| 17. März 1906 | Bachschauen im Jahre 1906In Gemeinschaft mit Großh. Kulturinspektion Gießen werden im Jahre 1906 folgende Bachschauen von Großh. Kreisamt Gießen vorgenommen werden: 1. Am 21. März: Schau an der Lauter in Gemarkung Lauter; Zusammenkunft vormittags 9 1/2 Uhr auf Großh. Bürgermeisterei Lauter. 2. Am 11. April: Schau an der Seenbach. a) Gemarkung Weickartshain: Zusammenkunft Gemarkungsgrenze Weickartshain - Freienseen vormittags 11 Uhr; b) Gemarkung Stockhausen: Zusammenkunft Gemarkungsgrenze Stockhausen - Weickartshain vormittags 11 Uhr. Die Bachschauen haben insbesondere den Zweck, darauf hinzuwirken: a) daß der wasserbauliche Zustand der Bäche den berechtigten Anforderungen genügt; b) daß die Anlagen und Bauwerke für die Ableitung und Einleitung des Wassers - mit Gräben, Kanäle, Wehre, Schleusen - und die Anlagen der an den Bächen liegenden öffentlichen Wassergenossenschaften den bestehenden Vorschriften entsprechend unterhalten und benutzt werden; c) daß schädliche Stoffe, welche öffentliche Interessen gefährden, den Bächen nicht zugeführt werden; und d) daß keine gesetzeswidrigen Anlagen und Bauwerke an den nicht schiffbaren Gewässern entstehen. Die Teilnehmer an den Bachschauen und die Geltendmachung von Wünschen und Beschwerden ist den Interessenten gestattet. (Grünberger Anzeiger) |
| 14. März 1906 | Frühjahrs-KontrollversammlungDie Frühjahrs-Kontrollversammlung findet statt: für die Orte Freienseen, Gonterskirchen, Groß-Eichen, Klein-Eichen, Ilsdorf (Solms), Lardenbach, Laubach, Ruppertsburg und Wetterfeld zu Laubach auf der Straße nach Wetterfeld am 10. April vormittags 9 Uhr. Es haben ohne weiteren Befehl zu erscheinen: 1) Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamte der Reserve, und der Landwehr I. Aufgebots (kleiner Dienstanzug). 2) Die Mannschaften der Reserve und Landwehr I. Aufgebots aller Waffen, einschließlich Halbinvaliden und nur Garnisonsdienstfähigen. 3) Die zur Disposition der Truppenteile oder Ersatzbehörden entlassenen Mannschaften aller Waffen. 4) Die Ersatzreservisten, geübte und nicht geübte. (Grünberger Anzeiger) |
| 03. März 1906 | Militär-Ersatz-GeschäftDas diesjährige Militär-Ersatz-Geschäft für den Kreis Schotten findet im Rathaussaale zu Schotten an nachbenannten Tagen statt: Montag den 19. März für Freienseen; Dienstag den 20. März für die Orte Gonterskirchen, Groß-Eichen, Klein-Eichen, Lardenbach mit Solms-Ilsdorf, Laubach; Mittwoch den 21. März für Ruppertsburg; Donnerstag den 22. März für die Orte Ulfa und Wetterfeld. Das Geschäft beginnt jedesmal präzis um 9 Uhr vormittags, die Militärpflichtigen müssen jedoch pünktlich um 8 1/2 Uhr im Musterungslokale anwesend sein. Freitag den 23. März findet die Losziehung statt, wobei das Erscheinen den Militärpflichtigen überlassen bleibt. Für die Nichterscheinenden lost ein Mitglied der Ersatz-Kommission. (Grünberger Anzeiger)
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| 05. Februar 1906 | Holzversteigerung in LardenbachBei der in voriger Woche (5. Februar 1906) stattgehabten Holzversteigerung passierte es einem Lardenbacher Einwohner, dass er sich nicht wieder nachhause zurückfand. Die in Sorge geratenen Angehörigen forschten nach seinem Verbleib unter Assistenz des Jagdhundes und hatten sich in dem Spürsinn des letzteren auch nicht getäuscht, denn es dauerte garnicht lange, bis man sich in Gesellschaft des Wiedergefundenen auf dem Wege zu einem wärmeren Nachtquartier befand. (Grünberger Anzeiger) |
| 27. Januar 1906 | Amtsgericht LaubachAm 25. Januar 1906 verweilte in Laubach und in Wetterfeld der Landtagsabgeordnete Weber aus Konradsdorf, um mit den betreffenden Gemeindevorständen in Beratung zu treten. Es handelte sich hier zunächst um die Erbauung des neuen Amtsgerichts, zu dem vor längerer Zeit die Stadt Laubach sich verpflichtet hat einen Zuschuß von 20 000 Mk. zu leisten und auch den Bauplatz kostenlos zu stellen. Auch sollen Veränderungen des Amtsgerichtsbezirks geplant sein; so bereitet man in Villingen eine Eingabe vor, die Lostrennung von dem hiesigen Bezirke und Eingliederung in den Amtsgerichtsbezirk Hungen bezweckt. Der Gemeinderat von Villingen hat dies Ansinnen aber einstimmig abgelehnt. Sollte dies doch erreicht werden, so bedeutet dies für den hiesigen Bezirk keine Verkleinerung, da verschiedene Orte des Seentales, wie z. B. Klein-Eichen und das bedeutendere Groß-Eichen die Angliederung an das Amtsgericht Laubach wünschen, indem nach Erbauung der Bahn Mücke - Laubach das letztere für die Bewohner dieser beiden Orte viel leichter zu erreichen ist, als das entfernterer Ulrichstein, zu dessen Amtsgerichtsbezirk sie bis jetzt gehören. Diese Darstellung ist jedoch falsch: Klein-Eichen gehört von jeher zu dem Amtsgericht Laubach. Und Groß-Eichen gehört zum Amtsgericht Grünberg. Von einer geplanten Zuteilung zu dem Amtsgericht Laubach ist nichts bekannt. (27. Januar 1906) (Grünberger Anzeiger) |
| 17. Januar 1906 | Unerwarteter TodDurch einen unerwarteten Tod wurde der Lardenbacher Einwohner Keller abgerufen. Er befand sich bei einer "Metzelsuppe", als ihn ein Schlaganfall ereilte, an dem er alsbald verschied. [ Konrad Keller (Haus Psiorz) ist am 13. Januar 1906 verstorben. Er könnte der Unglückliche sein.] [Die „Metzelsuppe“, oder die Wurstsuppe ist die Brühe, die bei der Herstellung von Brüh- und Kochwurst entsteht. Beim traditionellen Schlachtfest wurden vor den Würsten auch Fleisch und Leber im gleichen Kessel gegart, wodurch – besonders, wenn später auch noch Würste platzten – eine kräftige Brühe entstand.] (Grünberger Anzeiger)
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