| 29. März 1936 | Aufruf an alle Wähler ...! 1936In letzter Stunde wollen wir uns noch einmal daran erinnern, daß diese Losung am morgigen Wahltag (29. März 1936) von allen Volksgenossen befolgt werden muß. Es gilt nicht allein, dem Führer unerer Gefolgschaftstreue erneut zu bezweifeln, nein: die Welt soll sehen, daß, was der Führer tut, des Volkes Wille ist ... Eine Anordnung der Evangelischen Landeskirche Nassau-Hessen: Der Landeskirchenausschuß der Evangelischen Landeskirche Nassau-Hessen ordnet hierdurch an, daß am Samstag, den 28. März 1936, nach der Führerrede von Beginn des Altniederländischen Dankgebetes an, alle Glocken eine Viertelstunde lang läuten. (Grünberger Anzeiger)
Das Gesamtergebnis 1936Nach den beim Reichswahlleiter vorliegenden vorläufigen Endergebnissen aus den 35 Wahlkreisen haben von 45 431 102 Stimmberechtigten 44 954 937, das sind 99 v. H. an der Wahl teilgenommen. Von den 44 954 937 Stimmen wurden abgegeben: 1. Für die Liste und damit für den Führer 44 411 911, 2. gegen die Liste und ungültig 543 026. Es sind somit 99 v. H. aller Stimmen für die Liste und damit für den Führer abgegeben worden. Wahlkreis 33: Hessen-Darmstadt (Grünberger Anzeiger) |
| 20. März 1936 | Reichsberufswettkampf96 männliche, 25 weibliche, zusammen 122 junge Volksgenossen nahmen im Wettkampfort Grünberg am 3. Reichsberufswettkampf (20. März 1936) der deutschen Jugend teil. Es ist nicht der ausschlaggebende Zweck, der Reichsberufswettkämpfe, nur einzelne Spitzenkönner heranzubilden, sondern die Breitenwirkung ist das wünschenwerteste Ziel des ganzen Reichsberufswettkampfes. Die Leistungen der Lehrlinge sind bedeutend besser geworden als in den früheren Jahren. Die Wettkampfgruppen verteilten sich auf Handel, Frisöre, Bau, Hausgehilfen, Leder, Metall, Holz, Bekleidung, Nahrung und Genuß und Textil. (Grünberger Anzeiger)
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| 15. März 1936 | Monatsversammlung der ImkerDie Ortsfachgruppe Imker für Mücke und Umgebung hielt in Lardenbach am Sonntag (15. März 1936) ihre 3. Monatsversammlung ab. Aus allen umliegenden Orten hatten sich die Mitglieder sehr zahlreich eingefunden. Ortsgruppenvorsteher Erb sprach ausführlich über die Zuckerverbilligung. Es sei zu begrüßen, daß die Regierung einen lang ersehnten Wunsch der Imker erfüllt habe. Wird doch dadurch die Bienenzucht gehoben und durch Mehrerzeugung von Honig und Wachs die Einfuhr stark gesenkt. Durch die schwache Ernte des Vorjahres seien noch 60 000 Zentner Honig eingeführt worden. Jeder Imker müsse zur Einfuhrbeschränkung nach Kräften beitragen. Im weiteren Verlauf der Versammlung erstattete Weidewart Karl Deubel Bericht über Verbesserung der Bienenweide in Mücke und Flensungen und ermahnte die Imker der übrigen Ortschaften zur Nachahmung. An Hand einer fachmännischen Zeichnung und eines Filmstreifens behandelte Lehrer Becker die Köningenzucht als Grundlage der Bienenzucht. Manchen wertvollen Wink konnten hauptsächlich die jüngeren Imker mit nach Hause nehmen. Eine Sammlung für das Winterhilfswerk beschloß die Versammlung. (Grünberger Anzeiger)
