| 19. Mai 1906 | MusterungPferde- und Fahrzeugvormusterung findet statt: Zu Laubach, in der Nähe des Bahnhofs, Dienstag den 29. Mai l. Js. vormittags 7¾ Uhr für …; zu Freienseen, in der Nähe des Bahnhofs, an demselben Tage (29. Mai) vormittags 9¾ Uhr für die Gemeinden Freienseen, Altenhain und Laubacher Waldgemarkung; zu Lardenbach, auf der Straße Flensungen—Freienseen in der Nähe der Haltestelle Weickartshain, an demselben Tage (29. Mai) vormittags 10¼ Uhr für die Gemeinden Lardenbach mit Stockhäuserhof, Solms-Ilsdorf mit Flensungerhof, Klein-Eichen, Groß-Eichen, Sellnrod und Schmitten. Jeder Pferdebesitzer ist verpflichtet, seine sämtlichen Pferde zur Musterung zu gestellen, mit Ausnahme: a) der unter vier Jahre alten Pferde, b) der Hengste, c) der Stuten, die entweder hochtragend sind (als hochtragend sind Stuten zu betrachten, deren Abfohlen innerhalb vier Wochen zu erwarten ist) oder innerhalb der letzten 14 Tage abgefohlt haben, d) Vollblutstuten, die im „Allgemeinen deutschen Gestütbuch“ oder den hierzu gehörigen offiziellen Listen eingetragen und von einem Vollbluthengst laut Deckschein belegt sind, auf Antrag des Besitzers, e) der Pferde, welche auf beiden Augen blind sind, f) der Pferde, welche in Bergwerken dauernd unter Tag arbeiten, g) der Pferde, welche wegen Erkrankung nicht marschfähig sind oder wegen Ansteckungsgefahr den Stall nicht verlassen dürfen, h) der Pferde, welche bei einer früheren in der betreffenden Ortschaft abgehaltenen Musterung als dauernd kriegsunbrauchbar bezeichnet worden sind, i) der Pferde unter 1,50 Mtr. Bandmaß. (Grünberger Anzeiger) |
| 16. Mai 1906 | KörtermineDie Körkommission des I. Körbezirkes (Vogelsberger Vieh) wird Körtermine abhalten: Freitag, den 18. Mai zu: Weickartshain vormittags 9 Uhr, Stockhausen vormittags ½ 11 Uhr, Lardenbach mittags 12 Uhr und Klein-Eichen nachmittags ½ 1 Uhr. Die Züchter von Vogelsberger Vieh, welche ihre Tiere in das Herdbuch eintragen lassen wollen, werden ersucht, ihre betr. Tiere an einem von der betr. Großherzoglichen Bürgermeisterei hierzu bezeichneten Orte aufzustellen, damit die Arbeiten der Kommission ohne Aufschub erledigt werden können. (Grünberger Anzeiger)
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| 16. Mai 1906 | Geflügelausstellung in LaubachDie unter dem Protektorat S. E. des Grafen Wilhelm zu Solms-Laubach stehende Ausstellung des Geflügel- und Vogelzuchtvereins Vogelsberg wurde am Samstag (11. Mai 1906) Mittag 4 Uhr im Saale des „Solmser Hof“ eröffnet. Der Saal war längs der Bühnenseite kunstvoll geschmückt, und zwar durch eine Dekoration von ausgestopften Tieren und durch ein Blumen-Arrangement. Deutschland beziehe vom Auslande noch für Millionen von Mark Eier und Mastgeflügel. Man müsse mit allen Kräften darauf hinwirken, daß dieser Bezug aufhöre, was durch Errichtung von Zuchtstationen und Gewährung von Ehrenpreisen man zu erzielen hoffe. Man begab sich darauf zur Besichtigung der Ausstellung in die geräumige, im Garten befindliche Halle. Wie zahlreich dieselbe beschickt ist, zeigt der ausgegebene Katalog, der 128 Stämme von Hühnern, 54 von Tauben, 24 von Enten und Gänsen, einige von Truten, Fasanen und sonstigen Vögeln zeigte. Begünstigt durch herrliches Frühlingswetter hatte am gestrigen Sonntage (12. Mai 1906) die Ausstellung sich starken Besuches aus den umliegenden Orten zu erfreuen. Mit Ehrenpreisen wurden, in der Reihenfolge der erzielten Punktzahl geordnet, ausgezeichnet: 1) Ph. Södler, Nieder-Gemünden, 2) Simon, Ehringshausen, 3) J. Zimmer, Bingmühle, …, 7) Högy, Klein-Eichen, … (Grünberger Anzeiger)
