Informationen zu Glasfaser

Rund 50 Interessierte aus Klein-Eichen und Lardenbach kamen am Donnerstag zur Informationsveranstaltung der Firma goetel in das Dorfgemeinschaftshaus. Wegen der Corona-Auflagen wurde die Präsentation zweimal durchgeführt, um die Anzahl der Besucher im Saal nicht zu groß werden zu lassen.

Herr Keil stellte die Firma goetel GmbH aus Göttingen in Wort und Bild vor. Der Breitbandausbau für schnelles Internet mit einem Glasfasernetz wird z. Zt. von goetel im heimischen Raum stark beworben. Fast in jedem der umliegenden Dörfer ist die Firma unterwegs und bietet die Glasfaserleitung bis zu jedem Haus an. Die Vorteile dieser Technik dürfte mittlerweile bekannt sein. In der Präsentation wurde das Thema nochmals vorgestellt.

Von der Arbeit im "Home-Office" über das "Smart Home" bis zur Wertsteigerung der eigenen Immobilie spricht vieles für den Anschluss des Internet über Glasfaser. Die Haupttrassen bilden das so genannte Backbone für die Glasfaserversorgung. Es handelt sich dabei um gebündelte Glasfaserleitungen, die zwischen den großen Rechenzentren und den größeren Städten Deutschlands verlaufen. Von dem Backbone laufen die einzelnen Glasfaserleitungen bis in die jeweiligen Ausbaugebiete, wo direkt jeder Haushalt an das Glasfasernetzwerk angeschlossen werden kann.

Von der Straße kommend liegt das Glasfaserkabel in 60 cm tiefe, um dann in das Gebäude geführt zu werden. Hier wird der Hausübergabepunkt gesetzt. Die weitere Verkabelung im Haus ist Sache des Eigentümers. Bei diesem Ausbau ist eine Wegstrecke von 20 Meter zwischen Grundstücksgrenze und Gebäude im Preis enthalten. Die alten Kupferkabel werden nicht zurückgebaut. Aber der alte Telefonanschluss kann von goetel gekündigt werden. Eine Rufnummer Mitnahme ist möglich.

Bis das aber alles so weit kommen kann, muss sowohl in Klein-Eichen als auch in Lardenbach eine Quote von 40 % der bestehenden Anschlüsse erreicht werden. In Klein-Eichen müssen 52 Anträge/Aufträge unterschrieben sein und in Lardenbach 75. Erste wenn diese Zahlen, getrennt für jeden Ort, erreicht sind, wird goetel aktiv werden. Und das soll in vier Wochen passiert sein. Falls es so weit kommt, erhalten alle Hausbesitzer Besuch von einem Techniker der vor Ort die Machbarkeit eines Anschlusses prüft. Dann soll es zum Abschluss eine Protokoll der Baubegehung geben. Erst dann wird der Antrag/Auftrag ein rechtskräftiger Vertrag.

Soweit die Ausführungen in der Präsentation. Die sich daran entwickelnde Fragerunde konnte die Besucher nur zum Teil zufrieden stellen. So wurde nicht für jeden, der allen Besuchern vorliegende Antrag/Auftrag/Vertrag befriedigend erklärt. Auch Fragen zum TV-Empfang über das Glasfasernetz blieben erstmal offen. Die Serviceleistungen konnten ebenso nicht ganz zufriedenstellend beantwortet werden. Ob der Aufriss eines Gehweges für die Leitungsverlegung von der Kommune bezahlt wird, bezweifelte ein Fragender sehr. Vielmehr sei die Herstellung des Gehweges vom Anlieger zu bezahlen.

Bis also die Bürgerinnen und Bürger in Klein-Eichen und Lardenbach in den Genuss des Internet über Glasfaser kommen, dürfte noch manche Hürde zu überwinden sein. Außerdem wird die dann vielleicht anstehende Bauzeit mindestens anderthalb Jahre betragen. Wie man von anderen Ortschaften hört, kann das auch noch länger dauern.

 

In diesem Zusammenhang wird ein Bericht vom Freitag in der Gießener Allgemeine interessant. Hier heißt es: Alle Schulen im Landkreis Gießen sollen einen Glasfaseranschluss erhalten. Der Ausbau hat begonnen, das Land Hessen unterstützt das Projekt mit 10,6 Millionen Euro.

Nach einigen Ausführungen zum Thema lautet der Bericht am Ende: Seit 2011 läuft der Breitbandausbau im Kreis, berichtete Landrätin Anita Schneider. Die Kommunen hätten sich damals für einen interkommunalen Ausbau entschieden. »Wir haben dadurch beispielhaft im Landkreis das eine oder andere vorangebracht.« Nun wolle man zusammen mit der Breitband Gießen GmbH und der Telekom die restlichen zwei Prozent ans schnelle Internet anschließen. Dazu zählen neben Schulen außenliegende Höfe und Gewerbestandorte.

Diese weitere Ausbaustufe allein koste 26 Millionen Euro. »Für zwei Prozent eine ordentliche Summe«, sagte Schneider. Es werde Glasfaser bis an die Haustür verlegt. Der Bund beteiligte sich an förderfähigen Aufwendungen mit 50, das Land mit 40 Prozent. Mit dieser Ausbaustufe soll jedoch nicht Schluss sein, kündigte die Landrätin an. Im nächsten Schritt sollen die 97,3 Prozent, die bereits einen Breitbandzugang haben, ebenfalls einen Glasfaserzugang erhalten.

 

 
 
Lardenbach
Auf Abstand im DGH
 
Klein-Eichen
 
Lardenbach
 
Klein-Eichen
 
Lardenbach
Einige technische Komponenten zum Glasfaserausbau: Router, Hausübergabepunkt, Fibertwist und Glasfaserkabel, rechts die Hauptleitung.
 
 

 

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