29. Dezember 1956

Straßeneinweihung 1956

Im Saale Diehl in Lardenbach fand (Dezember 1956) in Anwesenheit zahlreicher Gäste eine Feier aus Anlaß der Fertigstellung der Verbindungsstraße Lardenbach/Klein-Eichen und Sellnrod statt.In seiner Ansprache dankte Bürgermeister R. Mölcher allen beteiligten Stellen und besonders der Baufirma mit ihren Arbeitern für die geleistete Arbeit, durch die endlich ein Notstand im Straßennetz der Gemeinden Lardenbach und Klein-Eichen beseitigt worden sei.

Die weiteren Redner wiesen auf die Bedeutung guter Straßen und die Notwendigkeit der Bereitstellung weiterer Mittel für den Straßenbau hin, der noch auf Jahre hinaus in den Aufgabenbereichen der verantwortlichen Körperschaften eine vorrangige Bedeutung einnehmen müsse. Ein gemütliches Beisammensein beschloß die Einweihungsfeierlichkeiten.

Übrigens wurde im Winter 1956/57 die Straße von Groß-Eichen nach Sellnrod für die Zeit des "Frostaufgangs" für Fahrzeuge aller Art gesperrt.
Und das noch: Seit dem 1. Juli 1956 ist für den Landkreis Gießen das Kennzeichen ("Unterscheidungszeichen") "GI" gültig.

(fp/ew)

 
16. Dezember 1956

Heimatabend der Landjugend

Die Landjugend der Gemeinden Lardenbach und Klein-Eichen und einiger umliegender Ortschaften veranstaltete (Dezemeber 1956) im Saale Diehl einen wohlgelungenen Dorf- und Heimatabend. In Anwesenheit von Geschäftsführer Berk vom Kreisbauernverband rollte ein reiches und unterhaltsames Programm über die Bühne. Die zahlreichen Besucher, unter ihnen auch viele Auswärtige, zollten den Darbietungen der Landjugend die verdiente Anerkennung.

Die Jugendverbände der Landjugend wurden deutschlandweit zu Beginn der 1950er Jahre als Jugendorganisationen des Deutschen Bauernverbandes (Kreisbauernverband) gegründet. Brauchtumspflege, kulturelle Jugendarbeit und die Förderung der dörflichen Gemeinschaft traten als Zielsetzungen der Landjugend-Organisationen rasch neben die Aus- und Weiterbildung in land- und hauswirtschaftlichen Bereichen.

(fp/ew/wiki)

 
26. November 1956

Straßenbauarbeiten

Seit einiger Zeit (November 1956) sind Instandsetzungsarbeiten an der in äußerst schlechtem Zustand befindlichen Strecke Klein-Eichen - Sellnrod im Gange. Eine neue Asphaltdecke beseitigt einen dringenden Notstand im Straßennetz der Kreise Gießen und Alsfeld. Große Teile der neuen Straße sind bereits fertiggestellt. Mit dem Abschluß der Arbeiten ist in Kürze zu rechnen.

Im weiteren Verlauf bietet nun die Ortsdurchfahrt Lardenbach das Bild einer den Erfordernissen des modernen Verkehrs angepassten Straße mit gerader Linienführung und Bürgersteigen. Es wäre zu wünschen, dass die wegen der beschränkten finanziellen Mittel noch nicht begonnenen Straßenbauarbeiten an der Reststrecke baldigst im Interesse aller Verkehrsteilnehmer aufgenommen werden könnten. Vorerst konnte die neue Straße nur bis zur Abzweigung nach Groß-Eichen ausgebaut werden.

(fp/ew)

Fotos

 
28. Oktober 1956

Kommunalwahl

Mit 81 Prozent war die Wahlbeteiligung der Bevölkerung an den Wahlen zum Kreistag Gießen beträchtlich höher als in der Stadt Gießen. Auch hier wurde die SPD die stärkste Partei und sicherte sich mit 25 263 Stimmen drei weitere Sitze zu ihren seitherigen 15 Sitzen. Einen Rückschlag erlitt der GB/BHE, der Gesamtdeutsche Block/Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten hat von seither acht Sitzen bei 8812 für diese Partei abgegebenen Stimmen zwei Sitze eingebüßt. Der Zusammenschluß von CDU, FDP, FVP und Landvolk konnte den Einbruch der SPD in die geschlossene Front nicht verhindern. Mit 16 216 Stimmen, die der Gemeinschaftsliste nun 12 Sitze einbringen, ist das erstrebte Ziel keineswegs erreicht worden.

Bei diesen Kommunalwahlen am 28. Oktober 1956, die bei Bürgermeister Eckhardt abgehalten wurden, waren 139 Bürgerinnen und Bürger Wahlberechtigt. Bei einer ungültigen Stimme waren 79 Stimmen als Gültig zu verzeichnen. Davon entfielen auf die SPD 18 Stimmen. Die GB/BHE erhielt 10 Stimmen. Die Wahlgruppe aus CDU, FDP, FVP und Landvolk erhielten 50 Stimmen. Eine Stimme entfiel auf das "Überparteiliche Landvolk".

In Lardenbach waren 314 Wahlberechtigte registriert. Bei ebenfalls einer ungültigen Stimme waren 160 gültig. Davon erhielt die SPD 62 Stimmen. 39 Stimmen gingen an die GB/BHE. CDU/FDP/FVP/Landvolk kamen auf 55 Stimmen. Und vier Stimmen erhielt das "Überparteiliche Landvolk".

Außer den Abgeordneten für den neu zu bildeten Kreistag wurden an diesem Sonntag in den Gemeinden des Kreises Gießen auch die Vertreter für die Gemeindeparlamente gewählt. Auch hier waren in Klein-Eichen 139 Wahlberechtigte zu verzeichnen. Ganze neun Stimmen mussten als ungültig eingestuft werden. Und alle 69 gültigen Stimmen vereinte die Liste "Christliches Landvolk" auf sich. Das bedeutet auch, alle 5 Sitze im Gemeinderat wurden mit Mitgliedern dieser Liste besetzt. Diese waren: Karl Volp, Heinrich Zimmer, Erich Funk, Albert Müller und Wilhelm Eckhardt.