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| 01. März 1936 | PfarrverwalterPfarrverwalter Bartholmä, der hier in Groß-Eichen (und in Klein-Eichen) gerade sieben Monate das Amt des Seelsorgers betreute, ist auf seinen Wunsch versetzt worden und hat bereits am Sonntag seine neue Amtsstelle in Bleidenstadt in der Nähe von Wiesbaden angetreten. Durch die überraschende Versetzung war Groß-Eichen am Sonntag (1. März 1936) ohne Gottesdienst. Wer nunmehr die hiesige Pfarrstelle versehen wird, ist noch unbekannt. (Grünberger Anzeiger)
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| 23. Februar 1936 | UnfallAn der Kreuzburg bei Lardenbach ereignete sich am Sonntag (23. Februar 1936) ein schwerer Unfall. Ein von Mücke kommender Motorradfahrer fuhr in ein in der Richtung Lardenbach fahrendes Auto hinein. Während die auf dem Sozius mitfahrenden Frau mit dem Schrecken davonkam, musste der Mann mit schweren Kopf- und sonstigen Verletzungen in das Krankenhaus Schotten eingeliefert werden. (Grünberger Anzeiger) |
| 17. Februar 1936 | KochlehrgangAm Montag dem 17. Februar, vormittags 9 Uhr, beginnt hier in Lardenbach ein Kochschulkurs, der sechs Wochen dauert. Daran nehmen teil etwa 20 Mädchen aus Lardenbach, Groß-Eichen, Höckersdorf und Sellnrod. Die Leitung des Kochkurses liegt in den Händen der technischen Lehrerin Frau Germann aus Darmstadt. (Grünberger Anzeiger)
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| 16. Februar 1936 | Versammlung der ImkerDie Ortsfachschaft Imker aus Mücke und Umgebung hielt am Sonntagnachmittag (16. Februar 1936) in der Gastwirtschaft Baist ihre Jahreshauptversamnmlung ab. Die Anwesenden gedachten eingangs ihres verstorbenen Mitgliedes Bürgermeister Lein aus Lardenbach in ehrender Weise. Der Vorsitzende sprach über die Arbeiten des abgelaufenen Jahres; es wurden acht Monatsversammlungen mit lehrreichen Vorträgen abgehalten, auf dem je ein Obmann für Königinnenzucht und Bienenweide bestimmte. Besonders günstig hat sich die Mitgliederzahl gestaltet. Die Gesamtzahl beträgt jetzt 84 Mitglieder. Bei Punkt "Verschiedenes" wurden allgemein interessierende Fragen gestreift, wobei Lehrer Becker (Lardenbach) zum Abschluß einen eingehenden Vortrag über die Auswinterung der Bienen hielt. Der Vorstand für das kommende Geschäftsjahr 1936 setzt sich wieder aus den seitherigen Vorstandsmitgliedern zusammen; der nächste Vortrag mit Lichtbildern wurde auf den 15. März nach Lardenbach festgesetzt. Der Beitrag beträgt wieder 4,50 RM. fürs Jahr. (Grünberger Anzeiger)
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| 12. Februar 1936 | OrtsbauernversammlungIm Schützenhof in Laubach versammelten sich am Mittwochabend (12. Februar 1936) mehr als 60 Mitglieder der Ortsbauernschaft im Gasthof "Zur Traube", um sich über Maßnahmen der zweiten Erzeugungsschlacht zu unterrichten. Den einzelnen Wirtschaftsberatern bleibt es mehr oder weniger überlassen, die für einen bezirk zu lösenden besonderen Aufgaben herauszufinden. Die Parole der Regierung geht dahin, in wenigen Jahren die Erzeugung dahin zu bringen, dass die Ernährung des Volkes sichergestellt ist. (Grünberger Anzeiger)
