| 24. Januar 1936 | BürgermeisterversammlungIm Rathaussaal zu Schotten fand am Freitag (24. Januar 1936) eine amtliche Bürgermeisterversammlung des Kreises Schotten unter Leitung des Kreisamtes statt. Reg.-Rat Schwan eröffnete mit dem deutschen Gruß und begrüßte die Erschienenen, besonders die Gäste. Reg.-Assessor Denzer gab eine Reihe von Verfügungen und Ausschreiben, die sich auf verschiedene Gebiete wie Luftschutz, Verwertung der Gemeindebullen, Backöfen, Abrechnung bei den Notstandsarbeiten, Holzeinschlag usw. bezogen bekannt. Die Neuorganisation der Gemeindepolizei wurde sodann besprochen. Eine ganze Reihe gemeindlicher Fragen wurde sodann noch behandelt. Lebhafte Klagen wurden von allen Gemeinden darüber erhoben, daß die elektrischen Birnen der Straßenbeleuchtung so rasch und zahlreich unbrauchbar werden. Den Gemeinden entsteht hierdurch erheblicher Schaden, der Mißstand muß abgestellt werden. Eine Beschwerde an das Überlandwerk wird eingereicht. (Grünberger Anzeiger)
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| 17. Januar 1936 | Tagung der JugendlandwartinnenEiner Einladung der Bezirksbauernschaft Schotten zufolge waren die nachbenannten Jugendwartinnen heute (17. Januar 1936) in der Volksschule zu Laubach anwesend: Minna Philippi (Klein-Eichen), Frieda Schwanke (Lardenbach), Marie Rühl (Groß-Eichen), Minna Keil (Altenhain), Hermine Friedrich (Ruppertsburg), Marie Immelt (Freienseen), Else Hertel (Laubach) und für Gonterskirchen Gretchen Stickel. Nicht vertreten waren die Orte Wetterfeld, Solms-Ilsdorf, Stockhäuser Hof und Sellnrod. Bezirksbauernführer Straub erörterte die Aufgaben der Jugendwartinnen im allgemeinen. Landwirtschaftslehrerin Recklinghaus klärte die Mädels auf über die zusätzliche Berufsschulung der weiblichen Landjugend. Kreisjugendwartin Meiski machte die nötigen Feststellungen für den Reichsberufswettkampf. (Grünberger Anzeiger) |
| 14. Januar 1936 | FlachsanbauDer Ortsbauernführer (Grünberg) bittet mitzuteilen, daß nicht nur Betriebe über 20 Morgen, sondern alle Betriebe, auch die kleinsten, eine möglichst große Fläche mit Flachs bebauen sollen.
Milde WitterungDie milde Witterung und die Sonnenstrahlen der letzten Zeit haben es mit sich gebracht, daß auch hier am Rande des Vogelsberges (in Groß-Eichen) vereinzelt Erdeeren blühen und ebenso ein junger weißer Fliederbaum Blätter in normaler Größe getrieben hat. (Grünberger Anzeiger)
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| 09. Januar 1936 | OrtsbauernführerStabsleiter Langlitz, Geschäftsführer Schmidt und der Sachbearbeiter für Getreide- und Viehwirtschaft Schütz von der Kreisbauernschaft Oberhessen-Ost (Alsfeld) hielten heute (6. Januar 1936) im Hotel Schützenhof eine Versammlung der Ortsbauernführer des Bezirks Laubach ab. Erschienen waren die Ortsbauernführer von Laubach, Wetterfeld, Gonterskirchen, Freienseen, Ruppertsburg, Lardenbach, Klein-Eichen, Lehnheim und Solms-Ilsdorf. Stabsleiter Langlitz äußerte sich über den Stand der Werbung für den Besuch der 3. Reichsnährstandsausstellung in Frankfurt. Geschäftsführer Schmidt gab Aufklärung über die Einberufung von Bauernversammlungen und über die Zulassung von Rednern zu diesen. Die Lohntarifordnung der Landarbeiter wurde eingehend erörtert. Der Sachbearbeiter für Getreide- und Viehwirtschaft machte Mitteilungen über die Getreidekontingentierung. Hausschlachtungen (Privatschlachtungen) sind genehmigungs- und schlußscheinpflichtig. (Grünberger Anzeiger) |
| 04. Januar 1936 | DienstjubiläumGestern (1. Januar 1936) dankte der Lardenbacher Kirchenvorstand Herrn Christian Schmidt im Namen der Gemeinde für mehr als vierzigjährige treue Dienste als Glöckner. Möge es dem Jubilar beschieden sein, dies Amt noch lange weiter zu führen. (4. Januar 1936)
EhrenamtsbezeichnungNach der Deutschen Gemeindeordnung kann die Hauptsatzung einer Gemeinde bestimmen, daß Bürgern, die mindestens 20 Jahre ein Ehrenamt ohne Tadel verwaltet haben, eine Ehrenbezeichnung verliehen wird. ... weder das Gesetz noch die Ausführungsanweisungen werden diese Bestimmung dahin einschränken, daß die Ehrenbezeichnung nur einem ausscheidenden Beamten verliehen werden solle. Somit dürfe z. B. die Ehrenbezeichnung "Altbürgermeister" auch einem ehrenamtlichen Bürgermeister verliehen werden, der noch im Amte ist. (Grünberger Anzeiger)
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| 02. Januar 1936 | Naujahr 1936Der dritte Jahreswechsel im nationalsozialistischen Reich. Berlin, 1. Januar 1936, als Sondersendung der Reichssendeleitung für alle deutschen Sender verlas am Neujahrstage ... Reichsminister ... Neujahrsbotschaft: ... Ich danke besonders den Millionen deutscher Bauern die die Ernährung unseres Volkes auch in diesem Jahr gelingen ließen. ... Ich danke vor allem den deutschen Frauen, die durch die neugeborenen Kleinen unseren Kampf durch ihre Tapferkeit erst der Zukunft unseres Volkes zugutekommen lassen. ... Die Neujahrsnacht verlief hier (in Grünberg) ohne besonderen Zwischenfall. Die Geldknappheit schränkte das Neujahrsschießen erheblich ein. Immerhin ließen es sich die Schulbuben nicht nehmen, nach Anbruch der Dunkelheit "Frösche" loszulassen und bengalische Feuer abzubrennen. Später trat dann die "ältere Jugend" mit allerlei Feuerwerkskörpern auf den Plan. (Grünberger Anzeiger)
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