(fp/o.sch.)

 
18. August 1956

Protest gegen Bundesbahn-Planung

Die Bürgermeister der an der Bahnstrecke Mücke-Hungen gelegenen Gemeinden befassten sich am Samstagvormittag (18. August 1956) in Laubach mit den Planungen der Bundesbahn, den Verkehr auf der Strecke Hungen-Mücke oder der Teilstrecke Mücke-Laubach von der Schiene auf die Straße zu verlegen. In einem Schreiben an den Präsidenten der Bundesbahndirektion, das in Kopien auch an den hessischen Wirtschaftsminister Franke, an die Industrie- und Handelskammer, an die Kreisverwaltung und an verschiedene Bundestags- und Landtagsabgeordnete geschickt wurde, erhoben sie Protest gegen diese Planungen und meldeten zugleich ihre Forderungen an, falls man trotz ihrer Bedenken zum Omnibusverkehr übergeht.

Die Bürgermeister verweisen vor allem darauf, dass ein Omnibusverkehr den Reisenden viele Erschwernisse bringen werde. Vor allem würde, bedingt durch die schlechten Straßenverhältnisse und die schwierigen Ortsdurchfahrten, eine Verlängerung der Fahrzeiten und eine Erhöhung der Fahrtkosten eintreten. Weitere Unbequemlichkeiten würden sich dadurch ergeben, dass keine Fahrkarten für größere Entfernungsziele gelöst werden könnten und dass nun immer ein Umsteigen notwendig würde, während seither einige Zugpaare von Laubach bis Friedberg und Alsfeld durchgingen. Vor allem müsse der Berufsverkehr gesichert werden, wobei zu bedenken sei, dass die Betriebe in Laubach allein 400 Pendler beschäftigen, die aus dem an der Strecke Hungen-Laubach liegenden Gebiet kommen.

Für den Fall, dass die Strecke Laubach-Mücke dennoch umgestellt würde, fordern die Bürgermeister, dass ein Teil der Busse auch die etwa zwei Kilometer von der Bahnlinie entfernten Orte Lardenbach und Gonterskirchen anfahren. Bei einer Umstellung der Gesamtstrecke wünschen sie, dass ein Teil der Omnibusse die normale Straßenstrecke Laubach-Ruppertsburg-Villingen benutzt, wobei der Gemeinde Wetterfeld der Anschluß verloren ginge. Deshalb schlagen sie vor, dass ein anderer Teil der Busse direkt von Laubach über Lich nach Gießen fährt, wobei außer Wetterfeld auch die Gemeinden Röthges und Nonnenroth angefahren werden können und die Unbequemlichkeiten des Umsteigens von den Omnibussen in die Bahn vermieden werden.

Durch eine solche Linienführung wäre außerdem gesichert, dass bei Münster und Ober-Bessingen kein Konkurrenz-Unternehmen zur Butzbach-Licher-Eisenbahn entstünde. Auf dieser direkten Strecke sollten nach Ansicht der Bürgermeister täglich mindestens vier Omnibusspaare fahren, und auch die Strecke Schotten-Laubach-Gießen, die gegenwärtig zweimal in der Woche von einem Omnibusunternehmer im Auftrag der Bundesbahn befahren wird, sollte täglich befahren werden, die deshalb so bedeutungsvoll sei, weil in der spitzen Kurve der Ortsdurchfahrt Villingen kaum ein Omnibus mit Anhänger fahren könne.

Die Eingabe wurde von den Bürgermeistern der Gemeinden Laubach, Villingen, Wetterfeld, Gonterskirchen, Freinseen, Stockhausen, Lardenbach, Klein-Eichen, Weickartshain, Nonnenroth, Röthges und Ruppertsburg unterzeichnet.

(gaz)

 
17. April 1956

Problem Abwasserbeseitigung

In einem Interview der Gießener Freien Presse im April 1956 äußerte sich Landrat von Schwerin zu einem großen Problem aller Kreisgemeinden und der Kreisverwaltung für die nächsten Jahre. Es geht um die Beseitigung der Abwässer. Die Verschmutzung der Bäche und Flüsse habe ein Ausmaß angenommen, die vom hygienischen wie vom naturkundlichen Standpunkt nicht mehr zu verantworten sei. Wenn man bedenke, dass um die Jahrhundertwende im Kreisgebiet die ersten Wasserleitungen gebaut wurden und im Jahr 1956 immer noch drei Gemeinden, nämlich Stockhausen, Weitershain und Ober-Hörgern, keine zentrale Wasserversorgungsanlage haben, könne man ermessen, wie lange es dauern werde, bis die viel kostspieligere Abwasserbeseitigung überall gelöst sei.

Man habe vor einiger Zeit mit der Gründung eines Abwasserverbandes Lauter-Wetter unter der Beteiligung der Stadt Laubach und den Gemeinden Wetterfeld und Lauter einen Anfang machen wollen, sei jedoch dann bei der Projektierung auf Summen gekommen, die von den Gemeinden selbst nicht aufgebracht werden können. Die einzige Gemeinde im Kreis, die mittlerweile wenigstens die wichtige Frage der mechanischen Klärung gelöst habe, sei die Stadt Lich. Deren Kläranlage wird in den nächsten Wochen eingeweiht.

Zu bedenken sei außerdem, dass viele Gemeinden im Kreis noch nicht einmal über eine Kanalisation verfügen. Von allen 85 Gemeinden im Kreis haben nur 29 Gemeinden eine vollwertige Kanalisation. Ohne Kanalisation sind jetzt unter anderem noch die Gemeinden Beltershain, Freienseen, Klein-Eichen, Lumda, Reinhardshain, Reiskirchen, Stangenrod und Arnsburg. Eine Teilkanalisation besteht unter anderem in den Gemeinden Geilshausen, Gonterskirchen, Harbach, Kesselbach, Lardenbach, Lauter, Queckborn, Weickartshain und Wetterfeld. Interessant ist, dass in Weitershain eine ordnungsgemäße Kanalisation besteht, während sich die Bewohner noch aus Hausbrunnen mit Wasser versorgt.