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| 11. Februar 1936 | ReichsberufswettkampfIm Rahmen der Reichsberufswettkämpfe traten am Dienstagmorgen (11. Februar 1936) 35 Mädel und 31 Jungen der Gruppe "Nährstand" zum Wettkampf an. Die feierliche Eröffnung erfolgte um 8 1/2 Uhr im Rathaussaal in Laubach. Es handele sich darum, in friedlichem Wettbewerb zu zeigen, was das einzelne Landmädel oder der einzelne Landjunge zu leisten vermag. Die theoretischen Fragen wurden in zwei Volksschulklassen gelöst, die praktischen Arbeiten im Röderhof durchgeführt. Die Wettkampfteilnehmer waren mit großem Eifer bei der Sache und mit Erfolg bemüht, ihr Bestes zu leisten. Die 35 weiblichen und 31 männlichen Wettkämpfer verteilen sich auf die Orte des Wettkampfbezirks wie folgt: Laubach 7 weibliche, 5 männliche, Wetterfeld 2 männliche, Freienseen 7 weibliche, 1 männliche, Groß-Eichen 3 weibliche, 4 männliche, Klein-Eichen 7 weibliche, 4 männliche, Lardenbach 5 weibliche, 2 männliche, Sellnrod 6 männliche, Stockhäuserhof 1 männliche, Henriettenhof 1 männliche. (Grünberger Anzeiger) |
| 30. Januar 1936 | WerkschuleDie bäuerliche Werkschule und Beratungsstelle in Grünberg bietet Vortrags- bzw. Sprechabende an. In Lardenbach am Freitag, den 14. Februar 1936 um 20 Uhr. Redner ist Dr. Dienst. Das Versammlungslokal wird ortsüblich bekannt gegeben. Zu dem Sprechabend sind vor allem auch die Jungbauern und Gefolgschaftsmitglieder eingeladen. (Grünberger Anzeiger)
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| 24. Januar 1936 | BürgermeisterversammlungIm Rathaussaal zu Schotten fand am Freitag (24. Januar 1936) eine amtliche Bürgermeisterversammlung des Kreises Schotten unter Leitung des Kreisamtes statt. Reg.-Rat Schwan eröffnete mit dem deutschen Gruß und begrüßte die Erschienenen, besonders die Gäste. Reg.-Assessor Denzer gab eine Reihe von Verfügungen und Ausschreiben, die sich auf verschiedene Gebiete wie Luftschutz, Verwertung der Gemeindebullen, Backöfen, Abrechnung bei den Notstandsarbeiten, Holzeinschlag usw. bezogen bekannt. Die Neuorganisation der Gemeindepolizei wurde sodann besprochen. Eine ganze Reihe gemeindlicher Fragen wurde sodann noch behandelt. Lebhafte Klagen wurden von allen Gemeinden darüber erhoben, daß die elektrischen Birnen der Straßenbeleuchtung so rasch und zahlreich unbrauchbar werden. Den Gemeinden entsteht hierdurch erheblicher Schaden, der Mißstand muß abgestellt werden. Eine Beschwerde an das Überlandwerk wird eingereicht. (Grünberger Anzeiger)
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| 17. Januar 1936 | Tagung der JugendlandwartinnenEiner Einladung der Bezirksbauernschaft Schotten zufolge waren die nachbenannten Jugendwartinnen heute (17. Januar 1936) in der Volksschule zu Laubach anwesend: Minna Philippi (Klein-Eichen), Frieda Schwanke (Lardenbach), Marie Rühl (Groß-Eichen), Minna Keil (Altenhain), Hermine Friedrich (Ruppertsburg), Marie Immelt (Freienseen), Else Hertel (Laubach) und für Gonterskirchen Gretchen Stickel. Nicht vertreten waren die Orte Wetterfeld, Solms-Ilsdorf, Stockhäuser Hof und Sellnrod. Bezirksbauernführer Straub erörterte die Aufgaben der Jugendwartinnen im allgemeinen. Landwirtschaftslehrerin Recklinghaus klärte die Mädels auf über die zusätzliche Berufsschulung der weiblichen Landjugend. Kreisjugendwartin Meiski machte die nötigen Feststellungen für den Reichsberufswettkampf. (Grünberger Anzeiger) |
| 14. Januar 1936 | FlachsanbauDer Ortsbauernführer (Grünberg) bittet mitzuteilen, daß nicht nur Betriebe über 20 Morgen, sondern alle Betriebe, auch die kleinsten, eine möglichst große Fläche mit Flachs bebauen sollen.
