1939

Eintragungen Adreßbuch 1939

Oberflächlich gesehen, war die Welt in weiten Teilen Europas im Sommer 1939 noch in Ordnung. Es war ungewöhnlich warm. Viele Menschen genossen das schöne Wetter und ignorierten Politik und böse Vorhersagen. Doch es war ein Leben am Rande des Abgrunds.
Im deutschen Straßenverkehr wurden im Mai die ersten Geschwindigkeitsbegrenzungen eingeführt. Die US-Fluggesellschaft PanAm startete den regelmäßigen Passagierflugverkehr zwischen den USA und Europa. Und auf der Berliner-Funkausstellung wurde erstmals ein "Einheits-Fernsehempfänger" vorgestellt. Im August gelang der erste Flug eines Düsenflugzeuges. Der Monumentalfilm "Vom Winde verweht" hatte Uraufführung.

Am 1. September 1939 überfiel Deutschland Polen. Der zweite Weltkrieg begann. Am 3. September erklärten Großbritannien und Frankreich aufgrund von Garantien für Polen Deutschland den Krieg.

Aus diesem Jahr stammt das "Adreßbuch Stadtkreis und Landkreis Gießen 1939". Hier finden wir auf Seite 99 auch Eintragungen über Klein-Eichen, dass damals zum Amtsgerichtsbezirk Laubach gehörte. Klein-Eichen wird als Filialdorf (von Groß-Eichen) genannt und hat 176 Einwohner. Die nächstliegende Bahnstation mit Güterabfertigung war in Weickartshain-Seenbrücke (Bahnlinie Mücke-Hungen). Zum telefonieren mussten die Klein-Eichener nach Lardenbach gehen. Die öffentliche Fernsprechstelle befand sich in der Poststelle bei Karl Völzing (Alte Post).

Bürgermeister 1939 war Karl Müller. Und dessen Wohnhaus ist demnach auch die Bürgermeisterei in der Ilsdorfer Str. 21 gewesen. Erster Beigeordneter des Gemeinderates war Karl Volp. Zweiter Beigeordneter Wilhelm Hoffmann. Die Gemeindekasse verwaltete Wilhelm Dörr. Als weitere Gemeindevertreter sind erwähnt: Otto Peter, Karl Kühn, Heinrich Felsing und Otto Volp. Bürgermeister Karl Müller war auch gleichzeitig Vorsteher des Ortsgerichtes. In diesem gab es noch zwei Gerichtsmänner: August Zimmer und Otto Volp. Das Standesamt leidete ebenfalls Karl Müller.

Der Lardenbacher August Kratz war auch in Klein-Eichen Ortsdiener. Feldschütze Eduard Zimmer musste für die Sicherheit auf den landwirtschaftlich genutzten Feldern sorgen. Feuerwehrführer Karl Kühn hatte ebenfalls einige Verantwortung. Die Kirchengeminde Klein-Eichen gehörte zum Dekanat Grünberg. Pfarrer Ernst Dammerau kam aus Groß-Eichen. Die Volksschule Lardenbach/Klein-Eichen stand am "Grenzgraben". Lehrer Karl Becker aus Lardenbach war lange Zeit jedem bekannt. Die Ärzte für Mensch und Tier, Dr. Massing und Dr. Wachtel wohnten in Laubach. Zur Hebamme Katharina Tröller war es bis nach Groß-Eichen nicht so weit.

Die für Klein-Eichen zuständige Gendarmeriestation und das Fortsamt waren auch in Laubach. Förster Grüning kam aus Freienseen. Vorsitzender der Bezugs- und Kreditgenossenschaft Lardenbach/Klein-Eichen war Karl Müller. Die Soldaten- und Kriegerkameradschaft war eine Vereinigung ehemaliger Soldaten und Kriegsteilnehmer. Vorsitzender vor Ort war Wilhelm Dörr.