Ein Plan zur langfristigen Lösung der Abwasserfrage sei, so der Landrat, ausgearbeitet. Dieser sei jedoch bisher auf wenig Gegenliebe bei den Geldhäusern gestoßen. Von Schwerin glaube, dass es möglich sein müsse, dass sich die Gemeinden einer Baugenossenschaft anschließen sollten, um die Mittel für Kläranlagen anzusparen.

(GFP)

 
09. März 1956

Generalversammlung des MGV

Der Männergesangverein "Eintracht" Lardenbach - Klein-Eichen hielt seine Generalversammlung ab (März 1956). Der 2. Vorsitzende, August Sauer, gab einen kurzen Rückblick. Außer an dem Wertungssingen nahm der Verein an einem Treffen der Chorgruppe Nicolai auf dem Schiffenberg teil. Drei Sangesbrüder wurden zu Grabe getragen, darunter der langjährige Vorsitzende Karl Dietrich, der bei der letzten Generalversammlung inmitten seiner Sänger einem Herzschlag erlegen war.

Dem Gesamtvorstand wurde einstimmig Entlastung erteilt. Bei der Neuwahl wurde August Sauer einstimmig zum 1. Vorsitzenden gewählt. Zweiter Vorsitzender wurde Karl Biedenkopf. Der seitherige Rechner Ernst Kratz stellte sein Amt wegen Überlastung zur Verfügung. An seine Stelle trat Albert Roth.

Willi Momberger wurde für seine 30jährige Schriftführung eine Urkunde des Hessischen Sängerbundes überreicht. Im laufenden Jahr nimmt der Verein teil am Stiftungsfest des Gesangvereins Oppenrod. Chorleiter Ernst Nicolai gab zum Schluß seiner Freude Ausdruck über den guten und regelmäßigen Besuch der Übungsstunden, besonders durch die Jugendlichen.

(lk/FP)

 
01. November 1955

Fast ein halbes Jahrhundert im Postdienst

Wegen Überschreitung der Altersgrenze legte der hiesige Posthalter, Karl Völsing, am 1. November 1955 sein Amt nieder. Mit ihm geht ein überaus pflichttreuer Beamter in den Ruhestand. Im März 1907 übernahm er als junger Mann die damalige Posthilfsstelle in Lardenbach und führte sie seitdem ununterbrochen.

Durch sein stets zuvorkommendes, hilfsbereites und korrektes Wesen erwarb sich Posthalter Völsing die Achtung seiner vorgesetzten Dienststelle und der Postkundschaft. Von alt und jung wird er der "Postkarl" genannt, ein Zeichen besonderer Wertschätzung. Ihm ist sein einziger, hoffnungsvoller Sohn im Krieg gefallen, so dass die Post jetzt in andere Hände übergeht.

(HZ/z)

Fotos

 
30. August 1955

Volksschule musste ausgebessert werden

Die Instandsetzung der hiesigen Volksschule ist beendet (August 1955). Der Unterricht kann wieder voll aufgenommen werden. Erst 1951 von der Schulgemeinde Lardenbach/Klein-Eichen erbaut, zeigte der dreiklassige Bau schon derart erhebliche Mängel, dass größere Reparaturen während der Sommerferien vorgenommen werden mussten. Die Verankerung übernahm Schmiedemeister Heinrich Dörr II. aus Lardenbach. Die Maurer und Verputzarbeiten führten Otto Böning (Freienseen) und Karl Graulich (Ilsdorf) aus.

(GA/z)

 
01. August 1955

Lehrer zum Ehrenbürger ernannt

Der allseits beliebte und geschätzte Leiter der hiesigen Volksschule, Lehrer Karl Becker, tritt am 1. August 1955 in den Ruhestand, nachdem er fast 47 Jahre, darunter allein hier 36 Jahre, im Dienst der Schule stand. Aus diesem Anlaß fand sich die gesamte Schulgemeinde Lardenbach und Klein-Eichen zusammen, um in einer schönen Feier die einmaligen Verdienste dieses Erziehers zu würdigen.

Die Feier wurde umrahmt von Liedern der Schulkinder und des Männergesangvereins "Eintracht". Bürgermeister Eckhardt (Klein-Eichen) überreichte als Sprecher der ganzen Schulgemeinde ein Geschenk. Dann verlas Bürgermeister Mölcher (Lardenbach) eine Urkunde, in der die Gemeinde Lardenbach Lehrer Becker "in dankbarer Anerkennung seiner 36jährigen vielseitigen hervorragenden Tätigkeit zum Wohle unserer Gemeinde" zum Ehrenbürger ernennt.

Für den Männerchor, den Herr Becker kurz nach dem ersten Weltkrieg neu gründen half, sprach der Vorsitzende, August Sauer, Worte des Dankes, für die Kirchengemeinde tat dies Pfarrer Repp.

Lehrer Becker hat in den vielen Jahren in unermüdlicher Schaffenskraft sich nicht nur die Liebe seiner Schüler, sondern darüber hinaus die Symphatien der gesamten Schulgemeinde erworben. Sein Wirken stand stets unter dem Leitwort "Erziehung ist Beispiel und Liebe". So war denn die Feier nicht eine Feier um des Feierns willen, sondern eine Kundgebung der Herzen.

Lehrer Becker dankte in bewegten Worten für all das Schöne und Liebe, was der Abend gebracht hatte und gab besonders der Hoffnung Ausdruck, dass sein Nachfolger, Lehrer Karl Henß, getragen vom Vertrauen der ganzen Elternschaft, ein neuer langjähriger Freund unserer Kinder werde.

