Wahlgelage 1931

In Oberhessen war es bisher vielfach dörflicher Brauch, dass nach einer Bürger- oder Beigeordnetenwahl auf dem Lande ein großes Wahlgelage auf Kosten des Gewählten veranstaltet wurde, bei dem gar mancher erfolgreiche Kandidat sehr tief in den Beutel greifen musste.

Um diesem dörflichen Brauch, der nachgerade zu einem Unfug geworden ist, in der jetzigen Notzeit entgegenzuwirken, hat das Kreisamt Schotten eine Verfügung erlassen (26. Januar 1931 veröffentlicht), in der alle Nachfeiern bei Bürgermeister- und Beigeordnetenwahlen auf Kosten des Gewählten untersagt werden.

Wer dieser Anordnung zuwiderhandelt, hat, soweit die gesetzlichen Möglichkeiten dazu gegeben sind, mit der Ungültigkeitserklärung der Wahl zu rechnen. Eine erfreuliche Maßnahme, die hoffentlich die beabsichtigte Wirkung haben wird.

(Grünberger Anzeiger)

 
 
Schotten
Schotten, Rathaus in den 1930er Jahren
 

 

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