Hier nun das alphabetische Verzeichnis der Einwohner Klein-Eichens 1939. Aufgeführt wurden damals allerdings nur der Hausvorstand: Biedenkopf, Karl, Groß-Eichener Str. 8. Dörr, Luise, Wwe., Ilsdorfer Str. 17. Dörr, Wilhelm, Gemeindekassenverwalter, Ilsdorfer Str. 17. Eckhardt, Wilhelm, Landwirt, Ilsdorfer Str. 11. Eckhardt, Wilhelm II, Auszügler, Ilsdorfer Str. 11. Faust, Karl I, Schuhmacher und Landwirt, Hinterdorf 5. Faust, Karl II, Wagner und Landwirt, Ilsdorfer Str. 22. Faust, Marie, Wwe., Hinterdorf 5. Felsing, Heinrich II, Landwirt, Hinterdorf 1. Felsing, Karl, Weber, Ilsdorfer Str. 32. Felsing, Wilhelm, Auszügler, Hinterdorf 2. Finkernagel, Elisabetha, Ilsdorfer Str. 22. Funk, Konrad, Landwirt, Ilsdorfer Str. 23. Funk, Wilhelm, Maurer, Hinterdorf 6. Gerbig, Emilie, Stickerin, Groß-Eichener Str. 6. Gerbig, Wilhelm, Landwirt, Ilsdorfer Str. 26. Högy, Wilhelm, Bauer, Ilsdorfer Str. 13. Hoffmann, Wilhelm, Landwirt, Kolonialwarenhandlung, Groß-Eichener Str. 1. Hofmann, Otto, Landwirt, Hinterdorf 4. Horst, Konrad, Landwirt, Ilsdorfer Str. 26. Horst, Luise, Wwe., Groß-Eichener Str. 8. Jost, Friedrich, Landwirt, Ilsdorfer Str. 32. Knöß, Wilhelm, Ilsdorfer Str. 27. Krieger, Ludwig, Landwirt, Gastwirtschaft, Ilsdorfer Str. 20. Kühn, Karl, Landwirt, Groß-Eichener Str. 5. Lein, Anna, Wwe., Ilsdorfer Str. 12. Maurer, Heinrich, Landwirt, Ilsdorfer Str. 12. Merz, Georg, Landwirt, Groß-Eichener Str. 7. Müller, Karl, Bauer und Bürgermeister, Ilsdorfer Str. 21. Müller, Katharine, Wwe., Ilsdorfer Str. 21. Opper, Karl, Landwirt, Ilsdorfer Str. 20. Peppler, Otto, Schreiner, Hinterdorf 6. Peter, Otto, Landwirt, Hinterdorf 2. Philippi, Georg, Landwirt, Ilsdorfer Str. 24. Rahn, Karl, Landwirt, Ilsdorfer Str. 25. Sames, Otto, Landwirt, Ilsdorfer Str. 9. Schütz, Lina, Wwe., Hinterdorf 3. Träger, Emil, Landwirt, Hinterdorf 3. Volp, Karl II, Landwirt, Dreschmaschinenbetreiber, Ilsdorfer Str. 15. Volp, Otto I, Landwirt, Hinterdorf 7. Volp, Otto II, Landwirt, Hinterdorf 7. Zimmer, August, Landwirt, Ilsdorfer Str. 14. Zimmer, Eduard, Auszügler, Groß-Eichener Str. 7. Zimmer, Ernst, Landwirt, Groß-Eichener. Str. 4. Zimmer, Georg, Auszügler, Ilsdorfer Str. 23. Zimmer, Otto, Landwirt, Ilsdorfer Str. 16. Zimmer, Wilhelm II, Auszügler, Ilsdorfer Str. 16. Zimmer, Wilhelm III, Weber, Ilsdorfer Str. 5.

Auszügler: Ein Bauer, der sein Gut an seine Erben übergeben oder an Dritte verkauft hatte und aufgrund seiner Auszugsrechte auf dem Altenteil des Hofes lebte, einem Geschoss des gleichen Hauses oder einem separaten Gebäude. Er wurde dort vom neuen Besitzer, meist Sohn oder Schwiegersohn, mit einer vertraglich vereinbarten Menge an Naturalien (dem Auszug) versorgt.

Wwe.: Witwe ist eine Person, deren Ehepartner verstorben ist.

Bemerkenswert ist, dass es nur drei offizielle Straßen in Klein-Eichen gab. Die Ilsdorfer Straße zog sich von Osten nach Westen durch das Dorf. Die Groß-Eichener Straße von Süden nach Norden. Das Hinterdorf ist wie heute eine Stichstraße im Westen des Ortes. Weiterhin ergibt sich eine Ungereimtheit, weil der Hof Groß-Eichener Str. 2 fehlt. Hier wohnte Familie Döhler. Vormals Mölcher.

 
01. November 1938

Lndkreis Gießen

Bis zum Jahr 1938 gehörten Klein-Eichen und Lardenbach zum Kreis Schotten. Dieser Kreis wurde zum 1. November 1938 aufgelöst. Die Gemeinden des Kreises wurden auf die angrenzenden Landkreise Gießen, Büdingen, Lauterbach und Alsfeld verteilt.

Der Landkreis Gießen erstreckt sich in seinen Hauptorten vom Gießener Becken bis zur nördlichen Wetterau im Süden. Den flächenmäßig größten Anteil nimmt demgegenüber jedoch der Vordere Vogelsberg in der Osthälfte ein, ganz im Osten liegen Teile des Vogelsberges. Nordwestlich des Gießener Beckens reichen überdies Teile des Gladenacher Berglandes in Form des Krofdorf-Königsberger-Forstes mit dem weithin sichtbaren Dünsberg ins Kreisgebiet. Südwestlich reichen Teile des Landkreises in den östlichen Hintertaunus hinein.