(GA/Z)

Fotos

 
19. Juli 1955

Wertungssingen des Ohm-Lumdatal-Sängerbundes

Zum dritten und letzten Teilwertungssingen des Ohm-Lumdatal-Sängerbundes trafen sich die restlichen der 48 Bundesvereine in Lardenbach (Juli 1955). Wertungsrichter Bruno Stürmer (Frankfurt) gab nach Beendigung der Chorvorträge in seiner fast einstündigen öffentlichen Kritik grundsätzliche Anleitungen zum Chorgesang. Bundeschormeister W. Daupert (Ulrichstein) ließ es an Worten des Dankes nicht fehlen. Nach Abschluß des Wertungssingen auf Bundesebene qualifizierten sich Vereine der Frauenchöre, Gemischte Chöre und Männerchöre zum Ausscheidungssingen und Bundeschorfest.

Auf dem Schulhof traf sich die stattliche Sängerschar zu einer eindrucksvollen Sängerkundgebung. Der 2. Vorsitzende des Bundes, Wißner (Kesselbach), gedachte des im Januar während einer Gesangsstunde plötzlich verstorbenen langjährigen Vorstandsmitglieds des Sängerbundes, Dietrich (Lardenbach).

Bruno Stürmer überbrachte die Grüße des Hessischen Sängerbundes und hob die Vedienste der Sänger Leonhard Wißner (Kesselbach), Wilhelm Dietz (Kesselbach) und August Sauer (Lardenbach) hervor, welche 50 Jahre aktiv dem deutschen Chorwesen die Treue hielten. Er überreichte den Jubilaren die goldene Ehrennadel mit Diplom. Mit dem Deutschen Sängergruß und einem Massenchor dankte die Sängerschaft den Jubilaren.

Der 1. Vorsitzende des Gesangvereins Lardenbach/Klein-Eichen, August Sauer, dankte allen, die zum Gelingen des Tages beigetragen hatten und gedachte in kurzen Worten des 70jährigen Bestehens seines Vereins.
Ein Tänzchen brachte den Abschluß des Sängertreffens.

(FP)

 
03. Juli 1955

Kirchliche Wahlen 1955

Am Sonntag, dem 3. Juli 1955 fand in der evangelischen Kirche (Groß-Eichen und Klein-Eichen) die Wahl der kirchlichen Körperschaften statt. Zu Kirchenvorstehern gewählt wurden: Fritz Ebell, Erziehungsassistent i.R.; Georg Peter I., Landwirt; Karl Peter II.; Erwin Schmidt, Landwirt; Georg Zimmer, Landwirt und Wilhelm Eckhardt, Bürgermeister von Klein-Eichen.

Zu Kirchengemeindevertretern gewählt wurden: Karl Merz II., Landwirt; Ernst Lang, Landwirt; Eduard Reining, Zimmermann; Heinrich Steuernagel, Bergmann i.R.; Heinrich Rühl III., Bergmann und Karl Volp, Landwirt aus Klein-Eichen.

Die Wahl dieser Kirchenvorsteher und Kirchengemeindevertreter gilt für die nächsten sechs Jahre. Sobals die Prüfung der Wahlakten abgeschlossen ist, werden die Herren in ihr Amt eingeführt.

(GA)

 
07. Juni 1955

Chorgruppe auf großer Fahrt

Seit 1922 bestehen freundschaftliche Beziehungen zwischen dem Gesangverein "Sängerkranz" Grünberg und ehemaligen ausgewiesenen Bahnbeamten aus Ingelheim a. Rh., die in den Tagen des "Ruhrkampfes" nach Grünberg evakuiert waren. Mehrere von diesen Ingelheimern gehören dem dortigen Männergesangverein an. So kam es, dass der Grünberger Gesangverein und darüber hinaus die gesamte Chorgruppe Ernst Nicolai zur 70-Jahrfeier der "Einigkeit" am Samstag (Juni 1955) für zwei Tage mit einem Sonderzug der Bundesbahn nach Ingelheim fuhr.

An der Fahrt nahmen teil: die Gesangvereine Lardenbach/Klein-Eichen, Grünberg, Lauter, Großen-Buseck, Hausen und das Harmonikaorchester des Dirigenten sowie viele Angehörige der Sänger und Freunde des Gesanges. Bei herrlichem Sonnenschein setzte sich der Zug um 15.45 Uhr ab Mücke in Bewegung. Auf dem Bahnsteig 4 in Gießen erklang zur Freude aller Reisenden ein von 180 Sängern gesungener Chor. Kurz nach 19 Uhr traf der Zug in Ingelheim ein.

Nach kurzer Begrüßung durch den Festvorsitzenden und der Weinkönigin der Rotweinstadt gab es ein musikalisches Ständchen. Beim Kommers im Festzelt wirkten die Chorgruppen der Dirigenten Fischer, Knab und Nicolai mit. Großartige Darbietungen erfreuten die Hörer. Mitunter sangen 320 Sänger und Sängerinnen mit Orchester oder 180 Sänger zur Begleitung von 22 Akkordeonspielern. Gerade die oberhessische Chorgruppe erntete starken Beifall.

Der rührige Verkehrsverein Ingelheim hatte jedem Gast, der darauf Wert legte, ein Zimmer besorgt. Die jungen Sänger freilich feierten durch bis zum Morgen und statteten dem Rhein einen Besuch ab. Am Sonntag früh fand ein Wertungs- und Freundschaftssingen im Zelt und der Turnhalle statt. Ab 16 Uhr folgte ein Konzert der Gastvereine.

Diese Fahrt war ein Erleben! Oberhessischer und rheinischer Humor standen einander in nichts nach. Freundschaft und Kameradschaft wurden bei schönem Sommerwetter und gutem Wein gefördert. Dank gebührt allen Mitfahrern, die durch ihr einwandfreies Benehmen unsere Heimat ehrten. Dank aber auch dem Dirigenten Ernst Nicolai, der in unermüdlicher Schaffenskraft Chöre geschaffen hat, die einen sehr guten Eindruck hinterließen. Auf der Heimfahrt herrschte im Sonderzug weiter beschwingte Fröhlichkeit.

(HZ)

 
8. Mai 1955

Weihe der St.-Anna-Kapelle

Die Wurzeln der Pfarrgemeinde St. Anna liegen in der unmittelbaren Nachkriegsgeschichte. 1946 kamen viele Sudeten-Deutsche auch nach Weickartshain und die umliegenden Dörfer. Sie waren durchweg Katholiken. Die Heiligen Messen durften dank des Entgegenkommens der Pfarrer in den evangelischen Kirchen gefeiert werden.

