29. Dezember 1956

Straßeneinweihung 1956

Im Saale Diehl in Lardenbach fand (Dezember 1956) in Anwesenheit zahlreicher Gäste eine Feier aus Anlaß der Fertigstellung der Verbindungsstraße Lardenbach/Klein-Eichen und Sellnrod statt.In seiner Ansprache dankte Bürgermeister R. Mölcher allen beteiligten Stellen und besonders der Baufirma mit ihren Arbeitern für die geleistete Arbeit, durch die endlich ein Notstand im Straßennetz der Gemeinden Lardenbach und Klein-Eichen beseitigt worden sei.

Die weiteren Redner wiesen auf die Bedeutung guter Straßen und die Notwendigkeit der Bereitstellung weiterer Mittel für den Straßenbau hin, der noch auf Jahre hinaus in den Aufgabenbereichen der verantwortlichen Körperschaften eine vorrangige Bedeutung einnehmen müsse. Ein gemütliches Beisammensein beschloß die Einweihungsfeierlichkeiten.

Übrigens wurde im Winter 1956/57 die Straße von Groß-Eichen nach Sellnrod für die Zeit des "Frostaufgangs" für Fahrzeuge aller Art gesperrt.
Und das noch: Seit dem 1. Juli 1956 ist für den Landkreis Gießen das Kennzeichen ("Unterscheidungszeichen") "GI" gültig.

(fp/ew)

 
16. Dezember 1956

Heimatabend der Landjugend

Die Landjugend der Gemeinden Lardenbach und Klein-Eichen und einiger umliegender Ortschaften veranstaltete (Dezemeber 1956) im Saale Diehl einen wohlgelungenen Dorf- und Heimatabend. In Anwesenheit von Geschäftsführer Berk vom Kreisbauernverband rollte ein reiches und unterhaltsames Programm über die Bühne. Die zahlreichen Besucher, unter ihnen auch viele Auswärtige, zollten den Darbietungen der Landjugend die verdiente Anerkennung.

Die Jugendverbände der Landjugend wurden deutschlandweit zu Beginn der 1950er Jahre als Jugendorganisationen des Deutschen Bauernverbandes (Kreisbauernverband) gegründet. Brauchtumspflege, kulturelle Jugendarbeit und die Förderung der dörflichen Gemeinschaft traten als Zielsetzungen der Landjugend-Organisationen rasch neben die Aus- und Weiterbildung in land- und hauswirtschaftlichen Bereichen.

(fp/ew/wiki)

 
26. November 1956

Straßenbauarbeiten

Seit einiger Zeit (November 1956) sind Instandsetzungsarbeiten an der in äußerst schlechtem Zustand befindlichen Strecke Klein-Eichen - Sellnrod im Gange. Eine neue Asphaltdecke beseitigt einen dringenden Notstand im Straßennetz der Kreise Gießen und Alsfeld. Große Teile der neuen Straße sind bereits fertiggestellt. Mit dem Abschluß der Arbeiten ist in Kürze zu rechnen.

Im weiteren Verlauf bietet nun die Ortsdurchfahrt Lardenbach das Bild einer den Erfordernissen des modernen Verkehrs angepassten Straße mit gerader Linienführung und Bürgersteigen. Es wäre zu wünschen, dass die wegen der beschränkten finanziellen Mittel noch nicht begonnenen Straßenbauarbeiten an der Reststrecke baldigst im Interesse aller Verkehrsteilnehmer aufgenommen werden könnten. Vorerst konnte die neue Straße nur bis zur Abzweigung nach Groß-Eichen ausgebaut werden.

(fp/ew)

Fotos

 
28. Oktober 1956

Kommunalwahl

Mit 81 Prozent war die Wahlbeteiligung der Bevölkerung an den Wahlen zum Kreistag Gießen beträchtlich höher als in der Stadt Gießen. Auch hier wurde die SPD die stärkste Partei und sicherte sich mit 25 263 Stimmen drei weitere Sitze zu ihren seitherigen 15 Sitzen. Einen Rückschlag erlitt der GB/BHE, der Gesamtdeutsche Block/Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten hat von seither acht Sitzen bei 8812 für diese Partei abgegebenen Stimmen zwei Sitze eingebüßt. Der Zusammenschluß von CDU, FDP, FVP und Landvolk konnte den Einbruch der SPD in die geschlossene Front nicht verhindern. Mit 16 216 Stimmen, die der Gemeinschaftsliste nun 12 Sitze einbringen, ist das erstrebte Ziel keineswegs erreicht worden.

Bei diesen Kommunalwahlen am 28. Oktober 1956, die bei Bürgermeister Eckhardt abgehalten wurden, waren 139 Bürgerinnen und Bürger Wahlberechtigt. Bei einer ungültigen Stimme waren 79 Stimmen als Gültig zu verzeichnen. Davon entfielen auf die SPD 18 Stimmen. Die GB/BHE erhielt 10 Stimmen. Die Wahlgruppe aus CDU, FDP, FVP und Landvolk erhielten 50 Stimmen. Eine Stimme entfiel auf das "Überparteiliche Landvolk".

In Lardenbach waren 314 Wahlberechtigte registriert. Bei ebenfalls einer ungültigen Stimme waren 160 gültig. Davon erhielt die SPD 62 Stimmen. 39 Stimmen gingen an die GB/BHE. CDU/FDP/FVP/Landvolk kamen auf 55 Stimmen. Und vier Stimmen erhielt das "Überparteiliche Landvolk".

Außer den Abgeordneten für den neu zu bildeten Kreistag wurden an diesem Sonntag in den Gemeinden des Kreises Gießen auch die Vertreter für die Gemeindeparlamente gewählt. Auch hier waren in Klein-Eichen 139 Wahlberechtigte zu verzeichnen. Ganze neun Stimmen mussten als ungültig eingestuft werden. Und alle 69 gültigen Stimmen vereinte die Liste "Christliches Landvolk" auf sich. Das bedeutet auch, alle 5 Sitze im Gemeinderat wurden mit Mitgliedern dieser Liste besetzt. Diese waren: Karl Volp, Heinrich Zimmer, Erich Funk, Albert Müller und Wilhelm Eckhardt.

(fp/o.sch.)