Bei der Auflösung des Kreises Schotten am 1. November 1938 kamen die Gemeinden Freienseen, Gonterskirchen, Klein-Eichen, Lardenbach, Laubach, Ruppertsburg und Wetterfeld zum Kreis Gießen hinzu. Gleichzeitig schied die Stadt Gießen aus dem Kreis aus und wurde kreisfrei. Am 1. April 1939 schieden auch die Gemeinden Kleinlinden und Wieseck aus dem Landkreis Gießen aus und wurden in die Stadt Gießen eingegliedert.

(wiki)

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04. September 1935

Verabschiedung von Pfarrer König 1935

"Am Mittwochabend (4. September 1935) fand in der Turnhalle Groß-Eichen die Abschiedsfeier für Pfarrer König und seine Familie statt, die am 7. September nach Klein-Linden übersidelten. Vom Schulhaus nach der Turnhalle marschierten in geschlossenem Zug die Schulkinder, der Kirchenvorstand, Kriegerverein, Gesangverein, Turnverein und die "SAR", die Feier wurde von den Schulkindern mit einem Lied eröffnet. Sodann übermittelte Pfarrverwalter Bartholomä dem scheidenden Pfarrer in herzlichen Worten den Dank und die Glück- und Segenswünsche der Gemeinden Groß- und Klein-Eichen."

So beginnt der für die damalige Zeit sehr pathetische Artikel im Grünberger Anzeiger. Und es geht auch so weiter. Um den Zeitgeist in der Nazidiktatur, wie er auch in den Dörfern herrschte, zu zeigen, hier die weitere Meldung:

"Der Zellenleiter und stellvertretende Bürgermeister Ernst Greis dankte Pfarrer König für all die mühevolle Arbeit, die er während seines neunjährigen Wirkens in unserer Gemeinde geleistet hat, sei es als Seelsorger, sei es während der Kampfjahre für die Bewegung oder danach als Amtswalter der "RSB". "Mögen Ihnen in Ihrer neuen Gemeinde dieselben Möglichkeiten gegeben sein wie hier, für Volk und Vaterland zu arbeiten!"

Mit diesen Worten und einem Gruß an den Führer Adolf Hitler schloß der Zellenleiter seine Ausführungen. Im Namen der Kirchengemeinde bekundete der stellvertretende erste Vorsitzende, Altbürgermeister Faust, dem scheidenden Pfarrer Dank, Liebe, Treue und Anhänglichkeit. Zwischendurch sang der Gesangverein einige passende Lieder.

Tiefbewegt sprach Pfarrer König den Rednern seinen und seiner Frau Dank aus für die Glückwünsche. Überhaupt danke er allen Einwphnern von Groß- und Klein-Eichen für die unerwartete Feier. Es wolle ihm nicht in den Sinn, dass dies alles ihm gelten solle und das er seine Gemeinde zum letzten Male so zahlreich versammelt sehen solle. Er schilderte sodann den Verlauf seiner letzten neun Lebensjahre. Von Pfeddersheim nach hier versetzt, traf ich eine mir fremde Gemeinde. Mit bangen Gefühlen trat ich damals meine Amtstätigkeit an. Aber bald trat an seine Stelle vertrauensvolles Zusammenleben. Die Zeit, die ich hier verlebte, wird wohl die schönste meines Lebens bleiben.

Hier ging ich die Ehe ein, hier wurden meine drei Kinder geboren. Groß-Eichen wurde mir Heimat und nie werde ich es vergessen. Gerne werde ich die mir angebotene Gastfreundschaft in Anspruch nehmen und ich versichere, dass mir ein jeder Groß- und Klein-Eichener ein lieber Gast in meiner neuen Stelle Klein-Linden sein wird. Sollte ich jemals einem zu nahe getreten sein, so vergebt, ich werde auch nichts nachtragen. Das gilt auch für die Kinder in der Schule. Wir sind nur Menschen und Menschen sind schwach. Seid aber immer bestrebt, es dem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler nachzutun, er ist uns allen Vorbild, und seid treu im Glauben an Jesus Christus. Gott der Herr gebe uns hierzu seinen Segen.

Ihr habt einen neuen Pfarrer. Habt Vertrauen zu ihm. Er wird euch den rechten Weg zeigen, damit ihr dereinst vor Gott dem höchsten bestehen könnt. Kameraden der "SAR"! gerne weilte ich unter euch, marschierte mit euch in Schritt in Tritt für Deutschland, für Adolf Hitler. Recht herzlichen Dank. Dank euch, Ihr Lehrer, für die enge Zusammenarbeit an unserer deutschen Jugend. Dank dem Gesangverein für seine schönen Lieder. Auf Wiedersehen!

Alle zusammen sangen dann noch als Scheidelied: "Ade zur guten Nacht".

Die Abkürzungen "SAR" und "RSB" sind z. Zt. noch unbekannt.

