Sensationelle Regenfälle 1960

Die Natur scheint "wiedergutmachen" zu wollen, was sie im trockenen Sommer des letzten Jahres angerichtet hat. Überall stehen die Wiesen, die im Vorjahr wie verbrannt aussahen, in saftigem Grün. Überall schwellen die Früchte - Steinobst, Kernobst, Haselnüsse - dass es eine Pracht ist.

Aus den starken Regenfällen der letzten Wochen (im Juli 1960), die glücklicherweise immer von niederschlagsfreien, Feld- und Gartenarbeit ermöglichenden Stunden unterbrochen wurden, hoben sich die Wolkenbrüche der letzten Tage besonders hervor.

Während die Gewitter am Samstag (30. Juli 1960) und Sonntag gegen Abend sich an den südwest- bis nordwestlichen Hängen des Vogelsberges stauten, gingen in kürzester Zeit ungeheure Wassermassen nieder. Straßen wurden teilweise überflutet und Kanäle konnten nicht die Wassermassen aufnehmen. Die Landwirtschaft hat dadurch große Schäden beim lagernden Getreide, das größtenteils wie platt gewalzt am Boden liegt und nunmehr, vom Unkraut durchwachsen, nicht mehr zum Trocknen kommen wird.

Die Landwirtschaftsschule Grünberg berichtete, dass die durchschnittliche Regenmenge der letzten 40 Jahre im Juli 76 mm betrug. Der Juli 1960 wies 208 mm auf. Die Niederschlagsmenge vom letzten Samstag (30. Juli 1960) bis zum Montagmorgen betrug 83 mm. Das wären 83 Liter Wasser pro Quadratmeter.

(r/l/HZ)

 
 

 

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