1954 bot die Gruben-Gewerkschaft "Luise" ihr Haus im Weickartshainer Ortsteil Seenbrücke, das früher als Verwaltungsgebäude und Magazin diente, zum Verkauf an. Der damalige Seelsorger von Grünberg, Pfarrer Schütz, empfahl der Bischöflichen Behörde in Mainz den Ankauf des Gebäudes. Im Dezember erwarb die Diözese das Gebäude nebst dem dazugehörenden Grundstück für 16.000 Mark.

Die Schwierigkeiten der seelsorgerischen Betreuung in der Diaspora (Gebiet, in dem eine konfessionelle oder nationale Minderheit lebt) waren auch im Vogelsberg alltäglich. Pfarrer Schütz wollte auf der Seenbrücke die sich ergebende Chance nutzen und hier einen religiösen Mittelpunkt schaffen, um den katholischen Gläubigen der umliegenden Orte eine günstigere Möglichkeit zum Besuch des Gottesdienstes zu geben.

Im folgenden Jahr wurde der Lagerraum zu einer schmucken Kapelle umgestaltet - zum großen Teil in Eigenleistung. Eine Empore sowie die Fenster aus einem alten Kloster in Nordhessen wurden eingebaut. Die alten Kirchenbänke aus der ehemaligen Schlosskapelle in Grünberg und der Holzaltar waren die vorläufige Ausstattung.

Nun hatten die etwa 550 Katholiken aus Weickartshain-Seenbrücke, Lardenbach, Klein- und Groß-Eichen, Stockhausen, Freienseen, Altenhain, Wohnfeld, Sellnrod sowie Höckersdorf ihre eigene Kirche. In Anwesenheit zahlreicher geistlicher Herren und einer großen Schar von Gläubigen, die aus Grünberg und den Filialorten nach Seenbrücke gekommen waren, begann am Sonntag (8. Mai 1955) um 10 Uhr die Weihe nach dem feierlichen Ritus. Pfarrer Zimmermann hieß den Domkapitular als den Vertreter des Bischofs willkommen und sprach allen, die das frühere Verwaltungsgebäude zu einem würdigen Gotteshaus umgebaut hatten, seinen aufrichtigen Dank aus.

Gegen 400 Gläubige standen dicht gedrängt in der Kapelle und folgten andächtig den Worten des Festpredigers und der heiligen Handlung. Der Grünberger Kirchenchor unter Leitung von Frau Watzlawick sang die vielstimmige "Deutsche Messe" von Michael Haydn. Zum anschließenden Essen hatte Pfarrer Zimmermann die hochwürdigen Herren sowie die Ehrengäste mit Bürgermeister Trüller von Weickartshain und die Herren des Kirchenstiftungsrates geladen. Dabei sprach u. a. der evangelische Geistliche Pfarrer Repp von Lardenbach der katholischen Gemeinde seine Glückwünsche aus und gab der Hoffnung Ausdruck, daß das gute Einvernehmen unter den hiesigen Christen auch weiterhin lebendig bleibe.

(HZ)

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09. März 1955

50 Jahre Laubacher Pferdeversicherungsverein

In einer Versammlung des Laubacher Pferdevericherungsvereins, der 1954 in seinem Jubiläumsjahr 146 Mitglieder mit 214 versicherten Pferden und einer Versicherungssumme von 138.000 Mark umfaßte, gab Heinrich Schmidt einen Rückblick auf die Geschichte des Vereins.

Bald nach der Gründung des Vereins am 17. November 1904 schlossen sich den Laubacher Mitgliedern auch die Pferdefreunde aus Wetterfeld, Münster, Queckborn, Röthges, Gonterskirchen, Freienseen, Lardenbach, Klein-Eichen, Groß-Eichen und Sellnrod an.

Von den ersten Vorstandsmitgliedern ist heute niemand mehr am Leben. Der derzeitige Vorstand, der in der Jahreshauptversammlung wieder bestätigt wurde, setzt sich aus Direktor Wilhelm Rudolf Högel und dem Rechner Albert Peter zusammen; sie alle amtieren bereits seit 1945.

Aus der Historie begründet, handelt es sich bei dem Pferdeversicherungsverein um einen Verein auf Gegenseitigkeit mit dem Zweck, die Mitglieder gegen Verluste in Pferdebeständen zu versichern.
Jedes Vereinsmitglied zahlt pro Pferd einen Jahresbeitrag in die Vereinskasse ein. Aus diesem "Topf" werden Vereinsmitglieder, deren Pferde während eines Geschäftsjahres versterben oder getötet werden müssen, mit einer Geldsumme entschädigt, die beispielsweise sehr hilfreich beim Neukauf eines Fohlens sein kann.

Ist das Pferd doch ein wichtiger Bestandteil des landwirtschaftlichen Betriebes, konnte eine Versicherung dem Bauersmann bei einem Verlust des Arbeitstieres recht behilflich sein.

(GFP)

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12. Februar 1955

Herzschlag in der Hauptversammlung

Die Hauptversammlung des Männergesangvereins "Eintracht" fand am Samstag einen tragischen Abschluß. Während des Schlußwortes brach plötzlich der langjährige 1. Vorsitzende des Vereins, Betriebsführer i. R. Karl Dietrich, zusammen. Er wurde aus dem Gastzimmer des Tagungslokals in den Saal gebracht und verstarb dort wenige Minuten später.

Dietrich, der im 65. Lebensjahr einen Herzschlag erlitt, ist als hochverdienter Sängerführer in weiten Kreisen bekannt geworden und wird daher nicht nur von seinen Angehörigen und den Vereinsmitgliedern, die Zeuge des erschütternden Ereignisses waren, tief betrauert. Den hiesigen Gesangverein führte er schon Jahrzehnte lang in vorbildlicher Weise über alle Fährnisse der Zeiten hinweg.