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| 05. Mai 1906 | KreisstraßeDer Kreistag in Schotten beschloß in seiner letzten Sitzung die Erbauung einer Kreisstraße zwischen Freienseen und Gonterskirchen. Die Straße wird etwa sechs Kilometer lang, durchschneidet die Straße von Laubach nach Schotten und verbindet Gonterskirchen mit der nächsten Eisenbahnstation Laubacher Wald. (Grünberger Anzeiger)
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| 02. Mai 1906 | Massengrab 1906Einen seltenen und gruseligen Fund machte kürzlich ein Einwohner aus Weickartshain. Derselbe war dabei, hinter seiner Scheuer, welche außerhalb des Dorfes liegt, einen Weg anzulegen, um von hinten zum Abladen der Frucht besser heranfahren zu können. Hierbei fand er beim Ausschachten ein Massengrab; Skelett lag neben Skelett. Auch fand er neben einem Skelett einen Geldbeutel mit ca. 30 Stück Silbermünzen. Der Geldbeutel zerfiel beim Anfassen wie Staub. Auf einigen Silbermünzen war noch die Jahreszahl 1640 zu lesen. Die Münzen wurden dem Altertums=Museum eingesandt. Die Gebeine, welche schon sehr morsch waren, wurden auf einem anderen Platze wieder bestattet. Allem Anscheine nach handelt es sich um ein Soldatengrab, und man kann annehmen, daß es aus der Zeit des dreißigjährigen Krieges stammt. Voriges Jahr fand schon ein Landwirt hier auf dem Felde eine größere Anzahl Silber= und Goldmünzen aus dem Jahre 1580; auch diese sind dem Altertums=Museum übersandt worden. (Grünberger Anzeiger)
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| 11. April 1906 | MetzgerhandwerkDaß trotz der hohen Schweinepreise das Metzgerhandwerk ein rentables sein muß, beweist unser kleiner Ort Stockhausen. In 23 Haushaltungen wurde im letzten Winter für den nötigen Bedarf an leckeren Würsten usw. Vorsorge getroffen und an den hierzu nötigen Verrichtungen beteiligten sich nicht weniger als 14 Schlächter, von denen 6 aus Stockhausen und 8 von auswärts waren, unter letzteren 1 aus Wettsaasen, 3 aus Grünberg, 1 aus Klein=Eichen, 1 aus Flensungen, 1 aus Freienseen und 1 vom Stockhäuserhof. (Grünberger Anzeiger)
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| 04. April 1906 | Witterungsverhältnisse 1906Die gegenwärtigen Witterungsverhältnisse und auch die der jüngst verflossenen Jahre haben wohl schon manchen zu der Ueberzeugung gebracht, daß eine Verschiebung in dieser Hinsicht stattgefunden habe. Im Winter meist Regen, Nebel und kaum Eis und Schnee, im Frühjahr dagegen statt der lebenerweckenden wärmeren Witterung die sonst dem Winter zustehenden Gaben. Daß es vor etwa 150 Jahren nicht anders ausgesehen, kann man aus den Aufzeichnungen eines damals lebenden gelehrten Mannes, des Schulmeisters Johann Konrad Justus zu Veitsberg, auch der Kalendermann vom Veitsberg genannt, entnehmen. Nach einer von ihm nach eigenen Beobachtungen verfaßten Beschreibung des im Jahre 1744 erschienenen Kometen, welche Erscheinung damals, wie vielfach auch heute noch, als der Vorbote kommenden Unheils angesehen wurde, zählt Justus die Vorkommnisse der darauf folgenden Jahre, zu denen bekanntlich die Kämpfe Friedrichs des Großen um die Provinz Schlesien und als deren Ende der siebenjährige Krieg gehören, auf. Nachstehend