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25. Juni 1935

Wettkämpfe der Dörfer

Aus dem Grünberger Anzeiger (Oberhessische Heimatzeitung) vom 27. Juni 1935 sei der Bericht über die Wettkämpfe von Jugendlichen "Im Jahr der Ertüchtigung) zitiert:

"Am Samstag und Sonntag (24. u. 25. Juni 1935) wurden die Wettkämpfe der Jugendlichen aus den Gemeinden Sellnrod, Höckersdorf, Lardenbach, Klein-Eichen und Groß-Eichen in Groß-Eichen ausgetragen. Es stellten sich am Samstag die männlichen und weiblichen Jugendlichen der genannten Orte fast vollzählig zum Kampfe.

Am Tage des Deutschen Jungvolks unterzogen sich 141 Angehörige der geforderten Leistungsprüfung, und zwar 71 Knaben und 70 Mädchen. Sieger wurden insgesamt 73 Wettkämpfer, das sind 51,8 v. Hundert und bei den Mädchen 44,3 v. Hundert. Die höchsten Punktzahlen erreichten Karl Lutz (Sellnrod) mit 258 P. und Marie Lein (Lardenbach) mit 251 P.

Bei den geschlossenen Kampfgruppen des Jungvolks und der Jungmädel wurden folgende Ergebnisse erzielt: 1. Jungenschaft 1 Groß-Eichen 222,9 Punkte; 2. Jungenschaft 2 Groß-Eichen 202 Punkte; 3. Jungenschaft Sellnrod 198,5 Punkte; 4. Jungenschaft Lardenbach 194,5 Punkte; 5. Jungmädelschaft Lardenbach 207,5 Punkte.

Am Tage der Hitlerjugend traten insgesamt 95 Jugendliche an. Hier war die Beteiligung aus den einzelnen Orten noch recht unterschiedlich. Von den 62 Knaben und 33 Mädchen erreichten 14 bzw. 13 die zum Siege erforderliche Punktzahl. Anteilmäßig stellten die Knaben 22,6 Prozent und die Mädchen 39 Prozent der Angetretenen als Sieger.

Die besten Einzelleistungen boten hierbei August Hansel (Groß-Eichen) und H. Greif (Groß-Eichen). Den Kampf der geschlossenen Kameradschaften entschied die Kameradschaft Groß-Eichen für sich vor Sellnrod."

Das Deutsche Jungvolk, kurz auch als Jungvolk bezeichnet, war eine Jugendorganisation der Hitler-Jugend. Hier waren die Jüngeren, bis zum Alter von 14 Jahren organisiert. Die HJ, bzw. BDM umfasste die Älteren bis zu 18 Jahren Ziel der Organisation war es, die Jugend im Sinne des Nationalsozialismus zu indoktrinieren, in Loyalität zu Adolf Hitler zu erziehen und vormilitärisch auszubilden.

 
15. Mai 1935

Jagdbezirke im Kreis Schotten

Am Mittwoch (15. Mai 1935) fand eine Besprechung der Hegeringleiter des Kreises Schotten unter dem Vorsitz des Kreisjägermeisters statt. Diese Besprechung bezog sich auf die Einteilung der Jagdbezirke, die Feststellung der Abschußpläne für die Jagdjahre 1935, 1936 und 1937 und die Erteilung der Jagdscheine.

Das Frühjahrsschießen findet im Hegering Eichelsdorf und Eichelsachsen am 31. Mai, in den übrigen Hegeringen am Samstag, dem 1. Juni, statt. Die Prüfung für die erste Erteilung eines Jagdscheines erfolgt am Freitag, dem 31. Mai, um 14 Uhr, auf dem Forstamt Schotten. Die Einzahlung der Prüfungsgebühr muß vorher erfolgen.

Der Jagdkreis Schotten wird in 7 Hegeringe eingeteilt: 1. Hegering Oberwald: ... 2. Hegering Gedern: ... 3. Hegering Eichelsachsen: ... 4. Hegering Eichelsdorf: ...5. Hegering Laubach: ... 6. Hegering Groß-Eichen: Hegeringleiter: Gräflicher Förster Opper zu Weickartshain. Gemarkungen: Lardenbach, Klein-Eichen, Stockhäuser Hof, Solms-Ilsdorf, Groß-Eichen, Höckersdorf, Sellnrod und Schmitten. 7. Hegering Ulrichstein: ...

(GA)

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03. Januar 1935

Kirchliche Statistik für das Jahr 1934

Im Januar 1935 veröffentlichte der Grünberger Anzeiger eine "Kirchliche Statistik" aus dem Kirchspiel Groß-Eichen/Klein-Eichen. Diese Statistik gibt Auskunft über Zahlen aus dem Jahr 1934. So fängt die Aufzählung mit den Taufen an: In Groß-Eichen wurden 4 Kinder getauft und in Klein-Eichen gar keins. Konfirmiert wurden aus Groß-Eichen 7 Kinder und aus Klein-Eichen 4 Kinder. Vier Paare sind 1934 in Groß-Eichen kirchlich getraut worden. In Klein-Eichen hat sich in diesem Jahr keiner getraut. Beerdigt worden sind kirchlich in Groß-Eichen 9 Gemeindemitglieder und in Klein-Eichen zwei.