(HZ)

 
26. Januar 1955

90. Geburtstag

Gratuliert wird der ältesten Einwohnerin Klein-Eichens, Frau Wilhelmine Felsing, zu ihrem 90. Geburtstag. Diesen kann die Jubilarin in geistiger und körperlicher Frische begehen. Die Hochbetagte nimmt noch regen Anteil an dem Tagesgeschehen, so schreibt es auch die Gießener Freien Presse zu diesem Anlass. Wilhelmine Felsing wurde am 26. Januar 1865 in Kirschgarten geboren. Ihr Mädchenname lautete Triebert. Am 25. Januar 1894 heiratete sie in Groß-Eichen den Klein-Eichener Heinrich Felsing. Die Beiden hatten zwei Kinder. Die älteste Tochter Emilie heiratete auf den Stockhäuser Hof. Der Sohn, ebenfalls mit Namen Heinrich, blieb in Klein-Eichen auf dem elterlichen Hof im Hinterdorf.

Fotos

 
28. November 1954

Hessenwahl 1954

Nach der Landtagswahl vom ersten Adventssonntag (28. November 1954) ist die SPD weiterhin die stärkste Partei in Hessen. Die CDU kam auf den zweiten Platz, gefolgt von FDP und BHE. Damit wird auch der neue hessische Landtag aus vier Parteien bestehen, da die anderen Parteien die 5-Prozent-Klausel des Wahlgesetzes nicht durchbrechen konnten. Die Wahlbeteiligung betrug 82,1 Prozent. Sie liegt wesentlich höher als bei der Landtagswahl 1950 mit 64,9 Prozent, aber niedriger als bei der Bundestagswahl 1953 mit 86,7 Prozent.

Die Wahlen verliefen in Hessen ruhig und ohne Zwischenfälle, obwohl der Wahlkampf in der letzten Wahlwoche sich so zugespitzt hatte und auch manche Unliebsamen Vorfälle. z. B. Zusammenstöße in Wahlversammlungen, stattgefunden hatten.

Auch in den Wahlkreisen Gießen und Alsfeld siegten die Sozialdemokraten. Zum Wahlkreis Alsfeld, dem außer der Stadt und dem Landkreis Alsfeld noch 51 Ortschaften aus dem Landkreis Gießen angehören, gehört auch Klein-Eichen. Ebenfalls sind hier Lardenbach, Freienseen, Weickartshain und Stockhausen zu finden.

Entgegen dem Landesergebnis, gewinnt in Klein-Eichen die FDP deutlich vor der BHE, SPD und CDU. In Lardenbach liegt die SPD vor FDP, BHE und CDU sowie BdD. Die BHE war eine Partei, der nach dem Zweiten Weltkrieg aus ihrer Heimat vertriebenen Deutschen und betrieb eine entsprechende rechtsgerichtete Interessenpolitik. Die BdD, Bund der Deutschen war erst 1952 gegründet worden. Kernprogramm des BdD war eine Neutralisationspolitik, die sich gegen die Wiederbewaffnung und die Westintegration Deutschlands wandte.

 

Klein-Eichen
Landtagswahl

Klein-Eichen
Bundestag
Lardenbach
Landtagswahl
Lardenbach
Bundestag
1954
1953
1954
1953
Wahlberechtigte
136
337
abgegebene Stimmen
101
240
SPD
15
15
82
66
FDP
56
56
68
95
CDU
12
23
18
36
BHE
17
19
50
53
KPD
-
1
1
1
BdD
-
-
17
-
DP
-
-
3
-
 
17. Juli 1954

Schiedsmänner im Amtsgericht

In der Grünberger Heimatzeitung vom 17. Juli 1954 wurden die Schiedsmänner und deren Stellvertreter der Amtsgerichtsbezirke Grünberg und Laubach veröffentlicht. Die Schiedsmänner wurden durch die Gemeindevertretungen gewählt und sind durch die zuständigen Amtsgerichte auf die Erfüllung ihrer Dienstobligenheiten verpflichtet worden. Das gemeindliche Schiedswesen in Deutschland dient der Beilegung weniger bedeutsamer strafrechtlicher und zivilrechtlicher Angelegenheiten.

Schon in der Sitzung des Klein-Eichener Gemeinderates am 29. Januar 1954 wurde Bürgermeister Wilhelm Eckardt zum Schiedsmann gewählt. Sein Stellvertreter wurde Karl Volp. Auch in Lardenbach wurde der Bürgermeister Adolf Felsing gewählt. Hier wurde Hermann Dörr sein Stellvertreter. Beide Dörfer gehörten zum Amtsgerichtsbezirk Laubach.

Das Amtsgericht ist in Deutschland neben dem Landgericht die Eingangsinstanz der ordentlichen Gerichtsbarkeit. Die Amtsgerichte werden vor allem in Verfahren des Zivil- und des Strafrechts tätig. Das Amtsgericht Laubach (bis 1879 Landgericht Laubach) war von 1822 bis 1968 ein hessisches Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit mit Sitz in Laubach. Infolge der in den Solmsischen Besitzungen Oberhessens erst 1822 durchgeführten Trennung von Justiz und Verwaltung kam es zur Bildung des Landgerichts Laubach, bestehend aus dem vormaligen Amt Laubach mit den Gemeinden Laubach, Freienseen, Gonterskirchen, Lardenbach, Ruppertsburg, Ilsdorf und Wetterfeld; dem vormaligen Amt Utphe mit den Gemeinden Utphe, Inheiden, Trais-Horloff und Wohnbach, und dem Ort Einartshausen.

