Kommunalpolitik und Wasserversorgung 1979

Zu kommunalpolitischen Problemen nahm in einer Jahresversammlung der CDU, die im Januar 1979 in der Gallushalle stattfand, Bürgermeister Gerulf Herzog Stellung. Unter vielen anderen Punkten ging es dem Verwaltungschef auch um die Bauplätze. So seien von den seit 1974 aufgestellten Bebauungsplänen zehn rechtskräftig geworden. Herzog verwies darauf, dass man davon ausgehen könne, dass etwa ein Bauplatz pro Stadtteil und Jahr verkauft werde, so daß die Erschließung von zehn bis fünfzehn Bauplätzen für das nächste Jahrzehnt als ausreichend angesehen werde.

Als zukünftige Maßnahmen der Ver- und Entsorgung nannte Herzog den Bau einer Brunnenanlage und eines Hochbehälters in Klein-Eichen sowie die Erneuerung des Wasserversorgungsnetzes mit einem Hochbehälter mit Kosten von jeweils einer Million DM in Lardenbach/Klein-Eichen und in Harbach. Neu gebaut werden müssten auch Abwasserentsorgungsanlagen in Göbelnrod, Harbach und Weickartshain.

In einer gemeinsamen Sitzung von Partei- und Fraktionsvorstand der CDU am 12. Februar 1979 wurden Themen für die weitere Arbeit in der Stadtverordnetenversammlung beraten, Hierbei wurde in den Kreisen der Kommunalpolitiker das Taktieren der SPD-Fraktion in der letzten Stadtverordnetenversammlung kritisiert. Es sei ohne sachliche Begründung die dringliche Behandlung einer Wasserbohrung für Lardenbach und Klein-Eichen verhindert und die Beschlussfassung über den für die weitere Baulanderschließung unumgänglichen Flächennutzungsplan verzögert worden.

Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Grünberg trat am Freitagabend (16. Februar 1979) im neuen Gemeinschaftshaus in Beltershain zusammen. Unter anderem wurde hier gegen die Stimmen der FDP dem Trassenverlauf einer überregionalen Wasserversorgungsleitung durch die Gemarkung Grünberg zugestimmt. Die Bedenken der FDP richteten sich weniger gegen den Trassenverlauf als vielmehr gegen die Wasserentnahme im Vogelsberg und deren Folgen.

Erinnert wurde dabei an die Schäden im hessischen Ried. Bürgermeister Herzog erwiderte, dass es bis jetzt keine endgültigen Unterlagen über derartige Auswirkungen gebe. Im übrigen werde die Wasserleitung ohnehin gebaut; wenn Grünberg die Genehmigung verweigere, werde die Trasse eben durch eine andere Gemeinde verlegt. So aber könne die Stadt voraussichtlich die Kosten für den Neubau des Hochbehälters in den Stadtteilen Lardenbach und Klein-Eichen sparen, zumal die Genehmigung nur unter der Bedingung erteilt werde, dass bei Bedarf die Wasserversorgung der vier Seenbachtalgemeinden zu ortsüblichen Preisen durch die OVAG sichergestellt werde.

(gs/gaz)

 
 

 

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