Auch über den Gottesdienstbesuch gibt die Zeitung Auskunft. In Klein-Eichen betrug der Gottesdienstbesuch an 27 Sonntagen 733 Männer. Fast genau soviel wie im Jahr zuvor mit 737 Männern. Die Frauen gingen mit 867 fleißiger zur Kirche. Dagegen waren es 1934 nur 760 Frauen. Auch die Kinder wurden mit 351 in der Kirche gezählt. Dazu errechnete man auch den Durchschnittsbesuch mit 29 Männern, 30 Frauen und 13 Kindern.

Dazu gab es eine Bemerkung, dass die Klein-Eichener Gemeindeglieder an den übrigen Sonntagen die Gottesdienste in Groß-Eichen besuchten. Am Abendmahl nahmen in Klein-Eichen teil 91 Männer und 85 Frauen. An Gaben für kirchliche Zwecke und "christliche Liebestätigkeit" gingen im Kirchspiel insgesamt ein: 528,21 RM. Das war auf den Kopf der erwachsenen evangelischen Bevölkerung 0,76 RM.

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16. März 1930

Volksliederabend des Gesangvereins

Der Gesangverein "Eintracht" Lardenbach/Klein-Eichen hatte die Ortswohnerschaft zu einem Volksliederabend auf Sonntag (16. März 1930) eingeladen. Es war dies die erste Veranstaltung des Vereins solcher Art, in der nur dem Lied Rechnung getragen wurde, in der man sich fern hielt von dem gerade in der Landbevölkerung so stark anziehenden Theaterspielen, und mit Recht warteten die deshalb Dirigent und Sängerschaft voller Interesse auf den Besuch dieses Abends. Es war für sie eine angenehme Überraschung, als Punkt acht Uhr die erste Begrüßung, der Sängergruß, einer, den weiten Saal bis auf den letzten Platz füllenden Zuhöhrerschar entgegensingen konnte.

Herr Dietrich, 1. Vorsitzender, fand im Anschluß daran markante Worte über Zweck und Ziel der Veranstaltung und übergab nach dem Chor: "Mein Lied" das Wort an den Dirigenten des Vereins, Herrn Lehrer Sommer, zu einem Vortrag über "Das deutsche Volkslied". In seiner Einleitung wies der Vortragende auf den Hauptzweck des Volksliederabends hin: Zum Singen besonders im Familien- und Freundschaftskreise Anregung zu geben, um das Leben, das durch die schlechte Wirtschaftslage und die innere Uneinigkeit unseres Volkes uns Menschen als drückende Last erscheint, wieder freudiger zu gestalten.

Keine der verschiedensten Liedgattungen ist imstande, für dieses Singen besser zu werben, als gerade das Volkslied, denn es ist ja ein Kind des Volkes, kann also auch von ihm am besten verstanden werden. Und voller Interesse folgten nun die Zuhöhrer den weiteren Ausführungen über die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte des Volksliedes, über seine äußere Form, seine einfache schlichte Sprache, seine gefälligen, ansprechenden Weisen und den Inhalt.

Liebe, Heimat und Gott, mit diesen höchsten Gütern, ohne die ein Volk nicht lebensfähig ist, beschäftigt sich das Volkslied, und mit Recht darf gesagt werden, dass es deshalb zum sittlichen Wiederaufbau ein gut Teil beiträgt. Einige Proben deutscher Volksliedkunst und eine nochmalige Mahnung, ja das Singen, und besonders diesen Liedschatz, zum Segen fürs ganze Volk nicht zu vernachlässigen, beschlossen den Vortrag, für den dem Vortagenden reicher Beifall gespendet wurde.

Und nun erklangen die herrlichen Volksweisen, in Abwechslung vom Verein, der Gemeinde, den Schulkindern und einzelnen Vereinsmitgliedern gesungen. Zwischendurch trugen Schüler der Unterklasse, bald einzelne, bald ein Sprechchor, Gedichte ernsten und heiteren Inhaltes vor. Der Verein sang die Lieder: "Die schöne Schäferin" - "Horch, was kommt von draußen rein" - "Heimweh" - "Ich habe den Frühling gesehen" - "Am Holderstrauch" - "Drauß ist alles so prächtig" - "Wiegenlied" - "Der Spielmann" - "Es blies ein Jäger wohl in sein Horn" - "O, wie herbe ist das Scheiden" und "Gretchen".

Sie werden vom Dirigenten aufs feinfühligste herausgearbeitet und vom Verein mit seinem guten und geschulten Stimmenmaterial recht ansprechend zu Gehör gebracht. Das Publikum dankte durch starken Beifall, und es wurden Wünsche laut, man möchte solche Stunden innerer Erhebung, Erbauung und Befreiung von den Alltagsfragen des öfteren erleben dürfen.

(HZ/GA)

 
16. Februar 1930

Versammlungen

Am Samstagabend (15. Februar 1930) fand in Ilsdorf die erste Versammlung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei statt, bei der die Wirtschaft Otto Stühler bis zum letzten Platz besetzt war. In fast dreistündiger Rede fesselte Herr Bretz die Zuhörer mit dem Thema: "Volk in Not, wer rettet es?"