Mit dem 1. November 1848 wurden die Orte Inheiden, Utphe, Wohnbach und Traishorloff an den Landgerichtsbezirk Hungen und der Hof Arnsburg mit der sogenannten Bergermühle an den Landgerichtsbezirk Lich abgegeben. Am 1. Juni 1849 trennte man außerdem noch den Ort Einartshausen ab und teilte diesen dem Landgerichtsbezirk Schotten zu. Infolge der Neuordnung der Gerichtsbezirke in der Provinz Oberhessen mit Wirkung vom 15. Oktober 1853 kam es zu einem Gebietstausch mit dem Sprengel des Landgerichts Grünberg, während der Ort Klein-Eichen neu zum Sprengel des Laubacher Landgerichts kam, wurde Ilsdorf abgetrennt. Am 1. Oktober 1879 erfolgte aufgrund des Gerichtsverfassungsgesetzes die Umbenennung in Amtsgericht Laubach, die Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Gießen und die Eingliederung des vorher zum Landgericht Hungen zählenden Ortes Röthges. Der Bezirk dieses Amtsgericht bestand nun aus Freienseen, Gonterskirchen, Klein-Eichen, Lardenbach, Laubach, der Laubacher Waldgemarkung, Röthges, Ruppertsburg, Stockhäuserhof und Wetterfeld.

Zum 1. Januar 1882 wurde der Sprengel des Amtsgericht noch um den zuvor zum Amtsgericht Hungen zählenden Ort Villingen und die zuvor zum Amtsgericht Lich gehörigen Orte Ettingshausen und Münster erweitert. Der Ort Altenhain wurde am 15. Mai 1908 vom Bezirk des Amtsgerichts Ulrichstein abgetrennt und dem Bezirk des Amtsgerichts Laubach zugeteilt. Anlässlich der Auflösung des Amtsgerichts Hungen am 1. Juni 1934 konnte noch der Ort Nonnenroth eingegliedert werden.

Am 1. Juli 1968 erfolgte die Auflösung des Amtsgerichts, die Gemeinde Altenhain wurde dem Amtsgericht Alsfeld, die restlichen Gemeinden des Sprengels dem Amtsgericht Gießen zugelegt. Das Gebäude des ehemaligen Amtsgerichtes Laubach befindet sich in der Friedrichstraße und steht unter Denkmalschutz. Es wurde 1907 gebaut und diente bis 2012 als Alten- und Pflegeheim. Seit Frühjahr 2013 wird das Gebäude als Wohnheim für Flüchtlinge genutzt.

(HZ, Wikipedia)

Fotos

 
10. Juli 1954

Freiwillige Feuerwehr

"Heute, am 10. Juli 1954, wurde die im Jahre 1933 gegründete und am Kriegsende 1945 aufgegebene Freiwillige Feuerwehr Klein-Eichen, im Gasthaus zur "Alten Post" (...) wieder neu gegründet."

Mit dieser Einleitung im Protokollbuch beginnt die neue Geschichte der Klein-Eichener Freiwilligen Feuerwehr. Neun Jahre nach Kriegsende, in denen so mancher keine Uniform mehr anziehen wollte, haben 36 Männer aus Klein-Eichen, als eines der letzten Dörfer im Umkreis, ihren Beitritt mit Unterschrift erklärt.

Am selben Abend wurde Otto Biedenkopf zum Ortsbrandmeister gewählt. Gruppen- und Schriftführer wurde Erich Funk. Nach den Wahlen des Vorstandes, beschloss man zugleich die Anschaffung einer Motorspritze.

 
23. März 1954

Wahl des Ortslandwirtes 1954

Im März 1954 wurden auf den Dörfern die Ortsstellen neu besetzt. Nach dem Land- und Forstwirtschaftskammergesetz aus dem Jahr 1953 sind Ortsstellen Untergliederungen der Landwirtschaftskammern. Für jede Gemeinde wurde eine Ortsstelle eingerichtet. Diese bestand aus drei Mitgliedern, die nach näherer Bestimmung der Wahlordnung von den Wahlberechtigten der Gemeinde gewählt wurden. Die Ortsstellen nahmen die örtlichen Aufgaben der Kammern nach näherer Bestimmung der Satzung war. Vorsitzender der Ortstelle (Ortslandwirt) wurde derjenige Betriebsinhaber, der die meisten Stimmen erhalten hatte.

In Klein-Eichen wurde 1954 Karl Biedenkopf zum Ortslandwirt gewählt. Dessen Beisitzer waren Albert Müller und Erich Funk. In Lardenbach wurde Reinhard Keller Ortslandwirt. Beisitzer hier waren Otto Rühl und Wilhelm Keller.

Die Aufgaben der Ortslandwirte/innen sind heute im Berufsstandsmitwirkungsgesetz dargestellt. Dort heißt es unter anderem:
"Die Landwirtschaftsbehörden werden bei der Erfüllung ihrer Aufgaben durch Orts- und Kreislandwirte/innen unterstützt. Diese wirken insbesondere in Angelegenheiten der Agrar- und Marktstruktur, der Landschaftspflege und des Grundstückverkehrs durch Beratung, Stellungnahme und Erteilung von Auskünften mit".

Über diesen gesetzlichen Auftrag hinaus werden die Ortslandwirte/innen aufgrund ihrer Ortskenntnis häufig von der Gemeindeverwaltung, aber auch von anderen Behörden und Institutionen in Anspruch genommen. Neben den Tagungen der Agrarverwaltung nehmen die Ortslandwirte/innen häufig auch an Veranstaltungen der Gemeinden und anderer Gremien teil. Der Umfang ihrer Tätigkeiten ist sehr unterschiedlich und wird auch von regionalen Anlässen bestimmt (zum Beispiel Bau von Straßen-, Bahn-, Leitungstrassen, Ausweisung von Schutzgebieten etc.). Die Ortslandwirte/innen fungieren häufig als Mittler zwischen Landwirtschaft und Verwaltungen sowie der Bevölkerung des ländlichen Raums.

Fotos

 
20. Januar 1954

Ende der Flurbereinigung

Schon im Januar des Jahres 1954 erfolgte die öffentliche Bekanntmachung in der Gießener Allgemeinen Zeitung, über die Schlussfeststellung der Umlegung in der Gemarkung Klein-Eichen. Damit erklärte das Kulturamt Alsfeld das Umlegungsverfahren für abgeschlossen. Gleichzeitig wurde festgestellt, dass die Ausführungen nach dem Umlegungsplan bewirkt ist und dass den Beteiligten keine Ansprüche mehr zustehen. Die am 8. 1. 1934 gebildeten Teilnehmergemeinschaften Klein-Eichens wurden aufgelöst.

