Grünberg, zum Hessentag 1980

Einstimmig billigte damals der Magistrat den Hessentag! Einstimmigkeit bedeutet in diesem Fall: Zunächst eine Stimme dafür und acht Enthaltungen! So soll es jedenfalls gewesen sein, erzählt man sich. Großes Interesse herrschte dann für die Abstimmung im Parlament, schließlich hatte man ja über eine Entscheidung zu befinden, die Geld kosten würde. So mancher Stadtverordneter erinnert sich an die teilweise hitzigen Diskussionen. Im Stadtparlament entschied nach der dritten Abstimmung schließlich eine Ja-Stimme.

Dann krämpelten die Grünberger die Ärmel auf, sanierten und restaurierten, malten und tapezierten, hämmerten und klopften, bastelten und rackerten, bis nach und nach das farbenfrohe Hessentagskleid angelegt war. Dabei hatte alles eigentlich angefangen, als der Hessentags-Organisator Willi Ochs aus Wiesbaden bei einem Entscheid der Fanfarenzüge in Grünberg weilte. Der meinte damals, dass Grünberg doch was für den Hessentag sei. Und dann hatte das hessische Kabinett tatsächlich für Grünberg votiert.

Im Vorfeld (20. Juni 1980) dieses Hessentages wurden natürlich alle Schwerpunkte der Stadt ausführlich ins rechte Licht gerückt. So auch das schulische Leben in Grünberg. Älteste Hinweise zur schulischen Unterweisung gibt es aus dem Jahre 1322 und 1358.
Seit 1959 erhöhte die Grünberger Volksschule durch die sogenannte "Landschulreform" ihre Klassenzahl durch ein vergrößertes Einzugsgebiet. 1965 wurden im ersten 9. Pflichtschuljahr Schüler aus 15 Gemeinden zusammengeführt.

Am 1. Dezember 1966 wurde die "Mittelpunktschule - Volks- und Realschule" gebikdet. Rund 900 Schüler aus 18 Gemeinden zogen in den neuerrichteten Gebäudekomplex in der Wald-, heute Struppiusstraße. Die neue Schule war vom Schulzweckverband mit Unterstützung des Kreises und des Landes für knapp sechs Millionen DM errichtet worden.

Zu den Verbandsgemeinden gehörten: Atzenhain, Ettingshausen, Göbelnrod, Beltershain, Grünberg, Klein-Eichen, Lardenbach, Lauter, Lehnheim, Lumda, Münster, Queckborn, Reinhardshain, Saasen, Stangenrod, Stockhausen, Weickartshain und Weitershain. Geleitet wurde die Schule von Rektor Richard Amadori.

Zum Hessentag haben die Kirchen Grünbergs ein gemeinsames Veranstaltungsprogramm zusammengestellt. Auftakt ist ein ökumenischer Eröffnungsgottesdienst mit dem stellvertretenden Kirchenpräsidenten, Oberkirchenrat Spengler, Darmstadt. Die Pfarrkirche der evangelischen Kirchengemeinde, die Stadtkirche, ist ein Wahrzeichen der Stadt Grünberg. Die evangelische Kirchengemeinde der Kernstadt ist aufgeteilt in die Pfarrei I, den Lutherbezirk, ihm gehören auch Stangenrod und Lehnheim an. Zum Paulusbezirk, der Pfarrei II, gehört auch Lumda.

Zur Großgemeinde Grünberg gehört auch das Kirchspiel Wirberg, das die Gemeinden Beltershain, Göbelnrod, Harbach und Reinhardshain umfasst. Zusammengefasst zu einer Pfarrei sind auch die Seenbachtalgemeinden Lardenbach, Klein-Eichen, Stockhausen und Weickartshain, die von Pfarrer Schmidt-Mapprs betreut werden. Der Stadtteil Weitershain ist eine Filiale der Pfarrei Odenhausen. Queckborn ist eine eigenständige Pfarrei.

Die katholische Kirchengemeinde wird von der Kernstadt aus betreut und umfasst die Orte Beltershain, Göbelnrod, Lehnheim, Lumda, Queckborn und Reinhardshain sowie neuerdings auch Harbach und Weitershain. Die Seentalgemeinden gehören zur Kirchengemeinde Merlau und werden von Laubach aus betreut.

Grünberg, die Stadt mit 14 Stadtteilen, hat in den ersten neun Jahren ihres Bestehens eine turbulente Entwicklung durchgemacht. Die Infrastruktur der Großgemeinde ist wesentlich verbessert worden, so dass die Stadt an Attraktivität gewonnen hat und Fremde zur Ansiedlung anzieht. Und doch hat sich Grünberg auch für die kommenden Jahre viel vorgenommen. Die Vielzahl der Projekte zeigt, dass hierzu erhebliche Finanzmittel bereitgestellt werden müssen.

Leider wird sich die Situation der Gemeinden in den kommenden Jahren in finanzieller Hinsicht verschlechtern. Bundes- und Landesmittel fließen nicht mehr in der bisherigen Höhe. Der Verschuldungsgrad der Gemeinden steigt. Gleichzeitig aber wird man bemüht sein, die Finanzen zu konsolidieren. Es gilt, ein Grünberg zu schaffen, in dem nachfolgende Generationen Arbeit und Brot finden und sich im wahrsten Sinne des Wortes heimisch fühlen.

(Zum Hessentag, GAZ)

 
 
Gruenberg
Rundblick über die Hessentagsstadt
 
Grünberg
Weit ausgedehnt hat sich die Theo-Koch-Schule, die "Schule im Walde"
 
 

 

 

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