lassen wir einige folgen: 1756 brannte das Kriegsfeuer noch immer fort und geschahen viele Schlachten. Die Preußen behaupteten noch immer das Sachsenland und mußte der Kurfürst von Sachsen sich zu Warschau in Polen aufhalten. Die Witterung in diesem 1756. Jahr war ganz conträr, der Vorsommer bis an die Ernte war so dürr und trocken, daß die Rasen und die Wiesgründe aussahen als wären sie gebrennt. Es gab deswegen kein Heu. Als man wollte ernten, fiel Regenwetter ein, das hielt an den ganzen Nachsommer, und konnte man die Gerste und Grummet kaum einbringen usw. Der Winter von Martini 1756 bis Petritag 1757 war so gelind wie der Frühling. Durch den ganzen Dezember und Januar war alle Tage, Tag und Nacht an einem Stück immer fort Nebel, und übern andern Tag Regen. Es ist gar kein Schnee gefallen, man wußte nicht, ob’s Winter oder Herbst war. Der trübe Himmel und dicke Nebel verursachte solch dunkle Tage, daß man nicht wußte, ob’s recht Tag war, wenn man keine Uhr gehabt hätte. Es hat diesen Winter auch nicht gefroren. Den Sommer 1758 starben auch die Schweine gewaltig hinweg. Die Jahre sind nicht mehr, wie sie vorhin waren usw. — Es sind noch immer Früchte des Kometen, welche damals, als der Komet in der Luft lohnete, gleichsam blüheten, nun aber nach und nach zur Reifung gelangen usw. 1. Der Frühling des 1759. Jahres war ein rauher, windig und kalter Frühling. Zu Anfang des Aprils stürmete ein sehr kalter Nordwestwind durch den April und Mai, und wenn es ein wenig regnen wollte, so stürmte der Wind sogar, daß man meinte, die Häuser und Bäume müßten umfallen. Das währte so an einem Stück mit Stürmen fort. Wegen der ausblähenden dürren Luft kann nichts wachsen. O Elende! O traurige! O höchst betrübte Zeit! Und es war im Mai eine solche Kälte, daß man sich in der stürmenden Luft ohne Handschuh nicht halten konnte. O Jammer! O Elend! Wird’s denn nicht einmal wieder besser? Und bey dem allen brennt noch immer des Krieges Feuer. 2. Der Frühling war nicht sonderlich, der Sommer kalt, der Herbst rauh, zu Ende September fing es an zu regnen, und hat an einem Stück geregnet bis Ende Februar. Auch gab es solche Sturmwinde, die entsetzlich waren im Herbst. An Früchten war es ein gesegnetes Jahr, auch Obst, Aepfel, Birn, Zwetschen usw. hat es eine große Menge gegeben, jedoch aber brennt des Krieges Feuer noch immer in voller Flamme, und ist die Frucht sehr theuer. Wegen des vielen, an einem Stück fortwährenden Regenwetters waren alle Felder grundlos, man konnte nicht aus- noch einkommen. Ach Gott, erbarme dich doch, und gebe doch wieder Friede und Ruh! Wegen der Kriegsunruh ist das Vieh rar, Schuh, Strümpf und andere Kleidung ist so theuer, daß sie fast nicht zu bezahlen. Dazu kam noch eine Devolution des Geldes, da konnte man mit niemanden zurecht kommen, und wegen der vielen harten Halbguldenstücke, welche devalvirt waren, gab es keine Scheidemünze. Das gab eine große Confusion in Handel und Wandel unter den Armen, die Reichen hattens alles beysammen. Ach Elend, und Jammer, ach Gott sehe doch darein, erbarme dich. Was jetzo vor Wucher, vor Kippern und Wippern nur am Gelde getrieben wurde, ist mit keiner Feder zu beschreiben, geschweige an anderen Waaren. Ein Paar Schuhe mußte mit 2 bis 2 1/2 Gulden bezahlt werden. Wer einen Gulden gutes Geldes haben wollte, mußte 10 bis 12 Albus, auch noch mehr Lage geben usw. Ach Gott sehe doch darein, Glaube und Liebe ist nicht mehr zu finden, es frißt jetzt fast ein Mensch den andern, das ist die reine Grundwahrheit. Man fragt jetzt nicht mehr nach Gott, noch weniger aber nach Gottesdienst usw. Aber wuchern und schneiden ist jetzt in einer solchen starken Bewegung, daß sich der Erdboden erschüttert. Ach hilf, heilige Dreieinigkeit, daß doch solche Laster ein Ende nehmen! 