Mit der Rechtskraft der Schlußfeststellung gingen die noch bestehenden Forderungen der Teilnehmergemeinschaften und ihrer Restguthaben auf die Gemeinde über, die sich verpflichtete, diese Gelder außerhalb der ordentlichen Haushaltsausgaben für die Erhaltung oder Verbesserung der im Umlegungsverfahren geschaffenen Wege und Gräben zu verwenden.

Im Umlegungsverfahren werden Grundstücke beziehungsweise Grundstücksteile so verändert und getauscht, dass neue Grundstücke entstehen, die nach Lage, Form und Größe für eine bauliche oder sonstige Nutzung zweckmäßig gestaltet sind.

Die Umverteilung soll einen Ausgleich zwischen den Interessen der betroffenen Grundstückseigentümerinnen und Grundstückseigentümer und der Allgemeinheit schaffen. Der Wert des Grundeigentums von Einzelnen darf durch die Umlegung nicht geringer werden. Alle beteiligten Grundstückseigentümerinnen und Grundstückeigentümer sollen ein dem Verkehrswert und der Lage nach möglichst gleichwertiges Grundstück bekommen.

Diese Neuordnung von land- und forstwirtschaftlich genutzten Grundstücken, die Flurbereinigung, hat damals der Klein-Eichener Gemarkung ein völlig neues Aussehen gegeben. So konnte z. B. ein Landwirt seinen Acker nun auf einem Feldweg erreichen. Vorher lagen Äcker und Wiesen oftmals direkt aneinander. Um auf sein Grundstück zu gelangen, war es nötig mit dem Gespann über die Felder eines Anderen zu fahren. Dabei musste noch gewartet werden, bis diese abgeerntet waren.

 
10. Januar 1954

Unterhaltungsabend des Männergesangvereins

Bei einem wohlgelungenen Unterhaltungsabend bot der Männergesangverein "Eintracht" Lardenbach-Klein-Eichen am Sonntag seinen Gästen im erweiterten und neu instandgesetzten Diel'schen Saale unter Leitung von Chorleiter Ernst Nicolai gut eingeübte Chöre, Volksmusik, Tänze und Märsche einer Musikschülergruppe des Dirigenten sowie eine Theateraufführung "Die Mühle im Erlengrund". Die Veranstaltung war für den Verein sowohl als auch für den allseits beliebten Chorleiter ein großer Erfolg.

(WM, HZ)

 
06. September 1953

Bundestagswahl 1953

Die Bundestagswahl 1953 fand am 6. September 1953 statt. Bei der Wahl zum 2. Deutschen Bundestag stellte sich die Regierung von Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) erstmals der Wiederwahl. Die Unionsparteien erlebten einen großen Triumph: Sie legten zweistellig zu und bildeten die nun deutlich stärkste Fraktion, nachdem sie 1949 nur knapp vor der SPD gelegen hatten. Die absolute Mandatsmehrheit verfehlten sie um einen einzigen Sitz. Für die SPD trat erstmals der Partei- und Fraktionsvorsitzende Erich Ollenhauer an, der beide Ämter von dem im August 1952 verstorbenen Kurt Schumacher übernommen hatte.

Aufgrund der neu eingeführten Fünf-Prozent-Hürde gehören nur noch sieben Parteien dem 2. Deutschen Bundestag an: Stärkste Fraktion wird die CDU/CSU mit 45,2 Prozent der Stimmen. Die SPD erreicht 28,8 Prozent und bleibt damit wie schon 1949 unter der 30 Prozent -Marke. Mit 9,5 Prozent muss auch die FDP leichte Verluste hinnehmen. Die DP verliert ebenfalls und kommt nur noch auf 3,3 Prozent. Aufgrund von Wahlabsprachen kommen trotzdem DP-Abgeordnete auf Listen der CDU ins Parlament. Gleiches gilt für das Zentrum. Die Vertriebenenpartei Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten (BHE) gewinnt 5,9 Prozent der Stimmen und zieht neu in den Bundestag ein.

Die Wahlbeteiligung lag bei 86,0%. Unter den 487 Abgeordneten befanden sich laut Unterlagen des Berlin Document Center 129 ehemalige Mitglieder der NSDAP.

Entgegen dem Bundesergebnis war im Dorf die FDP Gewinner der Wahl. Im örtlichen Wahllokal, welches bei Bürgermeister Eckhardt im Wohnzimmer eingerichtet war, wurden 119 abgegebene Stimmen gezählt. Zum Vergleich: in Lardenbach wurden 276 Stimmen abgegeben.

Klein-Eichen
Erststimmen
Zweitststimme
Lardenbach
Erststimme
Zweitstimme
SPD
15
14
SPD
66
65
FDP
56
50
FDP
95
93
CDU
23
27
CDU
36
37
KPD
1
1
KPD
1
1
BHE
19
17
BHE
53
55
GVP
5
6
GVP
21
22
DP
-
-
DP
-
-
 
11. Dezember 1951

Feldbereinigung

Der wohl größte Umwandlungsprozess in der Gemarkung Klein-Eichen geht über mehrere Jahre. Zum Ende des Jahres 1951 werden der Tausch von Grundstücken mitgeteilt. Hier heißt es: "Auf Anordnung des Amtsgerichts werden Sie benachrichtigt, daß Ihnen im Feldbereinigungsverfahren an Stelle der nachstehenden in dem für Sie gebildeten Grundbuchblatt Ihnen zugeschriebenen Grundstücke der Gemarkung Klein-Eichen die folgenden Ersatzgrundstücke in Abteilung 1 unter den angegebenen fortlaufenden Nummern zugeschrieben worden sind ..."

 
1951

Traktor

Im Jahre 1951 kam der erste Traktor nach Klein-Eichen. Albert Müller kaufte für seinen landwirtschaftlichen Betrieb einen Allgaier-Schlepper. Diese 1-Zylinder Maschine hatte 12 PS und als Zubehör gab es nur einen Pflug. Weitere Teile wie z.B. die Egge-Vorrichtung wurde vom Dorfschmied Georg Dittrich angefertigt.

 

 

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