Am Sonntagnachmittag (16. Februar 1930) sprach Herr Bretz in Lardenbach zum gleichen Thema. Auch diese Versammlung, die in der Gastwirtschaft Diehl stattfand, war gut besucht.

Am Sonntagabend war die Wirtschaft von Otto Nickel in Stockhausen, die bis zum letzten Platze besetzt war, Schauplatz einer Nationalsozialistischen Versammlung. Auch hier sprach Herr Bretz. Der Abend wurde durch Anfragen aus dem Publikum und ihre Beantwortung durch den Redner belebt.

Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) war eine in der Weimare Republik gegründete politische Partei, deren Programm und Ideologie (der Nationalsozialismus) von radikalem Antisemitismus und Nationalismus sowie der Ablehnung von Demokratie und Marxismus bestimmt war. Sie war als straffe Führerpartei organisiert. Ihr Parteivorsitzender war ab 1921 der spätere Reichskanzler Adolf Hitler, unter dem sie Deutschland in der Diktatur des Nationalsozialismus von 1933 bis 1945 als einzige zugelassene Partei beherrschte.

Zwischen 1925 und 1930 stieg die Mitgliederzahl der Partei von 27.000 auf 130.000. Die NSDAP nutzte die Weltwirtschaftskrise und die damit einhergehende Massenverelendung, welche ihr antikapitalistisches, antiliberales und vor allem antisemitisches Programm gegen das „internationale Finanzjudentum“ in der Bevölkerung stützte.

Die NSDAP setzte zentral auf den Straßenterror der SA und andere Themen wie die Außenpolitik, woraufhin ihre Stimmenanteile bei den Landtagswahlen 1929 und 1930 auf über 10 Prozent anstiegen. Besonders Jugendliche und junge Männer traten in die Hitlerjugend und die SA ein. Die nationalsozialistischen Politiker gingen von dem Versuch ab, vor allem die Arbeiterschaft für sich zu gewinnen. Die NSDAP erhielt aber immer mehr Unterstützung von Bauern (die Agrarpreise waren ab 1928 zusehends verfallen), Handwerkern und Einzelhändlern (Angst vor der Konkurrenz durch „jüdisch geführte“ Kaufhauskonzerne) sowie aus den Reihen der Studenten- und Beamtenschaft.

(GA/wiki)

 
25. Januar 1930

Hauptjahresversammlung des MGV

Der hiesige Männergesangverein "Eintracht" hielt dieser Tage (Januar 1930) bei Mitglied Joh. Diehl seine Hauptjahresversammlung ab. Herr Dietrich, 1. Vorsitzender, begrüßte herzlichst die Versammlung und warf einen Rückblick auf das vergangene Vereinsjahr. Im Anschluß daran sand er beherzigenswerte Worte, in denen er über die liebevolle und treue Arbeit am deutschen Männerchor sprach. Besonders hob er hervor, es sei Pflicht eines jeden Mitgliedes, vor allem der aktiven Sänger, nach Kräften dabei mitzuhelfen.

Nach Verlesung des Protokolls durch Herrn Momberger, prüften die Herren Bürgermeister der beiden Dörfer (Müller und Lein) die Kassenverhältnisse. Dem Rechner, Herrn Otto Buß, wurde nach Worten der Anerkennung für die gewissenhafte Buchführung und Arbeit Entlastung zuteil. Bei der Neuwahl des Vorstandes wurden an die Stellen zweier ausscheidender Mitglieder, die Herren Heinrich Frank und Hermann Dörr neugewählt.

Unter Punkt "Verschiedenes" fiel unter anderem die Antwort des Vereins auf verschiedene Einladungen auswärtiger Vereine zum Besuch ihrer Festlichkeiten im lfd. Jahr. Nur die Einladung von Freienseen fand Berücksichtigung. Weiter wurde Stellung genommen zu zwei von Lehrer Sommer gestellten Anträgen, in denen das Leidenskapitel vieler Vereine behandelt wurde - das unentschuldigte Fehlen in den Übungsstunden, mit anderen Worten: das laue Interesse mancher aktiven Kräfte am Vereinsleben, sowie das Austreten von aktiven Mitgliedern in den inaktiven Stand.

Eine äußerst lebhafte Aussprache setzte ein, man einigte sich schließlich dahin, die beiden Anträge anzunehemen: Hiernach wird mehrmaliges unentschuldigtes Fehlen mit Ausschluß aus dem aktiven Stand geahndet, ferner kann stimmlich und musikalisch begabten jüngeren Ortseinwohnern nur die aktive Mitgliedschaft gewährt werden. Die Beschlüsse sollen, wenn nötig, auch wirklich in die Tat umgesetzt werden, ohne Rücksicht auf ein quantitatives Plus oder Minus inbezug auf die Mitgliederzahl. Ganze Arbeit erfordert den ganzen Mann, dies sei das Motto fürs neue Jahr.