 
18. August 1956

Protest gegen Bundesbahn-Planung

Die Bürgermeister der an der Bahnstrecke Mücke-Hungen gelegenen Gemeinden befassten sich am Samstagvormittag (18. August 1956) in Laubach mit den Planungen der Bundesbahn, den Verkehr auf der Strecke Hungen-Mücke oder der Teilstrecke Mücke-Laubach von der Schiene auf die Straße zu verlegen. In einem Schreiben an den Präsidenten der Bundesbahndirektion, das in Kopien auch an den hessischen Wirtschaftsminister Franke, an die Industrie- und Handelskammer, an die Kreisverwaltung und an verschiedene Bundestags- und Landtagsabgeordnete geschickt wurde, erhoben sie Protest gegen diese Planungen und meldeten zugleich ihre Forderungen an, falls man trotz ihrer Bedenken zum Omnibusverkehr übergeht.

Die Bürgermeister verweisen vor allem darauf, dass ein Omnibusverkehr den Reisenden viele Erschwernisse bringen werde. Vor allem würde, bedingt durch die schlechten Straßenverhältnisse und die schwierigen Ortsdurchfahrten, eine Verlängerung der Fahrzeiten und eine Erhöhung der Fahrtkosten eintreten. Weitere Unbequemlichkeiten würden sich dadurch ergeben, dass keine Fahrkarten für größere Entfernungsziele gelöst werden könnten und dass nun immer ein Umsteigen notwendig würde, während seither einige Zugpaare von Laubach bis Friedberg und Alsfeld durchgingen. Vor allem müsse der Berufsverkehr gesichert werden, wobei zu bedenken sei, dass die Betriebe in Laubach allein 400 Pendler beschäftigen, die aus dem an der Strecke Hungen-Laubach liegenden Gebiet kommen.

Für den Fall, dass die Strecke Laubach-Mücke dennoch umgestellt würde, fordern die Bürgermeister, dass ein Teil der Busse auch die etwa zwei Kilometer von der Bahnlinie entfernten Orte Lardenbach und Gonterskirchen anfahren. Bei einer Umstellung der Gesamtstrecke wünschen sie, dass ein Teil der Omnibusse die normale Straßenstrecke Laubach-Ruppertsburg-Villingen benutzt, wobei der Gemeinde Wetterfeld der Anschluß verloren ginge. Deshalb schlagen sie vor, dass ein anderer Teil der Busse direkt von Laubach über Lich nach Gießen fährt, wobei außer Wetterfeld auch die Gemeinden Röthges und Nonnenroth angefahren werden können und die Unbequemlichkeiten des Umsteigens von den Omnibussen in die Bahn vermieden werden.

Durch eine solche Linienführung wäre außerdem gesichert, dass bei Münster und Ober-Bessingen kein Konkurrenz-Unternehmen zur Butzbach-Licher-Eisenbahn entstünde. Auf dieser direkten Strecke sollten nach Ansicht der Bürgermeister täglich mindestens vier Omnibusspaare fahren, und auch die Strecke Schotten-Laubach-Gießen, die gegenwärtig zweimal in der Woche von einem Omnibusunternehmer im Auftrag der Bundesbahn befahren wird, sollte täglich befahren werden, die deshalb so bedeutungsvoll sei, weil in der spitzen Kurve der Ortsdurchfahrt Villingen kaum ein Omnibus mit Anhänger fahren könne.

Die Eingabe wurde von den Bürgermeistern der Gemeinden Laubach, Villingen, Wetterfeld, Gonterskirchen, Freinseen, Stockhausen, Lardenbach, Klein-Eichen, Weickartshain, Nonnenroth, Röthges und Ruppertsburg unterzeichnet.

(gaz)

 
27. Mai 1956

Ehrenmalweihe in Lardenbach

Bei herrlichem Wetter wurde am Sonntagnachmittag (27. Mai 1956) in einer schlichten Feierstunde das neu errichtete Ehrenmal für die Gefallenen beider Weltkriege in Lardenbach eingeweiht. Eine über Erwarten große Menschenmenge aus nah und fern kam unter dem Geläute der Kirchenglocken zusammen.

Bürgermeister Mölcher, dessen rastlosem Einsatz die schnelle Fertigstellung der Gesamtanlage wohl am meisten zu verdanken ist, begrüßte die Anwesenden und dankte allen, die durch freiwillige Arbeit und Spenden mitgeholfen haben. Besonders begrüßte er den Posaunenchor aus Bobenhausen und den Gesangverein Lardenbach/Klein-Eichen und bedauerte außerordentlich, daß Landrat von Schwerin nicht erscheinen konnte.

Nach einem Chor des Gesangvereins und dem Gedichtvortrag eines Schulmädchens betonte Bürgermeister Mölcher, daß das Ehrenmal für die Gefallenen für die Zurückgekehrten und die heranwachsenden Generationen ein Mahnmal sei und bleiben müsse. In packenden Worten bat er, die Kriegerwitwen und Waisen, die Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen nicht zu vergessen und stets in Ehrfurcht derer zu gedenken, die ihr Leben, sei es an der Front oder in der Heimat, lassen mußten. Nach der Kranzniederlegung verlas der Bürgermeister unter Glockengeläute die Namen der Gefallenen, Verstorbenen und Vermißten beider Weltkriege.

Nach dem Lied vom guten Kameraden rief Ehrenbürger, Lehrer i. R. Becker, in kurzen Worten die Gefallenen des ersten Weltkrieges der jüngeren Generation ins Gedächtnis. Nach einem weiteren Chorvortrag und dem Gedichtvortrag eines Kriegswaisen sprachen die beiden Geistlichen, Pfarrer Pilz aus Weickartshain und Pfarrer Repp aus Lardenbach über Leid und Nächstenliebe. Sie riefen auf zu friedlichem, christlichem Beisammenleben in der Familie und der Völkergemeinschaft, damit der Friede auf Erden erhalten bleibt. Ein gemeinsam gesungener Choral und ein Gebet beschlossen die Feierstunde.

Zur Geschichte des Ehrenmals: Im Sommer 1955 forderte der neue Bürgermeister, Mölcher, in der ersten von ihm einberufenen Gemeinderatssitzung die Errichtung des schon jahrelang geplanten Ehrenmals. Nach einer Fahrt zu verschiedenen neuen Anlagen dieser Art beschloß die Gemeindevertretung einstimmig, das Denkmal in Anlehnung an die Anlage der Gemeinde Maulbach errichten zu lassen.

