Zusammenschlussfragen 1970

Grünbergs Bürgermeister Anschütz hatte am Freitag (31. Juli 1970) zu einer Besprechung über Gemeindezusammenschlüsse innerhalb des Einzugsgebietes Grünberg eingeladen. Erschienen waren 52 Vertreter aus 17 Gemeinden. Mit einer Ausnahme hatten alle Gemeinden, die dem ehemaligen Mittelpunktschulverband angehörten, auch die des Kreises Alsfeld, Vertreter entsandt.

Landrat Türk war von der Zusammenkunft informiert. Bürgermeister Anschütz führte nach einer krzen Begrüßung die Gründe an, die unter Berücksichtigung örtlicher und überörtlicher Gesichtspunkte einen Zusammenschluß rechtfertigen würden. Hierbei wurden die wesentlich höheren Schlüsselzuweisungen für die Gemeinden im Falle des freiwilligen Zusammenschlusses besonders herausgestellt und auch auf die möglichen Folgen für die Bürgermeister und Gemeindevertreter im Falle des Versäumnisses der sich bietenden Gelegenheit hingewiesen.

Es wurde auch nicht vergessen, zu erwähnen, dass die vielen Zusammenschlüsse von Gemeinden, wie sie zur Zeit laufend erfolgen, nicht von ungefähr kämen, sondern die betreffenden Gemeinden sehr wohl ihren großen Vorteil erkannt hätten, den sie so schnell wie möglich wahrnehmen wollten, ehe es zu spät sei.

Schließlich stünden auch die Entwicklungspläne, Regionalpläne, Strukturverbesserungspläne usw. mit den Gemeindezusammenschlüssen in einem Kausalzusammenhang, so dass auch von dieser Seite gesehen der Zusammenschluß eine große Bedeutung habe.

Es dürfe andererseits auch kein Zweifel darüber bestehen, dass die Zusammenschlüsse kämen, gleich wie - ob auf freiwilliger Basis oder durch gesetzliche Regelung. Im letzten Falle würden die Gemeinden keine höhere Schlüsselzuweisungen erhalten, was für die meisten Gemeinden ein hoher Verlust wäre, für den letztlich niemand verantwortlich zeichnen wolle.

Die auswärtigen Vertreter verfolgten aufmerksam die Ausführungen, an die sich eine offenherzige Aussprache anschloß. Die Versammelten waren waren alle der Auffassung, dass der Zusammenschluß nicht mehr aufzuhalten sei. Jedoch kam immer wieder der Einwand, dass die ortsnahe und persönliche Betreuung der Bürger zu kurz käme. In der Gegendarstellung war man der Meinung, dass sich die Jugend sehr schnell an die Umstellung gewöhnen würde, während die älteren Leute etwas längere Zeit brauchten.

Nach kurzer Zeit aber würden sich alle daran gewöhnen. Insbesondere dann, wenn eine gute Betreuung durch die Mittelpunktgemeinden gewährleistet würde, was ohne weiters leicht möglich sei.

Bezüglich der Verwendung der Bürgermeister und Rechner gäbe es ohne Zweifel viele Möglichkeiten. Aus den ganzen Fragen und Vorstellungen war klar zu erkennen, dass die neue Situation erst einmal innerhalb der Gemeinde und der Bevölkerung durchdacht und besprochen werden muß.

Mehr war bei diesem Gespräch von vornherein nicht zu erwarten. Demnächst werden neue Besprechungen stattfinden, an denen auch die Aufsichtsbehörde teilnehmen wird. Alle wissen, dass auch hier Zusammenschlüsse kommen werden. Und keiner will, dass die eigene Gemeinde Schaden und Verluste erleiden soll.

(HZ)

 
 
Gruenberg
Grünberger Rathaus - vor dem Zusammenschluß
 
 

 

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