(Grünberger Anzeiger)

 
20. Januar 1930

Straßenzustand

Über den schlechten Zustand der Nebenstraßen, der früheren Kreisstraßen, wird seitens der Autofahrenden Landärzte, Geschäftsreisenden und Gewerbetreibenden lebhafte Klage geführt. Sie fordern von der Provinzialverwaltung, dass auch die Verbindungsstraßen zwischen den abgelegenen Orten einigermaßen in Ordnung gehalten werden müßten.

Vielfach wird auf diesen Straßen noch scharfkantiger Schotter gebracht, der die Autoreifen schwer mitnimmt, besonders wenn der Landarzt zu jeder Tages- und Nachtzeit ohne Rücksicht auf Schotter und Löcher in raschem Tempo zu den Kranken eilen muß.

(Grünberger Anzeiger)

 
17. Januar 1930

Kreis Schotten 1930

Der Kreis wurde am 12. Mai 1852 gegründet. In ihn gingen die bisherigen großherzoglich hessischen Landgerichtsbezirke Laubach und Schotten und Teile des Landgerichtsbezirks Ulrichstein ein. Klein-Eichen und Lardenbach zählen seit dieser Zeit zum Kreis Schotten.

In einer Sitzung des Kreistages im Januar 1930 wehrte sich das Gremium einmütig gegen eine etwaig geplante Aufhebung des Kreises Schotten. Aus allen Teilen des Kreises und den vier Bezirken Gedern, Ulrichstein, Schotten und Laubach nahmen Kreistagsvertreter zu dieser für den Kreis so wichtigen Lebensfrage in eingehenden Ausführungen das Wort.

Der Kreis hat an sich schon schwierigere Verkehrsverhältnisse. Durch eine etwaige Aufteilung mache man es der Landbevölkerung erst recht schwer und teuer, an die Sitze der Ämter zu gelangen. Schotten ist die einzige Kreisstadt der Provinz, die in der Mitte ihres Kreises liegt und von allen ihren Kreisgemeinden gleich weit zu erreichen ist.

Man verspreche stets, dem Vogelsberg und seiner armen Bevölkerung helfen zu wollen, habe aber seither stets Ämter abgebaut und trage sich u. a. mit weiteren Abbaumaßnahmen. Dadurch werde die Not der Bevölkerung nur größer, die Landflucht werde begünstigt. Wenn man an den Abbau der wenigen höheren Schulen in unserer abgelegenen Gegend denke, so nehme man mit diesem Abbau auch der Bevölkerung und den hier ansässigen Beamten die Möglichkeit zur Ausbildung ihrer Kinder. Die Beamtenstellen im Vogelsberg würden dann nur noch als Strafstellen angesehen.

Der Vogelsbergkreis Schotten bilde nach seinem hundertjährigen Bestehen ein einheitliches Ganze, die Bevölkerung sei derart miteinander Verwachsen und eng verbunden, dass man gegen eine Trennung des Kreises sich ganz entschieden wehre. Der Kreistag als die für die ganze Kreisbevölkerung zuständige gesetzliche Vertretung wünsche unbedingt Erhaltung des Kreises. Eine entsprechende Entschließung an die hessische Staatsregierung wurde einmütig angenommen, auch wurde eine Kommission bestimmt, die die nötigen Unterlagen beschaffen und bei der Regierung persönlich vorsprechen soll, um die Belange des Kreises zu vertreten.

"Los von Schotten" heißt die Losung verschiedener Gemeinden einige Tage später trotz aller Proteste der Kreisstadt Schotten. So wollen Helpershain, Köddingen, Meiches u. a. unbedingt zum Kreise Lauterbach, da sie dorthin bessere Verbindungen haben. Das Städtchen Laubach und die Orte des Seemenbachtales haben bessere Verbindung nach Gießen als nach Schotten. Gedern und das Niddertal gelangen schneller nach Büdingen.

Am 17. Januar 1930 wurde die vom Kreistag im Hinblick auf die Gerüchte über die Aufhebung des Kreises Schotten gewählte Kommission, bestehend aus Abgeordneten des Kreisbezirks Schotten, Laubach und Ulrichstein, vom hessischen Minister des Inneren, Leuschner empfangen.

Die Kommission stellte dem Minister in eindringlichen Darlegungen die Notlage vor Augen, in die nicht nur die Kreisstadt Schotten, sondern der ganze Vogelsbergkreis Schotten kommen würde, wenn er jetzt, nachdem man im Laufe der letzten Jahre schon eine ganze Reihe von Ämtern im Kreise Schotten aufgehoben hat, völlig zur Auflösung käme. Dadurch würde die Bedrängnis der Kreisbevölkerung nur noch weiter verschärft.