Maurermeister Böning (Freienseen) wurde mit der Planung und Ausführung beauftragt. Eine Bürgerversammlung beschloß, die Erdarbeiten und Fahrten kostenlos zu tätigen und durch eine Spende die noch fehlenden Mittel zu beschaffen. Die Spende ergab erfreulicherweise so viel, daß die Gußplatten mit den Namen und die gesamte gärtnerische Anlage davon beschafft werden konnten.

Das im weiten Halbrund das alte Ehrenmal umfassende Mauerwerk lieferte die Firma Zeidler & Wimmer (Werk Londorf), die Gußplatten die Firma Buderus (Wetzlar, Werk Hirzenhain). Die gärtnerischen Anlagen führte die Gärtnerei E. Kochendörfer (Merlau) aus. Allen denen, die mitgeholfen haben am gut Gelingen, sei auf diesem Wege nochmals herzlich gedankt.

(z/Grünberger Heimat Zeitung)

Fotos

 
11. Mai 1956

Zwölf Gesangvereine stellten sich in Bobenhausen der Kritik

Zwölf Männer- und gemischte Chöre stellten sich in Bobenhausen der Kritik. Es sangen der Männergesangverein Bobenhausen unter Leitung von Wilhelm Daupert, der „Liederkranz“ Climbach (Heinrich Schömber), der „Liederkranz“ Stockhausen (Karl Sommer), die „Teutonia“ Nordeck (Heinrich Schömber), „Eintracht“ Göbelnrod (Ernst Möbus), Weickartshain (Helmut Buß), „Eintracht“ Oberofleiden-Gontershausen (Eugen Döll), Groß-Eichen (W. Daupert), „Eintracht-Harmonie“ Laubach (Helmut Buß), „Eintracht“ Lardenbach/Klein-Eichen (Ernst Nicolai), der „Liederkranz“ Flensungen (Ludwig Morgenstern) und der „Liederkranz“ Ruppertenrod (Wilhelm Daupert).

Der Kritiker Hugo Lotz aus Wetzlar lobte die Auswahl der Chorliteratur und die technische Entwicklung der Chöre. Der Vogelsberg sei ein Gebiet intensiver Chorarbeit, und das Chorsingen diene der Pflege des deutschen Liedgutes und der Gemeinschaft.

Am Ehrenmal fand anschließend eine Sängerkundgebung statt, bei der langjährige Sänger geehrt wurden. Die Veranstaltung endete mit einem festlichen Massensingen unter Leitung von Bundeschorleiter Wilhelm Daupert.

(Gießener Freie Presse)

 

 
11. Mai 1956

Wieder volles Glockengeläute in Lardenbach

Nachdem die Firma Rinker, Sinn, neue Glockenstühle eingebaut hatte, konnte in Lardenbach wieder das volle Geläute ertönen. Der alte hölzerne Glockenstuhl war im Laufe der Jahre so schwach geworden, daß seit einigen Monaten nur noch die beiden großen Glocken geläutet werden konnten. Das kleinste Glöckchen, das sogenannte „Vaterunser-Glöckchen“, diente bis in die zwanziger Jahre als Schulglöckchen und stammt aus der alten Kapelle, die 1657 erbaut wurde. Es dürfte um 1350 gegossen worden sein und gehört zu den ältesten Kirchenglocken in Hessen. Es trägt die lateinische Inschrift „Hilf Maria“.

Die beiden großen Glocken wurden 1749 von den Frankfurter Glockengießern Benedikt und Johann Schneidwind gegossen. Eine der Glocken sprang 1789 und wurde von Peter Bach, Hungen, umgegossen. Sie trägt die Inschrift „Gott allein die Ehre“. Während des letzten Krieges wurden die Glocken zum Einschmelzen abgeholt, aber 1948 in Hamburg wiedergefunden und an ihren alten Platz zurückgebracht.

(Gießener Freie Presse)

 

 
08. Mai 1956

Grüner Plan gegen drückende kurzfristige Schulden

Zahlreiche landwirtschaftliche Betriebe sind durch kurzfristige Kredite zu hohen Zinssätzen übermäßig hoch belastet. Für die Umwandlung solcher Kredite in langfristigen, zu tragbaren Zinssätzen stellt die Bundesregierung im Grünen Plan 40 Millionen DM zur Verfügung.

Diese sog. „Konsolidierung“ zielt darauf ab, ordnungsgemäß bewirtschaftete lebensfähige Betriebe zu fördern, die gezwungen waren, unaufschiebbare Investitionen mit kurzfristigen Krediten vorzunehmen und die so in ihrer Liquidität beeinträchtigt sind. In diese Aktion werden nur landwirtschaftliche Betriebe einbezogen. Berücksichtigt werden lediglich Schulden, die durch den Landwirtschaftsbetrieb entstanden, nicht aber betriebsfremde Verpflichtungen. Die Konsolidierung erfolgt einmalig und soll in längstens zwei Jahren abgewickelt sein.

(Grünberger Heimat Zeitung)

 

 
30. April 1956

Bauernversammlung in Ettingshausen

Die Bauernversammlung in Ettingshausen war gut besucht. Der stellvertretende Vorsitzende des Kreisbauernverbandes, Karl Stumpf aus Harbach, erläuterte das Landwirtschaftsgesetz, den „Grünen Bericht“ und die Maßnahmen der Bundesregierung zur Verbesserung der Landwirtschaft.

Kreisgeschäftsführer Berk sprach über die erfolgreiche Arbeit des Bauernverbandes und wies darauf hin, dass der Anteil der landwirtschaftlichen Bevölkerung im Bundesgebiet in den letzten Jahren auf unter 14 % gesunken sei.

Er betonte die Dringlichkeit einer besseren Altersversorgung für Landwirte und die Notwendigkeit, kleine Betriebe zu unterstützen, um deren Existenz zu sichern. Berk warnte vor übermäßiger Mechanisierung und finanziellen Belastungen kleiner Höfe. Die landwirtschaftliche Verschuldung sei auf über 7 Milliarden gestiegen und nehme weiter zu.

In der anschließenden lebhaften Diskussion ging es vor allem um die Tuberkulose‑Sanierung. Der Bürgermeister berichtete, dass viele Landwirte freiwillig daran teilnehmen und bereits über 50 % des Viehbestandes untersucht seien.
Die Versammlung endete spät, wurde aber als sehr anregend empfunden.

(Grünberger Heimat Zeitung)

 

 
29. April 1956

Waldbrand durch Blitzschlag

Während eines Gewitters am Nachmittag schlug ein Blitz in eine Eiche an der Straße zwischen Merlau und Lehnheim ein. Dadurch gerieten Gras und einige kleine Fichten in Brand.