Milde WitterungDie milde Witterung und die Sonnenstrahlen der letzten Zeit haben es mit sich gebracht, daß auch hier am Rande des Vogelsberges (in Groß-Eichen) vereinzelt Erdeeren blühen und ebenso ein junger weißer Fliederbaum Blätter in normaler Größe getrieben hat. (Grünberger Anzeiger)
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| 09. Januar 1936 | OrtsbauernführerStabsleiter Langlitz, Geschäftsführer Schmidt und der Sachbearbeiter für Getreide- und Viehwirtschaft Schütz von der Kreisbauernschaft Oberhessen-Ost (Alsfeld) hielten heute (6. Januar 1936) im Hotel Schützenhof eine Versammlung der Ortsbauernführer des Bezirks Laubach ab. Erschienen waren die Ortsbauernführer von Laubach, Wetterfeld, Gonterskirchen, Freienseen, Ruppertsburg, Lardenbach, Klein-Eichen, Lehnheim und Solms-Ilsdorf. Stabsleiter Langlitz äußerte sich über den Stand der Werbung für den Besuch der 3. Reichsnährstandsausstellung in Frankfurt. Geschäftsführer Schmidt gab Aufklärung über die Einberufung von Bauernversammlungen und über die Zulassung von Rednern zu diesen. Die Lohntarifordnung der Landarbeiter wurde eingehend erörtert. Der Sachbearbeiter für Getreide- und Viehwirtschaft machte Mitteilungen über die Getreidekontingentierung. Hausschlachtungen (Privatschlachtungen) sind genehmigungs- und schlußscheinpflichtig. (Grünberger Anzeiger)
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| 04. Januar 1936 | DienstjubiläumGestern (1. Januar 1936) dankte der Lardenbacher Kirchenvorstand Herrn Christian Schmidt im Namen der Gemeinde für mehr als vierzigjährige treue Dienste als Glöckner. Möge es dem Jubilar beschieden sein, dies Amt noch lange weiter zu führen. (4. Januar 1936)
EhrenamtsbezeichnungNach der Deutschen Gemeindeordnung kann die Hauptsatzung einer Gemeinde bestimmen, daß Bürgern, die mindestens 20 Jahre ein Ehrenamt ohne Tadel verwaltet haben, eine Ehrenbezeichnung verliehen wird. ... weder das Gesetz noch die Ausführungsanweisungen werden diese Bestimmung dahin einschränken, daß die Ehrenbezeichnung nur einem ausscheidenden Beamten verliehen werden solle. Somit dürfe z. B. die Ehrenbezeichnung "Altbürgermeister" auch einem ehrenamtlichen Bürgermeister verliehen werden, der noch im Amte ist. (Grünberger Anzeiger)
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| 02. Januar 1936 | Naujahr 1936Der dritte Jahreswechsel im nationalsozialistischen Reich. Berlin, 1. Januar 1936, als Sondersendung der Reichssendeleitung für alle deutschen Sender verlas am Neujahrstage ... Reichsminister ... Neujahrsbotschaft: ... Ich danke besonders den Millionen deutscher Bauern die die Ernährung unseres Volkes auch in diesem Jahr gelingen ließen. ... Ich danke vor allem den deutschen Frauen, die durch die neugeborenen Kleinen unseren Kampf durch ihre Tapferkeit erst der Zukunft unseres Volkes zugutekommen lassen. ... Die Neujahrsnacht verlief hier (in Grünberg) ohne besonderen Zwischenfall. Die Geldknappheit schränkte das Neujahrsschießen erheblich ein. Immerhin ließen es sich die Schulbuben nicht nehmen, nach Anbruch der Dunkelheit "Frösche" loszulassen und bengalische Feuer abzubrennen. Später trat dann die "ältere Jugend" mit allerlei Feuerwerkskörpern auf den Plan. (Grünberger Anzeiger)
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