Ungefär 25000 Tierarten wurden bisher im Vogelsberg festgestellt, darunter sieben neue Arten, 48 Erstnachweise für Deutschland und eine hohe Zahl für Hessen bislang unbekannter Arten.
Über das Tierleben früherer Jahrhunderte ist dagegen nur wenig bekannt. So ist belegt, dass der letzte Bär im Vogelsberg 1678 durch einen von Riedesel´schen Oberjäger erlegt wurde. Im 17. Jahrhundert wurden in Schotten auch noch große Wolfsjagden abgehalten. Wolfsjagddienste waren ein Teil der Jagdfron, zu denen alle unfreien Bauern noch bis 1751 verpflichtet waren. Auch Luchs und Wildkatze waren früher in den Wäldern des Vogelsberges heimisch.
Heute wie damals leben Dachs, Fuchs, Steinmarder, Hermelin und Mauswiesel in ungefährdeten Populationen, während Baummarder und Iltis deutlich abgenommen haben.

Ein Neubürger aus Amerika ist der Waschbär. Wahrscheinlich ist, dass die 1934 im nordhessischen Edersee-Gebiet ausgesetzten Tiere die Ahnen der Vogelsbergpopulation sind. Der Allesfresser, gute Kletterer und Schwimmer gefährdet selten gewordene Vögel und andere Tierarten. Natürliche Feinde hat der Waschbär bei uns nicht und auch seine Bejagung ist schwierig, denn er ist nachtaktiv und hält Winterruhe.

Schon immer hat der Rothirsch wegen seiner Größe und der imposanten Geweihe der männlichen Tiere den Menschen, den Jäger, in seinen Bann gezogen. Auch heute noch ziehen Naturfreunde an Herbstabenden alljährlich in die Wälder des Vogelsberges, um die Brunftschreie der Hirsche zu erleben.
Aktuell besteht für das Rotwild die Gefahr der genetischen Verarmung. Seine ausgedehnten und aus mehreren Teilregionen bestehenden Großlebensräume sind durch das dichte Verkehrswegenetz des Menschen verinselt worden. Jahreszeitliche Fernwechsel und genetischer Austausch mit anderen Populationen sind nicht mehr möglich, weil die uralten Wanderwege des Wildes unterbrochen sind.

   
Fuchs  
Aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts sind Meldungen bzw. Abschüsse von See- und Steinadlern überliefert. Heute brüten im Vogelsberg noch etwa 120 Vogelarten. Darunter befinden sich große Seltenheiten und einige Arten, die wieder zurückgekehrt sind, so zum Beispiel Uhu, Kolkrabe und Schwarzstorch. In den Wäldern kann man den Schwarzspecht höhren und beobachten, in den Nadelwäldern kommt auch der Fichtenkreuzschnabel vor.
Bedingt durch die charakteristische Heckenlandschaft gibt es im Vogelsberg Arten, die Hecken und Feldgehölze als Lebensraum wählen, noch in ansehnlichen Beständen. Neuntöter, Raubwürger, Wiesenpieper, Braunkehlchen und Steinschmätzer sind charakteristische Vögel der Kulturlandschaft, über der Rotmilan, Mäusebussard und Turmfalke kreisen. Etwa 75 Brutpaare der Wasseramsel sind zudem ein Beleg dafür, dass die Vogelsbergbäche ökologisch in guter bis sehr guter Verfassung sind.
   

Aufgrund der für die Rotbuche in den hohen Lagen des Vogelsberges bis über 750 m besonders guten Wuchsbedingungen kann der Baum hier selbst felsig-blockige Standorte besiedeln. Er ist dann allerdings nicht mehr so konkurrenzstark wie in den tieferen Regionen. Auf normalen Waldstandorten des Hohen Vogelsberges findet man die gesamte Palette der Buchenwald-Gesellschaften. Es sind oft schattige, hochwüchsige Hallenwälder mit weitgehend geschlossenem Kronendach. Die Böden auf den Basaltdecken sind zwar reich an Steinen und Basaltblöcken, dabei aber oft tiefgründig und gut durchfeuchtet. Üpiges und vielfältiges Wachstum der krautigen Pflanzen ist die Folge. Im Oberwald des Vogelsberges prägen ganz vereinzelt ausgesprochene Hochlagenpflanzen wie Silberblatt und Platanenblättriger Hahnenfuß die Hochlagenform des Zahnwurz-Buchenwaldes.

Örtlich gesellt sich hier die Esche und Ulme, vor allem aber Bergahorn zur Buche. Wird der Boden blockreicher oder felsig, gelangen die Edellaubbäume zur Vorherrschaft. Es gibt nur noch wenige naturnahe Bergwaldreste, vor allem im Umfeld der basaltischen Felsbildungen auf Sonderstandorten.
Die Edellaubholzwälder sind vegetationsgeschichtlich interessant: sie zeigen möglicherweise Wälder, wie sie vor dem Einwandern der Rotbuchen in der Vogelsbergregion existierten und mit dem Vordringen der Rotbuche nur noch auf kleinflächigen Standorten überdauern konnten.

 

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