Die Feuerwehren aus Merlau und Lehnheim trafen rasch ein, unterstützt von einem Löschfahrzeug und weiteren Helfern. Auch die Lardenbacher Feuerwehrmänner, die in drei Personenkraftwagen zum Brandort kamen, brauchten nicht mehr einzugreifen.

Der Brand war nach etwa einer halben Stunde gelöscht; größerer Schaden entstand nicht.

(Gießener Freie Presse)

 

 
27. April 1956

Ev. Frauenhilfe

Weit über 200 Frauen aus den Kirchspielgemeinden der Pfarrei Merlau/Flensungen hatten sich im Dorfgemeinschaftshaus Stockhausen zum festlichen Abschluß der Winterarbeit der Evangelischen Frauenhilfe zusammengefunden. Pfarrer Kalbhenn begrüßte die Frauen, Grüße der Pfarreien Bobenhausen und Lardenbach überbrachten Frau Pfarrer Petri (Bobenhausen) und Pfarrer Repp (Lardenbach). Bei Kaffee und Kuchen blieb man einige Stunden in froher Stimmung beisammen.

(Gießener Freie Presse)

 

 
17. April 1956

Abwasserbeseitigung im Landkreis

Der Landkreis Gießen hat Mitte der 1950er Jahre gravierende Probleme mit der Abwasserbeseitigung. Landrat von Schwerin betont, dass die zunehmende Verschmutzung der Gewässer aus hygienischen und ökologischen Gründen nicht mehr tragbar sei, die Umsetzung funktionierender Systeme jedoch an den enormen Kosten scheitere. Ein geplanter Abwasserverband Lauter-Wetter scheiterte bereits an einer Summe von 750.000 DM, weshalb nun nach staatlichen Zinsverbilligungen gesucht wird.

Als einzige Kommune hat die Stadt Lich das Problem einer mechanischen Klärung gelöst, während in Orten wie Geilshausen oder Grünberg wichtige Bauprojekte durch die ungeklärte Abwasserfrage blockiert werden.
Da Banken eine langfristige Finanzierung bisher ablehnen, schlägt der Landrat ein Ansparmodell nach dem Vorbild von Bausparkassen vor.

Der Kreisinspektor verdeutlicht die Lage anhand konkreter Zahlen der 85 Kreisgemeinden. Lediglich 29 Orte verfügen über eine vollwertige Kanalisation, während ein großer Teil der Gemeinden nur teilkanalisiert ist oder noch überhaupt kein Abwassersystem besitzt.

Ohne Kanalisation sind jetzt noch die Gemeinden Allendorf/Lahn, Birklar, Bellersheim, Beltershain, Climbach, Dorf-Güll, Freienseen, Holzheim, Klein-Eichen, Lumda, Muschenheim, Nieder-Bessingen, Ober-Hörgern, Rabertshausen, Reinhardshain, Reiskirchen, Rodheim, Ruttershausen, Stangenrod, Steinheim, Trohe, Utphe, Winnerod und Arnsburg. Von diesen Gemeinden wollen Birklar, Ober-Hörgern, Reinhardshain, Rodheim, Ruttershausen, Stangenrod und Trohe in der nächsten Zeit mit dem Bau beginnen.

Eine regelrechte Teilkanalisation besteht in den Gemeinden Allertshausen, Annerod, Eberstadt, Geilshausen, Gonterskirchen, Grüningen, Harbach, Hattenrod, Kesselbach, Lardenbach, Lauter, Lindenstruth, Ober-Bessingen, Odenhausen, Queckborn, Röthges, Trais-Horloff, Weickartshain und Wetterfeld, und ein großer Teil von ihnen hat in den letzten Jahren über 100 000 Mark für diese Teilkanalisation aufgebracht.

Immerhin planen einige der betroffenen Dörfer nun den Baubeginn, teils auch in interkommunaler Zusammenarbeit wie die Gemeinden Ober-Hörgern und Gambach, die ein gemeinsames Großprojekt für Wasserleitungen und Kanalisation anstreben.

(Gießener Freie Presse)

 

 
09. April 1956

Ausbau des »Grünen Planes« wird beraten

Die praktische Verwirklichung und der Ausbau des vom Bundestag grundsätzlich gebilligten „Grünen Plans“ der Bundesregierung zur Förderung der Landwirtschaft bilden das Thema einer Beratung wirtschaftspolitischer und landwirtschaftlicher Experten am kommenden Montag (9. April 1956) in Bonn.

Nach Auffassung agrarpolitischer Kreise bedarf das Programm zur Verbesserung der Agrarstruktur – durch Flurbereinigung, Aufstockung unrentabler kleiner Bauernhöfe und Auflockerung zu eng gewordenen Dörfern – einer wirtschaftlichen und soziologischen Abrundung. Dabei ist in erster Linie an die Verlagerung industrieller Produktionsstätten in die sanierungsbedürftigen ländlichen Gebiete gedacht, in denen noch Arbeitsreserven vorhanden sind.

Damit soll der ländlichen Bevölkerung dieser Gebiete, die sich aus der Landwirtschaft kein hinreichendes Einkommen erarbeiten kann, eine der Stadtbevölkerung vergleichbare Lebenshaltung ermöglicht werden, ohne daß durch die Abwanderung in Industriezentren ihre Bindungen an Eigentum und Boden gelockert werden.

(Grünberger Heimat Zeitung)

 

 
07. April 1956

Die Diskussion um die Auflösung von „Zwergschulen“ in Hessen

In vielen hessischen Dörfern wird heftig darüber gestritten, ob kleine, einklassige Dorfschulen geschlossen und durch größere, gemeinsame „Schulverbandschulen“ für mehrere Ortschaften ersetzt werden sollen.

Hessens Kultusminister Arno Hennig (SPD) und Schulfachleute kritisieren die rund 1.000 verbliebenen „Zwergschulen“. Da ein einzelner Lehrer alle Altersstufen gleichzeitig in einem Raum unterrichten muss, kommt die umfassende Bildung der Kinder zu kurz.

Der Erhalt und Neubau kleiner Dorfschulen ist im Vergleich zu größeren Schulkomplexen für den Steuerzahler unverhältnismäßig teuer und ineffizient.