3. Es hat abgewichenen Winter bei uns keinen Schnee gegeben, aber brav Regen. Zu Ende Februar 1761 gab sich das Regenwetter und gab hellen Himmel und dabei starke, trockene, aushöhlende Winde. Die trockneten das Erdreich gewaltig aus und es konnte nichts wachsen. Von Ende Februar bis in die Mitte des Mai 1761 hat es nicht geregnet. Auf den Hohlwind gab’s im April auch noch starken Frost, daß das Laub an den Bäumen hin und wieder erfroren. Es ist eine wanderbare Witterung und das Kriegsfeuer brennt noch immer fort. Ach Gott erbarme dich und gieb doch Frieden. Amen! Im Monat Juli und August gab es eine gewaltige Hitze, die Luft war so heiß, man konnte nirgends Kühlung bekommen. Es entstunden daher viel Krankheiten. (Grünberger Anzeiger, 4. April 1906)
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| 17. März 1906 | Bachschauen im Jahre 1906In Gemeinschaft mit Großh. Kulturinspektion Gießen werden im Jahre 1906 folgende Bachschauen von Großh. Kreisamt Gießen vorgenommen werden: 1. Am 21. März: Schau an der Lauter in Gemarkung Lauter; Zusammenkunft vormittags 9 1/2 Uhr auf Großh. Bürgermeisterei Lauter. 2. Am 11. April: Schau an der Seenbach. a) Gemarkung Weickartshain: Zusammenkunft Gemarkungsgrenze Weickartshain - Freienseen vormittags 11 Uhr; b) Gemarkung Stockhausen: Zusammenkunft Gemarkungsgrenze Stockhausen - Weickartshain vormittags 11 Uhr. Die Bachschauen haben insbesondere den Zweck, darauf hinzuwirken: a) daß der wasserbauliche Zustand der Bäche den berechtigten Anforderungen genügt; b) daß die Anlagen und Bauwerke für die Ableitung und Einleitung des Wassers - mit Gräben, Kanäle, Wehre, Schleusen - und die Anlagen der an den Bächen liegenden öffentlichen Wassergenossenschaften den bestehenden Vorschriften entsprechend unterhalten und benutzt werden; c) daß schädliche Stoffe, welche öffentliche Interessen gefährden, den Bächen nicht zugeführt werden; und d) daß keine gesetzeswidrigen Anlagen und Bauwerke an den nicht schiffbaren Gewässern entstehen. Die Teilnehmer an den Bachschauen und die Geltendmachung von Wünschen und Beschwerden ist den Interessenten gestattet. (Grünberger Anzeiger) |
| 14. März 1906 | Frühjahrs-KontrollversammlungDie Frühjahrs-Kontrollversammlung findet statt: für die Orte Freienseen, Gonterskirchen, Groß-Eichen, Klein-Eichen, Ilsdorf (Solms), Lardenbach, Laubach, Ruppertsburg und Wetterfeld zu Laubach auf der Straße nach Wetterfeld am 10. April vormittags 9 Uhr. Es haben ohne weiteren Befehl zu erscheinen: 1) Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamte der Reserve, und der Landwehr I. Aufgebots (kleiner Dienstanzug). 2) Die Mannschaften der Reserve und Landwehr I. Aufgebots aller Waffen, einschließlich Halbinvaliden und nur Garnisonsdienstfähigen. 3) Die zur Disposition der Truppenteile oder Ersatzbehörden entlassenen Mannschaften aller Waffen. 4) Die Ersatzreservisten, geübte und nicht geübte. (Grünberger Anzeiger) |
