Die Phosphorsäure im Boden, 1961

Vor einer Bauernversammlung (erste März-Woche 1961) in Lardenbach und Klein-Eichen sprach Dr. Müller von der Hyperphosphatindustrie über Phosphorsäuredüngung. "Ohne Düngung keine Ernte", sagte der Redner und wies darauf hin, dass nur eine harmonische Düngung den gewünschten Erfolg brächte. Es sei aber so, dass der Nährstoff Phosphorsäure oft sehr im Minimum ist wie das viele Bodenuntersuchungen gezeigt hätten.

Die Phosphorsäure erfülle folgende Funktionen: Sie entwickele das Wurzelsystem der Pflanzen stärker, sie wirke qualitätsverbessernd bei allen Pflanzen, sie führe zur Reifebeschleunigung, sie festige die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen und sei in der Fütterung von größter Bedeutung. Wer seine Böden mit Phosphorsäure gut versorgt habe, könne diesen Dünger dann ausbringen wann er wolle.

Ringberater Wilhelm Werner von der Landwirtschaftsschule Grünberg berichtete dann über praktische Erfahrungen auf dem Gebiet der Düngung und über ihren Einfluß auf die Betriebsgestaltung. Werner gab einen Überblick über die derzeitige Situation in der Landwirtschaft und bat die Landwirte treu zu ihrem Berufsstand zu stehen. Ortslandwirt Karl Biedenkopf (Klein-Eichen) leitete die Diskussion, in welcher noch manche Frage besprochen wurde.

(Phosphatdünger sind zwar vor allem in der industriellen Landwirtschaft unverzichtbar, um höchstmögliche Erträge zu erzielen. Allerdings sind diese Dünger auch hochproblematisch, da sie stark mit giftigen Schwermetallen, vor allem Uran und Cadmium, verunreinigt sind. Durch die Anwendung eines solchen Düngemittels geraten diese Giftstoffe unweigerlich über Pflanzen und Tiere in unsere Nahrung.)

(Gießener Allgemeine Zeitung/Gartenjournal)

 
Lardenbach
Im Feld vor Lardenbach
 

 

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