Die hessische Landesregierung fördert den Zusammenschluss finanziell stark (Übernahme der halben statt des Drittels der Baukosten). Ziel ist es, durch mehrklassige Schulen die Bildungschancen von Dorfkindern an die von Stadtkindern anzupassen.

(Grünberger Heimat Zeitung)

Fotos

 
28. März 1956

Schwierige Jagdverpachtung Ilsdorf

In einer sich über sechs Stunden hinziehenden Sitzung wurde am vergangenen Mittwoch (28. März 1956) in der Gastwirtschaft Stühler die neue Jagdgenossenschaft Ilsdorf gegründet. Bekanntlich wurde vor einigen Wochen aus den bejagbaren Grundstücken der Gemeinden Ilsdorf, Klein-Eichen, Flensungen und Stockhausen ein neuer Jagdbezirk gebildet, der nahezu 500 ha umfaßt.

Kreisinspektor Schopbach vom Landratsamt Alsfeld machte die Versammlungsteilnehmer als Vertreter der unteren Jagdbehörde mit dem Inhalt der Mustersatzung vertraut. Die einzelnen Interessentengruppen rangen erbittert um die Satzungsbestimmungen, und gegen Mitternacht hatte es den Anschein, als ob eine Beschlußfassung nicht zustande kommen werde. Inspektor Schopbach gab um diese Zeit seine Bemühungen, die gegenteiligen Standpunkte auf einen Nenner zu bringen, auf und verließ die Versammlung.

Schließlich kam gegen 2 Uhr noch eine Einigung zustande. Mit knapper Mehrheit wurde die Jagd an die bisherigen Jagdpächter aus der Hand zum Angebotspreis von 1000 DM vergeben. Andere Interessenten legten unter Geltendmachung von Verfahrensmängeln sofort gegen den Beschluß Beschwerde ein. Wie aber jetzt verlautet, steht auch hier eine beiderseits befriedigende Einigung in Aussicht, so daß dieses Problem ohne Einschaltung der unteren Jagdbehörde gelöst werden wird.

(ch/Grünberger Heimat Zeitung)

 

 
25. März 1956

Waldbrand

Das durch Presse und Ortsschelle ausreichend bekannte Verbot, daß nach dem 1. März keine Hecken und Rasenflächen abgebrannt werden dürfen, muß einen Landwirt aus Klein-Eichen besonders gereizt haben, dennoch ein Feuerchen zu entzünden. Der schöne Sonntag (25. März 1956) begünstigte dieses Vorhaben. Die Rasenfläche brannte gut und auf einmal auch eine angrenzende dreijährige Fichtenschonung. Dank dem Eingreifen einiger zufällig vorbeikommender Männer konnte größeres Unheil vermieden werden. Etwa 60 kahlgebrannte Bäumchen dienen nun als Warnung.

(Grünberger Heimat Zeitung)

Fotos

 
15. März 1956

Schwesternstation Merlau

Am Donnerstag, 15. März 1956, versammelten sich im Dorfgemeinschaftshaus in Stockhausen etwa 150 Frauen von Merlau, Mücke, Flensungen, Ilsdorf und Lardenbach zur Feier des zehnjährigen Bestehens der Schwesternstation Merlau. Der Abend war gleichzeitig als Schlußfeier der winterlichen Zusammenkünfte der evangelischen Frauen dieser Orte gedacht. Allein von Merlau begaben sich 50 Frauen in Begleitung von Pfarrer Kalbhenn und Schwester Else in einem Omnibus nach Stockhausen.

Frau Pfarrer Petri aus Bobenhausen hielt die Festansprache und forderte alle Frauen zu hilfsbereiter Begegnung im christlichen Sinne auf. Junge Frauen und Mädchen ernteten reichen Beifall für die Aufführung eine Laienspiels. Frühlingslieder und Kanons, gesungen von Ilsdorfer Mädchen, erfreuten die Festteilnehmer. Gäste waren auch aus Lardenbach und Weickartshain mit Pfarrer Repp erschienen. Eine Kaffeetafel beschloß das frohe Beisammensein.

(Grünberger Heimat Zeitung)

 

 
14. März 1956

Bodenverband Vogelsberg

Der Bodenverband Vogelsberg, der vor fünf Jahren mit der Aufgabe gegründet wurde, die Weidewirtschaft im hohen Vogelsberg durch Erforschung der klimatischen und geologischen Verhältnisse und durch umfangreiche praktische Maßnahmen zu fördern, hielt am Mittwoch (14. März 1956) in Schotten seine diesjährige Hauptversammlung ab. [...]

(Grünberger Heimat Zeitung)

 

 
09. März 1956

Generalversammlung der "Eintracht"

Der Männergesangverein "Eintracht" Lardenbach/Klein-Eichen hielt seine Generalversammlung ab. der 2. Vorsitzende, August Sauer, gab einen kurzen Rückblick. Außer an dem Wertungssingen nahm der Verein an einem Treffen der Chorgruppe Nicolai auf dem Schiffenberg teil. Drei Sangesbrüder wurden zu Grabe getragen, darunter der langjährige Vorsitzende Karl Dietrich, der bei der letzten Generalversammlung inmitten seiner Sänger einem Herzschlag erlegen war.

Dem Gesamtvorstand wurde einstimmig Entlastung erteilt. Bei der Neuwahl wurde August Sauer einstimmig zum 1. Vorsitzenden gewählt. 2. Vorsitzender wurde Karl Biedenkopf. Der seitherige Rechner Ernst Kratz stellte sein Amt wegen Überlastung zur Verfügung. An seine Stelle trat Albert Roth. Willi Momberger wurde für seine 30jährige Schriftführung eine Urkunde des Hessischen Sängerbundes überreicht.

Im laufenden Jahr nimmt der Verein teil am Wertungssingen in Bobenhausen II sowie am Stiftungsfest des Gesangvereins Oppenrod. Chorleiter Ernst Nicolai gab zum Schluß seiner Freude Ausdruck über den guten und regelmäßigen Besuch der Übungsstunden, besonders durch die Jugendlichen.

(Gießener Freie Presse)

 

 
08. März 1956

Bekanntmachung Viehseuchenanordnung

Der Hessische Minister des Inneren hat am 14. Februar 1956 eine Viehseuchenanordnung zum Schutze gegen die Einschleppung der Milbenseuche der Biene getroffen. Nach dieser Anordnung ist es verboten, Bienen oder Bienenvölker aus anderen deutschen Ländern nach Hessen einzuführen, es sei denn, der Nachweis kann erbracht werden, daß sie frei von Milbenseuche sind und daß auch der Herkunftskreis in den letzten zwei Jahren frei von Milbenseuche war. [...]