| 03. März 1906 | Militär-Ersatz-GeschäftDas diesjährige Militär-Ersatz-Geschäft für den Kreis Schotten findet im Rathaussaale zu Schotten an nachbenannten Tagen statt: Montag den 19. März für Freienseen; Dienstag den 20. März für die Orte Gonterskirchen, Groß-Eichen, Klein-Eichen, Lardenbach mit Solms-Ilsdorf, Laubach; Mittwoch den 21. März für Ruppertsburg; Donnerstag den 22. März für die Orte Ulfa und Wetterfeld. Das Geschäft beginnt jedesmal präzis um 9 Uhr vormittags, die Militärpflichtigen müssen jedoch pünktlich um 8 1/2 Uhr im Musterungslokale anwesend sein. Freitag den 23. März findet die Losziehung statt, wobei das Erscheinen den Militärpflichtigen überlassen bleibt. Für die Nichterscheinenden lost ein Mitglied der Ersatz-Kommission. (Grünberger Anzeiger)
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| 05. Februar 1906 | Holzversteigerung in LardenbachBei der in voriger Woche (5. Februar 1906) stattgehabten Holzversteigerung passierte es einem Lardenbacher Einwohner, dass er sich nicht wieder nachhause zurückfand. Die in Sorge geratenen Angehörigen forschten nach seinem Verbleib unter Assistenz des Jagdhundes und hatten sich in dem Spürsinn des letzteren auch nicht getäuscht, denn es dauerte garnicht lange, bis man sich in Gesellschaft des Wiedergefundenen auf dem Wege zu einem wärmeren Nachtquartier befand. (Grünberger Anzeiger) |
| 27. Januar 1906 | Amtsgericht LaubachAm 25. Januar 1906 verweilte in Laubach und in Wetterfeld der Landtagsabgeordnete Weber aus Konradsdorf, um mit den betreffenden Gemeindevorständen in Beratung zu treten. Es handelte sich hier zunächst um die Erbauung des neuen Amtsgerichts, zu dem vor längerer Zeit die Stadt Laubach sich verpflichtet hat einen Zuschuß von 20 000 Mk. zu leisten und auch den Bauplatz kostenlos zu stellen. Auch sollen Veränderungen des Amtsgerichtsbezirks geplant sein; so bereitet man in Villingen eine Eingabe vor, die Lostrennung von dem hiesigen Bezirke und Eingliederung in den Amtsgerichtsbezirk Hungen bezweckt. Der Gemeinderat von Villingen hat dies Ansinnen aber einstimmig abgelehnt. Sollte dies doch erreicht werden, so bedeutet dies für den hiesigen Bezirk keine Verkleinerung, da verschiedene Orte des Seentales, wie z. B. Klein-Eichen und das bedeutendere Groß-Eichen die Angliederung an das Amtsgericht Laubach wünschen, indem nach Erbauung der Bahn Mücke - Laubach das letztere für die Bewohner dieser beiden Orte viel leichter zu erreichen ist, als das entfernterer Ulrichstein, zu dessen Amtsgerichtsbezirk sie bis jetzt gehören. Diese Darstellung ist jedoch falsch: Klein-Eichen gehört von jeher zu dem Amtsgericht Laubach. Und Groß-Eichen gehört zum Amtsgericht Grünberg. Von einer geplanten Zuteilung zu dem Amtsgericht Laubach ist nichts bekannt. (27. Januar 1906) (Grünberger Anzeiger) |
| 17. Januar 1906 | Unerwarteter TodDurch einen unerwarteten Tod wurde der Lardenbacher Einwohner Keller abgerufen. Er befand sich bei einer "Metzelsuppe", als ihn ein Schlaganfall ereilte, an dem er alsbald verschied. [ Konrad Keller (Haus Psiorz) ist am 13. Januar 1906 verstorben. Er könnte der Unglückliche sein.] [Die „Metzelsuppe“, oder die Wurstsuppe ist die Brühe, die bei der Herstellung von Brüh- und Kochwurst entsteht. Beim traditionellen Schlachtfest wurden vor den Würsten auch Fleisch und Leber im gleichen Kessel gegart, wodurch – besonders, wenn später auch noch Würste platzten – eine kräftige Brühe entstand.] (Grünberger Anzeiger)
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