Verabschiedung Pfarrer Schmidt, 2000

Mit einem Festgottesdienst und einer Feier im Weickartshainer Bürgerhaus verabschiedeten sich die evangelischen Gemeindeglieder aus Stockhausen, Lardenbach, Klein-Eichen, Seenbrücke und Weickartshain am Sonntag (18. Juni 2000) von ihrem Pfarrer Tilman Schmidt und dessen Gattin Frieda. Dazu waren auch Kollegen und ehemalige Kollegen aus den Nachbargemeinden, Bürgermeister Damaschke und Dekan Weyrauch erschienen.

Die Eröffnung der Feier übernahmen die Kinder aus den Kindergottesdiensten der Pfarrei. Nach dem Lied "Sing mit mir ein Halleluja!" überreichten sie Pfarrer Schmidt eine fröhlich-bunte Tischdecke, die sie mit Stofffarben gestaltet hatten.

Die Gelegenheit zu Abschiedsgrußworten nutzten neben dem Kirchenvorstand Herr Dekan i. R. Rink, Pfarrer Dr. Häbel aus Freienseen, Bürgermeister Damaschke, Ortsvorsteher Schlosser und Otto Biedenkopf. Sie brachten vor allem den Dank für 21 Jahre Seelsorgetätigkeit zum Ausdruck, bei der die Menschen in den Dörfern stets im Mittelpunkt standen.

Musikalisch wurde die Feier vom Gesangverein Eintracht Lardenbach/Klein-Eichen mit "Der Herr ist mein Hirte", dem Gesangverein Liederkranz Stockhausen und den Seenbachtaler Jagdhornbläsern sehr passend umrahmt.

(ab/gaz)

21 Jahre im Pfarrhaus von Lardenbach

Pfarrer Tilman Schmidt blickt auf 21 Jahre Dienst im Kirchspiel zurück. Eine Zeit, in der dem Franken bewusst war, dass von einem Pfarrer vor allem ein offenes Ohr verlangt wird. Entprechend machte der Theologe deutlich, dass er der Zeit für den Menschen mehr Priorität einräumen mochte, als den Verwaltungsdingen. So war es für ihn konsequent, in der Altenarbeit den Hausbesuch bei denen, die allein oder krank waren, in den Mittelpunkt zu rücken.

Tilman Schmidt hatte am 1. März 1979 die Nachfolge von Hermann Repp angetreten. Wer jetzt seine Stelle im Kirchspiel übernimmt, ist noch ungewiss. Schmidt hofft, dass die Vakanz nicht zu lange dauert. Zur Pfarrei gehören die Gemeinden Lardenbach, Klein-Eichen, Stockhausen und Weickartshain mit rund 1200 Gemeindegliedern.

Bevor Schmidt vor 21 Jahren diese Pfarrstelle übernahm, war er "kein sesshafter Typ", wie er selber erzählt. 1944 in Nürnberg geboren, wuchs er auch in Franken auf, um die folgenden zehn Jahre in Karlruhe am prägendsten zu empfinden. Die Familie zog weiter nach Bad Vilbel um, Tilmann Schmidt machte also in Frankfurt seinen Schulabschluss und begann hier auch mit dem Theologiestudium, das er später in Erlangen fortsetzte und in Marburg abschloss.

Der Beweggrund seiner Berufswahl? Gegen Ende der Schulzeit hatte er sich gefreut, ein Fach zu finden, in dem er mit dem Studium der Sprachen wie Latein und Griechisch auch das der Geschichte und der Philosophie verbinden konnte.

Sein Lehrvikariat absolvierte Schmidt beim ehemaligen Probst Helmut Grün in Stumpertenrod, bevor er eine Pfarrstelle im Dekanat Büdingen übernahm. Als er nach Grünberg kam, war das Lardenbacher Pfarrhaus noch bewohnt. Deshalb kam Tilman Schmidt für die ersten drei Monate in der Gaststätte "Sonnenhof" in Stockhausen unter. Wie er feststellte, die beste Möglichkeit, seine Gemeinde kennen zu lernen. Denn an einen runden Tisch, den Kommunikationspunkt eines Ortes schlechthin, passe immer noch einer ran.

Mittlerweile trifft der Pfarrer mit seiner Frau Frieda, eine gebürtige Weickartshainerin, schon die ersten Vorbereitungen für den Auszug. Einige Bücherregale im Arbeitszimmer sind bereits leer geräumt. Aber da hängen noch viele Erinnerungen. Das Bild der Kindergottesdienstkinder, das sie dem Pfarrer zum 50. Geburtstag gemalt haben, die Dornenkrone, die er einmal in Jerusalem gekauft hat. Hier steht das Schachspiel mit den Figuren, die an Szenen aus dem Palast des Königs Minos erinnern. Und im Setzkasten sind die Spieluhren aufgereiht: "S ein Tag, so wunderschön wie heute", "Lilli Marlen" und "Für Elise" lässt er mit dem Drehen an den kleinen Kurbeln erklingen.

Als man sich am Sonntag nach dem Verabschiedungsgottesdienst in Weickartshain im Dorgemeinschaftshaus trifft, ist sich Tilman Schmidt auch sicher, dass er zu schätzen weiß, dass die Kirchenvorsteher nicht nur die Fordernden waren, sondern auch diejenigen, die ihren Pfarrer unterstützten.

(dl/gaz)

 
 
Lardenbach

Die Kindergottesdienstkinder verabschieden sich von Pfarrer Schmidt.

 
Lardenbach
Pfarrer Tilman Schmidt
 
 

 

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