Der Bürgermeister als Ortspolizeibehörde)

Fotos

 
06. März 1956

Kulturarbeit

Die überaus rege kulturelle Arbeit des von Lehrer Sommer geleiteten Kulturrings fand in den letzten Wochen ihren Niederschlag in einer Reihe bedeutsamer Vorträge. So hielt im Dorfgemeinschaftshaus Dr. Keller aus Lardenbach einen Lichtbildervortrag über "Tierleben und Tierschicksale in unseren Wäldern". Graphische Darstellungen und farbige Lichtbilder illustrierten die fesselnden Darstellung.

(Grünberger Heimat Zeitung)

 

Überschwemmungen

Die durch den plötzlichen Wetterumschlag in der vergangenen Woche eingetretene Schneeschmelze ließ die Wasserläufe im Seental wieder zu reißenden Bächen werden. Die Eisdecke brach schnell zusammen, und an verschiedenen Stellen traten die Ils und der Seenbach über die Ufer. Der Regen am Wochenende tat sein übriges, um die Wiesengründe zu großen Seen zu verwandeln, aus denen das Strauch- und Baumwerk wie kleine Inseln herausragt. Diese Erscheinung wird einige Tage anhalten, bis die ebenfalls stark über die Ufern getretene Ohm für die Wassermassen wieder aufnahmefähig ist.

(Grünberger Heimat Zeitung)

 

 
01. März 1956

Vortrag zur Landwirtschaft

Über hundert interessierte Landwirte und die Schüler und Schülerinnen der Landwirtschaftsschule und der landwirtschaftlichen Berufsschule hatten sich am Donnerstag (1. März 1956) auf Einladung der Landwirtschaftsschule und des Wirtschaftsberatungsdienstes Grünberg zu einer Vortragstagung in den Apollo-Lichtspielen eingefunden.

Nach grundsätzlicher Erläuterung der Systeme der Freien Marktwirtschaft und der Marktordnung nahm der Referent von der Landwirtschaftskammer Frankfurt auch zum "Grünen Bericht" der Bundesregierung Stellung. Er betonte, der Bericht habe eindeutig gezeigt, daß die größere Prosperität der landwirtschaftlichen Großbetriebe gegenüber den kleineren und mittleren Bauernhöfen allein in einer produktiveren Nutzung der menschlichen Arbeitskräfte begründet ist.

Es seien deshalb erhebliche Mittel für Zinsverbilligungen und Zuschüsse für die Anschaffung von Gemeinschaftsmaschinen, für die Aufstockung und Aussiedlung landwirtschaftlicher Betriebe, für den Bau von Wirtschaftswegen und für die verschiedensten Betriebsumstellungen vorgesehen.

(Grünberger Heimat Zeitung)

 

 
25. Februar 1956

Kleinste Höfe - größte Sorgen

Der erste „Grüne Bericht" der Bundesregierung über die Lage der Landwirtschaft enthält noch keine genauen Unterlagen über die Kleinbetriebe, weil bei seiner Abfassung nur auf die Abschlüsse der buchführenden Betriebe zurückgegriffen werden konnte. Hessen ist neben Rheinland-Pfalz das Bundesland mit dem größten Anteil kleinster und kleiner Agrarbetriebe. 71,7 Prozent aller hessischen Höfe sind Kleinbetriebe gegenüber einem Bundesdurchschnitt von nur 60,4 Prozent.

Der Grüne Bericht hebt klar hervor, daß sich mit abnehmender Betriebsgröße im Allgemeinen die Lage des Einzelbetriebes verschlechtert. Da der Bericht darüber hinaus deutlich macht, daß nur Zuckerrübenbaubetriebe, die größer sind als 10 ha, und nur Hackfruchtbaubetriebe, die größer sind als 50 ha, im allgemeinen Wirtschaftserträge erzielen, die einen Vergleich mit der übrigen Wirtschaft aushalten. Für Hessen wird an Hand der Betriebsstruktur eines deutlich: Hier sind die Höfe am kleinsten und dementsprechend die Sorgen der Bauern am größten.

Während zum Beispiel bei den verhältnismäßig gut gestellten Hackfrucht-Betrieben ein 10 ha großer Hof im Nordwesten der Bundesrepublik im letzten Agrarjahr noch einen Überschuß von 480 DM erwirtschaftete, ergibt sich für den gleichen Betrieb in Hessen und in Süddeutschland ein Fehlbetrag von 1590 DM.

Das Hilfsprogramm der Bundesregierung zielt weniger auf allgemeine Maßnahmen ab, zu denen die geplante Düngemittel- und Treibstoff-Verbilligung zu zählen sind, denn diese allgemeinen Hilfsaktionen vergrößern den Gewinn der ohnehin rentablen Agrarbetriebe, während die Mehrzahl der Betriebe also die kleinen Höfe damit dem Ziel der Rentabilität nicht wirksam nähergebracht werden kann. Es ist vielmehr das erste Anliegen der Regierungshilfe, mit „gezielten Maßnahmen" die Lage der Landwirtschaft zu verbessern, also vor allem Kleinstbetriebe aufzustocken, die Fluren zu bereinigen, bei der Sanierung der Viehbestände zu helfen, die Rationalisierung und Mechanisierung voranzutreiben, das Wege- und Wassernetz auszubauen und für eine bessere Stromversorgung auf dem Lande zu sorgen.

(Grünberger Heimat Zeitung)

Fotos

 
23. Februar 1956

Landwirtschaft soll geholfen werden

In einer Ortslandwirteversammlung des Kreises Gießen berichtete der Kreislandwirt am Dienstag (21. Februar 1956) über die Aussprache der hessischen Landwirte mit dem Hessischen Landwirtschaftsminister. Im Bericht des Kreislandwirts zeichneten sich weitreichende Planungen zur Landwirtschaftshilfe ab.

Im wesentlichen erstrebe man die Erhöhung des Milchpreises, den Wegfall der Umsatzsteuer für landwirtschaftliche Erzeugnisse, der Zuckersteuer und des Zolls für Dieselkraftstoffe, ferner die Altersversorgung für die Landwirtschaft [...], die Verbilligung der Düngemittel, Herabsetzung der Strompreise, Zuschüsse für die Elektrifizierung der Betriebe und für wasserwirtschaftliche Verbesserungen, ferner Zuschüsse zur Zinsverbilligung und Förderung der Aussiedlung.

