mengen an Gefriergut, etwa bei Hausschlachtungen, aufbewahrt werden. Die Rechnung für die Kühlanlage belief sich im Mai 1962 auf 15.540,- DM. Bis zum Sommer waren alle Fächer verkauft oder vermietet.

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23. März 1962

Die neuen Postleitzahlen

Obwohl nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges weiterhin die Regelung der Reichspost galt, in den vier Besatzungszonen Deutschlands die Postleitzahl in der Anschrift auzuführen (2-stellig, numerisch mit 1-stelligem Buchstabenzusatz) hielten sich immer weniger Briefeschreiber daran. Deshalb wurde von dem damaligen Postminister Richard Stücklen die Einführung des Postleitzahlensystems vorangetrieben.

Bei "runden" Postleitzahlen für große Städte (zum Beispiel 6300 Gießen) wurden üblicherweise die Nullen nicht geschrieben. Grünberg hatte die Leitzahl 631. Für Klein-Eichen und Lardenbach galt die Postleitzahl 6311. Dabei stand auf den Briefen oftmals der Zusatz "Post Lardenbach".

 

 

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