Kläranlage Ohm-Seenbach nimmt Betrieb auf, 1990

Die Kläranlage in der Nähe von Königsaasen ist offiziell eingeweiht (24. August 1990). Anwesend waren Vertreter der Gemeinden, des Kreises und des Regierungspräsidiums. Von der Gemeinde Mücke sind an die Kläranlage unterhalb von Nieder-Ohmen die Ortsteile Nieder-Ohmen, Merlau, Flensungen, Ilsdorf, Kirschgarten, Wettsaasen, Ruppertenrod, Ober-Ohmen und Windhain, von der Stadt Grünberg die Stadtteile Stockhausen, Lardenbach, Klein-Eichen, Seenbrücke und Weickartshain angeschlossen.

Die Kläranlage Ohm-Seenbach ist für 15.000 Einwohner ausgelegt. An ihrem Einlauf sortiert die automatische Rechanlage sperrige Stoffe aus. In einem Becken wird erdiger Sand vom übrigen Abwasser getrennt. Die einfließenden Wassermengen und deren Qualität wird von der Einlaufmenegenmeßanlage gemessen. In dem Belebungsbecken wird das aus dem Sandfangbecken kommende Wasser von Mikroorganismen, welche sich durch Zufuhr von Luft entwickeln, gereinigt. Die Mikroorganismen bewirken einen natürlichen Abbau von organischem Schmutz. In den nachfolgenden zwei Nachklärbecken setzt sich der Schlamm auf der Beckensohle ab und das gereinigte Wasser fließt über Rohrleitungen in die Ohm.

Aber vorher wird die Qualität und Menge des gereinigten Wassers registriert. Der abgesetzte Schlamm wird als Biomasse durch ein Pumpwerk in das Belebungsbecken zum Teil zurückgepumpt. Anfallender Überschußschlamm wird im Schlammentwässerungsgebäude durch das Auspressen von Wasser auf ein Zehntel seines Volume reduziert. Zur Pressung und Hygienisierung des Schlammes wird Kalk benutzt. Danach gelangt der Schlamm auf einen Lagerplatz, wo er auf seinen Abtransport wartet.

Zur Übergabe der Kläranlage begrüßte Bürgermeister Böck unter den Gästen Landrat Lipphardt, ferner den Gemeindevorsitzenden Jürgen Reißner und den Grünberger Bürgermeister Siegbert Damaschke als stellvertretenden Abwasserverbandsvorsitzenden. Böck berichtete , dass zu den Kosten in Höhe von 8,7 Millionen Mark das Land 5 Millionen Mark Zuschüsse gewährte. Die Bürger würden einen erheblichen Teil dazu beitragen. Und zwar einmal durch die Umlage und zum anderen durch die laufenden Gebühren. In den Haushalten sollte mit chemischen Stoffen sparsam umgegangen werden, um die Anlage zu entlasten. Schließlich merke man es am eigenen Geldbeutel, wenn die Anlage nicht alle Gifte beseitigen könne und daher belastetes Wasser in die Ohm abgeben müsse.

Ein Vertreter des Regierungspräsidiums überbrachte den Erlaubnisbescheid zur Einleitung des gereinigten Abwassers in die Ohm, ohne den die Anlage nicht in Betrieb gehen konnte.Ein Vertreter des Wasserwirtschaftamtes bestätigte den technisch einwandfreien Zustand des Bauwerks. Abschließend führte der Leiter der Anlage, Ernst Semmler, die Gäste über das Gelände.

(HZ)

 

 
 

 

back top next