Die Besitzer von rund 5000 auslaufenden Höfen sollen durch Zusicherung einer Leibrente zum Abgeben der Höfe gewonnen werden. Der genossenschaftliche Maschinenankauf und -einsatz soll gefördert werden Die Tbc-Sanierung der Rinder werde in Hessen noch einige Jahre in Anspruch nehmen.

(Grünberger Heimat Zeitung)

 
11. Februar 1956

Neuer Jagdbezirk

Vor einigen Tagen bildete die untere Jagdbehörde (Landratsamt Alsfeld) in Ilsdorf einen neuen Jagdbezirk. Die bejagbaren Grundstücke der Gemeinde Ilsdorf zählten bisher mit einigen Ausnahmen zu dem im Kreis Gießen gelegenen Jagdbezirk Klein-Eichen. Dieser stellte eine gewisse waidmännische Unnatürlichkeit dar; die bejagbare Fläche erreichte nicht den im Jagdgesetz vorgeschriebenen Umfang.

Der neue Jagdbezirk mit dem Mittelpunkt Ilsdorf wird im Westen und Norden von der Straße Mücke - Laubach bzw. der Bundesstraße 49 eingeschlossen, während er im Osten und Süden sich an die benachbarten Jagdbezirke Groß-Eichen und Flensungen anlehnt.

Nicht zum neuen Bezirk gehören die nördlich der Bundesstraße 49 gelegenen Grundstücke, ein Teil der Klein-Eichener Gemarkung, der östlich der Straße Mücke - Laubach befindliche Gemarkungsteil von Flensungen mit dem Flensunger Hof und der Siedlung sowie der Stockhäuser Hof mit den dazugehörigen Grundstücken.

Nach Ablauf der zur Zeit laufenden Offenlegungsfrist werden sich die Jagdgenossen des neuen Bezirks zusammenfinden, um über die Vergabe der Jagd zu beschließen. Sie werden sich dabei entscheiden müssen, ob die Jagd den bisherigen Pächtern des Gebiets, die schon über dreißig Jahre in einem Pachtverhältnis zu dem alten Jagdbezirk stehen, freihändig überlassen, oder ob sie sie neu ausschreiben wollen.

(Grünberger Heimat Zeitung)

Fotos

 
07. Februar 1956

Laubacher Standesamtnachrichten

In den Standesamtnachrichten von Laubach wird unter Geburten genannt: am 26, Januar 1956 Peter Felsing, erstes Kind von Kellner Karl Felsing und Marie Lina, geb. Becker, Klein-Eichen, Ilsdorfer Straße 12. [Die Familie wanderte 1958 mit weiteren Kindern nach Canada aus.]

(Grünberger Heimat Zeitung)

 
04. Februar 1956

Deutscher Wald

Hessen ist mit seinen 40% Waldbedeckung das waldreichste Land der Bundesrepublik. OLFstmstr. Weißgerber traf diese Feststellung in einer internen Besprechung in Alsfeld, betonte jedoch, daß die bereits angemeldeten Ansprüche der neuen Wehrmacht der Forstverwaltung "erheblichen Kummer" bereiten. "Ich darf Einzelheiten nicht preisgeben, es wird jedoch schrecklich für den deutschen Wald werden," erklärte der Oberlandforstmeister am 4. Februar 1956 u. a. in der Grünberger Heimat Zeitung.

(Grünberger Heimat Zeitung)

 
04. Februar 1956

Gedanken zur Landesplanung

Jedermann weiß, daß durch Krieg und Nachkriegsfolgen die Menschen alles andere als sinnvoll über Stadt und Land verteilt wurden. Diesem Mißstand versucht man auf mannigfache Art abzuhelfen. Für manche Heimatvertriebenen ist dabei die radikalste Lösung die angenehmste: Er erhält Arbeit und Wohnung in irgendeinem Industriezentrum. Diese Entwicklung wird aber andererseits bekanntlich von den Abgabegemeinden beklagt.

In anderen Fällen muß das verdienende Familienoberhaupt täglich enorme Pendelwege vom Wohnsitz zur Arbeit zurücklegen. Mancher wanderte, um diesen Weg zu kürzen, vom ersten Einweisungsort ohne Bahnstation zum Dorf mit Bahnstation und vielleicht schon ein zweites Mal von der längeren zur kürzeren Bahnfahrt. Volkswirtschaftlich gesehen sind alle Pendlerfahrten störender und kostenerhöhender Aufwand.

Im Endzustand kommen nur Orte in der Nahzone von etwa 12 km als Wohnsitze für Pendler in Frage, soweit man Bahnbenutzung (und An- und Abmarsch zu Fuß) annimmt. Für Omnibus- und Motorradfahrer ist der Radius entsprechend größer. Omnibuslinien mit Bedienung der Zwischenorte kommt aber für unsere Gegend nur hier und da in Frage.

Aus alledem geht hervor, daß Grünberg keineswegs als idealer Wohnort für in Gießen Beschäftigte anzusprechen ist. Orte jenseits von Mücke werden auf Dauer gesehen als Wohnort für Gießen-Pendler völlig ausscheiden. Diejenigen, die sich früh morgens, womöglich mit dem Fahrrad oder zu Fuß, zur Bahnstation begeben müssen, opfern damit schon einen beträchtlichen Teil ihrer Arbeitskraft und fast ihre gesamte Freizeit. Wo soll da die Freude an der Arbeit bleiben?

Der Wegzug aus den zu den Industriezentren ungünstig gelegenen Gemeinden ist nicht aufzuhalten, solange nicht Industrie zu den Wohnorten hingebracht wird. Es ist erfreulich, daß die unhaltbare Überbelegung der abseits liegenden Landgemeinden wieder abnimmt. Zweifellos ist es unmöglich, Industrie ins letzte Vogelsbergdorf zu bringen. Diese Gemeinden werden also insgesamt wieder auf den Bevölkerungsstand von 1939 zurückgehen.

Andere Orte aber bieten sich als Industriestandorte geradezu an. Sie können dadurch sowohl selbst Anreize auf Abwanderer ausüben, bieten aber auch den umliegenden Orten Möglichkeiten. Da sind in erster Linie die alten oberhessischen Kleinstädte von Alsfeld und Lauterbach über Grünberg und Laubach bis Herbstein. Sie alle bieten mehr oder minder günstige Bedingungen für Fertigungsbetriebe aller Art.