Von dem Minister wurde der Kommission eine genaue und wohlwollende Prüfung ihrer Darlegungen zugesagt. Ferner erklärte der Minister, dass natürlich die Abbaumaßnahmen nicht nur einen Kreis und eine Stadt, sondern alle Teile der Bevölkerung treffen sollten. Man hofft hier, dass die hessische Regierung sich davon überzeugen wird, dass der Kreis Schotten auch fernerhin bestehen bleibt.

(HZ/GA)

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02. Januar 1930

Kirchliche Statistik, veröffentlicht 1930

Im Jahre 1929 wurden im Kirchspiel Groß-Eichen 14 Kinder getauft, 7 Knaben und 7 Mädchen, darunter 2 Knaben aus Klein-Eichen. Konfirmiert wurden 17 Kinder, 8 Knaben und 9 Mädchen, darunter 1 Knabe aus Klein-Eichen. Sieben Paare wurden kirchlich getraut, davon 2 Paare aus Klein-Eichen. Beerdigt wurden 9 Personen, davon 3 in Klein-Eichen.

Der Gottesdienst wurde in Groß-Eichen von 8439 Erwachsenen und 3507 Kindern besucht und in Klein-Eichen von 1317 Erwachsenen und 230 Kindern. Der durchschnittliche Gottesdienstbesuch betrug also in Groß-Eichen 133 Erwachsene und 55 Kinder bei einer Seelenzahl von 700 Evangelischen und in Klein-Eichen 54 Erwachsene und 9 Kinder bei einer Seelenzahl von 167 Evangelischen.

Am Abendmahl nahmen in Groß-Eichen 788 Personen teil und in Klein-Eichen 184 Personen. Die Christenlehre wurde von 463 Jugendlichen und der Kindergottesdienst von 1154 Kindern fleißig besucht.

An freiwilligen Spenden gingen im Kirchspiel insgesamt 876,99 RM ein; das ist auf den Kopf der evangelischen Gemeindeglieder: 1,01 RM..

Die kirchliche Statistik für Lardenbach vom Jahr 1929 bietet ein recht erfreuliches Bild. Das Taufe, Konfirmation, Trauung und Beerdigung durch den Pfarrer in allen Fällen begehrt und gewährt werden, ist ja in Landgemeinden noch die Regel. Wenn aber die Zahl der Trauungen von 3 im Jahr 1928 auf 5 im Jahr 1929 gestiegen ist und die Zahl der Taufen von 3 auf 9, so darf das wohl angesichts der dunklen Zukunft als Zeichen von Lebensmut und Gottvertrauen gelten.

Bei einer Bevölkerungsziffer von nur 453 landeskirchlichen Evangelischen haben solche kleinen Änderungen immerhin etwas zu bedeuten. Gott gebe, dass dieser praktische Christenglaube bleibt und wächst. Das die Kinder der Oberklasse aus Lardenbach regelmäßig zum Hauptgottesdienst kommen, gilt noch allgemein als selbstverständlich. Daneben ist die Beteiligung am Kindergottesdienst ein wenig gestiegen. Die Katechismuslehre konnte nach Beendigung der Vakanz vom 14. April bis 15. September regelmäßig gehalten werden.

So erklärt es sich sehr einfach, dass die Beteiligung mehr als doppelt so zahlreich war als im Vorjahr. Es wurden an der Hand von Katechismus und Bibel wichtige Zeitfragen behandelt. die teilweise reges Interesse hervorriefen. Die große Zahl von auswärtigen Festen mancherlei Art hat den Besuch dieser Gottesdienste zeitweise stark beeinträchtigt. Es wurde daher versucht, sie vor dem Hauptgottesdienst abzuhalten, was auch die Beteiligung hob, aber doch mitunter als störender Eingriff in die Hausordnung empfunden wurde.

Wenn man auch in anbetracht der Zeitverhältnisse nicht unzufrieden zu sein braucht, so muß doch anderseits gesagt werden, dass die Jugendfrage selbst für solche Gemeinden wie die unsrige immer schwerer wird, weil sie sich dem Zeitgeist auf die Dauer nicht entziehen können.

Am Hauptgottesdienst beteiligten sich im Wochendurchschnitt in Lardenbach 1928 49 Männer und 49 Frauen, 1929 55 Männer und 53 Frauen. Das Heilige Abendmahl begehrten 1928 öffentlich 273 Männer und 264 Frauen, privatim 4 Männer und 10 Frauen. 1929 waren es öffentlich 287 Männer und 301 Frauen, privatim 5 Männer und 10 Frauen. Mit anderen Worten: Es gingen in beiden Jahren einige je einmal, andere je zweimal zum Tisch des Herren.

Die Liebesgaben stiegen von 642 auf 781 RM, betragen also auf den Kopf der Bevölkerung rund 1,70 RM.

Am 14. Februar sahen wir den Film "Glaube und Heimat", am 3. Dezember in der elektrisch geheizten Kirche einen Film aus der Heidenmission in Indien. Am 19. Februar besuchte Herr Dekan Widmann aus Gedern den Religionsunterricht und war mit dem Ergebnis zufrieden.

(HZ/GA)

 

 

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