Sie haben auch durchweg ein gutes Hinterland, also naheliegende Dörfer, die als Wohnorte von Einpendlern in Frage kommen. Nur bei Laubach, Gedern und Herbstein reicht dieses Hinterland infolge ausgedehnter Wälder nicht ganz aus. Leider aber sind die Möglichkeiten in den Kleinstädten noch nicht restlos genutzt. Es müssen also neue Arbeitsplätze in den Orten zwischen Saasen und Bad Salzschlirf geschaffen werden, will man eine Abwanderung großen Stils verhindern.

(Grünberger Heimat Zeitung)

Fotos

 
28. Januar 1956

Stadtverordnetensitzung Grünberg

Im Januar 1926 nahm die Stadt eine zweckgebundene Anleihe für das Wasserwerk in Höhe von 11 800 Dollar auf. Der Bürgermeister teilt mit, daß der Restbetrag, der noch mit 2010,40 Dollar = 14 687 DM zu Buche stand, in diesen Tagen abgelöst werden konnte.

(Grünberger Heimat Zeitung)

 

 
25. Januar 1956

Kulturarbeit in Münster

In der letzten Woche sprach in der Vortragsreihe des Kulturringes Münster, Dr. Hugo Keller (Lardenbach) über "Tierleben und Tierschicksale in unseren Wäldern". Der Vortrag wurde in Form einer Erzählung dargeboten, begleitet von ausgezeichneten Farblichtbildern. Die Ausführungen fanden viel Beifall und lösten eine lebhafte Diskussion aus.

(Gießener Freie Presse)

 
24. Januar 1956

Dekanat Grünberg

Am 24. Januar tagte die Synode des Dekanats Grünberg vollzählig in Weitershain. Die Wahle für die Synode ergab folgendes Ergebnis: u. a. gewählt wurden Pfarrer Kalbhenn (Merlau), Pfarrer Weinandt (Groß-Eichen), Bürgermeister Trüller (Weickartshain) und Lehrer i. R. Becker (Lardenbach). Die 64 Synodalen waren zum Mittagessen Gäste der Gemeinde Weitershain.

Das Referat löste eine lebhafte Aussprache aus. Lehrer Becker (Lardenbach) regte an, außer den Ständeabendmahlsfeiern (Jugend, Verheiratete, alte Leute) Abendmahl für die Gesamtgemeinde zu halten. Man riet dazu, an der alten Ordnung festzuhalten, sonst könnte die Abendsmahlssitte ganz verloren gehen [...]

(Grünberger Heimat Zeitung)

Fotos

 
24. Januar 1956

Petri Pech

Der Pächter (G. Ruppel, Klein-Eichen) der Fischjagd will eine neue Fischsorte in den Teich ("See") setzen. Am Samstag (21. Januar 1956) versuchte er, durch Kalkstreuen die Raubfische hochzudrücken und zu fangen. Dabei rutschte er aus und fiel ins Wasser.

(Grünberger Heimat Zeitung)

Fotos

 
21. Januar 1956

Glühende Kohle

Gestern Abend (20. Januar 1956) ereignete sich in einem Lardenbacher Haushalt ein eigenartiger Unfall. Ein zweijähriges Mädchen saß vor dem Ofen, als der siebenjährige Bruder die Ofentüre öffnete. Eine glühende Kohle fiel dabei auf das Schwesterchen und brannte sich hinter dem einen Ohr fest. Das bedauernswerte, laut schreiende Kind wurde zwar sofort von der Kohle befreit, mußte aber doch mit einer Verbrennung sofort zum Arzt gebracht werden.

(Grünberger Heimat Zeitung)

 
19. Januar 1956

Lardenbacher Jagdpächter

In einer von Bürgermeister Mölcher anberaumten Versammlung der Jagdgenossenschaft wurde die Jagd in Lardenbach auf weitere 9 Jahre einstimmig dem seitherigen Pächter, Obersteiger Emil Pinstock, zugesprochen. Damit sind alle Spekulationen um das schöne und gepflegte Jagdrevier beendet. Herr Pinstock hat sich in den vergangenen Jahren besonders durch seine erfolgreichen Bemühungen, der Wildschweinplage Herr zu werden, das Vertrauen aller Jagsgenossen erworben. Dieses Vertrauen zeigte sich u. a. dadurch, daß Angebote mit Phantasiepreisen unberücksichtigt blieben.

(z./Grünberger Heimat Zeitung)

Fotos

 
14. Januar 1956

Oberhessische Kreisbauernverbände

In einer Sitzung der Vorsitzenden der fünf oberhessischen Kreisbauernverbände Gießen, Friedberg, Lauterbach, Alsfeld und Büdingen, die kürzlich in der Sportschule stattfand, wurde eine Entschließung gefasst. Die Führung des Deutschen Bauernverbandes muß die Versicherung erhalten, daß die von ihr angeordneten Kampfmaßnahmen durchgeführt werden. Als Sofortmaßnahmen werden folgende Punkte herausgestellt: Wegfall der Umsatzsteuer für alle vom Erzeuger selbst verkauften landwirtschaftlichen Produkte. Hebung des Erzeugerpreises für alle Milch um 5 Pf. je Liter. Wegfall der Zuckersteuer zu Gunsten [...] des Rübenanbaues. Übernahme der noch außenstehenden Vermögensabgabeerträge der Landwirtschaft [...] auf die überfüllten Staatskassen.

(Grünberger Heimat Zeitung)

 
08. Januar 1956

Wintervergnügen des Gesangvereins

Der Männergesangverein "Eintracht" Lardenbach/Klein-Eichen veranstaltete am letzten Sonntag (8. Januar 1956) sein diesjähriges Wintervergnügen. Einige Chorvorträge und die flotten Weisen des Schülerorchesters unter Leitung des Dirigenten Ernst Nicolai führten zu immer neuen Beifallsstürmen. Höhepunkt und zugleich Abschluß des musikalischen Teiles war das bekannte Rheinländerpotpouri.

Im zweiten Teil des Abends gelangten zwei Volksstücke zur Aufführung: "Was Gott zusammengefügt, das soll der Mensch nicht trennen" und "Der taube Michel". Reicher Beifall lohnte die Darbietungen der von Willi Berg und W. Albrecht geleiteten Laienspielschar. Anschließend spielte die Kapelle Nikolai zum Tanz. (z)

(Grünberger Heimat Zeitung)

 

 

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